Wie ein Gastschulkind zum Zankapfel wurde

Eine Begründung, die die Stadt Rudolstadt nicht für hinreichend hält.
Am kommenden Samstag wäre die Schuleinführung der sechsjährigen Theresa Bartl aus Langenschade in die Anton-Sommer-Schule in Rudolstadt gewesen. Gewesen. Für die dreifache alleinerziehende Mutter Cornelia war noch bis zum gestrigen Mittwoch eitel Sonnenschein. Doch dann zogen rabenschwarze Wolken auf. Eher zufällig erfuhr sie, dass die Stadt Rudolstadt, ganz entschieden etwas gegen die Schuleinführung ihrer Tochter in der Saalestadt hat!
Nach diesem Bescheid herrschte noch eitel Sonnenschein. Die Stadt Rudolstadt ging dagegen in Widerspruch, nun klagt sie.

Der Reihe nach: Die Mutter stellte im vergangenen Oktober fristgerecht einen Gastschulantrag beim zuständigen Schulamt Südthüringen. Mit einer Vielzahl ihrer Meinung nach einleuchtender, nachvollziehbarer Gründe, warum das Kind nicht die Grundschule in Kamsdorf besuchen kann. Dem Antrag wurde stattgegeben. Cornelia Bartl sah sich schon mit ihrer Tochter und der Zuckertüte am Samstag in Rudolstadt.
Doch alle Beteiligten hatten die Rechnung ohne die Stadt Rudolstadt gemacht! Am gestrigen Mittwoch erfuhr die Mutter, dass die Stadt gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt hatte, den das Schulamt ablehnte. Somit reichte Rudolstadt Klage dagegen ein. Eine gerichtliche Entscheidung ist noch nicht erfolgt.
Zwölf Tage vor Schuleinführung reichte die Stadt Rudolstadt Klage ein.
Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl erklärte auf telefonische Nachfrage, dass ein Gastschulstatus in der persönlichen Situation des Kindes gegeben sein müsse. Zumal auch eine Einschulung in eine der Freien Schulen möglich sei. Da es im Vorfeld kein Einvernehmen mit dem Schulamt gegeben habe, sei die Klage nach dem Widerspruch unausweichlich gewesen. Nahezu gleichlautend äußerte er sich in Gesprächen mit der Kindsmutter, mit der von ihr beauftragten Rechtsanwältin und schriftlich gegenüber der Patentante von Theresa. Wie Cornelia Bartl sagte, habe sie auch im Gespräch mit der Stadt ihre persönliche Situation geschildert. „Es wurde aber völlig abgeschmettert! Das sei alles mein Problem, dass auch in zwei Tagen lösbar sei!“
Wie aus gut informierten Kreisen bekannt wurde, habe aus Rudolstädter Sicht die Zahl der Gastschulkinder überhand genommen – daher müssten nun Exempel statuiert werden (Theresa ist nicht das einzige Kind, dem der Gastschulstatus verweigert wird). Eine Einschätzung, die auch von der Rechtsanwältin nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister geteilt wird.
Für die alleinerziehende Mutter Cornelia Bartl ist es Fünf nach Zwölf. „Ich werde Theresa nicht in Kamsdorf anmelden, denn ich bekomme das weder logistisch noch finanziell als Alleinerziehende auf die Reihe! Ich müsste dann meinen Vollzeitjob in Rudolstadt aufgeben! Es ist auch finanziell und logistisch unzumutbar, nun alle Schulmaterialien für eine weitere Schule aufzuwenden.“
Unterm Strich: Es bleiben eine verzweifelte Mutter und eine Sechsjährige, die beide die Welt nicht (mehr) verstehen. Keine Schule, keine Zuckertüte, keine Feier am Samstag – ein Alptraum!
Andreas Kühn

Update: Nach gestriger Gerichtsentscheidung kann Theresa am heutigen Samstag ihre Zuckertüte in Empfang nehmen und ab Montag wie geplant zur Schule gehen, informierte ihre Mutter.

Explosiver Auftakt beim SMS-Festival

Gegen 13.00 Uhr kam es heute auf einem Campingplatz zum SonneMondSterne-Festival zu einem Unfall mit vier Verletzten. Nach ersten Zeugenaussagen soll es beim Wechsel der Gaskartusche eines Campingkochers während der Essenszubereitung zu einer Explosion gekommen sein. Dabei wurden ein Mann (23) und eine Frau schwer sowie ein Mann (21) und eine Frau (22) leicht verletzt.

Die beiden Schwerverletzten wurden mit Rettungshubschraubern in ein Klinikum in Halle geflogen. Die leicht verletzten Personen kamen zur ambulanten Behandlung in ein Schleizer Krankenhaus. Die Kripo Saalfelder ermittelt derzeit zu den genauen Umständen des Unfalls.

(Symbolfoto)

Es bleibt ungemütlich für Drogendealer

Im Rahmen des seit Dienstag andauernden Einsatzes gegen die organisierte Drogenkriminalität im Städtedreieck Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg stellten Polizeibeamte unter Führung der Kripo Saalfeld weitere erhebliche Mengen an illegalen Betäubungsmitteln sicher. Bisher konnten unter anderem ca. zwölf Kilo Marihuana sowie ca. 80 Gramm Crystal sichergestellt werden, welche einen Straßenverkaufswert von ca. 100.000 Euro haben. Zwei der am gestrigen Tag festgenommenen vier Tatverdächtigen befinden sich zwischenzeitlich in Thüringer Justizvollzugsanstalten. Zwei weitere Verdächtige werden heute dem Ermittlungsrichter zur Haftprüfung vorgeführt.

Derzeit laufen die Ermittlungen gegen insgesamt mindestens elf Verdächtige auf Hochtouren. Nachdem bereits gestern neun Objekte unter anderem mit Drogenspürhunden durchsucht wurden, folgten heute weitere fünf Liegenschaften im Städtedreieck. Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts des bandenmäßigen Handelns mit Betäubungsmitteln stellten die Beamten bisher auch Bargeld in Höhe von über 1.000,- Euro, zwei PKWs, einen LKW sowie zwei Motorräder zum Zwecke der Vermögensabschöpfung sicher. Außerdem wurden neben den am Dienstag aufgefundenen vier Schlagringen noch drei Einhandmesser sowie einen Elektroschocker sichergestellt.

Im Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen in der lokalen Drogenszene nehmen die Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Saalfeld unter der Telefonnummer 03672/417-1217 weitere Hinweise entgegen.

Titelfoto: LPI Saalfeld

Schlag gegen Drogendealer im Städtedreieck

Einen gezielten Einsatz führte die Saalfelder Kriminalpolizei heute gegen die organisierte Drogenkriminalität im Städtedreieck Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg. Gemeinsam mit Beamten der Landespolizeiinspektion Saalfeld, der Thüringer Bereitschaftspolizei, des Thüringer Landeskriminalamtes, mehreren Diensthundeführern mit Drogenspürhunden und der Sächsischen Landespolizei nahmen die Beamten heute Morgen vier verdächtige Männer aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt fest.
Gegen die Verdächtigen im Alter zwischen 34 und 48 Jahren liegen aktuell Haftbefehle des Amtsgerichts Gera wegen des Verdachts des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln vor. Im Zusammenhang mit den heutigen Festnahmeaktionen wurden insgesamt neun Objekte im Städtedreieck durchsucht und diverse illegale Betäubungsmittel sichergestellt. Darunter waren auch etwa zwei Kilogramm Marihuana sowie mehrere Gramm Crystal. Des Weiteren stellten die Polizisten zwei hochwertige Motorräder, ein Quad sowie einen PKW im Rahmen der Gewinnabschöpfung sicher. Außerdem stellten die Beamten vier Schlagringe sicher.
Derzeit dauern die Maßnahmen der Kriminalbeamten im Raum Saalfeld-Rudolstadt weiter an. Unter anderem laufen derzeit die Vernehmungen der Beschuldigten und Zeugen sowie die Auswertung der sichergestellten Beweismittel.

Fotos: LPI Saalfeld

Oberweißbach: Stadt, Bergbahn und Forst unterzeichneten Kooperationsvertrag

Vertreter der Stadt Oberweißbach, der Oberweißbacher Bergbahn und der ThüringenForst-AöR unterzeichnen heute in Anwesenheit von Forstministerin Birgit Keller (Linke) einen neuen Kooperationsvertrag zum erweiterten Fröbelwald. Das waldpädagogische Bildungs- und Freizeitangebot, 2014 eröffnet und nach dem in Oberweißbach geborenen „Kindergartenvater“ Friedrich Fröbel benannt, wurde um zusätzliche Attraktionen ergänzt. Jährlich nutzen 180.000 Besucher die Oberweißbacher Bergbahn, an deren Endstation Familien und Kinder sowie Kindergruppen den Fröbelwald kostenfrei besuchen können. An sechs Stationen wird Interessantes über die Natur, den Wald und das nachhaltige Wirken der Förster vermittelt. In den letzten vier Jahren investierte ThüringenForst jeweils etwa drei Millionen Euro in den Bereich Waldpädagogik und Umweltbildung.

Revierförster Volker-Christian Hassenstein (Mitte) erläutert das Angebot für Kinder im Fröbelwald
„Mit den jährlichen Waldjugendspielen an 24 Forstamtsstandorten, den drei Jugendwaldheimen und nun dem Fröbelwaldprojekt sind wir in der Umweltbildung auf einem sehr guten Weg“, erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. An sechs Stationen werden Themen wie „Köhlerhütte“, „Waldpflanzen- und Kräuterpfad“, „Baumlehrpfad“ oder „Steinbruch“ vermittelt. Ein in Kürze fertiggestellter Matsch-Spielplatz folgt der Fröbelschen Philosophie, Kinder auch Kinder sein zu lassen und Aktivität und Kreativität zu fördern. Während ThüringenForst für die inhaltliche Ausgestaltung sowie die Personalbetreuung durch das beauftragte Thüringer Forstamt Gehren zuständig ist, betreibt die Oberweißbacher Bergbahn das Standortmarketing, die Stadt Oberweißbach als Grundstückseigentümer die Unterhaltung und Pflege der Vertragsflächen sowie die Verkehrssicherungspflicht.

Wie erfolgreich dieses Projekt ist, zeigten die Terminbuchungen: Die Nachfrage von Kindergärten, Schulen und privaten Gruppen nach geführten Besuchen ist so stark angestiegen, das Anmeldebestätigungen erst wieder für 2019 ausgegeben werden können.

Titelfoto (von links) Volker Gebhardt, Vorstand ThüringenForst; Andreas Grünschneder, 1. Beigeordneter Landrat Saalfeld Rudolstadt; Diana Saager, Leiterin der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn; Forstministerin Birgit Keller; Bernhard Schmidt, Bürgermeister der Stadt Oberweißbach

Die schönste Dreifaltigkeit: Kinder, Natur, Bildung

Nach dem heutigen Rundgang durch den Fröbelwald lautet mein Fazit: Ich wäre gern nochmal Kind und würde dann mit Revierförster Volker-Christian Hassenstein durch den Fröbelwald ziehen! Ich hatte sofort das Gefühl: Der Mann lebt, was er sagt und sagt, was er lebt. Da werden Erinnerungen an die Kindheit wach. Ohne Smartphone, ohne Playstation war die Welt – vor allem die Natur – (auch) in Ordnung. Bis zum Einbruch der Dunkelheit fand das Leben nach der Schule draußen statt. Wenn der Hosenboden mal so richtig speckdreckig und zerrissen war, wurde er auch mal strammgezogen. Aber Aufmerksamkeits- und sonstige Defizite war kein Thema, das wurde in der freien Natur therapiert. Es gab Fernsehverbot, aber nie „Stubenarrest“.
Ich hätte Bambi nie mit weißen Flecken gemalt und konnte einen Hasen von einem Kaninchen ebenso unterscheiden wie ein Ahornblatt von Eichenlaub. Ich habe im Herbst nicht „gedaddelt“, sondern Eicheln und Kastanien gesammelt. Die Mutproben dieser Jahre hießen, wie Hassenstein erinnerte: Wer klettert am höchsten, wer kommt trockenen Fußes über einen breiten Bach. Und: Es gab weder Helikopter-Eltern noch grüne Nannys. Schon bald ist ein Bereich im Fröbelwald fertig, wo Kinder nach Herzenslust eine Schlammschlacht im Wortsinne machen können. Liebe Eltern, keine Sorge! Die Klamotten werden heutzutage in der Waschmaschine wieder sauber (meine Oma musste noch schrubben und machte das gern!). Natur müssen Kinder erleben. Hautnah. Das erzeugt Nähe: Zu Heimat, zu Wald und zu Flur. Es macht im Wortsinne bodenständig und erdet. Es gibt keinen schöneren (und besseren) Abenteuerspielplatz.
Zurück zur Gegenwart: Ja, da steckt viel Geld im Fröbelwald. Steuergeld. Aber jeder dort ivestierte Euro wird bessere Zinsen tragen als das sinnentleerte Gewäsch vieler sogenannter Initiativen und Bündnisse, die Geld eigennützig lediglich verbrennen. Dieses wunderbare Fleckchen im Thüringer Wald ersetzt glatt alle grünen Minister im Bund. Denn in Oberweißbach können Kinder tatsächlich fürs Leben lernen!

Andreas Kühn

Afghanische Asylbewerber ließen Steine und Fäuste fliegen

Zu einer Prügelei auf einem Sportplatz wurde die Polizei Montagabend in Sonneberg gerufen. Zeugen hatten gegen 21.15 Uhr die Auseinandersetzung zwischen mehreren jungen Männern beobachtet und die Beamten alarmiert. Die Polizisten trennten die Beteiligten vor Ort und erhoben deren Personalien.

Nach Befragung der angetroffenen Personen soll es auf dem Sportplatz in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße zunächst zu einer Auseinandersetzung zwischen drei Asylbewerbern aus Afghanistan gekommen sein. Dabei sollen die jungen Männer mit Steinen aufeinander geworfen und mit Fäusten gegenseitig auf sich eingeschlagen haben. Als mindestens zwei Zeugen (deutsch, 28 und 47 Jahre), die dort Volleyball spielten, versuchten zu schlichten, wurden offenbar auch sie angegriffen und leicht verletzt. Die drei tatverdächtigen Afghanen im Alter von 18, 19 und 20 Jahren wurden ebenfalls verletzt.

Gegen sie wird nun wegen des Verdachts der Körperverletzung sowie der gefährlichen Körperverletzungen ermittelt. Der 19-Jährige erlitt einen Nasenbeinbruch und kam zur weiteren Behandlung per Rettungswagen in stationäre Behandlung. Ein Atemalkoholtest ergab bei ihm 2,09 Promille. Gegen ihn wird nun außerdem wegen des Verdachts des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt, da er mehrfach in Richtung der eingesetzten Beamten trat. Die anderen Beteiligten wurden leicht verletzt und teils ambulant behandelt. Sie erlitten diverse Prellungen und Schürfwunden.

Bad Blankenburger Lavendelkönigin kommt aus Cordobang

Wie alle Jahre wieder, so wurde auch gestern beim 22. Bad Blankenburger Lavendelfest die Königin für ein Jahr gekürt. Die 18-jährige Kristin Eckardt (links im oberen Bild) aus Cordobang hat in diesem Jahr ihr Abitur am Gymnasium in Königsee gemacht und darf ab sofort die lila Schärpe der Lavendelkönigin tragen und die Stadt auf Festen und Messen repräsentieren. Die scheidende Königin Luise Martin aus Böhlscheiben (rechts) durfte zuvor zwölf Monate lang auf zahlreichen Terminen Bad Blankenburg vertreten.
Beide „Majestäten“ wohnen nur wenige Kilometer voneinander entfernt, möchten Lehrerin werden und teilen die Liebe zu Pferden.

„Majestäten“ unter sich.

Rudolstadt: Bauarbeiter mit Luftgewehr beschossen

Am Mittwochnachmittag ging bei der Polizei ein Notruf ein, dass auf einer Baustelle in der Trommsdorffstraße in Rudolstadt die Bauarbeiter vermutlich mit einem Luftdruckgewehr beschossen wurden. Eine Person sei bereits verletzt. Sofort fuhren mehrere Polizeieinsatzwagen zu der Baustelle. Zudem wurden im Erich-Correns-Ring die Hauseingänge des der Baustelle gegenüberliegenden Blocks von den Polizisten besetzt. Ein 53-jähriger Slowake und ein 50-jähriger Tscheche, die auf einer Hebebühne an einer Hausfassade in der Trommsdorfstraße gearbeitet hatten, sollen aus der oberen Etage des gegenüberliegenden Blocks beschossen worden sein. Beide wiesen leichte Verletzungen auf.

In der Folge hatten zwei deutsche Männer im Alter von 22 und 30 Jahren versucht, den Wohnblock im Erich-Correns-Ring zu verlassen und wurden dabei von den Polizisten aufgehalten. Eine richterlich angeordnete Durchsuchung der Wohnung des 22-Jährigen führte zum Fund eines Luftdruckgewehrs und mehreren Schuss der dazugehörigen Munition. Zudem wurden geringe Mengen illegaler Betäubungsmittel sichergestellt. Der 30-Jährige stand mit 0,61 Promille unter Alkoholeinfluss und ein Drogenvortest reagierte bei ihm, wie auch bei dem 22-Jährigen, positiv. Die beiden Männer, die bereits polizeibekannt sind, wurden zur Blutprobenentnahme in ein Krankenhaus gebracht. Gegen sie wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnten sie die Dienststelle wieder verlassen.

Die beiden Bauarbeiter, die durch den Beschuss verletzt wurden, erhielten vor Ort Erste Hilfe. Da die Verletzungen glücklicherweise nicht so gravierend waren, war eine Versorgung im Krankenhaus nicht erforderlich.

Europas Schachtalente kommen nach Bad Blankenburg

Vom 11. bis 19. Juli 2018 findet in Thüringen die Jugendmannschafts-Europameisterschaft im Schach statt. Gastgeberin der erstmals in Deutschland ausgerichteten EM ist die Landessportschule in Bad Blankenburg. Erwartet werden rund 150 Schachtalente aus 15 europäischen Ländern.

Die Meisterschaft ist eingebunden in das Lasker-Jahr des Deutschen Schachbundes. Emanuel Lasker (1868-1941) war der bisher einzige deutsche Schachweltmeister und musste als Jude vor den Nazis fliehen. Er hielt den Titel sagenhafte und unübertroffene 27 Jahre. Eine dauerhafte Würdigung wurde ihm im Deutschland seiner Zeit versagt. In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag des Sportgenies zum 150. Mal.

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport fördert das Turnier mit 20.000 Euro. Gespielt wird in vier Kategorien (Open U18; Mädchen U18; Open U12; Mädchen U12).

Schlägereien in Jena und Apolda – Abiturient schwer verletzt

Um Zeugenhinweise bittet die Jenaer Polizei nach einer Schlägerei in der Straßenbahn am Samstagmorgen gegen 4.15 Uhr. Offensichtlich waren zwei Gruppen junger Männer während der Fahrt vom Stadtzentrum nach Jena Lobeda-Ost in Streit geraten und hatten diesen in einer handfesten Schlägerei ausufern lassen. Die von Zeugen informierten Polizeibeamten nahmen die Personalien der elf ausschließlich deutschen Männer im Alter von 17 bis 23 Jahren, auf. Es wird jetzt ermittelt, wie und warum es zu dem Streit gekommen ist. Zeugenhinweise bitte unter 03641-81123.

Ein 19-jähriger Asylbewerber betrat am Freitagnachmittag unerlaubt das Gelände der Gemeinschaftsunterkunft in Apolda, Lessingstraße. Er wurde daraufhin mehrmals von einem Polizeibeamten aufgefordert, dieses zu verlassen. Er verweigerte das, wurde vielmehr aggressiv und beschimpfte die Anwesenden. Als er plötzlich eine Bierflasche nahm und versuchte, damit auf den Polizisten einzuschlagen, wurde er vorübergehend festgenommen. Der Afghane wehrte sich erheblich gegen diese polizeiliche Maßnahme und rief dem Beamten Beleidigungen und Bedrohungen entgegen. Gegen den 19-Jährigen wurden Anzeigen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Bedrohung sowie Beleidigung geschrieben. Während der Maßnahmen griff ein Bewohner der Unterkunft ein. Der 35-jährige Afghane versuchte, die Festnahme seines Bekannten mit Beschimpfungen zu verhindern. Auch versuchte er, die Beamten tätlich, u. a. ebenfalls mithilfe einer Bierflasche, anzugreifen, was jedoch verhindert werden konnte. Auch er muss sich für seine Taten verantworten.

Mit zum Teil schweren Verletzungen endete für vier junge Männer am Samstagabend die Feier ihres bestandenen Abiturs. Die vier 18-Jährigen feierten mit ihren Familien und Freunden den Abi-Abschlussball in Jena-Burgau. Nach Ende der Feierlichkeit liefen die vier Abiturienten gegen 1:45 Uhr den Fuß- und Radweg am Burgauer Weg in Richtung Stadtzentrum, als sie einer Gruppe von etwa acht jungen Männern begegneten, die ihnen entgegen kam und sie „angepöbelten“. Das Quartett flüchtete vor den Angreifern, wurde aber von ihnen verfolgt und eingeholt. Es kam zu einer tätlichen Auseinandersetzung, bei der drei der Abiturienten leicht, ein vierter schwer verletzt wurden. Die Angreifer liefen danach in Richtung Burgau davon. Die Jenaer Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise. Wer hat den Vorfall beobachtet bzw. wer hat gehört, dass sich jemand mit dieser Tat gebrüstet hat? Hinweise bitte unter 03641-811123.

Saalfelds höchstgelegener Stadtteil bekommt eine neue Attraktion

Als Dr. Wolfgang Christoph vor ca. zwei Jahren in den (Un)Ruhestand ging, suchte er sich einen neuen Wirkungsbereich. Der ehemalige Chefarzt der Radiologie an den Thüringenkliniken engagierte sich bereits in seinem Wohnort Arnsgereuth und ist auch ein begeisterter Hobby-Tischler.

Die Senioren seiner Heimatgemeinde, die aus dem Dorf von den Bergäckern in Richtung Breiter Berg spazieren gehen, brachten ihn auf eine Idee. Längs des Weges entstanden sechs Themenbänke und ein Schutzdach. Nicht die üblichen Bänke – sondern Kunstwerke aus Holz mit augenzwinkerndem Hintergrund. Dort soll man mal eine Auszeit nehmen, die herrliche Landschaft genießen und auf den Kunstwerken die Seele und die Beine baumeln lassen können.

Eine Rentnerbank sowie die Triobank machen den Anfang, gefolgt von der Drehbank (die neue Aussichten ermöglicht) und der doppelten Familienbank mit Wippe, über die Orientierungsbank zur Begegnungsbank mit Tisch und am Ende einer kleinen Schutzhütte. Alles ist liebevoll getischlert, mit Infos und fröhlichen Schildern versehen und lädt zum Verweilen und Schmunzeln ein. Unterstützt wird Dr. Christoph dabei von über 20 ehrenamtlichen Helfern und acht regionalen Firmen. Es gibt schon drei Patenschaften für die Bänke, aber es können auch noch weitere übernommen werden.

Die Einweihung dieses Kleinods wird am Samstag, dem 30. Juni um 11:00 Uhr erfolgen und ist die letzte offizielle Amtshandlung von Saalfelds Bürgermeister Matthias Graul. Interessierte sind herzlich dazu eingeladen.

Schlüsselübergabe für Thüringens ältestes Forstamtshaus

Forstministerin Birgit Keller hat heute in Paulinzella (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) gemeinsam mit Ministerpräsident Bodo Ramelow feierlich den Schlüssel des generalsanierten Forstamtshauses Paulinzella an Forstamtsleiter Hartmut Eckardt übergeben, teilt ThüringenForst mit. Rund drei Millionen Euro investierte die Landesforstanstalt in das denkmalpflegerisch liebevoll sanierte Forstamtshaus. Seit 1475 war dieses in klösterlicher, nach der Reformation ab 1540 durchgehend in forstlicher Nutzung. Damit ist das mehrgeschossige Fachwerkgebäude nicht nur das älteste Thüringer Forstamtshaus, sondern auch eines der ältesten Forstdienstgebäude in Deutschland. Durch die unmittelbare Lage an der Klosterruine Paulinzella gilt das Ensemble als bedeutendes romanisches Bauwerk in Mitteldeutschland.

„Mit der rund drei Millionen Euro teuren Generalsanierung des mittelalterlichen Forstamtshauses Paulinzella hat die Landesforstanstalt einer forst-, bau- und kunsthistorischen Perle im Freistaat zu neuem Glanz verholfen“, so Ministerpräsident Bodo Ramelow. Von 2014 bis 2018 in enger Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie grundhaft instandgesetzt, ergaben die denkmalpflegerischen Bauuntersuchungen einige Überraschungen: So wurde das Gebäude nicht, wie bisher angenommen, 1530 errichtet, sondern schon 1474 – nach einem verheerenden Großbrand. Ebenso wurde eine bislang unbekannte holzvertäfelte Stube freigelegt, die als Abtsitz diente und mit einem spätgotischen Kachelofen beheizt wurde. Mit diesen Funden muss die Geschichte des Hauses wohl neu geschrieben werden.

„Das Gebäude ist ein bauhistorisches Denkmal, das mit ThüringenForst einen Nutzer gefunden hat, der den Werk- und Baustoff mehr als zu schätzen weiß. Das Fachwerkhaus ist mit seiner über 500-jährigen Geschichte ein außergewöhnlicher Zeitzeuge für das Bauen mit Holz. Hierfür möchte ich für Thüringen, mit einer Holzbauquote von rund 13 Prozent ausdrücklich werben“, so Forstministerin Birgit Keller. Während das Erdgeschoss künftig als Museum genutzt wird, belegt das Forstamt die Räumlichkeiten im Obergeschoss. Im Museum soll anschaulich zeigen, wie ein prosperierender Klosterbetrieb im ausgehenden Mittelalter residierte und vor über 500 Jahren einen seinerzeit hochinnovativen Fachwerkbau mit einer Gesamthöhe von rund 18 Meter auf einer Länge von 34 Metern holzhandwerklich umzusetzen wusste. Allein die 81 Fenster des Klausurgebäudes lassen die Herausforderungen für die damaligen Zimmerleute erahnen. Im Untergeschoss des ehemaligen Klausurgebäudes wird ThüringenForst einen Bereich für die Waldpädagogik einrichten. Damit sollen vorwiegend Kindern und Jugendlichen ein Projektangebot „Wald erleben mit allen Sinnen“ ermöglicht werden. Dazu der Ministerpräsident: „Die Sanierung des Forsthauses ist nicht nur ein spürbarer Impuls zur Erhaltung des baulichen Erbes Thüringens. Sie ist zugleich ein Zeichen dafür, dass wir die Arbeit unserer Vorfahren schätzen und für die Nachwelt erhalten wollen. Ebenso wichtig ist es, dass das Forsthaus nicht nur als Dienststelle und Dienstort genutzt wird, sondern durch Ausstellungen und waldpädagogische Veranstaltungen auch ein Ort der öffentlichen Begegnung bleibt. In diesem Sinne ist das Forsthaus ein außergewöhnliches Haus.“

Ursprünglich wurde die Fachwerkskonstruktion aus 150 Festmeter Nadelholz errichtet. Im Rahmen der Generalsanierung ließ ThüringenForst 85 Kubikmeter Douglasie und Weißtanne neu verbauen. Allein im Innenausbau wurden 21 Kubikmeter Weißtanne verarbeitet. Dabei wurde keine heimische, sondern baden-württembergische Weißtanne eingesetzt. Diese stammt aus der Region Hirsau, dem ehemaligen Mutterkloster der Abtei Paulinzella. „Da das Amtshaus eines der wenigen erhaltenen hölzernen Klosterbauten in Mitteleuropa ist, wurde auch dieser historische Kontext angemessen berücksichtigt“, erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand, nicht ohne Stolz. Und bedankte sich bei dem beauftragten Büro für Bauforschung Scherf-Ludwig-Bolze aus Silbitz wie auch den Vertretern des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie.

Foto: Daniela Tröger ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt (li.), Forstministerin Birgit Keller (2.v.r.) und Ministerpräsident Bodo Ramelow (r.) übergeben gemeinsam Forstamtsleiter Hartmut Eckardt (2.v.l.) den symbolischen Schlüssel zum generalsanierten, ältesten Forstamtgebäude des Freistaats.