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D`r Mai ös gekomm` (Teil 2)

Rolschte 5 Mai
D`r Altschtädter (Gunter Linke) lässt ein zweites Hohelied auf den Mai erklingen.

Ihr Leite nä, m`r glaabt`s ja nech, d`r Mai, d`r ös gekomm`,
in Walde drussen, knackt`s on schnorpst`s, m`r heert`s ganz unbenomm`
dar Töbs, dar kömmt, ihr kennt`s genau, de Bäme schlag`n aus,
on weil m`r `s a aus Liedern kennt, da traut söch käner naus

Gab achten, wenn de naus tust gih, de Buche schläht in Walde drönne,
die macht vor nischt on niemand halt, nech Mann nech Fra, nech Könne
A d`r Ahorn, Esche, Linde, Kastanchen on de Ächen
die schlah`n aus, ä jedes Jahr on lass`n sich dorch nischt erwächen.

On ong an Bache stihn`, guck hön, ganz knorz`ge alte Weiden,
die hann`s faustdöcke hinger`n Ohr`n, dar Mensch muß ofte leiden.
Manch Sammler, d`r off Krabse ging, dan sah m`r etz oft blute,
denn fächterlich de Weide peischt, met ihrer Weidenrute.

Doch `s ös egal, bleibst`e a drönne, vergass dei ganzen Hoffen,
d`r Mai, dar kömmt a bei dich nein, denn stihn de Fanster offen,
oder de Thir`n, nun glaabt m`r `s doch, da schmeißt`es Baamvolk aus`n Voll`n,
von Wald on Wiese, Dir off`n Pelz, de ganzen Blietenpoll´n.

Da trifft dich zwar fürwahr kä Ast, nä da da mußte niese,
wenn off`n Wiesen, Busch on Bäm, de Knospe kräft`g tut sprieße
Ech sah Dir äns, dei Nischel schmerzt on`s Age tut Dir brenne,
de Nase läfft, on`s Rute Kreiz muß da drom dauernd renne.

Drom stih nech off on steig nech raus, aus dein` Lotternaste,
mach`s Dir gemihtlich, met`n Freind, bei`n scheensten Liebesfaste.
oder d`r Freindin, Mann on Weib, egal, sei`s wie`s a sei,
nur Vorsicht, `s kann a da gefahrlich ware, in Wonnemonat Mai.

Rolschte 4 Mai
Fotos: Gunter Linke