Asylbewerber rufen in Suhl Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr auf den Plan

Gestern mussten Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr in die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber auf dem Friedberg in Suhl zu einem Einsatz ausrücken. Gegen 23.30 Uhr informierte ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, dass es zwischen Bewohnern zu Tätlichkeiten gekommen war und Polizei benötigt werde.

Die kurze Zeit später eintreffenden Beamten des Einsatz- und Streifendienstes der Suhler Polizei erfuhren, dass ein 23-jähriger Algerier einen 43-jährigen Libyer geschlagen hatte. Beide Streithähne hielten sich im Büro des Sicherheitsdienstes auf und hatten sich bereits etwas beruhigt. Zur gleichen Zeit war einem weiteren Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes bei einer Hausstreife ein 30-jähriger Marokkaner aufgefallen, welcher offenbar schon stark angetrunken war und im Begriff war, weiterhin Hochprozentiges zu konsumieren. Um der Gefahr eines möglichen Aggressionsdeliktes vorzubeugen und den Verstoß gegen die Hausordnung zu beenden, nahm der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Schnapsflasche an sich. Aus Protest warf nun der 30-Jährige Mobiliar im Zimmer umher, so dass er beruhigt und aus dem Zimmer gebracht werden musste. Dies veranlasste eine Vielzahl von Bewohnern, sich auf dem Gang des Gebäudes wild gestikulierend und laut diskutierend am Geschehen zu beteiligen. Letztendlich wurde durch einen Unbekannten im Haus der Feueralarm aktiviert. Durch den lauten Sirenenton war nun keinerlei Kommunikation mehr möglich, so dass eine Ergründung der ganzen Aufregung zusätzlich zu den Sprachbarrieren unmöglich war. Schließlich verließen alle Bewohner das Gebäude.

Die Evakuierung der etwa 400 Bewohner war zügig abgeschlossen. Allerdings war das Verlassen des Gebäudes immer wieder durch Streitereien und Tätlichkeiten untereinander geprägt. Die Kameraden der Suhler Feuerwehr überprüften das Gebäude und stellten kein Feuer fest. Wenige Minuten nach Mitternacht beruhigten sich die vor dem Haus befindlichen Bewohner und konnten in ihre Unterkünfte zurück. Insgesamt wurden bei den Auseinandersetzungen fünf Asylbewerber verletzt, von diesen wurden vier im Suhler Klinikum behandelt. Bei den nachfolgenden Ermittlungen der Polizei konnten vier Tatverdächtige namhaft gemacht werden. Gegen sie wird wegen Körperverletzung beziehungsweise gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Alle Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst blieben unverletzt. Am Polizeieinsatz waren Beamte der Suhler Polizei und der Bereitschaftspolizei beteiligt.