Allgemein Kommentar Lokales & Regionales

Gerüchte & Fakten: Sexuelle Nötigung

Es gibt derzeit viele Nachrichten, die dazu geeignet sind – ganz im Sinne des Bundesinnenministers – die Bevölkerung zu verunsichern. Dazu gehören insbesondere Gewalttaten von Links- und Rechtsextremisten, aber auch Gesetzesbrüche von Asylbewerbern. “Tatort Schulhof” hat gezeigt, wie sensibilisiert viele Menschen inzwischen sind.

Tatsachen unter den Teppich zu kehren, hieße Nachrichten zu unterdrücken. Ob diese Meldung der “verkehrten Ecke” nützt, darf ebenso wenig von Belang sein in anderen Fällen: Wenn in Saalfeld die Krätze auftritt, so ist dies von öffentlichem Interesse. Und rechte Gewalt ist ebenso bedenklich wie Straftaten Linksextremer. Wer bewiesene Tatsachen ausblendet, hilft nur Gerüchteköchen und Demagogen jeglicher Couleur!

Spätestens nach den Silvester-Exzessen von Köln war wohl auch dem Letzten klar, dass Saalfeld oder Rudolstadt keine Inseln der Gückseligen (mehr) sind. Für “Antänzer” & Co. bedarf es nicht einmal des Schutzes der Nacht, um tätlich zu werden. Auf unsere Anfrage bestätigte heute früh der Sprecher der Landespolizeiinspektion Saalfeld, Eddy Krannich, das am gestrigen Abend eine junge Frau Anzeige erstattete. Die 31-jährige Saalfelderin war gegen 18 Uhr auf dem Heimweg als sie sich in der Friedensstraße, Höhe “Grüner Baum” (150 Meter Luftlinie bis zur Polizei!) plötzlich von drei ausländischen jungen Männern umringt sah. Als sie von einem der Männer am Oberarm angetatscht und am Ärmel gezogen wurde, bekam sie es mit der Angst zu tun, riss sich los und konnte davonlaufen. Die Polizei ermittelt nach einer zweiten Befragung der Frau am Mittag wegen sexueller Nötigung.

Die Polizei sucht Zeugen: Die Verdächtigen waren 25 bis 30 Jahre alt, 165 bis 175cm groß und trugen dunkle Shirts sowie eng geschnittene dunkle bzw. schwarze Jeansjacken. Sie redeten in einer dem Opfer unbekannten Sprache, besaßen schwarze Haare und einen südländischen Teint. Hinweise zur Ermittlung der bisher unbekannten Täter nehmen die Beamten der Landespolizeiinspektion Saalfeld unter der Telefonnummer 03671/560 entgegen.

Diverse Fälle der jüngeren Vergangenheit (z. B. wurden im April während einer Busfahrt zwei junge Frauen in einem Linienbus von Asylbewerbern sexuell belästigt) sind in der Summe noch nicht kriminalstatistisch erfasst. Hinzu kommt, dass nicht in jedem Fall Anzeige erstattet wird. Sei es aus falscher Scham, sei es, weil Frauen befürchten, nach der Gerichtsverhandlung ihren ehemaligen Peiniger wieder auf freiem Fuß zu sehen, weil er mit einer Bewährungsstrafe davon kam.

So weit die Fakten. Leider machen tagtäglich in diversen sozialen Netzwerken vermeintliche Gräueltaten von Asylbewerbern die Runde, die es nie gegeben hat. Das SaaleJournal bleibt beim guten alten Grundsatz, nichts zu vermelden, was nicht entweder amtlich oder von zwei unabhängigen Quellen bestätigt wurde. Wie Polizeisprecher Eddy Krannich heute sagte, gehe die Polizei jedem Hinweis in sozialen Netzwerken nach. “Das bindet viele Kräfte und das meiste entpuppte sich als nicht den Tatsachen entsprechend. Aber auch künftig werden wir dabei blieben, jedem Verdacht nachzugehen.”