Allgemein dies & das Thüringen

Deutlich mehr jugendliche Komasäufer seit 2000

452 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 19 Jahren wurden im Jahr 2014 mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert. Das sind fast 50 Prozent mehr als im Jahr 2000, zeigt eine aktuelle Auswertung des Robert-Koch-Instituts. Wir sehen diese Entwicklung mit Sorge, denn trotz aller Maßnahmen zur Aufklärung bleibt die Zahl der Jugendlichen, die sich bis zum Exzess betrinken, weiter zu hoch. Alkoholmissbrauch muss bei der Präventionsstrategie der neuen Landesgesundheitskonferenz deshalb mit in den Fokus rücken, fordert Hermann Schmitt, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK Thüringen.

Die Zahl der Alkoholvergiftungen bei zehn- bis 19-jährigen Jugendlichen hat sich in den letzten Jahren auf hohem Niveau eingependelt.
Die Zahl der Alkoholvergiftungen bei zehn- bis 19-jährigen Jugendlichen hat sich in den letzten Jahren auf hohem Niveau eingependelt.
„Je früher der Missbrauch einsetzt, desto eher verfestigen sich Verhaltensweisen und desto größer ist das Risiko für eine Alkoholabhängigkeit.“ Gerade bei Jugendlichen könne der Missbrauch die geistige Entwicklung und das Wachstum nachhaltig stören. Komasaufen sei nicht nur ein Phänomen, das bei jungen Männern auftritt, die allzu „tief ins Glas schauen“. Der kontinuierliche Anstieg auch bei Frauen deute auf ein gesamtgesellschaftliches Problem hin. Mehr als jeder dritte Patient, der mit einer Alkoholvergiftung in der Notaufnahme landet, sei inzwischen weiblich.