Schlägereien in Jena und Apolda – Abiturient schwer verletzt

Um Zeugenhinweise bittet die Jenaer Polizei nach einer Schlägerei in der Straßenbahn am Samstagmorgen gegen 4.15 Uhr. Offensichtlich waren zwei Gruppen junger Männer während der Fahrt vom Stadtzentrum nach Jena Lobeda-Ost in Streit geraten und hatten diesen in einer handfesten Schlägerei ausufern lassen. Die von Zeugen informierten Polizeibeamten nahmen die Personalien der elf ausschließlich deutschen Männer im Alter von 17 bis 23 Jahren, auf. Es wird jetzt ermittelt, wie und warum es zu dem Streit gekommen ist. Zeugenhinweise bitte unter 03641-81123.

Ein 19-jähriger Asylbewerber betrat am Freitagnachmittag unerlaubt das Gelände der Gemeinschaftsunterkunft in Apolda, Lessingstraße. Er wurde daraufhin mehrmals von einem Polizeibeamten aufgefordert, dieses zu verlassen. Er verweigerte das, wurde vielmehr aggressiv und beschimpfte die Anwesenden. Als er plötzlich eine Bierflasche nahm und versuchte, damit auf den Polizisten einzuschlagen, wurde er vorübergehend festgenommen. Der Afghane wehrte sich erheblich gegen diese polizeiliche Maßnahme und rief dem Beamten Beleidigungen und Bedrohungen entgegen. Gegen den 19-Jährigen wurden Anzeigen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Bedrohung sowie Beleidigung geschrieben. Während der Maßnahmen griff ein Bewohner der Unterkunft ein. Der 35-jährige Afghane versuchte, die Festnahme seines Bekannten mit Beschimpfungen zu verhindern. Auch versuchte er, die Beamten tätlich, u. a. ebenfalls mithilfe einer Bierflasche, anzugreifen, was jedoch verhindert werden konnte. Auch er muss sich für seine Taten verantworten.

Mit zum Teil schweren Verletzungen endete für vier junge Männer am Samstagabend die Feier ihres bestandenen Abiturs. Die vier 18-Jährigen feierten mit ihren Familien und Freunden den Abi-Abschlussball in Jena-Burgau. Nach Ende der Feierlichkeit liefen die vier Abiturienten gegen 1:45 Uhr den Fuß- und Radweg am Burgauer Weg in Richtung Stadtzentrum, als sie einer Gruppe von etwa acht jungen Männern begegneten, die ihnen entgegen kam und sie „angepöbelten“. Das Quartett flüchtete vor den Angreifern, wurde aber von ihnen verfolgt und eingeholt. Es kam zu einer tätlichen Auseinandersetzung, bei der drei der Abiturienten leicht, ein vierter schwer verletzt wurden. Die Angreifer liefen danach in Richtung Burgau davon. Die Jenaer Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise. Wer hat den Vorfall beobachtet bzw. wer hat gehört, dass sich jemand mit dieser Tat gebrüstet hat? Hinweise bitte unter 03641-811123.

Saalfelds höchstgelegener Stadtteil bekommt eine neue Attraktion

Als Dr. Wolfgang Christoph vor ca. zwei Jahren in den (Un)Ruhestand ging, suchte er sich einen neuen Wirkungsbereich. Der ehemalige Chefarzt der Radiologie an den Thüringenkliniken engagierte sich bereits in seinem Wohnort Arnsgereuth und ist auch ein begeisterter Hobby-Tischler.

Die Senioren seiner Heimatgemeinde, die aus dem Dorf von den Bergäckern in Richtung Breiter Berg spazieren gehen, brachten ihn auf eine Idee. Längs des Weges entstanden sechs Themenbänke und ein Schutzdach. Nicht die üblichen Bänke – sondern Kunstwerke aus Holz mit augenzwinkerndem Hintergrund. Dort soll man mal eine Auszeit nehmen, die herrliche Landschaft genießen und auf den Kunstwerken die Seele und die Beine baumeln lassen können.

Eine Rentnerbank sowie die Triobank machen den Anfang, gefolgt von der Drehbank (die neue Aussichten ermöglicht) und der doppelten Familienbank mit Wippe, über die Orientierungsbank zur Begegnungsbank mit Tisch und am Ende einer kleinen Schutzhütte. Alles ist liebevoll getischlert, mit Infos und fröhlichen Schildern versehen und lädt zum Verweilen und Schmunzeln ein. Unterstützt wird Dr. Christoph dabei von über 20 ehrenamtlichen Helfern und acht regionalen Firmen. Es gibt schon drei Patenschaften für die Bänke, aber es können auch noch weitere übernommen werden.

Die Einweihung dieses Kleinods wird am Samstag, dem 30. Juni um 11:00 Uhr erfolgen und ist die letzte offizielle Amtshandlung von Saalfelds Bürgermeister Matthias Graul. Interessierte sind herzlich dazu eingeladen.

Schlüsselübergabe für Thüringens ältestes Forstamtshaus

Forstministerin Birgit Keller hat heute in Paulinzella (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) gemeinsam mit Ministerpräsident Bodo Ramelow feierlich den Schlüssel des generalsanierten Forstamtshauses Paulinzella an Forstamtsleiter Hartmut Eckardt übergeben, teilt ThüringenForst mit. Rund drei Millionen Euro investierte die Landesforstanstalt in das denkmalpflegerisch liebevoll sanierte Forstamtshaus. Seit 1475 war dieses in klösterlicher, nach der Reformation ab 1540 durchgehend in forstlicher Nutzung. Damit ist das mehrgeschossige Fachwerkgebäude nicht nur das älteste Thüringer Forstamtshaus, sondern auch eines der ältesten Forstdienstgebäude in Deutschland. Durch die unmittelbare Lage an der Klosterruine Paulinzella gilt das Ensemble als bedeutendes romanisches Bauwerk in Mitteldeutschland.

„Mit der rund drei Millionen Euro teuren Generalsanierung des mittelalterlichen Forstamtshauses Paulinzella hat die Landesforstanstalt einer forst-, bau- und kunsthistorischen Perle im Freistaat zu neuem Glanz verholfen“, so Ministerpräsident Bodo Ramelow. Von 2014 bis 2018 in enger Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie grundhaft instandgesetzt, ergaben die denkmalpflegerischen Bauuntersuchungen einige Überraschungen: So wurde das Gebäude nicht, wie bisher angenommen, 1530 errichtet, sondern schon 1474 – nach einem verheerenden Großbrand. Ebenso wurde eine bislang unbekannte holzvertäfelte Stube freigelegt, die als Abtsitz diente und mit einem spätgotischen Kachelofen beheizt wurde. Mit diesen Funden muss die Geschichte des Hauses wohl neu geschrieben werden.

„Das Gebäude ist ein bauhistorisches Denkmal, das mit ThüringenForst einen Nutzer gefunden hat, der den Werk- und Baustoff mehr als zu schätzen weiß. Das Fachwerkhaus ist mit seiner über 500-jährigen Geschichte ein außergewöhnlicher Zeitzeuge für das Bauen mit Holz. Hierfür möchte ich für Thüringen, mit einer Holzbauquote von rund 13 Prozent ausdrücklich werben“, so Forstministerin Birgit Keller. Während das Erdgeschoss künftig als Museum genutzt wird, belegt das Forstamt die Räumlichkeiten im Obergeschoss. Im Museum soll anschaulich zeigen, wie ein prosperierender Klosterbetrieb im ausgehenden Mittelalter residierte und vor über 500 Jahren einen seinerzeit hochinnovativen Fachwerkbau mit einer Gesamthöhe von rund 18 Meter auf einer Länge von 34 Metern holzhandwerklich umzusetzen wusste. Allein die 81 Fenster des Klausurgebäudes lassen die Herausforderungen für die damaligen Zimmerleute erahnen. Im Untergeschoss des ehemaligen Klausurgebäudes wird ThüringenForst einen Bereich für die Waldpädagogik einrichten. Damit sollen vorwiegend Kindern und Jugendlichen ein Projektangebot „Wald erleben mit allen Sinnen“ ermöglicht werden. Dazu der Ministerpräsident: „Die Sanierung des Forsthauses ist nicht nur ein spürbarer Impuls zur Erhaltung des baulichen Erbes Thüringens. Sie ist zugleich ein Zeichen dafür, dass wir die Arbeit unserer Vorfahren schätzen und für die Nachwelt erhalten wollen. Ebenso wichtig ist es, dass das Forsthaus nicht nur als Dienststelle und Dienstort genutzt wird, sondern durch Ausstellungen und waldpädagogische Veranstaltungen auch ein Ort der öffentlichen Begegnung bleibt. In diesem Sinne ist das Forsthaus ein außergewöhnliches Haus.“

Ursprünglich wurde die Fachwerkskonstruktion aus 150 Festmeter Nadelholz errichtet. Im Rahmen der Generalsanierung ließ ThüringenForst 85 Kubikmeter Douglasie und Weißtanne neu verbauen. Allein im Innenausbau wurden 21 Kubikmeter Weißtanne verarbeitet. Dabei wurde keine heimische, sondern baden-württembergische Weißtanne eingesetzt. Diese stammt aus der Region Hirsau, dem ehemaligen Mutterkloster der Abtei Paulinzella. „Da das Amtshaus eines der wenigen erhaltenen hölzernen Klosterbauten in Mitteleuropa ist, wurde auch dieser historische Kontext angemessen berücksichtigt“, erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand, nicht ohne Stolz. Und bedankte sich bei dem beauftragten Büro für Bauforschung Scherf-Ludwig-Bolze aus Silbitz wie auch den Vertretern des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie.

Foto: Daniela Tröger ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt (li.), Forstministerin Birgit Keller (2.v.r.) und Ministerpräsident Bodo Ramelow (r.) übergeben gemeinsam Forstamtsleiter Hartmut Eckardt (2.v.l.) den symbolischen Schlüssel zum generalsanierten, ältesten Forstamtgebäude des Freistaats.

SOKO Altfälle: Neue Spur im Fall Bernd Beckmann

Die Soko Altfälle der LPI Jena beschäftigt sich seit Oktober 2016 mit drei ungeklärten Verbrechen an den Kindern Stephanie Drews (10 Jahre), Bernd Beckmann (9 Jahre) und Ramona Kraus (9 Jahre). Nach dem im März 2018 der mutmaßliche Mörder von Stephanie Drews aus Weimar ermittelt und verhaftet werden konnte, wird derzeit alles getan, um die zwei weiteren ungeklärten Verbrechen an den Kindern Bernd Beckmann und Ramona Kraus aufzuklären.

Im Fall Bernd Beckmann richtet sich die Soko Altfälle nunmehr erneut an die Öffentlichkeit und hofft auf deren Mithilfe.

Bernd Beckmann verschwand am 06.07.1993 spurlos und konnte trotz intensiver Suchmaßnahmen nicht mehr lebend aufgefunden werden. Am 18.07.1993 fanden spielende Kinder den leblosen Körper von Bernd am Saaleufer in der Nähe der Gärtnerei Boock.

Nach erneuter Auswertung der Aktenlage liegt den Ermittlern ein anonymer Brief eines Zeugen vom Juli 1993 vor, der nunmehr intensiv in den Fokus der Ermittlungen getreten ist. Der Zeuge gibt bedeutungsvolle Hinweise zu den Umständen, wie Bernd Beckmann zu Tode kam. Detaillierte Angaben zum Inhalt des Briefes werden an dieser Stelle aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht.

Für die weiteren Ermittlungen ist es dringend notwendig, den Schreiber des Briefes ausfindig zu machen, da er als wichtiger Zeuge im Mordfall Bernd Beckmann angesehen wird. Der Zeuge soll sich dringend bei der Soko Altfälle melden. Die Soko geht davon aus, dass der Zeuge wichtige Hinweise zur Aufklärung des Verbrechens geben kann. Die Aussage wird gegebenenfalls auch vertraulich behandelt.

Sollte sich der Zeuge nicht melden, ist in diesem Zusammenhang ab Ende Juni 2018 eine umfangreiche Speichelprobenentnahme (DNA-Entnahme) zunächst im Bereich Lobeda geplant, um den Briefeschreiber über kriminaltechnische Untersuchungen zu ermitteln. Hierzu werden alle Betroffenen Männer vorgeladen. Ziel ist es, den o.g. Briefeschreiber zu ermitteln bzw. die Person, die den Brief frankiert und zugeklebt hat.

Die Fragen der Soko Altfälle lauten wie folgt:

Wenn Sie der Briefeschreiber sind, der im Jahr 1993 einen Brief an die Soko Beckmann gesendet hat, melden Sie sich bitte umgehend bei der Soko Altfälle.

Wer kennt die Person, die im Juli 1993 einen anonymen Brief an die Soko Beckmann geschickt hat? Wer ist diese Person? Wer erkennt die Schrift?

Wer kann weitere Hinweise zum Verbrechen an Bernd Beckmann geben?

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens an Bernd Beckmann führen, hat die Staatsanwaltschaft Gera eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt.

Soko Altfälle Tel. 03641 – 81 1678
e-mail: SokoAltfaelle.Jena@polizei.thueringen.de

Fotos: LPI Jena

Einzelfälle aus Schleiz und Saalfeld

SCHLEIZ: Am gestrigen Montag kurz nach 16:00 Uhr hatte in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber im Löhmaer Weg die Brandmeldeanlage ausgelöst. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte eine bisher unbekannte Person ein Brot auf dem eingeschalteten Herd unbeaufsichtigt stehen lassen. Nach kurzer Zeit kam es zur Rauchentwicklung, weswegen der Alarm ausgelöst wurde. Glücklicherweise konnte Schaden abgewehrt werden. Die 18 Kameraden der Feuerwehr Schleiz sorgten für die Belüftung des betroffenen Raumes.
Die Küchenherde wurden in der Folge außer Betrieb gesetzt, womit aber ein Bewohner der Unterkunft nicht einverstanden war. Der 21-jährige afghanische Asylbewerber äußerte seinen Unmut, indem er ein Ceranfeld zerschlug und einen Türalarm beschädigte. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes alarmierte daraufhin die Polizei. Die Beamten trafen auf den Tatverdächtigen, der sich weiterhin aggressiv verhielt und nicht kooperierte.
Um weitere Straftaten zu unterbinden, wurde der mit über zwei Promille alkoholisierte Mann in die Gewahrsamszelle gebracht. Am nächsten Morgen wurde der Mann ausgenüchtert und mit einer Anzeige wegen des Verdachts der Sachbeschädigung aus der Zelle entlassen. Wenig später musste wegen diesem Asylbewerber erneut die Polizei gerufen werden. Der Afghane soll bei seiner Rückkehr und dem kurzzeitigen Aufenthalt in der Gemeinschaftsunterkunft eine Zimmertür beschädigt haben. Die Polizisten trafen ihn nach dem Vorfall aber nicht mehr an.

SAALFELD: Wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt die Polizei aktuell gegen einen jungen Asylbewerber in Saalfeld. Der 25-Jährige Eritreer steht in dringendem Verdacht, seine Ehefrau am heutigen Morgen in einer Saalfelder Gemeinschaftsunterkunft mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen und an den Haaren gezogen zu haben. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei erlitt die junge Frau Verletzungen im Gesicht. Derzeit wird gemeinsam mit dem zuständigen Landratsamt die räumliche Trennung des Verdächtigen von seiner Frau geprüft, um weitere Auseinandersetzungen zu verhindern.

Saalfelder Polizeichef nach Erfurt abgeordnet – Jenaer Polizeidirektor übernimmt

Lenkt künftig die Geschicke der LPI Saalfeld: Polizeidirektor Lutz Schnelle
Als Kriminaldirektor Dirk Löther (52) im Frühjahr 2015 als neuer Chef der Landespolizeiinspektion Saalfeld bestellt wurde, sagte er, er richte sich auf drei Jahre plus X ein. Aus X wird nun nichts, denn er wird als Abteilungsleiter 1 in die Landespolizeidirektion nach Erfurt abgeordnet. Er trägt dann die Verantwortung für den Aufgabenbereich Gefahrenabwehr/ Einsatz/ Kriminalitätsbekämpfung und übt die Fachaufsicht für alle der LPD nachgeordneten Behörden und Dienststellen aus.

Als Leiter Führungsgruppe in der LPI Saalfeld kommt aus Jena als „Abgeordneter“ Polizeidirektor Lutz Schnelle (52). Er war dort in gleicher Funktion tätig.

Schleiz: Handfestes von Asylbewerbern

Am gestrigen Abend kam es nach Mitteilung der Polizei auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft in Schleiz zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe Asylbewerber.

Zwei libysche Asylbewerber schlugen nach verbaler Streitigkeit aus bisher unbekannten Gründen auf einen eritreischen Asylbewerber ein. Schlussendlich mussten zwei Beteiligte medizinisch versorgt werden. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen.

Der 24-jährige Libyer konnte zudem als Beschuldigter einer weiteren versuchten gefährlichen Körperverletzung („Gegenpart“ war ein 22-jähriger Deutsche ermittelt werden. Hierbei wurde das spätere Opfer durch die weibliche Begleitung des Libyers angesprochen, worauf dieser den jungen Mann beschimpfte und bei dessen Flucht zwei Backsteine hinterherwarf, ihn aber verfehlte. Die genauen Umstände der Taten sind noch Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Im Vorfeld gab es bereits mehrfach Polizeieinsätze im Bereich des Busbahnhofes wegen Gruppen alkoholisierter Jugendlicher, unter anderem der genannten Beteiligten.

Chronologie eines Trauerspiels

Ausgerechnet vor Weihnachten vergangenen Jahres gab es in der Kreistagssitzung in Saalfeld eine Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter der Saalfelder Rettungsleitstelle: Auf Nachfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Maik Kowalleck zum aktuellen Stand der Rettungsleitstelle berichtete Landrat Marko Wolfram (SPD) damals, dass ein Gutachten erstellt werde. Die Kreistagsmitglieder würden in den nächsten Wochen über dessen Inhalt informiert. (Das Gutachten ergab später, dass der Erhalt der Leitstelle in Saalfeld die ungünstigste, eine Verlegung nach Jena die günstigste Variante sei.) In der Kreistagssitzung am 27.02.2018 hatte Landrat Marko Wolfram (SPD) dann erklärt, er sei „auch für den Erhalt der Leitstelle“ in Saalfeld.

Eine wochenlange Aktion für den Erhalt der Saalfelder Rettungsleitstelle führte zu 21.182 Unterschriften in beiden Landkreisen. CDU, FDP und die Wählergruppe DIE JUNGEN unterstützten diese Initiative. Steffen Kania (CDU), Kreistagsmitglied und künftiger Saalfelder Bürgermeister, erklärte bei der Übergabe der Listen an Landrat Wolfram im März diesen Jahres, es handele sich um „die größte ihm bekannte Unterschriften-Sammlung in der Region seit 1990“. Wie er am Mittwoch sagte, sei er vom Landrat nach Bekanntwerden einer Beschlussvorlage im Nachbar-Landkreis „schwer enttäuscht“. Besagtes Thema kam auch am Mittwoch im öffentlichen Teil der Sitzung des Saalfelder Stadtrats zur Sprache.

Denn im Beschlussvorschlag zur Zukunft der Rettungsleitstelle vom 14.05.2018 für die Kreistagssitzung im Saale-Orla-Kreis am 4. Juni 2018 heißt es nun:

„Daraufhin fand am 16.08.2017 eine Beratung zum aktuellen Sachstand der Leitstelle Saalfeld unter Führung der Landräte statt. Hier wurde übereinstimmend festgestellt, dass   
   die Leitstelle Saalfeld über das Jahr 2021 hinaus mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Perspektive hat und 
   Investitionen in der erforderlichen Höhe weder wirtschaftlich vertretbar noch sinnvoll sind. 
Im Ergebnis dieser Beratung wurde festgelegt:  
 Die Leitstelle Saalfeld wird geordnet aufgelöst und schnellstmöglich in den Betrieb einer zukunftsfähigen Leitstelle (Gera oder Jena) überführt. 
 Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Leitstelle Saalfeld aufrecht erhalten; alle hierzu notwendigen Investitionen (Minimalprinzip) müssen erfolgen.“

Der Beschlussantrag im Wortlaut.

Was laut diesem Antrag „festgelegt“ wurde, elektrisierte dann doch auch einige im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Unter anderem den Landrat. Wie die Pressestelle des Landratsamts Saalfeld-Rudolstadt am Mittwoch auf Anfrage mitteile, habe Landrat Marko Wolfram deshalb am vergangenen Sonntagabend seinen SOK-Amtskollegen per Mail gebeten, die vorstehende Passage zu korrigieren. Die Mail lautet:

„Sehr geehrter Herr Fügmann,
wie telefonisch besprochen, bitte ich Sie die Sachverhaltsdarstellung in diesem Punkt (S.2, dritter Punkt) protokollarisch zu korrigieren.
Ich glaube, es war Konsens, dass wir auf Basis des Gutachtens die endgültige Entscheidung zur künftigen Aufgabenerfüllung treffen.
Sonst hätten wir es ja nicht mehr gebraucht.“

Der Beschlussantrag indes befindet sich nach wie vor in seiner ursprünglichen Fassung auf der Webseite des Landratsamts Saale-Orla. Wie Landrat Thomas Fügmann telefonisch am Mittwoch sagte, werde es „eine ergebnisoffene Diskussion“ um die Zukunft der Rettungsleitstelle geben.

Kommentar: Gereimtes und Ungereimtes

Das schöne deutsche Wort „festgelegt“ lässt keinerlei Zweideutigkeiten zu. Demzufolge wurde die Rettungsleitstelle Saalfeld bereits im August vergangenen Jahres von zwei Landräten par ordre du mufti beerdigt. Bis zur Beschlussvorlage war davon in beiden Landkreisen nichts zu hören. Auch nach der Übergabe der Unterschriften ließ Marko Wolfram nicht verlauten, dass die Messen eigentlich bereits gelesen sind. Die E-Mail an seinen Amtskollegen hätte in der Betreff-Zeile auch lauten können: Rette sich, wer kann. Es wird spannend, wie sich angefragte Vertreter politischer Parteien zu diesem Trauerspiel positionieren.

Andreas Kühn

„Mach dich glücklich!“ im „Saale-Orla-Erlebnissommer“

„Mach dich glücklich!“ – unter diesem Motto das Projekt „Saale-Orla-Erlebnissommer“ durch den Landkreis gemeinsam mit zahlreichen interessierten Partnern aus Tourismus und Kultur ins Leben gerufen. Der „Saale-Orla-Erlebnissommer“ wirbt dabei als gebündelte kulturelle Dachmarke für die vielfältigen Veranstaltungen zwischen Saale und Orla. Am 1. Juni startet der Erlebnissommer 2018 bereits in seine sechste Runde.

Aktuell werden Plakate und eine handliche Programmübersicht für den Erlebnissommer 2018 in kulturellen und touristischen Einrichtungen verteilt. Auch auf der Homepage erhält man aktuelle Informationen zu den zahlreichen Veranstaltungen. “Ich bin begeistert, dass der Saale-Orla-Erlebnissommer 2018 von Juni bis September in eine neue Runde gehen kann”, freut sich Kathleen Gräf, Mitarbeiterin im Fachdienst Kultur des Landratsamtes und Hauptverantwortliche für den Erlebnissommer. “Besonders stolz bin ich, dass der Landkreis die Weiterführung des Projektes auch in diesem Jahr wieder ohne Fördermittel finanziell völlig allein stemmt, um die Gäste und Bürger der Region über die zahlreichen Veranstaltungen, wie die Stelzenfestspiele, “Classics unter Sternen”, die Schleizer Modenacht, das Salsafestival Thüringen, Konzerte und Märchen auf Schloss Burgk oder auch Lesungen auf Burg Ranis, wie u. a. mit Benno Fürmann, zu informieren. Erstmals mit dabei ist in diesem Jahr das SMS-Festival”. Die Programmbroschüren zum Saale-Orla-Erlebnissommer sind in kulturellen und touristischen Einrichtungen, in den Bürgerbüros sowie dem Fachdienst Wirtschaft/ Kultur/ Tourismus des Landratsamtes Saale-Orla-Kreis und beim Tourismusverbund Rennsteig-Saaleland e.V. erhältlich.

Hintergrund: „Saale Orla-Erlebnissommer“ heißt die Dachmarke für zahlreiche kleine und große Veranstaltungen im Saale-Orla-Kreis während der Sommerzeit von Juni bis September – eine übergreifende Plattform, die dafür sorgt, das attraktive Kulturangebot der Region zu bündeln und besser in das Bewusstsein der hiesigen Bevölkerung zu bringen sowie über Kreisgrenzen hinweg zu bewerben. Überregional bedeutende Events finden hier ebenso ihren Platz wie familiäre Veranstaltungen oder kleine Geheimtipps. Informationen erhalten Sie im Landratsamt Saale-Orla-Kreis bei Kathleen Gräf, 03663-488 755 bzw. unter dieser E-Mail.

Belohnung zur Aufklärung von Vergewaltigung ausgesetzt

Am 08. Mai berichtete die Polizei Jena über die Vergewaltigung einer Studentin am Wenigenjenaer Ufer in Jena-Ost. Die Tat hatte sich bereits in der Nacht zu Donnerstag, den 26. April gegen 0.30 Uhr ereignet. Erst zwei Wochen später fand das Opfer den Mut, die Tat anzuzeigen. (Unser Bericht)

Jetzt hat die Familie des Opfers eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen.

Die Studentin wurde am Wenigenjenaer Ufer durch drei ausländisch aussehende Männer angegriffen und in die Böschung der Saale gestoßen, wo sie durch einen der Männer missbraucht wurde. Anschließend flüchteten die Männer und ließen die junge Frau zurück.

Täterbeschreibung:

Die drei Männer sind 20 bis 25 Jahre alt und 1,75 bis 1,80 m groß. Zwei Täter sind sehr dünn, der dritte etwas kräftiger. Alle drei hatten kurze stoppelige Bärte. Sie waren mit dunklen Jeanshosen bekleidet und trugen dunkle Nike-Air-ähnliche Sneakers. Einer der Männer trug eine Lederjacke, bei der es sich auch um ein Imitat aus Synthetik handeln könnte.

Die Kriminalpolizei bittet nach wie vor dringend um Zeugenhinweise: Wer hat kurz nach Mitternacht am 26. April Verdächtiges am Wenigenjenaer Ufer beobachtet oder auch beim Vorbeigehen gehört? Wem sind in dieser Nacht die drei ausländischen Männer in der Nähe des Wenigenjenaer Ufers aufgefallen? Hat sich jemand mit der Tat gebrüstet?

Kriminalpolizei Jena: Tel. 03641-811123.

Volkstedt-West: Aus NAHKAUF wird CAP-Markt

Der NAHKAUF in der Trommsdorffstraße 14 (Wohngebiet Volkstedt-West) wurde Mitte September vergangenen Jahres geschlossen. Damit verlängerten sich für viele Volkstedter die Einkaufswege. Als Vermieter der Immobilie hatte die RUWO ein hohes Interesse, die bestehende Lücke schnellstmöglich wieder zu füllen. Auf Mieterversammlungen wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass vor allem ältere Menschen die Einkaufsstätte schmerzlich vermissen.

Mit der AWO Saalfeld wurde nun ein neuer Partner als Betreiber des Hauses gefunden. Voraussichtlich im September ist die Eröffnung eines CAP-Markts geplant. Die Geschäftsführer von RUWO und AWO haben einen langfristigen Mietvertrag unterzeichnet.

Der bundesweit erste CAP-Markt wurde 1999 eröffnet. Inzwischen gibt es in Deutschland mehr als 100 solcher Einkaufsstätten mit Marktgrößen zwischen 200 und 1.500 Quadratmetern, darunter in Thüringen je einen in Sonneberg und Meiningen. 2016 hat ein weiterer Markt in Saalfeld am Markt eröffnet. In den CAP-Märkten arbeiten deutschlandweit rund 1.500 Menschen in Voll- oder Teilzeit und erwirtschaften einen Umsatz von mehr als 160 Millionen Euro. Die AWO Saalfeld betreibt bereits einen CAP-Markt im Zentrum Saalfelds (Unter den Lieden).

Saalfeld will mit Dokumentenprüfgerät Missbrauch verhindern

Mit gefälschten Pässen und Ausweisen kann viel Missbrauch betrieben werden. Ein Dokumentenprüfgerät dient zur Überprüfung von hoheitlichen Dokumenten verschiedener Staaten. Die Sicherheit, mit der falsche Dokumente ermittelt und festgestellt werden können sowie der Missbrauch von Ausweisdokumenten, z. B. bei der Beantragung von Leistungen, kann mit einem Dokumentenprüfgerät vorgebeugt und nahezu in Gänze vermieden werden. Statistisch stecken hinter jeder Dokumentenfälschung mehrere 10.000 Euro Schaden. Dokumentenprüfgeräte können dies verhindern. In Deutschland haben bereits über 250 Kommunen ein Dokumentenprüfgerät.

In Saalfeld jedoch gibt es derzeit ein solches Gerät nicht. DIE JUNGEN wollen das ändern. Sie haben zur jüngsten Stadtratssitzung einen Prüfauftrag als Beschlussvorlage eingereicht, der zunächst die IT- und Hardwarevoraussetzungen prüften soll, um dann das Gerät anzuschaffen und in Betrieb zu nehmen. Wie deren Fraktionsvorsitzender Eric H. Weigelt sagte, könne eine solches Gerät über die Bundesdruckerei leicht beschafft werden. Die Kosten seien mit rund 1.800 Euro sehr überschaubar. Der Prüfauftrag wurde dann in der Sitzung aufgrund der großen Zustimmung so beschlossen, dass das Gerät zeitnah angeschafft wird.