Förster empfehlen jetzt das „Waldbaden“

Die ersten Frostnächte haben die heimischen Wälder hinter sich. Jetzt beginnt zügig die Herbstfärbung des Blätterkleides. Dem Waldwanderer und Naturfreund offenbaren sich Buchen, Eichen, Eschen, Ahorne und Linden mit herrlichen Blattfärbungen von Grün, Gelb, Orange, Rot und Braun, oft verbunden mit einem immer wieder strahlend blauen Himmel. Diese jahreszeitliche Phase, die mit dem Blattfall allzu schnell ihr Ende findet, wird im angloamerikanischen Sprachraum als „Indian Summer“ bezeichnet. Oder wie der französische Künstler Henri de Toulouse-Lautrec treffend formulierte: Der Herbst ist der Frühling des Winters. Auf über 11.300 km Waldwegen kann dieses Naturschauspiel die nächsten Wochen in den heimischen Wäldern genossen werden. „Derzeit lohnt es sich besonders, den Waldspaziergang auszudehnen: Das bewusste Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken ermöglicht ein „Bad im Wald“, dass jeder Naturfreund jetzt genießen sollte“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Aber nicht nur das Seelenheil lässt sich auf diese Weise vorzüglich pflegen, die herbstliche Waldluft bietet auch ein hervorragendes Bioklima, da staubfrei, kaum belastet mit Allergie auslösenden Pollen und die ätherischen Öle der Fichten und Kiefern stimulieren sogar das Immunsystem.

Berücksichtigen sollten Waldwanderer allerdings Hiebsmaßnahmen zur Beseitigung der umfangreichen Dürre- und Borkenkäferschäden, insbesondere in den Fichtengebieten Süd- und Ostthüringens. Das extreme Trocken- und Hitzejahr 2018 hat den heimischen Wäldern erheblich zugesetzt.

Ohne Pflanzenschutzmittel ist die Fichte dem Käfer ausgeliefert

ThüringenForst, mit 200.000 Hektar größter Waldbesitzer im Freistaat, setzt in diesem Jahr vermehrt Pflanzenschutzmittel ein, um die weitere Ausbreitung des Fichtenborkenkäfers zu bremsen. Die Fichte ist mit fast 40 % Anteil nicht nur wichtigster Waldbaum im Freistaat, sondern auch Charakterart des Thüringer Waldes. Waldbesucher müssen verstärkt mit Pflanzenschutzmittel behandelten Holzpoltern entlang der Forstwege rechnen. ThüringenForst empfiehlt, in den nächsten Wochen konsequent das Betretungsverbot von Holzpoltern zu beachten. Die gesetzlich zugelassenen, zertifizierungskonform angewandten Pflanzenschutzmittel sind gesundheitlich unbedenklich.

„Die Fichte wird den Kampf gegen den Borkenkäfer ohne zusätzliche Vorsorge- und Schutzmaßnahmen vielfach nicht schaffen. Die Trockenheit setzt den Bäumen so extrem zu, dass die Abwehrkräfte vieler Fichten gegen Null tendieren“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. So zeigen befallene Fichten teilweise überhaupt keinen Harzfluss mehr, mit dem der Baum einen Käferangriff bei ausreichender Wasserversorgung ansonsten abwehren kann. Bedingt durch den diesjährigen Witterungsverlauf trat der erste Borkenkäferflug Mitte April rund vier Wochen früher als in Durchschnittsjahren ein. Diesen „Zeitvorsprung“ nutzte der Käfer, um sich extrem zu vermehren. Dies bedeutet, dass ein einzelnes Borkenkäferpärchen innerhalb einer Saison bis zu 100.000 Nachkommen produzieren kann. Deshalb setzen Thüringens Grünröcke auch auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, um den Borkenkäfer direkt zu bekämpfen. Dabei kommen nur zugelassene Pflanzenschutzmittel zum Einsatz, die auf Ökosystemverträglichkeit geprüft wurden. Die Ausbringung erfolgt durch fach- und sachkundiges Personal, das intensiv im Vorfeld geschult wurde. Zusätzlich wacht mit der freiwilligen PEFC-Zertifizierung ein „Wald-TÜV“ über den gesamten Staatswald, der alle forstbetrieblichen Maßnahmen genauestens überprüft.

Ziel des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln ist es, eine möglichst große Zahl an Borkenkäfern unschädlich zu machen. Deshalb werden befallene Fichten umgehend eingeschlagen, aufgearbeitet und am Waldweg gelagert. Da sich in diesen Poltern noch tausende Borkenkäfer unter der Rinde befinden, die ausfliegen und gesunde, umliegende Fichten befallen können, werden diese Polter mit einem Pflanzenschutzmittel behandelt. Nach Aufbringung der Pflanzenschutzmittel auf die Holzpolter trocknen die Schutzmittel umgehend ein und stellen weder eine Gefährdung der Waldbesucher, noch des Forstpersonals dar.

(Titelfoto: Dr. Horst Sproßmann. Käferbäume, eingeschlagen, entastet und am Forstweg gepoltert: Damit keine Käfer, die sich unter der Rinde verstecken, ausfliegen und umliegende von der Trockenheit geschwächte Fichten befallen, werden die Polter mit Pflanzenschutzmittel behandelt. Bei Kontakt stirbt der Borkenkäfer.)

150.000 jungen Bäumchen in Thüringer Wäldern droht der Hitzetod

Im Frühjahr 2018 hat ThüringenForst rund 150.000 Jungpflanzen auf Sturmkahlflächen und im Rahmen des Waldumbaus in die Wälder gepflanzt. Vorwiegend Weißtannen, Buchen, Lärchen und Bergahorn. Fehlende Niederschläge und extreme Hitze gefährden jetzt akut die Aufforstungen. Gerade die jungen Bäumchen sind auf regelmäßige Niederschläge angewiesen, denn sie verfügen nur über ein verhältnismäßig kleines Wurzelwerk. Das Eindringen in tiefere, feuchtere Bodenschichten ist ihnen nicht möglich. Jetzt droht der Hitzetod.

Im Gegensatz zu Landwirten oder Gärtnern mit ihren Spezialkulturen ist die Bewässerung von Aufforstungskulturen im Wald unüblich und nahezu unmöglich, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Landesforstanstalt rechnet mit Kulturausfällen bis zu 50 %, die ein teures Nachpflanzen in diesem Herbst bzw. folgenden Frühjahr notwendig machen. Der finanzielle Schaden geht allein im Staatswald in die Hunderttausende.

Vertane Arbeit: Jeder zweite im Frühjahr 2018 gepflanzte Baumsämling wird wegen der extremen und langanhaltenden Sommerhitze vertrocknen. Foto: Dr. Horst Sproßmann
„Unsere Planung für den Staatswald sieht vor, in diesem Jahr Aufforstungen mit 25 verschiedenen Baumarten auf rund 560 Hektar, was immerhin der kompletten Altstadtfläche von Waltershausen entspricht, durchzuführen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Zwei Drittel aller Pflanzen sind Rotbuchen, die sich als Mischbaumart in Thüringens Wäldern besonders gut eignen. Da Forstpflanzen im Frühjahr und im Herbst in den Boden gebracht werden, wurden rund 150.000 davon schon im April/Mai 2018 gepflanzt. Freuten sich die Forstwirte zur Pflanzzeit noch über die milde Witterung, wich diese im Fortlauf der Sommermonate einer zunehmend großen Sorge. So zeigen die klimatischen Wasserbilanzen verschiedener Thüringer Waldmessstationen von April bis Juli erschreckend geringe Bodenwassergehalte in allen Bodentiefen. Dies erinnert die Experten an den Jahrhundertsommer 2003, der als mindestens vergleichbar, wenn nicht sogar weniger dramatisch angesehen wird.

Der Schwerpunkt der diesjährigen Aufforstungen wird im Herbst sein. Und Förster und Waldbesitzer hoffen auf regenreiche Herbstmonate. Zwar erschwert sich damit ggf. die Holzernte, den Hunderttausenden Forstpflanzen zwischen Harz und Heldburger Land, zwischen Rhön und Altenburger Land ist aber damit ein vitales Wachstum gesichert. Und dieser Optimismus ist dringend notwendig: Die Wetterexperten des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Vorhersagen (EZMW) erwarten für 2019 nochmals eine außergewöhnliche Warmphase. Im nächsten Jahr wird die kontinentaleuropäische Wetterlage voraussichtlich durch EL-NIÑO beeinflusst, einer außergewöhnlich warmen Strömung im äquatorialen Pazifik.

Oberweißbach: Stadt, Bergbahn und Forst unterzeichneten Kooperationsvertrag

Vertreter der Stadt Oberweißbach, der Oberweißbacher Bergbahn und der ThüringenForst-AöR unterzeichnen heute in Anwesenheit von Forstministerin Birgit Keller (Linke) einen neuen Kooperationsvertrag zum erweiterten Fröbelwald. Das waldpädagogische Bildungs- und Freizeitangebot, 2014 eröffnet und nach dem in Oberweißbach geborenen „Kindergartenvater“ Friedrich Fröbel benannt, wurde um zusätzliche Attraktionen ergänzt. Jährlich nutzen 180.000 Besucher die Oberweißbacher Bergbahn, an deren Endstation Familien und Kinder sowie Kindergruppen den Fröbelwald kostenfrei besuchen können. An sechs Stationen wird Interessantes über die Natur, den Wald und das nachhaltige Wirken der Förster vermittelt. In den letzten vier Jahren investierte ThüringenForst jeweils etwa drei Millionen Euro in den Bereich Waldpädagogik und Umweltbildung.

Revierförster Volker-Christian Hassenstein (Mitte) erläutert das Angebot für Kinder im Fröbelwald
„Mit den jährlichen Waldjugendspielen an 24 Forstamtsstandorten, den drei Jugendwaldheimen und nun dem Fröbelwaldprojekt sind wir in der Umweltbildung auf einem sehr guten Weg“, erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. An sechs Stationen werden Themen wie „Köhlerhütte“, „Waldpflanzen- und Kräuterpfad“, „Baumlehrpfad“ oder „Steinbruch“ vermittelt. Ein in Kürze fertiggestellter Matsch-Spielplatz folgt der Fröbelschen Philosophie, Kinder auch Kinder sein zu lassen und Aktivität und Kreativität zu fördern. Während ThüringenForst für die inhaltliche Ausgestaltung sowie die Personalbetreuung durch das beauftragte Thüringer Forstamt Gehren zuständig ist, betreibt die Oberweißbacher Bergbahn das Standortmarketing, die Stadt Oberweißbach als Grundstückseigentümer die Unterhaltung und Pflege der Vertragsflächen sowie die Verkehrssicherungspflicht.

Wie erfolgreich dieses Projekt ist, zeigten die Terminbuchungen: Die Nachfrage von Kindergärten, Schulen und privaten Gruppen nach geführten Besuchen ist so stark angestiegen, das Anmeldebestätigungen erst wieder für 2019 ausgegeben werden können.

Titelfoto (von links) Volker Gebhardt, Vorstand ThüringenForst; Andreas Grünschneder, 1. Beigeordneter Landrat Saalfeld Rudolstadt; Diana Saager, Leiterin der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn; Forstministerin Birgit Keller; Bernhard Schmidt, Bürgermeister der Stadt Oberweißbach

Die schönste Dreifaltigkeit: Kinder, Natur, Bildung

Nach dem heutigen Rundgang durch den Fröbelwald lautet mein Fazit: Ich wäre gern nochmal Kind und würde dann mit Revierförster Volker-Christian Hassenstein durch den Fröbelwald ziehen! Ich hatte sofort das Gefühl: Der Mann lebt, was er sagt und sagt, was er lebt. Da werden Erinnerungen an die Kindheit wach. Ohne Smartphone, ohne Playstation war die Welt – vor allem die Natur – (auch) in Ordnung. Bis zum Einbruch der Dunkelheit fand das Leben nach der Schule draußen statt. Wenn der Hosenboden mal so richtig speckdreckig und zerrissen war, wurde er auch mal strammgezogen. Aber Aufmerksamkeits- und sonstige Defizite war kein Thema, das wurde in der freien Natur therapiert. Es gab Fernsehverbot, aber nie „Stubenarrest“.
Ich hätte Bambi nie mit weißen Flecken gemalt und konnte einen Hasen von einem Kaninchen ebenso unterscheiden wie ein Ahornblatt von Eichenlaub. Ich habe im Herbst nicht „gedaddelt“, sondern Eicheln und Kastanien gesammelt. Die Mutproben dieser Jahre hießen, wie Hassenstein erinnerte: Wer klettert am höchsten, wer kommt trockenen Fußes über einen breiten Bach. Und: Es gab weder Helikopter-Eltern noch grüne Nannys. Schon bald ist ein Bereich im Fröbelwald fertig, wo Kinder nach Herzenslust eine Schlammschlacht im Wortsinne machen können. Liebe Eltern, keine Sorge! Die Klamotten werden heutzutage in der Waschmaschine wieder sauber (meine Oma musste noch schrubben und machte das gern!). Natur müssen Kinder erleben. Hautnah. Das erzeugt Nähe: Zu Heimat, zu Wald und zu Flur. Es macht im Wortsinne bodenständig und erdet. Es gibt keinen schöneren (und besseren) Abenteuerspielplatz.
Zurück zur Gegenwart: Ja, da steckt viel Geld im Fröbelwald. Steuergeld. Aber jeder dort ivestierte Euro wird bessere Zinsen tragen als das sinnentleerte Gewäsch vieler sogenannter Initiativen und Bündnisse, die Geld eigennützig lediglich verbrennen. Dieses wunderbare Fleckchen im Thüringer Wald ersetzt glatt alle grünen Minister im Bund. Denn in Oberweißbach können Kinder tatsächlich fürs Leben lernen!

Andreas Kühn

Thüringens Förster warnen vor akuter Waldbrandgefahr

Trotz Regen am letzten Wochenende warnen Thüringens Förster in Anbetracht der wiederrum hochsommerlichen Temperaturen landesweit vor akuter Waldbrandgefahr. Die Gefahrenlage sei ausgesprochen prekär, auch wenn die Anzahl der bisherigen Waldbrände im Freistaat bis Ende Juni 2018 mit sieben erstaunlich gering liegt – im Jahrhundertsommer 2003 waren es im gleichen Zeitraum 37. Die über Monate hinweg unzureichenden Niederschläge haben die Waldböden, wie auch die Bodenvegetation stark austrocknen lassen. Die Waldbesucher werden aufgerufen, unbedingt die waldgesetzlichen Brandschutzregeln zu beachten. Auf der Homepage der ThüringenForst-AöR werden, täglich aktualisiert, für jedes der 24 Forstämter Waldbrandgefahrenstufen ausgegeben.

Waldbesucher müssen die Bestimmungen des Thüringer Waldgesetzes zum Brandschutz konsequent einhalten. „Das Rauchen im Wald ist im Freistaat ganzjährig untersagt und wäre speziell bei diesen Witterungsbedingungen als fahrlässig einzuschätzen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Gleiches gilt für das Anzünden eines Feuers im Wald, egal ob an einer Feuerstelle, einem Kohlegrill oder einem Gaskocher. Die Einschränkungen gelten nicht nur im Wald, sondern auch bis zu einer Entfernung von 100 Metern zum Wald. Bei den zahlreichen diesjährigen Feldbränden warnt Gebhardt auch davor, Feuer im Offenland zu zünden – der thüringenweit bisher flächengrößte Waldbrand im Raum Kranichfeld nahm seinen Ausgang in einem Feuer auf einem abgeernteten, extrem trockenen Feld, das durch aufkommende Winde in den Wald getrieben wurde. Insgesamt fünf Hektar Wald fielen den Flammen zum Opfer. Fahrzeuge sollten wegen der Entzündungsgefahr durch Auspuffanlagen keinesfalls auf trockenem Gras abgestellt werden. Das Parken auf Waldwegen ist untersagt, um den breiten Feuerwehrfahrzeugen ggf. den Zugang zum Brandherd nicht zu behindern.

Für alle 24 Thüringer Forstämter stehen tagesaktuell Informationen zur lokalen Waldbrandgefahr zur Verfügung. Diese sind ab acht Uhr morgens online unter thueringenforst.de abrufbar. Waldbesucher werden aufgefordert, sich aktuell, etwa über das Smartphone, über die konkrete Gefahrenlage der geplanten Wanderstrecke zu informieren. Ab der höchsten Waldbrandgefahrenstufe 5 können in besonders gefährdeten Waldgebieten flächige Waldsperrungen durch die Forstämter vorgenommen, ein Streifen- und Waldbrandüberwachungsdienst eingesetzt bzw. geeignete Aussichtspunkte durch Förster und Forstwirte besetzt werden.

Im Falle eines Falles sieht das Thüringer Waldgesetz übrigens vor, dass Bürger verpflichtet sind, bei der Verhütung und Bekämpfung von Waldbränden mitzuwirken und den Anordnungen der Forstbehörde Folge zu leisten. Zumindest sollte diese Mitwirkung darin bestehen, gesichtete Waldbrände mittels Handy unverzüglich unter der Notrufnummer 112 zu melden.

Gute Wasserqualität an Stausee-Badestellen im Saale-Orla-Kreis

Die Wasserqualität an den fünf offiziellen EU-Badestellen an den Stauseen im Saale-Orla-Kreis ist gut und lädt derzeit zu einer frischen Abkühlung ein. „Die Qualität des Wassers wird aktuell wöchentlich kontrolliert. Außerdem finden zusätzliche Kontrollen aufgrund des Blaualgenwachstums in einigen Stauseebereichen statt“, informiert Dr. Torsten Bossert, Leiter des Fachdienstes Gesundheit im Landratsamt des Saale-Orla-Kreises.

„Die Vor-Ort-Kontrollen und Laborproben der letzten Wochen waren an allen Stellen unauffällig und das Baden ist an den EU-Badestellen weiter erlaubt und möglich. Die jüngste Vor-Ort-Kontrolle am gestrigen 18. Juli war ebenfalls unauffällig. Warnhinweise an die Badegäste sind nicht erforderlich“, so Dr. Torsten Bossert. Nach Einschätzung des Fachdienstes Gesundheit sei die Algenbesiedlung an einigen Stauseebereichen etwas rückläufig.

Folgende Bademöglichkeiten an den Stauseen im Bereich des Saale-Orla-Kreises laden zur Abkühlung ein:

Remptendorf – Bleiloch-Stausee, Remptendorfer Bucht

Saalburg-Ebersdorf – Bleiloch-Stausee, Saalburg

Saalburg-Ebersdorf, Kloster – Bleiloch-Stausee, Kloster

Paska – Hohenwarte-Stausee, Linkenmühle

Wilhelmsdorf, Portenschmiede – Hohenwarte-Stausee, Portenschmiede

Im Thüringer Trinkwasser- und Badewasser-Informationssystem kann man jeweils auch aktuell nachlesen, wo die Thüringer Gewässer zum Baden geeignet sind.

Thüringer Opposition spricht sich für Schutzjagd auf Wölfe aus

Die CDU-Fraktion erneuert ihre Forderung, eine Wolfsverordnung zu erarbeiten, die auch eine sogenannte Schutzjagd nach skandinavischem Vorbild ermöglicht. Das sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Egon Primas.

Er reagierte damit auf die Ankündigung des Thüringer Umweltministeriums, ganz Thüringen als Wolfsgebiet auszuweisen. „Das ist zunächst eine gute Nachricht für die Schäfer, doch wir müssen vor allem Voraussetzungen schaffen, zukünftig Wolfsbestände zu regulieren, bevor unbeherrschbare Situationen entstehen“, sagte Primas. „Die Vergrämung und gegebenenfalls auch der Abschuss von Wölfen muss klar geregelt werden“, so die Forderung des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden.

Der Naturschutzbund (NABU) geht davon aus, dass Wölfe in absehbarer Zeit auch in anderen Regionen Thüringens sesshaft werden. So wurden Wölfe in diesem Jahr bereits bei Breitenhain im Saale-Orla-Kreis und bei Schmalkalden gesichtet. Als Wolfsgebiet ist bisher jedoch nur die Region um Ohrdruf ausgewiesen. Dies ist Voraussetzung, damit Weidetierhalter bei der Abwehr von Wölfen oder für Schäden finanziell unterstützt werden können. Primas fordert, die Antragsverfahren weniger bürokratisch zu gestalten und unterstützt einen Vorschlag des sächsischen Landwirtschaftsministers Schmidt (CDU), Entschädigungen für Wolfsrisse mithilfe einer Pauschale binnen Tagen auszuzahlen. Er verweist zudem auf einen Entschließungsantrag seiner Fraktion zum Haushalt 2018/2019. Dort hatte die CDU-Fraktion gefordert, „die erforderlichen Regelungen und Maßnahmen zu treffen, um Weidetierhalter unverzüglich und unbürokratisch von den bisher entstandenen und künftig entstehenden Kosten im Zusammenhang mit der Wiederansiedlung von Wölfen in Thüringen freizustellen.“ Rot-Rot-Grün hatte dies abgelehnt.

Olaf Kießling, umweltpolitscher AfD-Fraktionssprecher, erklärte: „Die Landesregierung konzentriert sich beim Wolfsmanagement wiederrum und fälschlicherweise nur auf den passiven Herdenschutz. Das Bürokratiemonster ‚Wolfsgebiet‘ will sie auf den ganzen Freistaat ausdehnen. Dies ist nicht gut überlegt, greift entschieden zu kurz und ist auf Dauer auch nicht finanzierbar. Zumal die derzeitigen Entschädigungszahlungen viel zu niedrig sind und aufgrund der De-Minimis-Regelung ein Entschädigungsanspruch begrenzt ist. Man fragt sich, ob die Umweltministerin die Wölfe künftig indirekt mit Schafen füttern will.“

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion Thomas Rudy ergänzt: „Viel zielführender wären eine unbürokratische Entschädigung der betroffenen Tierhalter, ein Wegfall der De-Minimis-Regelung und eine Überführung des Wolfes in das Bundesjagdrecht. Außerdem sollte die Möglichkeit des gezielten Abschusses von Wölfen mittels Schutzjagden in ganz Deutschland ermöglicht werden, wie dies auch schon erfolgreich in Schweden durchgeführt wird.“

„Waldbaden“ statt Wartezimmer

Der heimische Wald ist ein wahrer Tausendsassa. Er produziert nicht nur den vielseitig verwendbaren Rohstoff Holz, erbringt wichtige Ökosystemleistungen oder wirkt als CO2-Senke klimaverbessernd, er trägt auch zur Gesundheit der Bevölkerung bei. Insbesondere bei jener Bevölkerungsgruppe, die regelmäßig ein „Waldbad“ nimmt. Traditionell nennen die Japaner diesen Waldaufenthalt unter dem Aspekt der Gesundheitsvorsorge „Shinrin Yoku“. Auch Thüringens Wälder erfüllen alle Voraussetzungen, um diese gesundheitsfördernden Wirkungen zu entfalten. Und was viele nicht wissen: Die positiven Wirkungen auf Kreislauf, Immunsystem und Psyche zeigen sich nicht nur bei körperlicher Anstrengung im Wald, sondern schon bei einem gemütlichen Spaziergang. Das „Waldbaden“ fußt auf soliden wissenschaftlichen Grundlagen und findet immer mehr Beachtung.


Kreislauf, Immunsystem und Psyche stärken? „Waldbaden“ hilft!

„Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben bewiesen, dass sich Waldbesuche positiv auf Kreislauf, Immunsystem und Psyche auswirken“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die Wirkung des Waldes auf die physische Gesundheit besteht darin, dass Natur die Bereitschaft zur Bewegung steigen lässt. Körperliche Aktivität, egal ob gemütlicher Spaziergang oder Fahrradfahren, stärkt das Herz-Kreislaufsystem und beugt Übergewicht und Diabetes vor. Sie senkt den Blutdruck, reguliert den Puls und reduziert Stresshormone. Nicht nur, dass jede Fichte oder Buche pro Tag 13 Kilogramm Sauerstoff produziert, mit ihren ätherischen Ölen ist die bioaktive Waldluft eine einzige Wohltat für unsere Bronchien und unser Immunsystem. Walderfahrungen haben für den Besucher aber auch psychisch positive Folgen: Die Natur-Defizit-Störung, ein wesentlicher Grund für den achtlosen Umgang vieler Menschen mit Umwelt und Tieren, lässt sich durch regelmäßiges Waldbaden reduzieren.


Wie funktioniert „Waldbaden“?

Schon der Weimarer Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe gab, bewusst oder unbewusst, in seinem Gedicht „Ich ging im Walde so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn“ bemerkenswerte Hinweise: Das gleichermaßen absichtslose und doch achtsame Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes. Mit bewusst geöffneten Sinnen die Schönheit des Waldes entdecken und staunend genießen, wie diese Entspannung Körper, Geist und Seele wunderbar ausbalanciert. Dazu braucht es keine teuren Sportgeräte -im Gegenteil- schon Stillstand, ruhiger Atem, das Schließen der Augen, das konzentrierte Hören, stimmen den Menschen auf das „Waldbaden“ ein. Allenfalls leichte Bewegungsübungen etwa aus dem Qi Gong oder Taiji, können das „Waldbaden“ unterstützen.

Thüringens Förster fördern durch Waldpflege das „Waldbaden“

Rund 200.000 Hektar nachhaltig und naturnah bewirtschafteter Landeswald fördern das „Waldbaden“ in vielerlei Hinsicht: Eine gepflegtes, rund 5.100 Kilometer langes, Waldwegesystem ermöglicht den Zugang zu wunderschönen Waldorten. Der Anblick hässlicher Sturmschäden oder durch Forstschädlingsbefall abgestorbener Bäume bleiben dem Erholungssuchenden in gepflegten Wäldern erspart. Mehr noch: Durchforstungen lassen Wälder sonnendurchflutet erscheinen und sorgen so beim Betrachter für pittoreske Eindrücke. Und für den Fall der Fälle steht dem Waldbadenden auch eine Sitzgelegenheit oder eine Schutzhütte zur Verfügung. Und Patientenschlangen wie im Wartezimmer des Hausarztes hat im Wald auch keiner zu befürchten.

Thüringen will mehr umweltverträgliche Pferderückung

ThüringenForst wird in den nächsten zwei Jahren mehr Waldholz mit dem Pferd rücken. Unter bestimmten Bedingungen, z. B. auf drucksensiblen oder stark vernässten Untergründen, ist die Pferderückung ein besonders pflegliches Verfahren für den Waldboden. Aber: Die Holzerntekosten und das Unfallrisiko steigen, der Erlös pro Festmeter sinkt.

„Gleichwohl wollen wir den Anteil der Holzrückung zu Pferde im Staatswald erhöhen. Dafür werden wir für die Jahre 2018 und 2019 jeweils 80.000 Euro zusätzlich einsetzen“, informiert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Darauf hat sich der Thüringer Landtag im Doppelthaushalt 2018/19 verständigt. Damit wird die vorbildliche forstliche Bewirtschaftung im Landeswald unterstrichen werden. Mit dem Ansatz verbunden ist ein Angebot an Arbeitsvolumen für die wenigen gewerblichen Pferderücker im Freistaat.

In Thüringen sind knapp ein halbes Dutzend professioneller Pferderücker als Forstdienstleister tätig. Vor 1989 war die Rückung von Holz mit Kaltblütern in den damaligen Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieben weit verbreitet. ThüringenForst verfügt derzeit über keine eigenen Rückepferde.

Header-Foto: Es gibt nur wenige Pferderücker in Thüringen: Karen Kiffner aus Ostthüringen gehört zu den ganz wenigen Frauen, die diesen Job im Wald perfekt beherrschen.
Foto: Dr. Horst Sproßmann

Gefährlicher Eichenprozessionsspinner erobert Thüringen

Der Eichenprozessionsspinner, ein forstliches Schadinsekt an der gleichnamigen Baumart, breitet sich immer mehr in Thüringen aus. War der Nachtfalter in den letzten Jahren durch die Forstschutzexperten der ThüringenForst-AöR nur in Südthüringen nachgewiesen, wurden erstmals 2017 auch in den nördlichen, an Sachsen-Anhalt angrenzenden Landesteilen und in Ostthüringen Exemplare gefangen. Die Raupen des Schmetterlings befressen nicht nur die Kronen befallener Eichen, sondern gefährden auch die Gesundheit des Menschen. Die winzigen, leicht lösbaren Brennhaare an den Raupen rufen bei Hautkontakt unter anderem Quaddeln und Hautentzündungen hervor, auch Atemwegserkrankungen können auftreten. Kinder, Senioren und Asthmatiker sind besonders betroffen. ThüringenForst erfasst jährlich im Juni/August die Zahl der Raupennester im Wald und informiert das zuständige Thüringer Gesundheitsministerium, das über Bekämpfungsmaßnahmen entscheidet.

Auch in anderen ostdeutschen Bundesländern ist der Nachtfalter aktiv. Aktuell wurde er in Mecklenburg-Vorpommern im küstennahen Bereich um Rostock und sogar auf der Insel Usedom nachgewiesen. Brandenburg bekämpft seit wenigen Tagen den Eichenprozessionsspinner mit von Hubschraubern ausgebrachten Insektiziden. „Eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist aus forstfachlicher Sicht in Thüringen nicht erforderlich, der wirtschaftliche wie auch ökologische Schaden ist derzeit überschaubar“, so Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand. „Die Entscheidung, ob, wo und wie eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zur Einschränkung der Gesundheitsgefährdung notwendig ist, obliegt allerdings dem zuständigen Thüringer Gesundheitsministerium“, so Ripken weiter. Bekämpfungsmaßnahmen können in abgestufter Intensität durchgeführt werden. Auch mechanische Maßnahmen, etwa durch Absaugung von Raupennestern aus Baumkronen durch Spezialisten, sind lokal umsetzbar.

Seinen außergewöhnlichen Namen hat das Eichenschadinsekt durch das typische Verhalten der Raupen bekommen: Diese finden sich am Baumstamm in Raupennestern zusammen. Nachts wandern die Schädlinge, Raupe hinter Raupe, prozessionsartig vom Stamm in die Krone hinauf und beginnen ihr zerstörerisches Fraßwerk.

Header-Foto: Matthias Stürtz. Gut zu erkennen: Die fragilen Brennhaare der Eichenprozessionsspinner-Raupen. Die Brennhaare können bei Hautkontakt sogar zu allergischen Schocks beim Menschen führen.

Alarmstufe Reh

Im Frühjahr kracht’s besonders häufig zwischen Wildtier und Wagen. Die Aktivität vieler heimischer Wildtiere steigt rapide an. Vor allem Pflanzenfresser wie das Reh sind jetzt besonders viel unterwegs und haben Heißhunger auf zartes Grün. Hinzu kommen Revierkämpfe: Die männlichen Tiere stecken jetzt ihre Territorien neu ab. Kommt dem Platzbock ein Jüngling ins Gehege, wird er vehement verjagt. Dabei geht es auch blindlings über Straßen. Keine andere Säugetierart ist derart häufig in Wildunfälle verwickelt: Laut einer aktuellen Statistik des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ereigneten sich allein in der Zeit vom 1. April 2016 bis 31. März 2017 knapp 195.400 Unfälle mit Rehen. Das sind knapp 85 Prozent aller Wildunfälle.

Gas weg und Augen auf
Um Zusammenstöße zu vermeiden, rät der (DJV), Wildwechsel-Warnschilder zu beachten und besonders entlang von Wald-Feld-Rändern sowie im Wald aufmerksam und mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren. Gerade in der Morgen- und Abenddämmerung steigt die Wildunfallgefahr. Was viele Autofahrer nicht wissen: Selbst ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 60 ein Aufschlaggewicht von 800 Kilogramm.

Was tun im Fall der Fälle?
Wenn es doch gekracht hat, Ruhe bewahren und als Erstes die Unfallstelle absichern: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen. Bei Personenschäden Erste Hilfe leisten und gegebenenfalls den Notruf wählen (112). Jäger oder Polizei (110) verständigen und Standort melden. Der DJV appelliert an Autofahrer, jeden Unfall aus Tierschutzgründen zu melden – auch wenn kein sichtbarer Schaden entstanden ist. Tote Tiere möglichst – ohne dabei sich oder andere zu gefährden – an den Straßenrand ziehen (Handschuhe tragen). Zu lebenden Tieren Abstand halten. Für die Versicherung eine Wildunfallbescheinigung vom Jäger ausstellen lassen.

Tierfund-App der Jäger nutzen
Nur etwa ein Prozent der Unfälle mit großen Säugetieren erfasst das Statistische Bundesamt. Beim Großteil der Kollisionen werden weder Ort, Zeit oder Tierart erfasst. So fehlt die Grundlage, Wildunfallschwerpunkte zu erkennen und anschließend zu entschärfen. Das Tierfund-Kataster der Jäger (www.tierfund-kataster.de) ist die erste bundesweite Initiative, die Abhilfe schafft: Jeder Verkehrsteilnehmer kann verunfallte Tiere sogar per App melden, Wissenschaftler der Universität Kiel werten die Daten aus. Mehr als 45.000 Datensätze liegen bereits vor und Verkehrsbehörden nutzen diese. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein hat das Kataster entwickelt.


Checkliste: Wildunfälle verhindern und richtig handeln im Ernstfall

Wie lässt sich ein Wildunfall verhindern?
Reduzierte Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder.
Besonders gefährlich sind neue Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.
Tier am Straßenrand: Abblenden, Hupen, Bremsen.
Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollten stets mit Nachzüglern rechnen.
Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warndreieck aufstellen und Polizei anrufen.
Aufgrund der Infektionsgefahr niemals tote Tiere ohne Handschuhe anfassen. Abstand halten zu lebenden Tieren.
Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
Einem geflüchteten Tier nicht folgen. In der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.
Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.