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Erfurter Kripo schnappt endlich das „Phantom“

Seit 2014 fahndete die Kriminalpolizei Erfurt nach dem „Phantom“. Grund dafür waren die DNA-Spuren, die ein unbekannter Täter bei zahlreichen Einbrüchen in der Erfurter Innenstadt zurückließ. Eine Veröffentlichung über verschiedene Medien, unter anderem bei Kripo-Live im Jahr 2014, führten nicht zum Erfolg. So kamen immer mehr Spurentreffer dazu. Mehrere Personen wurden nach Hinweisen aus der Bevölkerung mit der DNA-Datenbank verglichen – das Ergebnis war immer negativ. Im Jahr 2017 gab es noch drei Treffer – der unbekannte Einbrecher war also weiterhin aktiv- so dass die Zahl der unbekannten Spurentreffer auf 23 anstieg.

Der Täter gelangte durch das Oberlicht in das Objekt. Foto: Polizei
Die Kripo Erfurt entschloss sich erneut, die Bevölkerung um Hilfe zu bitten. Die Bilder der Überwachungskamera, die am 28.08.2018 zwischen 03.40 und 04.00 Uhr entstanden, wurden mit einem Zeugenaufruf veröffentlicht. Es gab wieder Hinweise – ein Zeuge war sich dieses Mal aber hundertprozentig sicher, den Mann auf dem Bild zu erkennen. Ein Abgleich mit dem Bild, dass bei der Stadt Erfurt hinterlegt ist, überzeugte die Kriminalbeamten und die Staatsanwaltschaft Erfurt, endlich den richtigen Täter ermittelt zu haben. Durch das Amtsgericht Erfurt wurde ein Beschluss zur Speichelprobenentnahme erlassen. Eine Untersuchung der Speichelprobe brachte das langersehnte Ergebnis: 23 Treffer in der DNA-Analysedatei. Die ermittelnden Beamten sind sich aber sicher, dass hier noch einige Einbrüche dazu kommen, wenn die Spurenauswertung und Ermittlungstätigkeit abgeschlossen ist.

Der 44-jährige Beschuldigte mit Migrationshintergrund wohnt seit 2009 in Erfurt arbeitete teilweise als Verkäufer und nahm an Maßnahmen der ARGE teil. Er handelte ausschließlich in Erfurt und bevorzugte dabei die Innenstadt. Die Tatorte, zu denen hauptsächlich Gaststätten, Cafés, Imbissläden und Friseurgeschäfte gehörten, erreichte er meist über die Hinterhöfe. Dabei kletterte er über Zäune und Mauern und nutzte Mülltonnen und teilweise vorgefundene Leitern, um in die Tatobjekte einzudringen. Er zwängte sich durch Oberlichter und schmale Fenster. Oft schaltete er die Stromzufuhr aus, um aktive Alarmanlagen nicht auszulösen. Sein bevorzugtes Beutegut war Bargeld. Um an dieses zu gelangen, öffnete er Geldkassetten, Registrierkassen und Tresore. Oft suchte er denselben Tatort mehrfach auf. In seiner Beschuldigtenvernehmung bestreitet er, die Taten begangen zu haben.