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Beschneidung eines libyschen Säuglings: Täter flüchtig

In den späten gestrigen Abendstunden wurde die Sonneberger Polizei informiert, dass bei einer Beschneidung eines sieben Monate alten männlichen Säuglings Komplikationen aufgetreten waren und deswegen ein Notarzt zum Einsatz kam. Die Eltern mit libyscher Abstammung hatten nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei am Sonntag gegen 13:00 Uhr in einer Asylbewerberunterkunft in Föritztal (Landkreis Sonneberg) die Beschneidung ihres Kleinkindes durch einen bisher unbekannten Täter durchführen lassen.

Wegen medizinischer Komplikationen, die in der Folge auftraten, wurde der Notarzt alarmiert, der die Polizei informierte. Der Junge wurde dann zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus nach Bayern gebracht und dort stationär aufgenommen. Die Kripo Saalfeld ermittelt nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung sowohl gegen unbekannt als auch die Eltern des Säuglings.

Hintergrund:
In Absatz 2 des § 1631d (Beschneidung des männlichen Kindes) des BGB heißt es:
„In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.“

Da das Kind bereits sieben Monate alt ist, hätte die Beschneidung in jedem Fall ein Arzt ausführen müssen. Die Staatsanwaltschaft Meiningen ermittelt deshalb.

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