Ausbildung zum Pferdewirt bleibt vorerst

Die Ausbildung zum Pferdewirt bleibt vorerst am Staatlichen Berufsbildungszentrum in Rudolstadt. Bei einem Erörterungstermin am Verwaltungsgericht Gera schlossen Landkreis und Freistaat gestern einen Vergleich. Danach kann die Beschulung in Rudolstadt in den beiden kommenden Jahren ohne Rücksicht auf Mindestschülerzahlen fortgeführt werden. Erst mit Beginn des Schuljahres 2018/2019 muss der Landkreis als Schulträger wichtige Gründe geltend machen, die es rechtfertigen, auch bei wenigen Schülern die Beschulung dort weiterzuführen. Der Vergleich kann von beiden Seiten bis Montag noch widerrufen werden.

Die Kammer des VG Gera hatte erhebliche Bedenken, dass das vom Freistaat gewählte Verfahren dem Gesetz entsprochen habe. Für den Fall, dass der Vergleich von einer Seite widerrufen werden sollte, hat die Kammer einen Beschluss angekündigt, der dem Eilantrag des Landkreises stattgibt. Dieser könnte vom Freistaat allerdings mit der Beschwerde vor dem OVG in Weimar angefochten werden.

Ein Bescheid des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport hatte Ende Februar das überraschende Aus für die Berufsausbildung am hiesigen Standort und die umgehende Verlegung nach Sachsen verkündet. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass sich weniger als zehn Auszubildende für 2016 angemeldet hätten. Dieser Bescheid hatte im Landkreis für Unmut gesorgt, da zuvor die Erhaltung der Landesfachklasse bis 2018 zugesichert worden war.

Die Ausbildung gilt in Fachkreisen auch als ein Beitrag gegen Landflucht und demografischen Wandel, da er jungen Menschen berufliche Perspektiven im ländlichen Raum bietet. So sind allein im Haflingergestüt Meura, dem größten Haflingergestüt Europas, fünf Auszubildende beschäftigt.