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Einbrechern das Leben schwer machen

Die Kriminalstatistik 2015 hat es an den Tag gebracht: Im Bereich der Landespolizeiinspektion Saalfeld ist die Zahl der Einbrüche und schweren Diebstähle gestiegen. Nicht dramatisch, aber sichtbar: 3.649 Fälle wurden registriert, die Schadenshöhe betrug rund 2,8 Millionen Euro. Von Einbruchsserien immer wieder betroffen: Garten- und Wochenendhäuser. Anlass genug, bei Hauptkommissarin Nicole Willing von der Polizeilichen Beratungsstelle der LPI Saalfeld nachzufragen, wie man Haus und Wohnung effektiv sichert.

Hauptkommissarin Nicole Willing, Leiterin der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle
Hauptkommissarin Nicole Willing von der Polizeilichen Beratungsstelle der LPI Saalfeld
“Mechanik geht vor Signalsystemen. Letztere sind eine gute Ergänzung, aber kein Allheilmittel, zumal sie den Einbruch nicht verhindern”, sagt die Hauptkommissarin. Vordringlich komme es darauf an, Türen und Fenster zu sichern. “So banal es ist, Die Wohnungs- oder Haustür zwei Mal abzuschließen und Fenster nicht gekippt zu lassen, so effektiv ist das.”
Gerade bei längerer Abwesenheit sei es wichtig, dass der Briefkasten nicht überläuft und Rollos oder Jalousien nicht tagelang sichtbar im unveränderten Zustand seien. “Leider wird die Sicherung von Neben- und Kellergelassen sowie Garagen mitunter vernachlässigt. Von liebgewordenen Gewohnheiten der Vergangenheit wie dem Deponieren eines Zweitschlüssels an zugänglichen Orten, sollte endlich Abstand genommen werden.”
Einbruchhemmende Maßnahmen (vor allem gut sichtbare) sind am besten bei einem Neubau zu realisieren. Aber auch Nachrüstungen sind jederzeit – wenngleich begrenzt – möglich, so Nicole Willing. Sogenannte Pilzkopfverschlüsse böten ebenso wie einbruchhemmende Folien einen guten Schutz. Nachrüstbare schwere Riegel seien zwar nicht immer schön anzusehen, aber effizient.
“Überall, wo Glas im Spiel ist, wird es keinen absoluten Schutz geben. Wichtig ist es aber, dem Einbrecher sein Tun so schwer wie möglich zu machen. Wenn Sicherungen verhindern, dass ein Einbrecher binnen fünf Minuten zum Ziel kommt, wird dieser meist aufgeben und sich ein leichteres Objekt suchen. Jeder Einbrecher möchte den schnellen Erfolg”, so die Fachfrau.
Nachbarn oder Familienangehörige, die bei längerer Abwesenheit regelmäßig nach dem Rechten schauten, seien nicht weniger wichtig als mechanische Sicherungen.
Wer sich – auch vor Ort – gern individuell beraten lassen möchte, kann mit Hauptkommissarin Nicole Willing einen Termin vereinbaren: 03671 – 561522

Einbrecher lieben es, ungestört – und vor allem ungesehen – arbeiten zu können. Hohe Zäune und Hecken schützen nicht nur Hausbewohner vor neugierigen Blicken, sondern auch Einbrecher bei ihrer Arbeit!
Isolierglasscheiben sind kein Hindernis für Einbrecher. Isolierverglasung ist zwar schall- und wärmedämmend, aber nicht einbruchhemmend.
Verbundsicherheitsglas und Drahtglas sind lediglich unfallverhütende Sicherheitsglasarten. In der Regel besitzen sie keine oder nur geringe einbruchhemmenden Eigenschaften.
Das Umrüsten von herkömmlicher Isolierverglasung auf geprüfte, einbruchhemmende Verglasung ist nur begrenzt möglich. Fenster und Glastüren müssen hinsichtlich ihrer Flügelrahmenstärke und Tragfähigkeit geeignet sein.
Auch die Beschläge der Fenster und Glastüren müssen einbruchhemmend sind.
Alternative Sicherungsmöglichkeiten sind z. B. Rollläden und Gitter.

Einbruchhemmende Türen werden in sechs Widerstandsklassen (RC 1 – RC 6) eingeteilt, wobei RC 6 für die höchste Widerstandsklasse steht (RC = resistance class).
Bei Neu- und Umbauten bietet der Einbau geprüfter einbruchhemmender Türen nach DIN EN 1627 mindestens der Widerstandsklasse RC 2 einen guten Einbruchschutz. Diese Türen wurden einer lebensnahen Einbruchprüfung unterzogen. So ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag) keinen Schwachpunkt gibt.