Allgemein Politik Thüringen

DPolG: 300 Neueinstellungen bei Polizei sind Minimum, um den Personalabbau zu stoppen

Um den anhaltenden Personalabbau zu stoppen, fordert die DPolG Thüringen seit langem die Neueinstellung und Ausbildung von jährlich 300 neuen Kolleginnen und Kollegen für den Polizeidienst in Thüringen. „Eine Forderung, welche wir bisher allein unter den Thüringer Polizeigewerkschaften vertreten haben“ betont der Landesvorsitzende Jürgen Hoffmann in einer Pressemitteilung.

Nun zeichne sich auch eine Wende bei einer weiteren Polizeigewerkschaft, der GdP ab. Bislang vertrat sie die Forderung, dass zukünftig 200 Neueinstellungen ausreichend wären, um den anhaltenden Personalschwund bei der Polizei in Thüringen zu stoppen. Diese Position wurde gestern in der mdr Sendung „Fakt ist!“ noch durch den GdP Landesvorsitzenden, Kai Christ vertreten. Erst auf eine Nachfrage des Moderators, Lars Sänger, in welcher er darauf verwies, dass man nicht mehr über innere Sicherheit reden kann, wenn immer weniger Polizisten da sind, habe sich Christ dazu bekannt, dass mindestens 300 Neueinstellungen notwendig sind, um den Personalabbau zu stoppen.

Hierzu erklärt der DPolG Landesvorsitzende Hoffmann: „Wir freuen uns, dass wir nun mit unserer Forderung nicht mehr allein da stehen und offensichtlich mit der Übernahme dieser durch die GdP einen Partner haben, mit dem es uns möglich sein wird, gemeinsam den Druck gegenüber der Landesregierung und insbesondere auch der Finanzministerin Taubert zu erhöhen. Schließlich ist es im Interesse aller im Freistaat lebenden Menschen, dass ihre Sicherheit durch eine Polizei gewährleistet wird, die personell und materiell so ausgestattet, ist, dass sie dieser Aufgabe auch gerecht werden kann.“

Nach Angaben des TMIK bestehe am Bildungszentrum der Thüringer Polizei in Meiningen eine Kapazität zur Neuaufnahme von jährlich 200 neu eingestellten Polizeianwärtern. Hier sei bereits heute abzusehen, dass die notwendige Anzahl von Neueinstellungen auf dieser Basis nicht realisiert werden kann. Um diese Aufgabe zu bewältigen, sei es dringend geboten, neue Kapazitäten zu schaffen, welche kurz- und langfristig die Ausbildung von jährlich 300 neuen Polizisten in Thüringen gewährleistet.

„Da wir schon seit Jahren den Abbau bei der Polizei betreiben, fordern wir als DPolG, dass umgehend Möglichkeiten geschaffen werden, um den tatsächlichen Ausbildungsanforderungen gerecht zu werden. Kurzfristig kann dies auch eine Verlagerung von Kapazitäten an den Standort Gotha sein, wo gegenwärtig bereits Polizisten für den gehobenen Dienst ausgebildet werden.“ erklärt der DPolG Landesvorsitzende Hoffmann. „Wir erwarten aber auch, dass eine langfristige und dauerhafte Lösung für die Ausbildung der in Thüringen benötigten Polizisten geschaffen wird. Das kann auch eine Erweiterung am Standort Meiningen sein. Hier werden wir es nicht hinnehmen, wenn seitens der Politik unter dem Vorwand finanzieller Nöte alles hinaus gezögert, und so weiterhin zu Lasten der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Thüringen gespart wird“, fügt Hoffmann ergänzend hinzu.