CDU-Fraktion will sogenannte Reichsbürger entwaffnen lassen

Thüringens Landesregierung soll die Waffenbehörden des Freistaats bis Ende Oktober 2018 anweisen, waffenrechtliche Erlaubnisse für sogenannte Reichsbürger zu widerrufen. Das ist der Kern eines Plenarantrags, den die CDU-Fraktion für die kommenden Plenarsitzungen des Landtags Ende August gestellt hat. „Die sogenannte Reichsbürgerbewegung wächst auch in Thüringen, ihre zunehmende Militanz gibt Anlass zur Sorge“, sagte der innenpolitische Sprecher der Fraktion und fügte hinzu: „Wer den Staat des Grundgesetzes und seine Rechtsordnung nicht anerkennt, bei dem haben auch Waffen nichts verloren. Sie müssen eingezogen werden.“

Mit einem umfangreichen Fragenkatalog will die CDU-Fraktion zudem ein vollständiges Bild über diese Bewegung und den Umfang des Waffenbesitzes erhalten. Deutschlandweit rechnen die Verfassungsschutzämter etwa 18 000 Menschen zu den Reichsbürgern. Dabei handelt es sich um Gruppen und Einzelpersonen, die aus unterschiedlichen Gründen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und deren Rechtssystem ablehnen. Rund 1200 haben Waffenberechtigungsscheine. Im Mai 2018 stellte die Polizei bei einem Reichsbürger in Sondershausen 50 Gewehre und Pistolen und mehrere Tausend Schuss Munition sicher. „Die Landesregierung muss angesichts dieser Entwicklung endlich handeln“, so Fiedler.

Der Waffenschein soll nach den Vorstellungen der Fraktion entzogen werden, sofern die Zugehörigkeit einer Person zur Reichsbürgerbewegung zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Die Waffenbehörden sind den Landkreisen und Kreisfreien Städten zugeordnet.

Ausgaben für Prozesskostenhilfe in Asylverfahren sind explodiert

Die Prozesskostenhilfe in Asylverfahren vor den Verwaltungsgerichten in Thüringen hat sich in den Jahren 2014 bis 2017 mehr als verzehnfacht. Im Jahr 2014 lagen die Kosten nur bei 14.635 Euro, während 2017 155.728 Euro unter anderem für die Klagen von abgelehnten Asylbewerbern gezahlt werden mussten. Die Entschädigungen für Sachverständige, Dolmetscher und Übersetzer stieg von 36.711 Euro im Jahr 2014 auf 127.085 Euro im Jahr 2017. Insgesamt lagen die Ausgaben in allen Verfahren 2017 bei 191.468 Euro für Prozesskostenhilfe und 156.455 Euro für Entschädigungen von Sachverständigen, Dolmetschern und Übersetzern. Von den Asylverfahren 2017, die erledigt sind, wurden bei Hauptverfahren nur 15 Prozent der Rechtsschutzbegehren von Asylbewerbern stattgegeben, bei Eilverfahren sogar nur 12 Prozent. Das ergab die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion.

Dazu sagt Stefan Möller, migrationspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion:

„Die Prozesskostenhilfe in Asylverfahren stellt lediglich einen kleinen Teil der Nebenkosten des politischen Missmanagements in der Asylkrise dar. Sie wird in der Regel nicht einmal erwähnt, wenn die Kosten der Asylpolitik von Landes- und Bundesregierung grob geschätzt werden. Trotzdem zeigt sich hieran gut, wie die Politik jedes Maß verloren hat. Mit einer hypermoralischen Haltung werden alle Forderungen nach einer Beendigung der Finanzierung von Klagen abgelehnter Asylbewerber selbst dann zurückgewiesen, wenn die Kosten für den Steuerzahler exponentiell steigen und die Handlungsfähigkeit des Staates für jeden gut sichtbar außer Kraft gesetzt ist. Von dieser Verweigerungshaltung aller in Bund und Ländern regierenden Parteien profitiert neben Ausländern, die offenkundig ausreisepflichtig sind, auch eine sehr gut verdienende Asylindustrie auf Kosten des Steuerzahlers. Die AfD -Fraktion wird sich dafür einsetzen, dass diese ungerechte Schwerpunktsetzung endlich beendet wird und die Finanzierung aussichtsloser Klagen abgelehnter Asylbewerber beendet wird.“

Thüringer WerteUnion gegen Koalitionen mit Linken

Christian Sitter
Der Landesvorsitzende der WerteUnion Thüringen, Christian Sitter, lehnt Koalitionen mit den Linken vehement ab. Im Hinblick auf Äußerungen des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, der in einer solchen Koalition eine „vernünftige Lösung sieht, wenn gegen die Linke keine Koalition gebildet werden könne, wortwörtlich sagte Günther: „Da muss die CDU pragmatisch sein.“ meinte Sitter: „Die Linke ist im Kern die alte SED geblieben, die dem Staat, der sie nährt, permanent rechte Umtriebe und „unsoziales Verhalten“ unterstellt, aber Gewalt von Links toleriert. Und sie wählt offen antisemitische Hetzer in Spitzenämter wie jüngst Inge Höger zur Landesvorsitzenden in NRW, die sich aktiv an Sabotageaktionen der Hamas beteiligt hat. Wer mit so einer Partei koalieren will, legt die Axt an das Selbstverständnis einer christlich-demokratischen Partei. Günther sollte sich schleunigst erklären, ob er die linken Antisemiten hoffähig machen will, so Sitter. In diesem Fall sei er ungeeignet, für die Partei Konrad Adenauers oder Jakob Kaisers zu sprechen und solle die Konsequenzen ziehen.

Hintergrund: Die WerteUnion e.V. ist eine Sammlungsbewegung liberal-konservativer Initiativen in CDU und CSU mit dem Ziel, die 3. Säule christlich-demokratischer Politik neben der liberalen und der christlich-sozialen, die konservative, zu stärken und als offizielle Vereinigung oder Sonderorganisation der CDU anerkannt zu werden. Sie besteht seit 2017 und hat bundesweit bereits etwa 2000 Mitglieder.

Wie ein Gastschulkind zum Zankapfel wurde

Eine Begründung, die die Stadt Rudolstadt nicht für hinreichend hält.
Am kommenden Samstag wäre die Schuleinführung der sechsjährigen Theresa Bartl aus Langenschade in die Anton-Sommer-Schule in Rudolstadt gewesen. Gewesen. Für die dreifache alleinerziehende Mutter Cornelia war noch bis zum gestrigen Mittwoch eitel Sonnenschein. Doch dann zogen rabenschwarze Wolken auf. Eher zufällig erfuhr sie, dass die Stadt Rudolstadt, ganz entschieden etwas gegen die Schuleinführung ihrer Tochter in der Saalestadt hat!
Nach diesem Bescheid herrschte noch eitel Sonnenschein. Die Stadt Rudolstadt ging dagegen in Widerspruch, nun klagt sie.

Der Reihe nach: Die Mutter stellte im vergangenen Oktober fristgerecht einen Gastschulantrag beim zuständigen Schulamt Südthüringen. Mit einer Vielzahl ihrer Meinung nach einleuchtender, nachvollziehbarer Gründe, warum das Kind nicht die Grundschule in Kamsdorf besuchen kann. Dem Antrag wurde stattgegeben. Cornelia Bartl sah sich schon mit ihrer Tochter und der Zuckertüte am Samstag in Rudolstadt.
Doch alle Beteiligten hatten die Rechnung ohne die Stadt Rudolstadt gemacht! Am gestrigen Mittwoch erfuhr die Mutter, dass die Stadt gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt hatte, den das Schulamt ablehnte. Somit reichte Rudolstadt Klage dagegen ein. Eine gerichtliche Entscheidung ist noch nicht erfolgt.
Zwölf Tage vor Schuleinführung reichte die Stadt Rudolstadt Klage ein.
Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl erklärte auf telefonische Nachfrage, dass ein Gastschulstatus in der persönlichen Situation des Kindes gegeben sein müsse. Zumal auch eine Einschulung in eine der Freien Schulen möglich sei. Da es im Vorfeld kein Einvernehmen mit dem Schulamt gegeben habe, sei die Klage nach dem Widerspruch unausweichlich gewesen. Nahezu gleichlautend äußerte er sich in Gesprächen mit der Kindsmutter, mit der von ihr beauftragten Rechtsanwältin und schriftlich gegenüber der Patentante von Theresa. Wie Cornelia Bartl sagte, habe sie auch im Gespräch mit der Stadt ihre persönliche Situation geschildert. „Es wurde aber völlig abgeschmettert! Das sei alles mein Problem, dass auch in zwei Tagen lösbar sei!“
Wie aus gut informierten Kreisen bekannt wurde, habe aus Rudolstädter Sicht die Zahl der Gastschulkinder überhand genommen – daher müssten nun Exempel statuiert werden (Theresa ist nicht das einzige Kind, dem der Gastschulstatus verweigert wird). Eine Einschätzung, die auch von der Rechtsanwältin nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister geteilt wird.
Für die alleinerziehende Mutter Cornelia Bartl ist es Fünf nach Zwölf. „Ich werde Theresa nicht in Kamsdorf anmelden, denn ich bekomme das weder logistisch noch finanziell als Alleinerziehende auf die Reihe! Ich müsste dann meinen Vollzeitjob in Rudolstadt aufgeben! Es ist auch finanziell und logistisch unzumutbar, nun alle Schulmaterialien für eine weitere Schule aufzuwenden.“
Unterm Strich: Es bleiben eine verzweifelte Mutter und eine Sechsjährige, die beide die Welt nicht (mehr) verstehen. Keine Schule, keine Zuckertüte, keine Feier am Samstag – ein Alptraum!
Andreas Kühn

Update: Nach gestriger Gerichtsentscheidung kann Theresa am heutigen Samstag ihre Zuckertüte in Empfang nehmen und ab Montag wie geplant zur Schule gehen, informierte ihre Mutter.

Explosiver Auftakt beim SMS-Festival

Gegen 13.00 Uhr kam es heute auf einem Campingplatz zum SonneMondSterne-Festival zu einem Unfall mit vier Verletzten. Nach ersten Zeugenaussagen soll es beim Wechsel der Gaskartusche eines Campingkochers während der Essenszubereitung zu einer Explosion gekommen sein. Dabei wurden ein Mann (23) und eine Frau schwer sowie ein Mann (21) und eine Frau (22) leicht verletzt.

Die beiden Schwerverletzten wurden mit Rettungshubschraubern in ein Klinikum in Halle geflogen. Die leicht verletzten Personen kamen zur ambulanten Behandlung in ein Schleizer Krankenhaus. Die Kripo Saalfelder ermittelt derzeit zu den genauen Umständen des Unfalls.

(Symbolfoto)

Afghane nach sexuellen Übergriffen hinter Gittern

In den Abendstunden des vorgestrigen Dienstag belästigte ein 23-jähriger Afghane im Erfurter Nordbad drei junge Frauen unabhängig voneinander sexuell. Eine der betroffenen Frauen informierte sofort die Badaufsicht und die wiederum die Polizei. Der Täter wurde noch im Nordbad festgenommen.

Bereits gestern wurde gegen den Täter Haftbefehl erlassen. Der Asylbewerber befand sich am Tattag mit mehreren Landsleuten im Nordbad. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es durch den Täter zu weiteren Belästigung von bislang noch unbekannten Frauen gekommen ist. Etwaige Opfer werden aufgefordert, sich unter der Rufnummer 0361/7443-1465 an die KPI Erfurt oder jede andere Polizeidienststelle zu wenden.

150.000 jungen Bäumchen in Thüringer Wäldern droht der Hitzetod

Im Frühjahr 2018 hat ThüringenForst rund 150.000 Jungpflanzen auf Sturmkahlflächen und im Rahmen des Waldumbaus in die Wälder gepflanzt. Vorwiegend Weißtannen, Buchen, Lärchen und Bergahorn. Fehlende Niederschläge und extreme Hitze gefährden jetzt akut die Aufforstungen. Gerade die jungen Bäumchen sind auf regelmäßige Niederschläge angewiesen, denn sie verfügen nur über ein verhältnismäßig kleines Wurzelwerk. Das Eindringen in tiefere, feuchtere Bodenschichten ist ihnen nicht möglich. Jetzt droht der Hitzetod.

Im Gegensatz zu Landwirten oder Gärtnern mit ihren Spezialkulturen ist die Bewässerung von Aufforstungskulturen im Wald unüblich und nahezu unmöglich, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Landesforstanstalt rechnet mit Kulturausfällen bis zu 50 %, die ein teures Nachpflanzen in diesem Herbst bzw. folgenden Frühjahr notwendig machen. Der finanzielle Schaden geht allein im Staatswald in die Hunderttausende.

Vertane Arbeit: Jeder zweite im Frühjahr 2018 gepflanzte Baumsämling wird wegen der extremen und langanhaltenden Sommerhitze vertrocknen. Foto: Dr. Horst Sproßmann
„Unsere Planung für den Staatswald sieht vor, in diesem Jahr Aufforstungen mit 25 verschiedenen Baumarten auf rund 560 Hektar, was immerhin der kompletten Altstadtfläche von Waltershausen entspricht, durchzuführen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Zwei Drittel aller Pflanzen sind Rotbuchen, die sich als Mischbaumart in Thüringens Wäldern besonders gut eignen. Da Forstpflanzen im Frühjahr und im Herbst in den Boden gebracht werden, wurden rund 150.000 davon schon im April/Mai 2018 gepflanzt. Freuten sich die Forstwirte zur Pflanzzeit noch über die milde Witterung, wich diese im Fortlauf der Sommermonate einer zunehmend großen Sorge. So zeigen die klimatischen Wasserbilanzen verschiedener Thüringer Waldmessstationen von April bis Juli erschreckend geringe Bodenwassergehalte in allen Bodentiefen. Dies erinnert die Experten an den Jahrhundertsommer 2003, der als mindestens vergleichbar, wenn nicht sogar weniger dramatisch angesehen wird.

Der Schwerpunkt der diesjährigen Aufforstungen wird im Herbst sein. Und Förster und Waldbesitzer hoffen auf regenreiche Herbstmonate. Zwar erschwert sich damit ggf. die Holzernte, den Hunderttausenden Forstpflanzen zwischen Harz und Heldburger Land, zwischen Rhön und Altenburger Land ist aber damit ein vitales Wachstum gesichert. Und dieser Optimismus ist dringend notwendig: Die Wetterexperten des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Vorhersagen (EZMW) erwarten für 2019 nochmals eine außergewöhnliche Warmphase. Im nächsten Jahr wird die kontinentaleuropäische Wetterlage voraussichtlich durch EL-NIÑO beeinflusst, einer außergewöhnlich warmen Strömung im äquatorialen Pazifik.

MdL Kowalleck: Landesregierung spricht bei Neubau der Linkenmühlenbrücke offensichtlich mit gespaltener Zunge

Gerade einmal ein Vierteljahr ist es her, dass Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) dafür plädiert hätte, den Neubau einer Brücke zwischen Altenroth und der Linkenmühle am Hohenwarte-Stausee möglichst ohne weiteren Zeitverzug voranzutreiben.

Der Saalfelder Landtagsabgeordnete Maik Kowalleck (CDU) stellte daraufhin eine parlamentarische Anfrage an die Landesregierung. Die Thüringer Infrastrukturministerin Birgit Keller (Linke) antwortete nunmehr, dass „keine“ Voraussetzungen für den Bau der Linkenmühlenbrücke erfüllt seien. Bisher lägen nur allgemeine und unverbindliche Willenserklärungen seitens der betreffenden Kommunen und Landkreise vor, die Linkenmühle bauen zu wollen. Darüber hinaus gäbe es kein Baurecht.

Zur wichtigen Frage der Finanzierung heißt es, dass in den bekannten Haushaltsplänen bis 2019 keine finanziellen Mittel für die Linkenmühlenbrücke eingestellt sind, da sich die Brücke nicht in der Baulast des Landes befände. Damit steht für Kowalleck hinter der finanziellen Zusicherung des Ministerpräsidenten ein großes Fragezeichen. Zumal eine neue Landesregierung und ein neuer Landtag für die Haushalte ab dem Jahr 2020 zuständig wären. Zuletzt gab es auch unterschiedliche Aussagen zur möglichen Förderhöhe des Bauvorhabens.

„Unsere Region braucht ein klares Bekenntnis des Freistaats Thüringen zum Bau und zur Finanzierung der Linkenmühlenbrücke! Die Landkreise und Kommunen dürfen mit den anstehenden Aufgaben nicht alleine gelassen werden. Offensichtlich spricht die Landesregierung mit gespaltener Zunge. Der Ministerpräsident verspricht eine Finanzierung und seine Bauministerin meint, es wären keine Voraussetzungen für den Bau der Linkenmühlenbrücke erfüllt! Das ist ein weiterer Tiefschlag für die Unterstützer des Brückenbaus!“, so der Saalfelder Landtagsabgeordnete.

CDU: Ramelow-Regierung hat teureres Essen in den Kitas billigend in Kauf genommen

Rot-Rot-Grün hat die höheren Kosten beim Essensgeld für Eltern in Kindertagesstätten sehenden Auges in Kauf genommen. Das hat die CDU-Bildungspolitikerin Marion Rosin angesichts der neuerlichen Debatte über steigende Beiträge für die Verpflegungskosten angemerkt. „Das einzige daran wirklich Überraschende ist die vermeintliche Überraschung bei Rot-Rot-Grün“, sagte Rosin mit Blick auf die entsprechenden Hinweise in der Anhörung zum Kindertagesbetreuungsgesetz im August 2017. „Die Ramelow-Regierung hat sämtliche Hinweise in den Wind geschlagen und ein Gesetz durchgedrückt, dass sie nun schon wieder ändern muss, um die Eltern wirklich zu entlasten. Ärgerlich daran ist, dass die Eltern den handwerklichen Pfusch der Linkskoalition auszubaden haben“, so die Abgeordnete.

In der parlamentarischen Anhörung hatten zahlreiche Fachleute darauf hingewiesen, dass sich mit der vorgesehenen Änderung der Berechnungsgrundlage für die Verpflegungskosten, die Essensgelder erhöhen werden. Auch die CDU-Fraktion hat im Nachgang der Anhörung mehrfach auf diese Tatsache hingewiesen und wurde dafür von Rot-Rot-Grün in der Debatte scharf kritisiert. Der bildungspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Thorsten Wolf, hatte in der abschließenden Plenardebatte zu dem Gesetzentwurf dennoch behauptet, es werde nicht zu Mehrkosten kommen. „Schaut man sich die tatsächliche Entwicklung in den Einrichtungen an, so wird deutlich, wer sich an dieser Stelle geirrt hat“, betont Rosin. „Auch den schwarzen Peter den Kommunen zuzuschieben ist unredlich und politisch sehr kurzsichtig“, so die CDU-Bildungspolitikerin weiter.

Nach Überzeugung der Bildungspolitikerin wird sich das Problem mit der von Bildungsminister Helmut Holter angekündigten Handreichung für die Berechnung der Verpflegungskosten nicht lösen lassen. „Die Gesetzesformulierung ist an dieser Stelle eindeutig und solange sie nicht geändert wird, sind die Einrichtungen gezwungen alle Kosten, die mit der Vorbereitung, Zubereitung und Nachbereitung des Essens und der Mahlzeiten verbunden sind, auf die Eltern umzulegen. Will man wirklich etwas ändern, bleibt nur ein erneutes Gesetzgebungsverfahren“, schloss Rosin.

Fast jeder dritte Asylbewerber im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist ausreisepflichtig

Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sind derzeit 379 Asylbewerber untergebracht (Stand 26. Juli 2018), teilte das Landratsamt auf Anfrage mit. Davon sind 113 Personen ausreisepflichtig und gleichzeitig geduldet (30 %).

Im Jahr 2018 wurden bisher 19 Personen (alle im Dublin-Verfahren) abgeschoben. Sieben Asylbewerber sind freiwillig ausgereist. Deutlich mehr Ausreisepflichtige sind hingegen untergetaucht – 30 Personen.

Wir hatten ferner gefragt: Werden dazu in den GU Anwesenheitskontrollen durchgeführt? Wenn ja: Wie oft, mit welchem Ergebnis? Die Antwort: Den ausreisepflichtigen Bewohnern wird die Auflage erteilt, dass sie sich von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr in ihren Zimmern in den Unterkünften aufzuhalten haben und dass sie sich täglich in der Zeit von 22.00 Uhr bis 23.00 Uhr beim Wachpersonal in den GU zu melden haben.

Nur eine Woche zuvor wurde Landrat Marko Wolfram (SPD) in seiner vierseitigen Antwort an das grüne Kreisstagsmitglied Sebstian Heuchel deutlicher (liegt uns im Wortlaut vor): Es wird demzufolge zwischen 23 Uhr und sechs Uhr am Morgen gar nicht mehr kontrolliert! Interessant, was Landrat Wolfram dazu ferner mitteilen ließ:

Ferner war gefragt worden, wie das allgemeine Klima in den GU derzeit eingeschätzt wird. Die Antwort aus dem Landratsamt: Das Zusammenleben vieler verschiedener Menschen auf engem Raum kann – wie in jeder Gruppe – gelegentlich zu Konflikten führen. Für Bewohner, bei denen als Dublin-III-Fälle jederzeit die Abschiebung erfolgen kann, ist eine gewisse Anspannung nachvollziehbar. Insgesamt wird das Klima als zufriedenstellend eingeschätzt.

Auch das klang am 19. Juli 2018 im Schreiben des Landrats noch ganz anders und deckt sich zugleich mit dem, was verschiedene Augenzeugenberichte und die Presseberichte der Polizei im Jahr 2018 hergeben:
Andreas Kühn

Gera: Schlag gegen Asylbewerber-Clique

Nach längeren Ermittlungsmaßnahmen der Geraer Polizei und der Staatsanwaltschaft Gera wurden gestern im Stadtgebiet von Gera sieben Durchsuchungsbeschlüsse umgesetzt und dabei zwei Haftbefehle vollstreckt. Bei den insgesamt acht arabischstämmigen Tatverdächtigen handelt es sich um Männer im Alter zwischen 14 und 25 Jahren.

Die Täter waren im Bereich der Heinrichstraße wegen mehrerer Delikte polizeilich in Erscheinung getreten. Hierzu zählten unter anderem Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie diverse Gewaltdelikte und ein Raubüberfall. Gleichwohl konnten einige der Männer einer großen Schlägerei in der Talstraße zugeordnet werden, bei der auch ein pistolenähnlicher Gegenstand eingesetzt wurde.

Im Rahmen der Durchsuchungen konnten mehrere Beweismittel gesichert werden, welche zur Aufklärung dienen. Die zwei festgenommenen Personen, ein 14- und ein 16-jähriger Jugendlicher, wurden dem Haftrichter vorgeführt und in eine JVA verbracht. Die Ermittlungen zu den Vorgängen dauern weiterhin an.

Es bleibt ungemütlich für Drogendealer

Im Rahmen des seit Dienstag andauernden Einsatzes gegen die organisierte Drogenkriminalität im Städtedreieck Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg stellten Polizeibeamte unter Führung der Kripo Saalfeld weitere erhebliche Mengen an illegalen Betäubungsmitteln sicher. Bisher konnten unter anderem ca. zwölf Kilo Marihuana sowie ca. 80 Gramm Crystal sichergestellt werden, welche einen Straßenverkaufswert von ca. 100.000 Euro haben. Zwei der am gestrigen Tag festgenommenen vier Tatverdächtigen befinden sich zwischenzeitlich in Thüringer Justizvollzugsanstalten. Zwei weitere Verdächtige werden heute dem Ermittlungsrichter zur Haftprüfung vorgeführt.

Derzeit laufen die Ermittlungen gegen insgesamt mindestens elf Verdächtige auf Hochtouren. Nachdem bereits gestern neun Objekte unter anderem mit Drogenspürhunden durchsucht wurden, folgten heute weitere fünf Liegenschaften im Städtedreieck. Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts des bandenmäßigen Handelns mit Betäubungsmitteln stellten die Beamten bisher auch Bargeld in Höhe von über 1.000,- Euro, zwei PKWs, einen LKW sowie zwei Motorräder zum Zwecke der Vermögensabschöpfung sicher. Außerdem wurden neben den am Dienstag aufgefundenen vier Schlagringen noch drei Einhandmesser sowie einen Elektroschocker sichergestellt.

Im Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen in der lokalen Drogenszene nehmen die Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Saalfeld unter der Telefonnummer 03672/417-1217 weitere Hinweise entgegen.

Titelfoto: LPI Saalfeld