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Fragebogen: Dr. Dieter Scheidig

Was denken und fühlen Politiker, Unternehmer, Freunde, Bekannte oder Kollegen unserer Leser? Welche Maxime haben sie? Fragen, die immer wieder gern gestellt werden. Wir werden in unregelmäßigen Abständen unseren modifizierten Fragebogen mit der freundlichen Bitte um Beantwortung ausreichen.
Vorbild ist der wohl berühmteste Fragebogen der Welt, der den Namen des französischen Schriftstellers Marcel Proust (1871-1922) trägt. Dieser hat ihn jedoch nicht entworfen, sondern lediglich ausgefüllt. Streng genommen sogar zwei Mal: Erstmals bei einem “Questionnaire” anlässlich einer Geburtstagsparty der Tochter des späteren französischen Präsidenten Félix Faure im zarten Alter von 13 Jahren. Als Proust 20 Lenze zählte, füllte er einen ähnlichen Fragebogen aus, dem er selber den Titel “Marcel Proust par lui-même” (Marcel Proust über sich selbst) gab.

Heute: Dr. Dieter Scheidig. 53 Jahre alt, geschieden, ein Sohn. Entstammt einer seit 1894 in Volkstedt ansässigen Thüringer Porzellinerfamilie. Nach der POS absolvierte er eine Lehre als Schlosser. Nach seiner Armeezeit war er Nacht- und Tagwächter auf Schloss Heidecksburg und unternahm erste lyrische Versuche. Ab 1988 studierte er Museologie an der Fachschule für Museologen in Leipzig. Nach dem Abschluss des Studiums arbeitete er ab 1992 als Leiter des Städtischen Regionalmuseums Bad Lobenstein. Zu dieser Zeit schrieb er erste Publikationen über regionalgeschichtliche Inhalte in Tageszeitungen. Im Jahr 2000 schied er aus dem öffentlichen Dienst aus. Danach studierte er an der Fernuniversität in Hagen und der Universität Rostock. 2010 promovierte er über ein Thema der Historischen Hilfswissenschaften sepulkralen Inhaltes. Dr. Scheidig ist Autor mehrerer Bücher.

Schenken sie uns eine Lebensweisheit:
Ich zitiere aus einer meiner Erzählungen: „Er ließ sich selbst wie einen klagenden und lamentierenden fußkranken Bettler sitzen und ging weiter. Er ließ sich hinter sich. Er wich und blickte erstmalig nicht zurück.“ (Der Blecher, S. 181)
Wage unmögliches.

Als Kind wollte ich werden:
Ich war total ratlos und überfordert. Eigentlich Geschichtsprofessor. Bums: Bin ich nicht geworden!

Das sagt man mir nach:
Hektiker, Chaot.  Beides tatsächlich falsch, entsprungen oberflächlicher Kenntnis meiner Person.

Worauf ich stolz bin:
Auf das, was vom Tage übrig bleibt. Ein historischer  Artikel von mir, vielleicht ein kleines Kapitel meines neuen Buches „Der Schatz im Scheißhaus“.

Was ich am meisten verabscheue:
Mainstream-Gequatsche und unlogische, nicht mit dem gesunden Geradeaus-Denker-Verstand nachvollziehbare Entscheidungen von hochrangigen Partei-Politikern.

Meine Lieblingsperson in der Geschichte:
Die Antwort kann nur stellvertretend für viele historische Widerständler sein: Andreas Hofer! Vielleicht noch Karl Liebknecht.

Mit diesem Prominenten würde ich gerne einen Tag tauschen:
Jetztzeitliche Flachzangen interessieren nicht. Daher mit Goethe.

Was ich am liebsten esse und trinke:
Fischsoljanka (Rostocker!!!) und Budweiser Bier mit hohem Stammwürzgehalt! Beides zum Reinlegen!

Wo will ich meinen Ruhestand verbringen:
Im sogenannten Altenteil des bis dahin hoffentlich bezugsfertigen, seit 2016 sanierten Bauernhofs im Rudolstädter Ortsteil Mörla.

Das will ich auf meiner Beerdigung gar nicht hören:
„Seine nimmermüden Hände ruhen nun für immer!“ Das ist mainstreamhaftes Verlegenheits-Gequatsche.