DPolG: Spuckhauben müssen zur Standardausrüstung werden – Vorbeugender Gesundheitsschutz darf nicht dem Spardiktat unterliegen

In jüngster Zeit ist eine vermehrte Aggressivität gegen Polizisten zu verzeichnen, schreibt die Thüringer DPolG in einer Pressemitteilung. Aber nicht nur Polizisten seien von diesem zunehmend aggressiven Verhalten betroffen. Grundsätzlich berichten alle helfenden Kräfte, wie beispielsweise Rettungssanitäter oder Feuerwehr von einer zunehmenden Gewalt, welche sich bei den Einsätzen gegen sie persönlich richtet.

Diese reiche von verbalen Beleidigungen, über tätliche Angriffe bis hin zu Spuck- und Beißattacken. Gerade letztere bringen eine besondere Gefahr mit sich sich. „Einerseits ist es gewiss nicht angenehm mit unerwünschten Sekreten fremder Personen in Kontakt zu kommen. Andererseits, und das ist viel gravierender, besteht die Möglichkeit, dass die betroffenen Kolleginnen und Kollegen mit schwerwiegenden Krankheiten infiziert werden.“

Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Thüringen e. V. (DPolG), Jürgen Hoffmann: „Es ist ein nicht zu akzeptierender und unverantwortlicher Zustand, dass unsere Kolleginnen und Kollegen der Thüringer Polizei, aber auch alle anderen Rettungskräfte dem Infektionsrisiko mit Erkrankungen wie Hepatitis, Tuberkulose oder Aids ausgesetzt werden. Aber auch Bakterienruhr, Cholera, Typhus, Polio und andere gefährliche Krankheiten können übertragen werden. Dabei sind mit den Flüchtlingen auch potenziell Krankheiten ins Land gekommen, welche bislang keine Bedeutung hatten. Als Gewerkschaft können und wollen wir es nicht akzeptieren, dass unsere Kollegen fahrlässig solch einem Infektionsrisiko ausgesetzt werden.“

Es müsse nicht immer Hightech sein, wenn es darum geht, Polizisten den Arbeitsalltag zu erleichtern und sie vor wirklich ernsthaften und gefährlichen Erkrankungen zu schützen. Dies sollte nicht zuletzt auch angesichts des hohen Krankheitsstands ein ureigenes Interesse des Dienstherrn sein. Dabei handele es sich auch nicht um Kosten, welche erst in einem kommenden Haushaltsplan berücksichtigt werden können. Sucht man im Netz nach Spuckhauben, dann können diese einzeln schon für 5.85 Euro erworben werden. Bei einer größeren Stückzahl, so wie sie für die Ausstattung der Polizei in Thüringen notwendig wäre, seien entsprechende Rabatte gewiss möglich.

„Hier sollte die Landesregierung einmal in sich gehen, und gemeinsam mit der Finanzministerin Taubert Möglichkeiten finden, kurzfristig die Streifenwagen mit zumindest einer Haube auszurüsten und langfristig die Bestückung in der erforderlichen Größenordnung zu gewährleisten“, fordert der DPolG Landesvorsitzende Hoffmann.

„Das ist nicht nur ein Beitrag zum Schutz vor ansteckenden und gefährlichen Krankheiten, sondern es wäre auch ein Signal an die Kollegen, dass dem Dienstherren die körperliche Unversehrtheit der im Einsatz befindlichen Polizisten ein besonderes Anliegen ist“, fügt Hoffmann abschließend hinzu.