„Waldbaden“ statt Wartezimmer

Der heimische Wald ist ein wahrer Tausendsassa. Er produziert nicht nur den vielseitig verwendbaren Rohstoff Holz, erbringt wichtige Ökosystemleistungen oder wirkt als CO2-Senke klimaverbessernd, er trägt auch zur Gesundheit der Bevölkerung bei. Insbesondere bei jener Bevölkerungsgruppe, die regelmäßig ein „Waldbad“ nimmt. Traditionell nennen die Japaner diesen Waldaufenthalt unter dem Aspekt der Gesundheitsvorsorge „Shinrin Yoku“. Auch Thüringens Wälder erfüllen alle Voraussetzungen, um diese gesundheitsfördernden Wirkungen zu entfalten. Und was viele nicht wissen: Die positiven Wirkungen auf Kreislauf, Immunsystem und Psyche zeigen sich nicht nur bei körperlicher Anstrengung im Wald, sondern schon bei einem gemütlichen Spaziergang. Das „Waldbaden“ fußt auf soliden wissenschaftlichen Grundlagen und findet immer mehr Beachtung.


Kreislauf, Immunsystem und Psyche stärken? „Waldbaden“ hilft!

„Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben bewiesen, dass sich Waldbesuche positiv auf Kreislauf, Immunsystem und Psyche auswirken“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die Wirkung des Waldes auf die physische Gesundheit besteht darin, dass Natur die Bereitschaft zur Bewegung steigen lässt. Körperliche Aktivität, egal ob gemütlicher Spaziergang oder Fahrradfahren, stärkt das Herz-Kreislaufsystem und beugt Übergewicht und Diabetes vor. Sie senkt den Blutdruck, reguliert den Puls und reduziert Stresshormone. Nicht nur, dass jede Fichte oder Buche pro Tag 13 Kilogramm Sauerstoff produziert, mit ihren ätherischen Ölen ist die bioaktive Waldluft eine einzige Wohltat für unsere Bronchien und unser Immunsystem. Walderfahrungen haben für den Besucher aber auch psychisch positive Folgen: Die Natur-Defizit-Störung, ein wesentlicher Grund für den achtlosen Umgang vieler Menschen mit Umwelt und Tieren, lässt sich durch regelmäßiges Waldbaden reduzieren.


Wie funktioniert „Waldbaden“?

Schon der Weimarer Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe gab, bewusst oder unbewusst, in seinem Gedicht „Ich ging im Walde so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn“ bemerkenswerte Hinweise: Das gleichermaßen absichtslose und doch achtsame Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes. Mit bewusst geöffneten Sinnen die Schönheit des Waldes entdecken und staunend genießen, wie diese Entspannung Körper, Geist und Seele wunderbar ausbalanciert. Dazu braucht es keine teuren Sportgeräte -im Gegenteil- schon Stillstand, ruhiger Atem, das Schließen der Augen, das konzentrierte Hören, stimmen den Menschen auf das „Waldbaden“ ein. Allenfalls leichte Bewegungsübungen etwa aus dem Qi Gong oder Taiji, können das „Waldbaden“ unterstützen.

Thüringens Förster fördern durch Waldpflege das „Waldbaden“

Rund 200.000 Hektar nachhaltig und naturnah bewirtschafteter Landeswald fördern das „Waldbaden“ in vielerlei Hinsicht: Eine gepflegtes, rund 5.100 Kilometer langes, Waldwegesystem ermöglicht den Zugang zu wunderschönen Waldorten. Der Anblick hässlicher Sturmschäden oder durch Forstschädlingsbefall abgestorbener Bäume bleiben dem Erholungssuchenden in gepflegten Wäldern erspart. Mehr noch: Durchforstungen lassen Wälder sonnendurchflutet erscheinen und sorgen so beim Betrachter für pittoreske Eindrücke. Und für den Fall der Fälle steht dem Waldbadenden auch eine Sitzgelegenheit oder eine Schutzhütte zur Verfügung. Und Patientenschlangen wie im Wartezimmer des Hausarztes hat im Wald auch keiner zu befürchten.

Thüringen will mehr umweltverträgliche Pferderückung

ThüringenForst wird in den nächsten zwei Jahren mehr Waldholz mit dem Pferd rücken. Unter bestimmten Bedingungen, z. B. auf drucksensiblen oder stark vernässten Untergründen, ist die Pferderückung ein besonders pflegliches Verfahren für den Waldboden. Aber: Die Holzerntekosten und das Unfallrisiko steigen, der Erlös pro Festmeter sinkt.

„Gleichwohl wollen wir den Anteil der Holzrückung zu Pferde im Staatswald erhöhen. Dafür werden wir für die Jahre 2018 und 2019 jeweils 80.000 Euro zusätzlich einsetzen“, informiert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Darauf hat sich der Thüringer Landtag im Doppelthaushalt 2018/19 verständigt. Damit wird die vorbildliche forstliche Bewirtschaftung im Landeswald unterstrichen werden. Mit dem Ansatz verbunden ist ein Angebot an Arbeitsvolumen für die wenigen gewerblichen Pferderücker im Freistaat.

In Thüringen sind knapp ein halbes Dutzend professioneller Pferderücker als Forstdienstleister tätig. Vor 1989 war die Rückung von Holz mit Kaltblütern in den damaligen Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieben weit verbreitet. ThüringenForst verfügt derzeit über keine eigenen Rückepferde.

Header-Foto: Es gibt nur wenige Pferderücker in Thüringen: Karen Kiffner aus Ostthüringen gehört zu den ganz wenigen Frauen, die diesen Job im Wald perfekt beherrschen.
Foto: Dr. Horst Sproßmann

Gefährlicher Eichenprozessionsspinner erobert Thüringen

Der Eichenprozessionsspinner, ein forstliches Schadinsekt an der gleichnamigen Baumart, breitet sich immer mehr in Thüringen aus. War der Nachtfalter in den letzten Jahren durch die Forstschutzexperten der ThüringenForst-AöR nur in Südthüringen nachgewiesen, wurden erstmals 2017 auch in den nördlichen, an Sachsen-Anhalt angrenzenden Landesteilen und in Ostthüringen Exemplare gefangen. Die Raupen des Schmetterlings befressen nicht nur die Kronen befallener Eichen, sondern gefährden auch die Gesundheit des Menschen. Die winzigen, leicht lösbaren Brennhaare an den Raupen rufen bei Hautkontakt unter anderem Quaddeln und Hautentzündungen hervor, auch Atemwegserkrankungen können auftreten. Kinder, Senioren und Asthmatiker sind besonders betroffen. ThüringenForst erfasst jährlich im Juni/August die Zahl der Raupennester im Wald und informiert das zuständige Thüringer Gesundheitsministerium, das über Bekämpfungsmaßnahmen entscheidet.

Auch in anderen ostdeutschen Bundesländern ist der Nachtfalter aktiv. Aktuell wurde er in Mecklenburg-Vorpommern im küstennahen Bereich um Rostock und sogar auf der Insel Usedom nachgewiesen. Brandenburg bekämpft seit wenigen Tagen den Eichenprozessionsspinner mit von Hubschraubern ausgebrachten Insektiziden. „Eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist aus forstfachlicher Sicht in Thüringen nicht erforderlich, der wirtschaftliche wie auch ökologische Schaden ist derzeit überschaubar“, so Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand. „Die Entscheidung, ob, wo und wie eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zur Einschränkung der Gesundheitsgefährdung notwendig ist, obliegt allerdings dem zuständigen Thüringer Gesundheitsministerium“, so Ripken weiter. Bekämpfungsmaßnahmen können in abgestufter Intensität durchgeführt werden. Auch mechanische Maßnahmen, etwa durch Absaugung von Raupennestern aus Baumkronen durch Spezialisten, sind lokal umsetzbar.

Seinen außergewöhnlichen Namen hat das Eichenschadinsekt durch das typische Verhalten der Raupen bekommen: Diese finden sich am Baumstamm in Raupennestern zusammen. Nachts wandern die Schädlinge, Raupe hinter Raupe, prozessionsartig vom Stamm in die Krone hinauf und beginnen ihr zerstörerisches Fraßwerk.

Header-Foto: Matthias Stürtz. Gut zu erkennen: Die fragilen Brennhaare der Eichenprozessionsspinner-Raupen. Die Brennhaare können bei Hautkontakt sogar zu allergischen Schocks beim Menschen führen.

Alarmstufe Reh

Im Frühjahr kracht’s besonders häufig zwischen Wildtier und Wagen. Die Aktivität vieler heimischer Wildtiere steigt rapide an. Vor allem Pflanzenfresser wie das Reh sind jetzt besonders viel unterwegs und haben Heißhunger auf zartes Grün. Hinzu kommen Revierkämpfe: Die männlichen Tiere stecken jetzt ihre Territorien neu ab. Kommt dem Platzbock ein Jüngling ins Gehege, wird er vehement verjagt. Dabei geht es auch blindlings über Straßen. Keine andere Säugetierart ist derart häufig in Wildunfälle verwickelt: Laut einer aktuellen Statistik des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ereigneten sich allein in der Zeit vom 1. April 2016 bis 31. März 2017 knapp 195.400 Unfälle mit Rehen. Das sind knapp 85 Prozent aller Wildunfälle.

Gas weg und Augen auf
Um Zusammenstöße zu vermeiden, rät der (DJV), Wildwechsel-Warnschilder zu beachten und besonders entlang von Wald-Feld-Rändern sowie im Wald aufmerksam und mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren. Gerade in der Morgen- und Abenddämmerung steigt die Wildunfallgefahr. Was viele Autofahrer nicht wissen: Selbst ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 60 ein Aufschlaggewicht von 800 Kilogramm.

Was tun im Fall der Fälle?
Wenn es doch gekracht hat, Ruhe bewahren und als Erstes die Unfallstelle absichern: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen. Bei Personenschäden Erste Hilfe leisten und gegebenenfalls den Notruf wählen (112). Jäger oder Polizei (110) verständigen und Standort melden. Der DJV appelliert an Autofahrer, jeden Unfall aus Tierschutzgründen zu melden – auch wenn kein sichtbarer Schaden entstanden ist. Tote Tiere möglichst – ohne dabei sich oder andere zu gefährden – an den Straßenrand ziehen (Handschuhe tragen). Zu lebenden Tieren Abstand halten. Für die Versicherung eine Wildunfallbescheinigung vom Jäger ausstellen lassen.

Tierfund-App der Jäger nutzen
Nur etwa ein Prozent der Unfälle mit großen Säugetieren erfasst das Statistische Bundesamt. Beim Großteil der Kollisionen werden weder Ort, Zeit oder Tierart erfasst. So fehlt die Grundlage, Wildunfallschwerpunkte zu erkennen und anschließend zu entschärfen. Das Tierfund-Kataster der Jäger (www.tierfund-kataster.de) ist die erste bundesweite Initiative, die Abhilfe schafft: Jeder Verkehrsteilnehmer kann verunfallte Tiere sogar per App melden, Wissenschaftler der Universität Kiel werten die Daten aus. Mehr als 45.000 Datensätze liegen bereits vor und Verkehrsbehörden nutzen diese. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein hat das Kataster entwickelt.


Checkliste: Wildunfälle verhindern und richtig handeln im Ernstfall

Wie lässt sich ein Wildunfall verhindern?
Reduzierte Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder.
Besonders gefährlich sind neue Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.
Tier am Straßenrand: Abblenden, Hupen, Bremsen.
Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollten stets mit Nachzüglern rechnen.
Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warndreieck aufstellen und Polizei anrufen.
Aufgrund der Infektionsgefahr niemals tote Tiere ohne Handschuhe anfassen. Abstand halten zu lebenden Tieren.
Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
Einem geflüchteten Tier nicht folgen. In der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.
Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.

ThüringenForst testet Elefanten zum Holzrücken im Wald

Was auf den ersten Blick den Laien überrascht, ist in gut informierten Forstkreisen schon lange kein Geheimnis mehr: Der Einsatz asiatischer oder auch afrikanischer Arbeitselefanten zum Holzrücken in den Wäldern des Freistaats. Denn Rückepferde, die schon seit Jahrzehnten erfolgreich Dienst im Wald leisten, können aufgrund ihrer beschränkten Zugkraft nur schwächere Holzstämme aus dem Wald ziehen. Starkholz war hingegen nur mit PS-starken Holzrückemaschinen zu manipulieren. Allerdings verursachen diese insbesondere bei Nässe durch ihr sehr hohes Gesamtgewicht Bodenschäden und dürfen deshalb bis heute nur auf schmalen Rückegassen fahren. Mit Arbeitselefanten könnte Starkholz von Buche, Eiche & Co. nunmehr pfleglich auf der gesamten Waldfläche gerückt werden. Der Erfurter Zoo, der über insgesamt vier arbeitsfähige Dickhäuter verfügt, zeigte sich der Idee der Förster auf Anhieb aufgeschlossen.

Speziell Waldelefanten, eine genetisch eigenständige Art des asiatischen Elefanten, geraten in den Fokus der Thüringer Grünröcke. Waldelefanten sind Dschungelbewohner und fühlen sich in den Regenwäldern Asiens, West- und Zentralafrikas wohl. „Diese sind mit 2,5 Meter Schulterhöhe deutlich kleiner als ihre afrikanischen Steppenverwandten, damit sehr wendig unter dem Kronendach heimischer Laub- und Nadelbäume, gleichzeitig aber ausgesprochen belastbar“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Was für Förster und Waldbesitzer aber besonders interessant ist: Waldelefanten können mit ihrem Kot den Samen unterschiedlichster Baumarten verteilen. Der Einsatz asiatischer Waldelefanten hätte somit nicht nur holzerntetechnische, sondern auch erhebliche waldbauliche Vorteile. So könnte die Ernte von Holz zeitgleich mit der Ansamung neuer Bäume kombiniert werden. Zusätzlicher Nebeneffekt: Mit dem fortschreitenden Klimawandel dürften sich die Rüsseltiere Jahr für Jahr besser in Thüringens Wäldern wohl fühlen.

Da Elefanten zu den wenigen Säugetiere gehören, die in der Lage sind, zu zählen und einfachste Additionsaufgaben lösen können, ergeben sich, wenn auch beschränkt, weitere Aufgabenfelder in der Rundholzerfassung. So könnten Arbeitselefanten, neben forsttechnischen und waldbaulichen Aufgaben, auch die Zählung der Stämme durchführen, die pro Zeiteinheit gerückt wurden. Über die Anerkennung des Zählmaßes als Holzverkaufs- und Abrechnungsmaß wird ThüringenForst in Kürze mit der Thüringer Holzindustrie verhandeln. Dort sind derartige Zählmaße nicht unbekannt: Seit Jahrzehnten wird aus Afrika importiertes Tropenholz wie Mahagoni, Bangkirai oder Teak über das „Elefantenmaß“ abgerechnet.

Gebhardt ist überzeugt davon, mit dem möglichen Einsatz von Arbeitselefanten bei der Holzrückung einen wichtigen Schritt in Richtung der weiteren Ökologisierung der Forstwirtschaft im Freistaat getan zu haben. Inwieweit interessierte Waldbesucher derartigen elefantenbasierten Rückearbeiten im Wald ohne gültige Eintrittskarte eines Zoos beiwohnen dürfen, bleibt hingegen noch abzuwarten.

ThüringenForst-Vertreter Dr. Horst Sproßmann ist vom bisherigen Trainingserfolg im Erfurter Zoo überzeugt: Arbeitselefanten sind zur Holzrückung im Thüringer Staatswald sehr gut geeignet. Große Mengen Sturmholz warten derzeit auf die Aufarbeitung. Foto: Ina Sänger

APRILSCHERZ

Thüringer Wälder in Zahlen

·         Mit einer Gesamtwaldfläche von 550.000 Hektar (= 34 % der Landesfläche) liegt der Waldanteil im Freistaat leicht über dem Bundesdurchschnitt von 32 %.

·         Nach Ergebnissen der dritten Bundeswaldinventur gibt es in Thüringens Wäldern rund 330 Mio. Bäume, die sich auf etwa 70 Baumarten aufteilen. Davon werden 35 Baumarten einer forstlichen Nutzung zugeführt. Weltweit gibt es 60.065 Baumarten, davon allein 8.715 Baumarten in Brasilien.

·         Über Thüringer Wäldern scheint im Jahr Ø 1.364 Stunden die Sonne und fallen Ø 770 Liter /m2 Niederschläge. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 8,2° C.

·         Der höchste Baum in Thüringen ist eine 51 Meter große Fichte in der Nähe von Ilmenau.

·         Der älteste Baum in Thüringen ist eine ca. 800 Jahre alte Stieleiche in Ostthüringen (Nöbdenitz). Diese Eiche ist mit einem Umfang von zehn Metern zugleich der dickste Baum im Freistaat.

·         In den heimischen Wäldern kommen etwa 5.000 Pflanzen- und Pilz- sowie weit über 10.000 wirbellose Tierarten vor. Dazu kommen noch 200 Wirbeltierarten wie Rot- und Rehwild, Vögel, Fledermäuse oder Schlangen.

·         Häufigster Nadelbaum im Freistaat ist die Fichte (ca. 38 %). Häufigster Laubbaum ist die Buche (ca. 20 %). Ausgewachsen bildet sie ungefähr 600.000 Blätter aus und wiegt fünf Tonnen.

·         Das Durchschnittalter aller Bäume im Freistaat beträgt 82 Jahre und liegt über dem Bundesdurchschnitt von 78 Jahren.

·         Der durchschnittliche Holzvorrat in Thüringens Wäldern liegt bei 338 Vorratsfestmetern je Hektar. Damit liegt der Freistaat im Vergleich der Bundesländer auf Rang 3 der vorratsreichsten Wälder.

Zwei Drittel der Wälder Thüringens haben das PEFC-Qualitätssiegel für vorbildliche Waldbewirtschaftung. Der Landeswald ist sogar zu 100 % zertifiziert. Damit ist Thüringen führend in den neuen Bundesländern.

·         Obwohl alle Wälder im Freistaat seit Jahrhunderten vom Menschen geprägt werden, gelten ein Drittel aller Wälder im Freistaat als sehr naturnah oder naturnah. Weitere knapp 50 % gelten als bedingt naturnah. Nur 20 % gelten als kulturbestimmt.

·         Je nach Baumart bildet ein Hektar Wald, eine Fläche die etwas größer als ein Fußballfeld ist, zwischen 80.000 und 160.000 Kubikmeter neues Grund- und Trinkwasser.

·         Über 40.000 Menschen leben in Thüringen direkt oder indirekt vom Wald – Förster, Forstwirte, Schreiner, Holzhändler und viele mehr. Der Freistaat verdient an jedem geernteten Festmeter Holz rund 110 € an Steuereinkommen. Jährlich werden in Thüringen rund 2,8 Mio. Festmeter Holz eingeschlagen.

Zusammengestellt von der Thüringer Landesforstanstalt

Afrikanische Schweinepest bedroht auch Thüringen

„Die Afrikanische Schweinepest breitet sich immer weiter nach Westen aus. Die Lage ist ernst, aber wir sind vorbereitet“, erklärte gestern in Erfurt die Forst- und Landwirtschaftsministerin Birgit Keller nach der Kabinettsitzung der Thüringer Landesregierung. „Krisenszenarien zielen darauf ab, wie die Verbreitung der Seuche unter den Wildschweinen eingedämmt und die Übertragung auf den Hausschweinbestand möglichst verhindert werden kann.“

„Um das Infektionsrisiko zu senken, arbeiten wir weiter an einem entsprechenden Maßnahmenpaket. So wollen wir zur Vorbeugung vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) 1,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die Einordnung in den Landeshaushalt bereiten wir gerade vor“, teilte Ministerin Keller mit. „Damit werden wir beispielsweise die Pläne des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirksinhaber zum Aufbau eines Schwarzwild-Kompetenzzentrums unterstützen. Hier werden die Interessen aller Beteiligten gebündelt und koordiniert, Schulungen durchgeführt, Jagdmethoden unter wissenschaftlicher Begleitung erprobt und Marketingstrategien entwickelt. Das Zentrum kann einen starken Beitrag zur Bestandsreduzierung von Wildschweinen, zum aktiven Schwarzwildmanagement und somit zur ASP-Vorbeugung leisten.“

„Darüber hinaus werden wir die Einführung einer Aufwandspauschale finanzieren, um die Aufwendungen der Jäger bei der Verringerung der Schwarzwildbestände auszugleichen“, so Keller weiter. „Und in den Revieren von ThüringenForst haben wir die Jagdruhe aufgehoben. Wildschweine können nun – so wie bereits in den privaten Jagden – auch im Staatswald in der bisherigen Ruhezeit von Mitte Januar bis Mitte Juli geschossen werden. Muttertiere sind hiervon ausgenommen.“

Infos zur Afrikanischen Schweinepest.

Saison 2017: Waldbrandbilanz mit Höhen und Tiefen

Mit 15 Waldbränden und einer Brandfläche von rund eineinhalb Fußballfeldern stuft ThüringenForst die Waldbrandsaison 2017 als ruhig ein. Während die Zahl der Brände gegenüber dem Vorjahr (12 Waldbrände) damit um 20 % leicht anstieg, sank die Waldbrandfläche um rund 50 % (2016: 1,8 Hektar). Zwölf der 15 Brände traten in Ostthüringen auf (Forstämter Weida, Jena-Holzland, Neustadt und Saalfeld-Rudolstadt). In den Monaten Mai und Juni 2017 waren allein zwei Drittel aller Brände zu beklagen, im besonders gefährdeten Hochsommermonat August wurde dagegen kein einziger Waldbrand erfasst. 80 % der Schadereignisse traten bei vom Deutschen Wetterdienst (DWD) prognostizierter erhöhter Waldbrandgefahr auf. Der wirtschaftliche Schaden durch Waldbrände im Freistaat beträgt für 2017 nur wenige Tausend Euro.

Mit einer Jahresmitteltemperatur von 9,1° C war 2017 das fünfwärmste Jahr seit Beginn der flächendeckenden Temperaturmessung 1881 im Freistaat. Die Jahresniederschläge beliefen sich im gleichen Zeitraum landesweit auf 783 Liter pro Quadratmeter, was einem Plus von knapp 12 % gegenüber der durchschnittlichen Jahresmenge des Zeitraums von 1961-1990 entspricht. Da auch die Sonnenscheindauer nicht überdurchschnittlich war, bestand in Thüringen aus meteorologischer Sicht keine deutlich erhöhte Waldbrandgefahr.

„Mit vielfältigen Maßnahmen wirken die Thüringer Landforstanstalt, wie auch die Thüringer Waldbesitzer, auf die Verhinderung von Waldbränden hin“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. So etwa durch Vorbeugung, in dem Laubhölzer in gefährdete reine Nadelholzbestände eingebracht werden, oder durch die Anlage von Waldbrandschutzstreifen. Eine effiziente Brandbekämpfung ermöglichen die Einrichtung und Unterhaltung von Feuerlöschteichen und eines löschfahrzeuggeeigneten Waldwegenetzes. Ebenso hilft die enge Zusammenarbeit mit hauptamtlichen und freiwilligen Feuerwehren durch Alarmierungs- und Einsatzpläne sowie gemeinsame Brandschutzübungen.

Während bundesweit rund 42 % der Waldbrandursachen unbekannt sind, können die Experten im Freistaat 2017 in rund 60 % der Fälle keine eindeutige Verursachung feststellen. Blitzschlag ist mit 13 %, Fahrlässigkeit ebenfalls mit 13 % beteiligt. In zwei Fällen wurde im Freistaat 2017 Vorsatz als Brandursache festgestellt. Womit der Tiefpunkt, der ansonsten erfreulichen Waldbrandbilanz 2017 erreicht wurde.

Wegwerfprodukt Weihnachtsbaum: Wohin damit?

Rund eine Million Weihnachtsbäume werden bis Heiligabend in Thüringen verkauft sein. Von der kleinen Tischfichte bis hin zum 30-Meter-Weihnachtsbaum für den Marktplatz. Spätestens Mitte Januar steht dann bei den Weihnachtsbaumbesitzern die Frage an, wohin mit dem ehemals schmucken Stück? Da in Thüringens Gärten Baum- und Strauchschnitt nicht mehr verbrannt werden darf, sind praktische und gleichermaßen pfiffige Alternativen gesucht. Einige Tipps vom ThüringenForst:

„Viele Gemeinden und Städte sammeln im Januar ausgediente Weihnachtsbäume, auch Feuerwehren und Pfadfinder bieten oft eine gesammelte Entsorgung an“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Wichtig: Der Baum sollte komplett von Lametta und sonstigem Weihnachtsschmuck befreit sein. Gleiches gilt für die zerteilte Entsorgung in der Biotonne oder im eigenen Garten auf dem Komposthaufen. Eine Abgabe als Tierfutter in Tierparks ist hingegen nur Händlern und auch nur für die unverkauften und garantiert lamettafreien Bäume erlaubt. Hobbygärtner können die Äste ggf. mehrschichtig über frostempfindliche Pflanzen legen – oft genug konzentrieren sich die harten Frosttage im Freistaat auf Januar und Februar.

Wer einen Ofen hat, kann den Baum natürlich als Brennstoff verwenden. Dank der geringen Astdurchmesser ein ideales Anzündholz, was den synthetischen Kaminanzünder spart. Allerdings nicht in diesem Winter, sondern erst im nächsten. Da der Baum noch einen hohen Feuchtigkeitsgehalt hat, verlodert er mit geringem Brennwert und einer über den gesetzlichen Grenzwerten liegenden starken Rauch- und Feinstaubentwicklung. Ein Feuchtegehalt von maximal 25 % ist vorgeschrieben, diesen erreicht der Baum erst nach monatelanger Trocknung. Mit der Energie von rund 500 Weihnachtsbäumen kann ein Thüringer Durchschnittshaushalt rechnerisch ein komplettes Jahr lang mit Strom versorgt werden. Damit können diese Weihnachtsbäume knapp 1.000 Liter Heizöl ersetzen. So leistet der ausgediente Weihnachtsbaum, ganz im Sinne der forstlichen Kaskadennutzung, sogar noch einen Beitrag als Reststoff in der bioenergetischen Bilanz des Freistaats.

„Zurück in den Wald ist hingegen keine gute Idee“, so Gebhardt abschließend. Die widerrechtliche Entsorgung im Forst erfüllt den Tatbestand der Waldverunreinigung und hat ein Bußgeld zur Folge. Zudem sind derartige Waldvergehen allzu schnell der Ausgangspunkt für weitere gesetzeswidrige Hausmüllablagerungen im Wald. Und auch der trendige Weihnachtsbaum mit Ballen, für dessen spätere Auspflanzung geworben wird, gehört nicht in den Wald. Er hat als Exot in der heimischen Flora nichts verloren und sollte im Garten eingepflanzt werden.

MdL Primas (CDU): Siegesmunds Plan erweist sich als Schnapsidee

„Ganz offensichtlich erweist sich Anja Siegesmunds Plan als Schnapsidee. Der Wolfsnachwuchs befindet sich nach wie vor in Freiheit und kann sich jetzt in aller Ruhe auf die Suche nach einem neuen Revier begeben.“ Das hat der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Egon Primas, zu den heutigen Medienberichten gesagt, wonach noch keiner der Ohrdrufer Hybrid-Wölfe eingefangen werden konnte.

„Während das Umweltministerium mauert, stehen die Schäfer nach wie vor im Regen: Die Wölfe bleiben und die vorgesehenen Entschädigungen sind völlig unzureichend“, so der CDU-Politiker weiter. Die Landesregierung hat für Entschädigungen im Zusammenhang mit dem Wolf lediglich 60.000 Euro pro Jahr vorgesehen.

Die CDU-Fraktion fordert deshalb Verbesserungen für die Situation der Weidetierhalter: „Wir halten an unserer Forderung fest, dass alle Ausgaben für den notwendigen Herdenschutz und umfassende Entschädigungszahlungen für die betroffenen Weidetierhalter nach Wolfsangriffen aus dem Haushalt der Umweltministerin finanziert werden“, erklärte Primas. „Wenn wir die Thüringer Kulturlandschaft weiter pflegen wollen, brauchen wir die Schäfer. Wer neben der Weidetierhaltung den Wolf in unserer Kulturlandschaft dulden will, muss dafür auch sämtliche Kosten tragen.“

Die CDU wird deshalb auch in der abschließenden Haushaltsberatung im Januar-Plenum beantragen, die Weidetierhalter unverzüglich und unbürokratisch von den bisher entstandenen und künftig entstehenden Kosten in Folge der Wiederansiedlung von Wölfen in Thüringen freizustellen. Wie Primas betonte, geht es seiner Fraktion dabei um sämtliche Kosten: „Das beinhaltet nicht nur alle Kosten für den präventiven Herdenschutz und die Entschädigung des Wertes der gerissen Tiere, sondern auch alle Folgekosten, die durch Wolfsangriffe entstehen“, so der Unionspolitiker abschließend.

Thüringens schönster Weihnachtsbaum geht nach Berlin

Zum dritten Mal in Folge stellt Thüringen den prominentesten Weihnachtsbaum Deutschlands: Erstmals zum 25. Jahr der Deutschen Einheit schmückte ein Weihnachtsbaum aus Thüringen das Brandenburger Tor. Eine 17 Meter hohe Colorado-Tanne aus Wernburg (Saale-Orla-Kreis) wird das Brandenburger Tor und den Pariser Platz traditionell ab dem 1. Advent in einen weihnachtlichen Glanz versetzen. Möglich gemacht hat dies Veranstalter Francesco Mazuhn, der sich bei der Suche nach einem geeigneten Baum auf die Thüringer Landesforstanstalt verließ. „Wie passend dass Deutschlands prominentester Weihnachtsbaum aus dem grünen Herz der Republik kommt.“

Heute wurde am Vormittag bei strömendem Regen die Colorado-Tanne gefällt und mit dem Schwerlastkran auf einen Tieflader verbracht. Dabei achteten die Fällexperten darauf, dass keinerlei Äste brechen oder gar die Krone beschädigt wird. Dann wurde der Baum transportfähig gesichert und wird am morgigen Sonntag nach Berlin gefahren. Um die kritische Liegezeit des Baumes auf dem Spezialtransporter kurz zu halten, wird dieser noch am Montag in Berlin durch das dortige Technische Hilfswerk entladen und umgehend aufgestellt. Sechs Dekorateure benötigen dann fast eine ganze Woche, um den Baum mit insgesamt 30.000 Lichtern und hunderten Weihnachtskugeln zu schmücken.

Kurzfristig klemmte die Kettensäge – doch letztlich „fiel“ die Tanne schnell und sicher. Foto: Dr. Horst Sproßmann
Aus mehreren Kandidaten wählten die Experten der ThüringenForst-AöR schließlich eine Colorado-Tanne aus dem Garten eines Privathauses, die eine Dachsolaranlage beschattete und sowieso entfernt werden musste. „Dabei hat ein Baum, will er Deutschlands prominentester Weihnachtsbaum werden, allerhöchsten Ansprüchen nicht nur in Bezug auf Optik, sondern auch auf Stabilität zu genügen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Zwischen 16 und höchstens 23 Meter hoch sollte er sein, ein rundum volles, kegelförmiges Nadelkleid tragen und keinerlei Holzfehler oder Wuchsanomalien aufweisen. Zusätzlich muss er mit einem Schwerlastkran und einem überbreiten Tieflader gut erreichbar sein.

Landesforstanstalt stoppt Einführung kostenpflichtiger Umweltbildungsmaßnahmen für Kinder

ThüringenForst, landesweit größter Anbieter waldbezogener Umweltbildungsmaßnahmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sieht Diskussionsbedarf zur finanziellen Inwertsetzung seiner vielfältigen Maßnahmen. So führt die Landesforstanstalt nicht nur jährlich Waldjugendspiele für knapp 9.000 Kinder und Jugendliche in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald durch, sondern unterhält auch Thüringens einzige Jugendwaldheime. Für die drei Standorte wurden in den letzten Jahren allein 3,5 Mio. Euro investiert. Mit der Einführung entgeltlicher Umweltbildungsmaßnahmen mittels Dienstanweisung zur Abmilderung des geforderten Personalabbaus lösten Thüringens Grünröcke einen gesellschaftspolitischen Diskussionsprozess um die künftige Finanzierung der Maßnahmen aus. Um diesen konstruktiv begleiten zu können, setzte ThüringenForst die gleichnamige Dienstanweisung für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche bis auf weiteres aus. Die Hauptsorge der Förster: Eine stete jährliche Bezuschussung gemeinwohlorientierter Aufgaben – wie etwa das waldpädagogische Engagement – aus den forstbetrieblichen Erträgen der Anstalt, ist aufgrund unsicherer Holzmarktentwicklung und steigender Lohnkosten keine belastbare alternative Finanzierungsgrundlage. So bliebe nur der Aufgaben- und Personalabbau insbesondere im hoheitlichen Bereich, um den 2012 von der Landesregierung beschlossenen Stellenabbau von 477 der 1.500 Stellen der Landesforstanstalt bis zum Jahr 2025 nachzukommen.

Foto: Dr. Horst Sproßmann. ThüringenForst unterhält insgesamt drei Jugendwaldheime im Freistaat. Die Finanzierung derartiger Allgemeinwohlaufgaben kann nicht dauerhaft aus den Erträgen der Landeswaldbewirtschaftung abgesichert werden.