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CDU-Stadtratskandidat mit Geschmäckle

Die Saalfelder Christdemokraten wählten am heutigen Abend ihre Kandidaten zur Stadtratswahl im Mai. Die CDU stellt derzeit die stärkste Fraktion im Stadtrat. Zu vergeben sind künftig 32 Mandate.

Unter den 32 Kandidaten, die zur Wahl antreten, ist die Hälfte aus den neuen Ortsteilen. Dabei sind aus allen neuen Ortsteilen Kandidaten vertreten und sogar vier Ortsteilbürgermeister. Spitzenkandidat ist der Saalfelder Bürgermeister Dr. Steffen Kania, auf Platz 2 folgt der derzeitige Fraktionsvorsitzende Eirik Otto, auf Platz 3 das CDU-Urgestein Dr. Jochen Tscharnke. Somit will die CDU ein klares Zeichen in Richtung ländlicher Raum senden und zum weiteren Zusammenwachsen beitragen. Nicht nur von den verschiedenen Saalfelder Regionen her ist die Liste mit 19 CDU-Mitgliedern und 13 Parteilosen ausgewogen aufgestellt. So wird die noch 17-jährige Schülerin Luise Steiner aus Witzendorf als jüngste Stadtratskandidatin antreten.

Die Mitgliederversammlung beriet neben der Kandidatenliste auch das Wahlprogramm mit den Schwerpunkten der kommenden Wahlperiode.

Als eine wichtige Aufgabe sieht die CDU die Einbindung der neuen Saalfelder Ortsteile. Gerade in den ländlichen Gebieten der Saalfelder Höhe, Reichmannsdorf und Schmiedefeld gebe es eine große Erwartungshaltung. Die CDU steht für „kurze Beine, kurze Wege“ und somit den Erhalt und die Unterstützung der Schulen und Kindergärten.

Ein klares Votum gab es für den Erhalt der Kreisstadt Saalfeld mit der dazugehörigen Verwaltung und den Einrichtungen, wie Polizei, Krankenhaus und Sparkassenhauptsitz. Die Diskussion zur Schließung der Saalfelder Rettungsleitstelle habe gezeigt, dass weiterhin Institutionen aus dem ländlichen Raum abgezogen werden sollen. Im Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen erklären die hiesigen Christdemokraten jeglichen Kreisgebietsreformplänen eine Absage.

„Wir haben mit jungen und erfahrenen Kandidaten eine ausgewogene Liste aufgestellt. Besonders wichtig ist uns, dass Kandidaten aus allen neuen Ortsteilen auf unserer Liste sind. Wir setzen damit ein deutliches Zeichen für das Zusammenwachsen der Stadt mit unseren ländlichen Ortsteilen. Unser Ziel ist es, bei den nächsten Kommunalwahlen wieder als stärkste Fraktion in der Kreisstadt hervorzugehen. Die gute Arbeit der vergangenen Jahre und insbesondere die solide Haushaltslage der Stadt Saalfeld sind auch auf die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat zurückzuführen“, so der Saalfelder CDU-Vorsitzende Maik Kowalleck.
Foto: Auf den ersten sechs Plätzen kandidieren Dr. Jochen Tscharnke, Nicole Heidrich, Dr. Steffen Kania, Constanze Zabel, Eirik Otto, Luise Steiner, Maik Kowalleck.

KOMMENTAR: Üble Schmierenkomödianten

Schade, schade, schade. Die Liste der Scheinheiligen Scheinkandidaten ist um einen Namen länger geworden. Nach den Landräten Thomas Fügmann (CDU) und Marko Wolfram (SPD), dem Jenaer OB Dr. Thomas Nitzsche (FDP), der Eisenacher OB Katja Wolf (Linke) nun also auch Saalfelds Bürgermeister Dr. Steffen Kania. Die Aufzählung ist unvollständig. Da werden noch mehr Scheinkandidaten folgen.
Worin besteht der Sinn dieser alle fünf Jahre wiederkehrenden üblen Schmierenkömödie? Durch den hohen Beliebtheits- oder auch nur Bekanntheitsgrad kommunaler Amtsinhaber ziehen deren Parteien Wählerstimmen, die schlussendlich Statisten zugute kommen, für die niemand eine Eintrittskarte kaufen würde.
Das wiederum sorgt für Verzerrungen bei der Sitzverteilung und bildet nicht mehr den Wählerwillen ab. Scheinkandidaturen sind Wählerverarsche Wählertäuschung mit Ansage. Dass (fast) alle mitmachen, macht die Sache nicht besser. Im Gegenteil.
Allerdings muss der Wähler diesem Possenspiel nicht tatenlos zusehen. Er könnte seinen Degen zücken – und Scheinkandidaten sein Kreuz verweigern. Auch mit dem Degen ließe sich gut zuschlagen: Indem gleich den ersten drei Kandidaten die Stimme verweigert wird.
Ein Umdenken in fünf Jahren würde gewiss dann einsetzen, wenn der Wähler zum Säbel, seiner schärfsten Waffe, griffe und Listen mit Scheinkandidaten konsequent ignorieren würde. Schmerz war schon immer ein guter Lehrmeister. Und es muss weh tun!
PS: Nicht alle, die Scheinkandidaten ins Rennen schicken könnten, tun es. Der Bad Blankenburger Bürgermeister Mike George ist eine rühmliche Ausnahme. Was ihn wohltuend von seinem linken Amtsvorgänger unterscheidet.
Andreas Kühn