Deutliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt

„Die Frühjahrsbelebung ist auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Ein Blick auf die Arbeitslosenquoten zeigt, dass kein Landkreis mehr über der 7-Prozent-Marke liegt. Der regionale Arbeitsmarkt ist robust. Arbeitgeber entließen ihre Mitarbeiter seltener, als in den vergangenen Jahren. Das belegt die seit Jahresbeginn gesunkene Zahl an Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit“, sagte heute Birgit Becker, Leiterin der Agentur für Arbeit Jena.

Kurz und Knapp:
10.389 Menschen arbeitslos, knapp 12 Prozent weniger als im Vorjahr
Arbeitslosenquote bei 6,5 Prozent
Zahl der Bedarfsgemeinschaften weiter gesunken
Arbeitskräftenachfrage im Agenturbezirk zum Vorjahr deutlich gestiegen

Bestand an Arbeitslosen nach Rechtskreisen – April 2016
Bestand an Arbeitslosen nach Rechtskreisen – April 2016

Im April sank die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen auf 10.389 Personen. Das sind 618 Personen (-5,6 Prozent) weniger als im März und 1.350 Personen (-11,5 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 6,5 Prozent (Vormonat 6,9). Vor einem Jahr lag sie noch bei 7,4 Prozent. Der Thüringer Landesdurchschnitt liegt bei 7 Prozent.
In jedem Monat gibt es Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen neu oder wieder von Arbeitslosigkeit betroffen sind, andererseits werden aber auch neue Stellen geschaffen und Arbeitslose eingestellt. Dadurch spiegelt sich die Arbeitsmarktdynamik wider. 2.262 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos. Davon kamen 819 Personen direkt aus einer Erwerbstätigkeit, hier verstärkt aus den Bereichen Zeitarbeit, dem verarbeitenden Gewerbe sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen. 2.857 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 1.206 eine Erwerbstätigkeit auf.

Arbeitskräftenachfrage
Arbeitgeber meldeten der Agentur für Arbeit Jena (ohne optierende Kommune) 972 freie Stellen zur Besetzung. Das waren 73 Stellen weniger als im März, aber 238 mehr als im Vorjahr. 41 Prozent der gemeldeten Stellen sind Arbeitsplätze im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung. Arbeitsplatzangebote in größerem Umfang kamen weiterhin für folgende Berufsbereiche: Verarbeitendes Gewerbe, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie der öffentlichen Verwaltung.

Unterbeschäftigung
Im Agenturbezirk Jena sind aktuell 10.389 Arbeitslose gemeldet. Darüber hinaus gibt es Menschen, die ohne arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und gesetzliche Sonderregelungen unmittelbar arbeitslos wären. Die Unterbeschäftigung vermittelt einen transparenten Eindruck über die Zahl dieser Menschen. Rechnet man diese Personen, die ansonsten arbeitslos wären, zu den Arbeitslosen hinzu, belief sich im April 2016 die Unterbeschäftigung auf 13.317 Menschen (Vormonat 13.812 Personen). Die Unterbeschäftigungsquote für den Agenturbezirk Jena sank auf 8,3 Prozent (-0,3 Prozent zum Vormonat).

Rechtskreis SGB II
Auch im vergangenen Monat fiel die Bilanz der Jobcenter im Vergleich zum Vorjahr günstiger aus. So wurden in den Jobcentern insgesamt 12.186 Bedarfsgemeinschaften gezählt, 921 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosengeld II-Empfänger lag mit 14.908 Personen unter dem Vorjahresniveau (-1.146 Personen). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter Saale-Holzland-Kreis, Jobcenter Saalfeld-Rudolstadt und Jobcenter jenarbeit) werden rund 69 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

So sieht es im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt aus
4.100 Frauen und Männer waren im April 2016 arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat ist dies ein Rückgang um 374 Personen. Vom Rückgang profitieren im Frühjahr besonders Männer, weil die Arbeitskräftenachfrage in den Außenberufen steigt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 649 Personen (knapp 14 Prozent) gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt bei 7 Prozent, 1 Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Derzeit sind rund 47 Prozent (1.924 Personen) aller Arbeitslosen 50 Jahre und älter. Rund 6 Prozent sind jünger als 25 Jahre (251 Personen).
Rund 6 Prozent aller Arbeitslosen sind Schwerbehinderte (259 Personen). Der Anteil der arbeitslosen Ausländer betrug im April 4,2 Prozent (173 Personen). 1.489 Personen (36 Prozent) gelten derzeit als langzeitarbeitslos, 131 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosmeldungen ist gesunken. 868 Personen meldeten sich im neu oder wieder arbeitslos. Davon kamen 331 Personen direkt aus einer Erwerbstätigkeit. Im Gegenzug beendeten 1.228 Personen ihre Arbeitslosigkeit, wovon 567 Personen direkt eine Erwerbstätigkeit aufnahmen.
Im Rechtskreis SGB III wurden im Berichtsmonat 1.289 Arbeitslose gezählt, 294 (-18,6 Prozent) weniger als im März. Zum Vorjahr waren es 276 Personen (-17,6 Prozent) weniger. Im Rechtskreis SGB II – in Betreuung des Jobcenters Saalfeld-Rudolstadt – waren im April 2.811 Personen arbeitslos gemeldet, das waren 80 Personen (-2,8 Prozent) weniger als vier Wochen zuvor und 373 Personen (-11,7 Prozent) weniger als im Vorjahr.
Im Landkreis wurden 4.619 Bedarfsgemeinschaften gezählt, 432 weniger als vor einem Jahr. 5.689 Personen bezogen Arbeitslosengeld II, damit blieb die Zahl deutlich unter dem Vorjahresniveau (-583 Personen, -9,3 Prozent). Regionale Unternehmen und Einrichtungen meldeten der Agentur für Arbeit 258 Stellen zur Besetzung, 10 weniger als im Vorjahr. Damit beläuft sich der Stellenbestand der Arbeitsagentur aktuell auf 917 freie Stellen.