Allgemein Ansichten Bullshit

Der Vogel ist bereits abgeschossen

Sie müssten demnächst zum Arzt, um sich ein Rezept für ein gutes Brechmittel ausstellen zu lassen? Das geht einfacher: Um sich einen ganzen Tag so richtig zu versauen, können Sie statt dessen den 14. August nutzen. Da kommt die Kanzlerin zum „Bürgerdialog“ nach Jena: „Die Gesprächsteilnehmer müssen sich den Dienstag, 14. August, frei halten können. Der Bürgerdialog beginnt um 10 Uhr mit einem vorbereitenden Workshop. Bei diesem besteht die Gelegenheit einander kennenzulernen und sich auf die Themen des Bürgerdialogs vorzubereiten. Nach einem Mittagsimbiss startet dann gegen 15 Uhr der eigentliche Bürgerdialog mit Angela Merkel. Er wird gegen 16.30 Uhr beendet sein. Anschließend lädt die Bundeskanzlerin alle Teilnehmer zu einem kleinen Empfang ein.“ Nicht jede(r) ist bei Hofe geduldet. Hier können Sie sich bewerben. Um in die engere Wahl zu kommen, sollten Sie bei Beruf „Muttivierte(r)“ eintragen. Bewerber, die nicht klatschen können (oder wollen), sind vom „Dialog“ ausgenommen. Einen an der berühmten Klatsche zu haben, ist hingegen nicht hinderlich, um in die engere Auswahl zu kommen.
PS: Das Team des SaaleJournalist ist leider am 14.8. verhindert – Tierarzt-Termin mit einem toten Maulwurf.

***

Es gibt Nachrichten, die kann man sich nicht ausdenken: „Fußballturnier gegen Diskriminierung und Gewalt wird abgebrochen, weil sich im Finale zwei Flüchtlingsteams prügelten“. Ein Augenzeuge der Schlägerei sagte: „So etwas wie am Samstag auf dem Zwickauer Hauptmarkt habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Ich hatte Angst um Leib und Leben der Spieler.“ Aber vielleicht war es ja auch nur überschäumende Lebensfreude nach Art von Maria Böhmer (CDU), einst von November 2005 bis Dezember 2013 Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration: „Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind … eine Bereicherung für uns alle.“

***

Sie wollten bei Facebook schon immer mal eine Grüne mit Schaum vorm Schandmaul hören und sehen: Bitteschön. Hier klicken.

***

Neues von der journalistischen Rest(l)erampe gibt es auch. Karl-Eduard von Schnitzler war ein wahrer Sympathieträger dagegen .

***

Den „Bullshit der Woche“ gibt es für den Brauhaus Kurier, in dem die „Regeln“ für den Besuch des Festzelts beim Rudolstädter Vogelschießen „erläutert“ werden. Von einem ehemaligen Landessprecher der Thüringer Grünen war nichts anderes zu erwarten. Natürlich kann und darf jeder, der als Hausherr Plörre Bier ausschenkt, seine eigenen Hausordnung verkünden. Am besten für Extremisten jeglicher Couleur. Zwar definiert das Käseblättchen nicht wirklich, was nach „anerkannter Ansicht“ rechtsextrem ist, zählt aber immerhin Markennamen auf. Dumm nur, dass nicht jeder, der diese trägt, ein Rechter ist und nicht jeder, der in „The North Face“ gewandet ist, linksextrem sein muss. Linke Szeneklamotten sind nicht vom Verbot ausgenommen – und somit ebenso willkommen wie deren Träger. Wer im T-Shirt mit dem Konterfei von Che Guevara auf der Brust gerne säuft bis die kalte Kotze sauer schmeckt, ist anscheinend ein gern gesehener Gast? Ein freundlicher „Allahu akbar“-Ruf darf wohl auch sein, sofern nicht auf den Tisch gestiegen wird? Und falls ein paar linke Unverbesserliche bis zum Ausschankschluss lauthals „Arbeiterkampflieder“ grölen möchten: Nur zu! Einem derart „bunten“ Treiben steht nichts im Wege. Der Wirt hat den Vogel abgeschossen, bevor das Vogelschießen begonnen hat.

Andreas Kühn