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Eichenboom hält bei Submisssion weiter an

Bei der heutigen 28. Thüringer Laub- und Nadelholzsubmission der Landesforstanstalt in Erfurt-Egstedt wurden insgesamt 1.532 Festmeter (2018: 1.655 Fm) hochwertiges Säge- und Furnierholz angeboten. 1.401 Festmeter Holz wurden verkauft (91 %). Damit ging Wertholz im Gesamtwert von rund 580.000 € (2018: 610.000 €) aus 16 Thüringer Forstämtern, der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Nordthüringen, der Stadt Mühlhausen und zwei sachsen-anhaltinischen Forstbetrieben an 27 in- und ausländische Holzkäufer, unter anderem aus Frankreich und Österreich. Teuerster Stamm war eine Eiche aus dem Kommunalwald des Forstamtes Naumburg, die einen Gesamterlös von 2.400 € erzielte. „Die jährliche Holzsubmission ist für die Vermarktung besonders wertvoller Bäume aus Thüringens Wäldern von enormer Bedeutung“, sagte Thüringens Forstministerin Birgit Keller. „Hier kann für Werthölzer ein angemessenes Preisniveau erreicht werden. Wenn für die verschiedenen Baumarten eines artenreichen Mischwaldes ein guter Markt besteht, hilft das der Forstwirtschaft und den privaten Waldbesitzern dabei, den Waldumbau voranzutreiben. Deshalb setzen wir bei der Waldbewirtschaftung den Umbau zu klimastabilen und nachhaltig leistungsfähigen Mischbeständen aus heimischen Baumarten konsequent fort. Die Ergebnisse der regelmäßigen Bundeswaldinventur belegen: Der Wald in Thüringen wird immer vorratsreicher, älter, gemischter und naturnäher.“

Insgesamt 21 Laub- und Nadelbaumarten, vor allem Eiche (987 Fm) und Esche (322 Fm), aber auch Lärchennadelholz (85 Fm) fanden ihre Abnehmer. „Den höchsten Verkaufspreis erzielend und damit „Braut“ der Submission ist eine 1,5 Festmeter starke Eiche aus dem Kommunalwald des sachsen-anhaltinischen Forstamtes Naumburg, die für 1.589 €/Fm veräußert wurde“, so ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt. Weitere Spitzenergebnisse erzielten Stämme von Bergahorn, Kirschbaum und Lärche. Gering war, wie schon 2018, das diesjährige Angebot an Buche, häufigste Laubbaumart im Freistaat, da am Holzmarkt nur eine schwache Nachfrage besteht. Der Durchschnittserlös über alle Baumarten lag mit 414 €/Fm vier Euro pro Fm über dem letztjährigen Erlös (2018: 410 €/Fm).

Die Versteigerung, eine der größten Mitteldeutschlands, erfolgt in schriftlicher, nicht öffentlicher Angebotsabgabe seitens der potenziellen Kunden. Hierfür wurden die Stämme seit Dezember 2018 auf dem Submissionsplatz der ThüringenForst-AöR präsentiert. Kaufinteressierte, vorwiegend aus der Furnier-, Möbel- und Sägebranche, geben nach der Besichtigung ihre Angebote in einem verschlossenen Umschlag ab. Nach Öffnung und Auswertung der Gebote erhält der Meistbietende den Zuschlag. Nicht bebotene oder nicht zugeschlagene Stämme, 2019 rund 9 % der Gesamtmenge, werden im Nachgang „frei Hand“ verkauft. Durch den größeren Kundenkreis und die nicht bekannten Angebotshöhen konkurrierender Mitbieter wird bei der Submission in der Regel ein deutlich höherer Holzpreis erzielt, als beim Verkauf im Wald, bei dem i. d. R. Massensortimente den Eigentümer wechseln. Nur ein Viertel des angebotenen Holzes auf dem Submissionsplatz kommt aus dem Staatswald, 44 % aus dem Privatwald und 30 % aus dem Kommunalwald.

Der teuerste Stamm, der jemals auf einer Thüringer Submission verkauft wurde, war 2013 ein Bergahorn mit einer leicht gewellten, extrem seltenen Stammoberfläche für knapp 10.000 € pro Fm und einem Gesamterlös von fast 20.000 €. Derartige Spitzenerlöse sind allerdings selbst bundesweit selten, gleichwohl für alle Waldbesitzer von großer Faszination. Wie hoch die Qualitätshürden für Submissionsholz sind, zeigt auch folgender Zahlenvergleich: Von den durchschnittlich etwa 2,4 Mio. Festmeter Holzgesamteinschlag pro Jahr in Thüringen gelangen gerade einmal zwischen 1.300 bis 2.000 Festmeter auf die Submission.

Foto (Dr. Horst Sproßmann): ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt erläutert Forstministerin Birgit Keller die „Braut“ der diesjährigen Submission: Ein Eichenstamm im Wert von 2.400 Euro.