Syrischer Asylbewerber schlägt seine Ehefrau krankenhausreif

Häusliche Gewalt rief am Sonntagabend die Polizei in Pößneck auf den Plan. Derzeit wird gegen einen 26-jährigen Asylbewerber ermittelt. Der Syrer steht im Verdacht, seine 27-jährige syrische Lebensgefährtin am Sonntagnachmittag im Verlauf eines Streits mehrmals ins Gesicht geschlagen zu haben. Zur Behandlung ihrer stark blutenden Gesichtsverletzungen kam die junge Frau in ein Krankenhaus. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Körperverletzung.

Wohnhausbrand in Kahla – hoher Sachschaden

Zu einem Wohnhausbrand mit integrierter Tischlerei kam es am heutigen frühen Montagmorgen im Kahlaer Oberbachweg. Gegen 6.00 Uhr brach das Feuer in der dritten Etage aus. Die schnell hinzugerufene Feuerwehr begann mit den Löscharbeiten, gegen 9.00 Uhr waren die Flammen endgültig erloschen. Die Rauchentwicklung war enorm, weshalb die Bevölkerung auch danach noch aufgefordert wurde, die Fenster und Türen zu schließen.

Bei dem Brand entstand sehr hoher Sachschaden von mindestens 200.000 Euro, wahrscheinlich liegt er höher. Der Hausbesitzer ist Jäger und lagerte im Haus vier Langwaffen, drei Pistolen und ca. 2.000 Schuss Munition. Da diese ordnungsgemäß in einem Panzerschrank gelagert waren, ging von ihnen keine Gefahr aus. Die Waffenbehörde wurde zur Bergung der Waffen angefordert.

Die Kriminalpolizei Jena hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, möglich ist hier die Inbetriebnahme eines Kamins im Wohnhaus. Eine genaue Prüfung steht jedoch noch aus. Für die Löscharbeiten wurde eine Wasserstrecke aufgebaut. Diese verlief teilweise auf der B88, weshalb diese vorübergehend einseitig gesperrt wurde. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde die Bundesstraße wieder vollständig für den Verkehr freigegeben.
Foto: LPI Jena

Kindlicher Spieltrieb führt zu 30.000 Euro teuren Sachschäden

Dass man Kinder besser nicht ans Steuer eines Autos setzen sollte, bekam gestern Abend ein Vater in Lehesten (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) zu spüren. Er parkte seinen Mercedes vor dem eigenen Haus, um etwas auszuladen und platzierte seine zweijährige Tochter zwischenzeitlich auf dem Fahrersitz.

Das kleine Mädchen spielte jedoch an den Knöpfen in der Mittelkonsole und löste dabei offenbar die elektronische Parkbremse. Deshalb rollte der Benz mit dem Kind auf die abschüssige Straße und rammte dort einen Seat sowie einen Ford, bevor er an einem Gartenzaun schließlich zum Stehen kam. Zum Glück ist dem Kind außer einem gehörigen Schrecken nichts passiert. Durch die Kollisionen entstanden nach ersten Schätzungen jedoch Sachschäden in Höhe von rund 30.000 Euro.

Zugedröhnte „Tierschützer“ am Werke

Vermutlich unter dem Einfluss von Drogen befreite eine 20-Jährige in Begleitung eines Unbekannten und zweier Hunde etwa 200 Kühe aus der Stallanlage in Ehnes im Landkreis Sonneberg. Hierbei wurde sie durch Mitarbeiter gesehen. Als diese die beiden ansprachen, bedrohte die 20-Jährige die Mitarbeiter mit einem Messer und flüchtete in unbekannte Richtung.

Die Polizeibeamten vor Ort stellten in der Umkleidekabine der Milchviehanlage die Kleidung, sowie den Personalausweis der Frau fest, demnach muss sie sich unbekleidet vom Tatort entfernt haben. Aufgrund der niedrigen Temperaturen und da nicht auzuschließen war, ob die Person verletzt ist, kam ein Polizeispürhund zum Einsatz. Da dies nicht zum Auffinden führte, wurde am Morgen die Suche mit einem Polizeihubschrauber fortgesetzt.

Nach weiteren Ermittlungen konnte die Frau am Nachmittag bekleidet bei einem Bekannten zusammen mit ihrem 36-Jährigen Begleiter festgestellt werden. Alle Beteiligten standen augenscheinlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln. Die 20-Jährige wurde einem Arzt vorgestellt, welcher sie in eine Klinik einwies.

In der weiteren Folge wurde bekannt, dass auch auf einem privaten Grundstück bei Almerswind eine Stallanlage geöffnet wurde und Hühner, sowie Hasen und Hunde herausgelassen wurden. Die Tiere konnten auch hier wieder fast vollzählig eingefangen werden. In diesem Zusammenhang wird eine Kangalhündin noch vermisst. Wer Angaben zum Aufenthalt dieser Hündin machen kann, soll sich bitte bei der Polizei in Sonneberg melden: 03675 875 0.

Wohin mit dem Laub in Saalfeld

Der Herbst hat endgültig Einzug auch in der Feengrottenstadt gehalten. Die „goldene“ Farbenpracht der Laubbäume geht allerdings naturgemäß in Laubfall über und bringt damit Pflichten für Bürger, da die Beräumung des Laubes gemäß der „Satzung über die Straßenreinigung im Gebiet der Stadt Saalfeld“ Aufgabe von Grundstückseigentümern bzw. deren Beauftragten ist. Verstöße gegen die Satzung stellen Ordnungswidrigkeiten dar und können mit Geldbuße geahndet werden, verlautet aus dem Rathaus.

Das Tiefbaumt weist aus gegebenem Anlass nachdrücklich darauf hin, dass „die Beseitigung und Entsorgung des Laubes von Gehwegen einschließlich des Straßenrandes (Rinnstein) sowie der Öffnung der Straßenkanäle (Gullys) wöchentliche Pflicht der Anlieger ist und diesen allein obliegt.“ Das Laub kann kostenfrei zum Wertstoffhof des ZASO in der Industriestraße gebracht werden.

AUSNAHME: Einsatz der Kehrmaschine bei hohem Laubaufkommen

Die Stadt Saalfeld/Saale wird am 23.10.2018 und am 01.11.2018 als freiwillige Leistung in Straßen mit sehr großem Laubanfall das Laub einsaugen und entsorgen. Aus diesem Grund sind Anwohner angehalten, keine Säcke an den Straßenrand zu stellen, sondern das Laub bis 7:00 Uhr an den Straßenrand zu kehren, sodass es von der Kehrmaschine aufgenommen werden kann. Dies gilt ausschließlich für folgende Straßen bzw. -abschnitte:

Albert-Schweitzer-Straße | Am Watzenbach | An der Politz | Aquilastraße | Dr.-Wilhelm-Külz-Straße | Eichendorffstraße | Friedhofstraße (unterer Teil) | Geschwister-Scholl-Straße (Schule + Gasthaus) | Grobestraße (große Linde) | Grünhain | Herderstraße | Kapellenstraße (große Eiche) | Käthe-Kollwitz-Straße | Köditzgasse | Lachenstraße | Puschkinstraße (Nebenweg vor Büchner) | Sonneberger Straße | Untere Dorfstraße | Unterm Kitzerstein | Zum Eckardtsanger (entlang Viehtreibe) | Zum Turnplatz | Kelzstraße.

Saalfelds Tiefbauamtsleiter Uwe Neumann erläutert hierzu: „Diese Reinigung ist erforderlich, damit die Sinkkästen frei bleiben und bei starken Regenfällen das Oberflächenwasser auch im Herbst problemlos ablaufen kann. Eine Gebühr wird für diese Reinigung nicht anfallen, da diese Straßenreinigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit sowie der Verkehrssicherheit dient. Es handelt sich bei dieser Maßnahme um eine freiwillige Unterstützung. Grundsätzlich sind die Eigentümer und Besitzer zur Reinigung und Entsorgung verpflichtet.“

Bad Blankenburgs „heilige Kuh“ wird verarztet

Die Sanierungsarbeiten am Chrysopraswehr in Bad Blankenburg gehen seit Tagen planmäßig vonstatten. Aktuell wird das Wehr abgedämmt. Erst danach erfolgt – ohne fließendes Gewässer – der Wiederaufbau des zerstörten Teils.

In der bis November andauernden Notsicherung soll der ursprüngliche Zustand in einer Großsteinblockbauweise wieder hergestellt werden. Die schadhaften Stellen sollen ausgebaut und dann durch Schiefer wieder geschlossen werden.

50-Jähriger wird in Bad Blankenburg attackiert

Am Mittwochabend gegen 19:15 Uhr wurde ein 50-Jähriger (deutsch) von zwei Männern (nach bisherigen Erkenntnissen deutsch) attackiert und dabei verletzt. Der später Verletzte war durch den Stadtpark aus Richtung Wirbacher Straße in Richtung Fröbelstraße gelaufen. Auf einer Fußgängerbrücke waren ihm nach seinen Angaben die beiden Männer im Alter von ca. 20 bis 30 Jahren entgegen gekommen. Nach einem Wortwechsel sollen beide auf den 50-Jährigen eingeschlagen und ihn getreten haben. Die Täter seien dann in unbekannte Richtung geflohen.

Der Verletzte war anschließend bis zu einem kleinen Park an der Ecke Fröbelstraße/Schwarzburger Straße gelangt, wo er auf Bekannte traf, die die Polizei alarmierten. Trotz Fahndungsmaßnahmen konnten keine Tatverdächtigen mehr festgestellt werden.

Zu den beiden Personen wurde lediglich bekannt, dass beide zwischen 20 und 30 Jahren alt sein sollen. Ein Täter wurde auf 1,70 m geschätzt und hatte kurze, blonde Haare und eine schlanke Statur. Der zweite Täter soll etwa 1,85 m groß gewesen sein und war unter anderem mit einem schwarzen T-Shirt bekleidet. Er hatte zudem kurze, schwarze Haare. Die Kripo Saalfeld führt die Ermittlungen im Zusammenhang mit der gefährlichen Körperverletzung fort. Um weitere Hinweise zu den bisher unbekannten Tätern zu erlangen, werden Zeugen gebeten, denen verdächtige Personen aufgefallen sind, sich unter Tel. 03672/417-1464 bei den Ermittlern der Kripo zu melden.

Viele Zahlen zu Straftaten „nicht pressefrei“

Auf Grund zahlreicher Anfragen in den sozialen Medien und per Mail haben wir bei der Landespolizeiinspektion Saalfeld mal die wichtigsten Fragen gestellt, die unseren Lesern unter den Nägeln brennen. Die Antworten:

Eine detaillierte Straftatenstatistik für den Zuständigkeitsbereich der LPI Saalfeld wird regelmäßig erst am Ende eines Jahres erstellt und anschließend in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) veröffentlicht. Der Pressevorbehalt bzw. der Zeitpunkt der Veröffentlichung für diese Zahlen unterliegt Weisungen des Thüringer Ministeriums für Inneres und Kommunales. Aus diesem Grund können wir für das Jahr 2018 keine konkreten Zahlen liefern.

Des Weiteren erfolgt die statistische Erfassung politisch motivierter Straftaten rechts und links beim Thüringer Landeskriminalamt, weshalb Ihre Anfrage diesbezüglich dorthin gerichtet werden müsste. Wobei auch hier anzumerken ist, dass die Erhebungen für 2018 ebenfalls noch nicht pressefrei sind.

Straftaten/Anzeigen von/gegen Asylbewerber
Hierzu kann keine Aussage getroffen werden, da eine statistische Auswertung nicht möglich ist.

Wie oft kamen 2018 bisher Messer bei Straftaten zum Einsatz (nichtdeutsche Täter und Deutsche getrennt)?
Eine Auswertung von Messerangriffen aus statistischen Daten der PKS ist gegenwärtig nicht möglich. Daher können keine verlässlichen Angaben zum Einsatz von Messern bei Straftaten im Zuständigkeitsbereich der LPI Saalfeld geliefert werden.

Wie oft wurde die LPI in den GU Saalfeld und RU tätig?
Nach den Einsatzprotokollen der LPI Saalfeld gab es in den beiden zentralen Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt im Zeitraum vom 01.01.2018 bis 31.08.2018 folgende Einsatzzahlen:
GU Saalfeld:
5 Einsätze ohne direkten Straftatenbezug (z.B. Brandalarm, Abschiebungen, Vermisstensachverhalte, usw.)
9 Einsätze mit folgenden Strafanzeigen

GU Rudolstadt:
38 Einsätze ohne direkten Straftatenbezug (z.B. Brandalarm, Abschiebungen, Unterstützung bei Rettungsdiensteinsätzen, Suizidversuche, usw.)
25 Einsätze mit folgenden Strafanzeigen

Anmerkung der Redaktion: Straftaten von Asylbewerbern außerhalb der beiden GU sind dabei nicht erfasst. Grund: Siehe oben.

Wie oft war die LPI bei Abschiebungen im Einsatz?
Die LPI Saalfeld war in den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla und Sonneberg bei 33 Einsätzen involviert. In 14 Fällen von den 33 Einsätzen wurden die abzuschiebenden Personen nicht angetroffen.

Anmerkung der Redaktion: In Thüringen werden Iraker und Afghanen unseres Wissens grundsätzlich nicht abgeschoben.

Jeder dritte Asylbewerber im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist ausreisepflichtig

Derzeit leben im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt 358 Asylbewerber aus 25 Ländern. Das Gros von ihnen (71,5 Prozent) sind Männer. 33 Asylbewerber sind unbegleitete Minderjährige (umA). Die Zahlen liegen somit unter denen von 2014. Das teilte das Presse- und Kulturamt auf Anfrage mit.

Entwicklung der Asylbewerber-Zahl im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt seit 2014 (wenn nicht anders vermerkt zum 31.12.)

111 Asylbewerber sind derzeit ausreisepflichtig. 106 von ihnen haben allerdings eine Duldung.
Fünf Asylbewerber befinden sich in Haft und haben deshalb keine. Ca. 60 Prozent der Geduldeten müssen im Dublin-III-Verfahren oder als sogenannte Drittstaatenfälle in einen europäischen Staat abgeschoben werden. Rund zehn Prozent müssen wegen fehlender Reisedokumente für eine Abschiebung in das Heimatland geduldet werden. Weitere ca. zehn Prozent werden geduldet, weil Abschiebungen nach Afghanistan und in den Irak nicht durchgeführt werden: Für 20 Prozent treffen nach Angaben der Behörde andere Duldungsgründe zu.

18 Asylbewerber wurden im laufenden Jahr bisher abgeschoben.

Asylbewerber greifen Rettungskräfte an

Zwei junge Asylbewerber sollen in der Nacht zum Freitag mehrere Rettungskräfte und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes in einer Rudolstädter Gemeinschaftsunterkunft angegriffen haben. Gegen 22.30 Uhr waren die Rettungssanitäter gerufen worden, da ein Mann offenbar in suizidaler Absicht Tabletten genommen hatte. Während der Behandlung des Mannes sollen ein 18- und ein 19-jähriger Afghane die Sanitäter körperlich angegriffen haben, so dass diese den Sicherheitsdienst herbeiriefen. Als die Verdächtigen auch auf diese losgegangen sein sollen und versuchten, sie zu schlagen, rief man die Polizei zu Hilfe.

Die Beamten nahmen die bereits amtsbekannten Afghanen in Gewahrsam und fertigten Anzeigen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der 18-Jährige, bei dem die Beamten auch geringe Mengen Cannabis fanden, kam auf Antrag der Staatsanwaltschaft nach richterlicher Haftprüfung in eine Justizvollzugsanstalt. Der 19-jährige, zur Tatzeit deutlich alkoholisierte, Verdächtige wurde in eine Psychiatrie eingewiesen. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wurde keiner der Beteiligten schwer verletzt.

Saalfelder „Einzelfällchen“

Mindestens drei junge Männer mit Migrationshintergrund sollen am Donnerstagabend einen 19-jährigen und einen 54-jährigen Deutschen im Saalfelder Ortsteil Gorndorf angegriffen und geschlagen haben. Nach ersten Zeugenaussagen soll der 19-Jährige vor dem Angriff über einen Asylbewerber gelacht haben, der auf einem Supermarktplatz mit seinem Fahrrad gestürzt war. Kurz nach dem Vorfall soll der gestürzte Radfahrer gegen 20.30 Uhr mit etwa acht Spießgesellen zurückgekehrt sein. Drei von ihnen sollen den Deutschen in der Rathenaustraße dann unter anderem mit einer Flasche gegen den Kopf geschlagen und gegen die Schienbeine getreten haben. Einen hinzugeeilten 54-jährigen Bekannten des 19-Jährigen sollen mindestens drei Verdächtige aus der Gruppe ebenfalls ins Gesicht geschlagen und auch getreten haben.

Der 19-jährige kam zur weiteren Behandlung seiner Kopf- und Beinverletzungen per Rettungswagen in ein Krankenhaus. Sein Bekannter wurde leicht verletzt und lehnte eine Behandlung vor Ort ab. Die tatverdächtigen jungen Männer, bei denen es sich nach den bisherigen Zeugenaussagen offenbar um junge Migranten handelte, flüchteten zu Fuß in unbekannte Richtung. Die Saalfelder Polizei sucht nun Zeugenhinweise zu den tatverdächtigen Personen und zum genauen Ablauf der Auseinandersetzung.

Wie ein Gastschulkind zum Zankapfel wurde

Eine Begründung, die die Stadt Rudolstadt nicht für hinreichend hält.
Am kommenden Samstag wäre die Schuleinführung der sechsjährigen Theresa Bartl aus Langenschade in die Anton-Sommer-Schule in Rudolstadt gewesen. Gewesen. Für die dreifache alleinerziehende Mutter Cornelia war noch bis zum gestrigen Mittwoch eitel Sonnenschein. Doch dann zogen rabenschwarze Wolken auf. Eher zufällig erfuhr sie, dass die Stadt Rudolstadt, ganz entschieden etwas gegen die Schuleinführung ihrer Tochter in der Saalestadt hat!
Nach diesem Bescheid herrschte noch eitel Sonnenschein. Die Stadt Rudolstadt ging dagegen in Widerspruch, nun klagt sie.

Der Reihe nach: Die Mutter stellte im vergangenen Oktober fristgerecht einen Gastschulantrag beim zuständigen Schulamt Südthüringen. Mit einer Vielzahl ihrer Meinung nach einleuchtender, nachvollziehbarer Gründe, warum das Kind nicht die Grundschule in Kamsdorf besuchen kann. Dem Antrag wurde stattgegeben. Cornelia Bartl sah sich schon mit ihrer Tochter und der Zuckertüte am Samstag in Rudolstadt.
Doch alle Beteiligten hatten die Rechnung ohne die Stadt Rudolstadt gemacht! Am gestrigen Mittwoch erfuhr die Mutter, dass die Stadt gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt hatte, den das Schulamt ablehnte. Somit reichte Rudolstadt Klage dagegen ein. Eine gerichtliche Entscheidung ist noch nicht erfolgt.
Zwölf Tage vor Schuleinführung reichte die Stadt Rudolstadt Klage ein.
Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl erklärte auf telefonische Nachfrage, dass ein Gastschulstatus in der persönlichen Situation des Kindes gegeben sein müsse. Zumal auch eine Einschulung in eine der Freien Schulen möglich sei. Da es im Vorfeld kein Einvernehmen mit dem Schulamt gegeben habe, sei die Klage nach dem Widerspruch unausweichlich gewesen. Nahezu gleichlautend äußerte er sich in Gesprächen mit der Kindsmutter, mit der von ihr beauftragten Rechtsanwältin und schriftlich gegenüber der Patentante von Theresa. Wie Cornelia Bartl sagte, habe sie auch im Gespräch mit der Stadt ihre persönliche Situation geschildert. „Es wurde aber völlig abgeschmettert! Das sei alles mein Problem, dass auch in zwei Tagen lösbar sei!“
Wie aus gut informierten Kreisen bekannt wurde, habe aus Rudolstädter Sicht die Zahl der Gastschulkinder überhand genommen – daher müssten nun Exempel statuiert werden (Theresa ist nicht das einzige Kind, dem der Gastschulstatus verweigert wird). Eine Einschätzung, die auch von der Rechtsanwältin nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister geteilt wird.
Für die alleinerziehende Mutter Cornelia Bartl ist es Fünf nach Zwölf. „Ich werde Theresa nicht in Kamsdorf anmelden, denn ich bekomme das weder logistisch noch finanziell als Alleinerziehende auf die Reihe! Ich müsste dann meinen Vollzeitjob in Rudolstadt aufgeben! Es ist auch finanziell und logistisch unzumutbar, nun alle Schulmaterialien für eine weitere Schule aufzuwenden.“
Unterm Strich: Es bleiben eine verzweifelte Mutter und eine Sechsjährige, die beide die Welt nicht (mehr) verstehen. Keine Schule, keine Zuckertüte, keine Feier am Samstag – ein Alptraum!
Andreas Kühn

Update: Nach gestriger Gerichtsentscheidung kann Theresa am heutigen Samstag ihre Zuckertüte in Empfang nehmen und ab Montag wie geplant zur Schule gehen, informierte ihre Mutter.