Allgemein D´r Altschtädter Lokales & Regionales

Anton Sommer an d`n Schtadtrath

Anlässlich der wichtigen Sitzung des Rudolstädter Stadtrates am 9. Juni 2016 hat d`r Altschtädter mal eine imaginäre Rede von Anton Sommer an den Bürgermeister und die Stadträte geschrieben, so wie sie sein könnte. Dazu hat er Originalzitate von Anton Sommer verarbeitet. Die sind alle extra großgeschrieben.

De Rede von Anton Sommer an d`n Schtadtrath an 9. Juni 2016

Ech stell mir grade vor, wie onser Ehrnbärger, Sommer`sch Anton, an nächst`n Donnerschtag off`n spaten Nachmött`ge in de Schtadtrathssötzung neinplatzt on dan Brommochsen de Hammelbäne langzerrt, weil ar ja da uhmne off seiner Wolke a schonne lange mötgekröcht hat, was de Bärgermanner on Weiber aus seiner scheen Resedenz gemacht hab`m on a noch außer mache woll`n.
Ech hör a schonne was`r etze dan Dam`n on Herr`n vorne off d`r Rednerkanzel erzählt:
Genau, `s ös änne Sammlung seiner bester Weishäten, die`r je ze Papier gebracht hat.
Kommt on horscht a ämal met hön!

Herr Bärgermäster on Schtadträthe, mar säht zwart ömmer:

ZE ÄNN GUTEN ZWACKE, WILL NIEMAND ZEIT HA,
ABER ZU`N VERGNIGEN SINN SE ALLE DA!

Das ös aber ägentlich in d`r Resedenz nech onbedingt su, denn

`S GEWÖSSEN ÖS, EPPER WIE D`R MAGEN A,
SE KÖNNE BÄDE NISCHT SCHWERES VERTRAH`!
ON DAS STIEST EICH NACHEN OFF, D`N GANZEN TAG,
ON DAR, DAR DAS WÖSS, DAR RÖCHT SICH DERNACH!

Ihr misst wösse, genau su denken se drussen de Leite.
Ihr misst eich nune a endlich ämal Folgendes merke:

WENN`R NIEMALS KONNT GUTES GESINDE KRIEGE,
DA WIRD`S WUHL MET AN EICH SALBER LIEGE!

drom

SEID BEHUTSAM, DA SEID`R VÖLE BESSER DRAN,
WAR FAHRIG ÖS, STIESST LEICHT ALLERWEND AN!

Ja,

Ä JEDER VON EICH WILL VOR`N LEITEN Ä SCHÖNN`RES GESÖCHTE GARN HA.
NO HORCHT, ECH WILL EICH Ä MÖTTELCHEN SA:
SEID ÖMMER RACHT FREINDLICH ON GUT GEGEN ALLE,
DA WÄRT`R GLAABT`MERSCH, ÄNN JEDEN GEFALLE!

HABT`R ABER KÄNE GEDULD, ON WOLLT DE MIH EICH ERSPARE,
SEID`R SALBER DRAN SCHULD, WENN`S EICH NACHEN GIHT D`R QUARE!

Wenn ech grade etze Eich on de Bärger d`r Schtadt met änner Kutsche vergleiche, stell ech mir schonne die Frage?

WAS SOLL ÄNN AUS D`R KUTSCHE WARE, SUBALD NECH ÄNIG SINN DE FARE?
ZERRT ÄNS HÖN ON ZERRT ÄNS HAR, DA GIHT DE GANZE FUHRE D`R QUARE!

Foto: Gunter Linke
Foto: Gunter Linke

Drom schreibt`s eich hönger de Leffel:

WAR ACHTEN GÖBT ON OFF THUTT PASSE,
DAR FÖNDT VÖL WEISHÄT OFF D`R GASSE!

Wie zom Beispiel die hier:

„ZEIT ÖS GELD!“, SPRÖCHT D`R AMERIKANER,
„GELD ÖS MACHT!“, D`R BÖRSIANER.
„GELD ÖS SCHLAMM!“, SO SPRÖCHT D`R CHRISTE!
ON WAS SPRÖCHT D`R HUMANISTE?
„BILDUND ÖS GELD!“.

No on dadervon könnt`r alle besamm schonne noch ä Linschen merre vertrah`.
`S stömmt zwar, was was ech a schonne ömmer gesaht ha:

BEIN BORGEN, DA ÖS D`R TALER MORDSKLÄNE,
BEIN BEZAHL`N EPPER SU GRUSS, MER SOLL`S NECH MÄNE!

On`s stömmt a

WAR MERRE AUSGÖBT, ALS AR EINNÖMMT,
SICH NACHEN NECH WONNERE DÄRF, WAS HÖNGERDREIN KÖMMT!

aber

WAR ÖMMER SCHONNE VORNEWACK IBER ALLES THUTT BARME,
DAR TRÄHT IN DE SCHTADT DE NUTH HAR, OFF`N ARME!

Glaabt marsch`s,

EIRE SORGENBINDEL WÄR`N LANGE NECH SU SCHWER,
WENN NECH EPPER SU VÖL UNNITZES DRÖNNE WÄR!

O zom guten Schluße noch äns nein, in eier Gewössen:

OHNE SCHLACHTES WATTER KANN`S IN D`R NATUR KÄ WACHSTUM GABE,
DROM MISS MER A ÄMAL SCHLACHTE ZEITEN ERLABE!

Eier Ehrnbärger Anton Sommer