Allgemein

Asyl-Fakten in Zeiten des Postfaktischen

Im bisherigen Berichtsjahr 2016 wurden bis Ende November 702.492 Erstanträge auf Asyl vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entgegen genommen. Die meisten Erstanträge im Jahr 2016 wurden laut Pressemitteilung aus folgenden drei Ländern erfasst:
 Syrien mit 262.268 Erstanträgen (37,3 % aller Erstanträge),
 Afghanistan mit 124.909 Erstanträgen (17,8 % aller Erstanträge) und
 Irak mit 94.251 Erstanträgen (13,4 % aller Erstanträge).

Grafik: BAMF
Grafik: BAMF
Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden 392.028 Erstanträge gestellt; dies bedeutet einen Anstieg der Antragszahlen um 79,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Folgeanträge im bisherigen Jahr 2016 sank gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert (33.007 Folgeanträge, -37,8 %) auf 20.535 Folgeanträge. Damit nahm das Bundesamt insgesamt 723.027 Asylanträge im Berichtsjahr 2016 entgegen; im Vergleich zum Vorjahr (425.035 Asylanträge) bedeutet dies eine Erhöhung um 70,1 %. Insgesamt wurden 615.527 Erst- und Folgeanträge im bisherigen Berichtsjahr entschieden, davon:
 Syrien mit 275.982 Entscheidungen (Gesamtschutzquote: 98,1 %),
 Irak mit 56.422 Entscheidungen (Gesamtschutzquote: 70,3 %),
 Afghanistan mit 51.770 Entscheidungen (Gesamtschutzquote: 55,5 %).bamf-3Bei einem Vergleich mit dem Vorjahreswert (240.058 Entscheidungen) hat sich die Zahl der Entscheidungen um +156,4 % erhöht. Die Gesamtschutzquote für alle Herkunftsländer liegt für das bisherige Berichtsjahr 2016 bei 63,3 % (389.732 positive Entscheidungen von insgesamt. 615.527). Ende November 2016 lag die Zahl der anhängigen Verfahren bei insgesamt 490.967 Verfahren. Im Vergleich zum 30.11.2015 (355.914 anhängige Verfahren) hat sich die Zahl der beim Bundesamt anhängigen Verfahren um 37,9 % erhöht. Im Vergleich zum Vormonat (547.174 anhängige Verfahren) ging die Zahl der anhängigen Verfahren um 10,3 % zurück. Die Zahl aller Bundesamtsentscheidungen (Erstanträge, Folgeanträge, Widerrufsprüfverfahren und Wiederaufnahmeverfahren) stieg um 146,7 % von 251.031 Entscheidungen im Berichtszeitraum des Vorjahres auf 619.370 Entscheidungen im bisherigen Berichtszeitraum für das Jahr 2016 an.

Im Berichtsmonat November wurden 24.574 Erstanträge vom Bundesamt entgegen genommen. Gegenüber dem Vormonat (Oktober: 30.864 Personen) sank dieser Wert um 20,4%. Im Vergleich zum Vorjahr (November 2015: 55.950 Personen) ist ein Rückgang um 56,1 % zu verzeichnen.bamf-4Im November 2016 wurden 2.590 Entscheidungen im Dublin-Verfahren gezählt, dies
entspricht 3,0 % aller Entscheidungen über Asylanträge des Berichtsmonats. Für das bisherige Berichtsjahr 2016 beläuft sich die Zahl der Entscheidungen im Dublin-Verfahren auf 17.088; somit sind 2,8 % aller Entscheidungen über Asylanträge dem Dublin-Verfahren zuzuordnen. Von allen insgesamt anhängigen Verfahren beim Bundesamt entfallen insgesamt 23.012 anhängige Verfahren auf den Dublin-Bereich (22.507 anhängige Erstverfahren, 505 anhängige Folgeverfahren); dies entspricht 4,7 % aller insgesamt anhängigen Verfahren beim Bundesamt. bamf-5Im bisherigen Berichtsjahr 2016 wurden 619.370 Bundesamtsentscheidungen (Summe der Entscheidungen über Erstanträge, Folgeanträge, Widerrufsprüfverfahren und Wiederaufnahmeverfahren) gezählt. Mehr als neun Zehntel aller Entscheidungen (93,9 %, 581.710 Entscheidungen) sind Entscheidungen über Asylerstanträge. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (251.031 Entscheidungen) hat sich die Zahl der Bundesamtsentscheidungen um 146,7 % erhöht.bamf-6Die Gesamtschutzquote – also Asyl, Flüchtlings-, Subsidiär- und Abschiebeschutz – von Nordafrikanern ist im dritten Quartal 2016. Für Marokkaner liegt sie nun bei 6,1 Prozent, für Algerier bei 5,7 und für Tunesier bei 1,9. In der Vergangenheit erwiesen sich meist nur etwa zwei von 100 Asylbewerbern aus den Maghreb-Staaten als schutzbedürftig. Trotz der niedrigen Schutzquoten wurden die drei Staaten bisher nicht als sichere Herkunftsländer kategorisiert.