Allgemein Politik Thüringen

AfD stellt als erste Partei im Freistaat ihre Landesliste zur Landtagswahl auf

Am kommenden Wochenende wird nach dem AfD-Landesparteitag in Arnstadt klar sein, wen die Partei auf ihrer Landesliste 2019 in den Thüringer Landtagswahlkampf schickt. Die AfD ist damit die erste der im Landtag vertretenen Parteien, die eine Landesliste präsentiert.

Die AfD hat im Freistaat derzeit rund 1.300 Mitglieder. Rund 500 von ihnen (so viele fasst der Saal zum Parteitag) werden eine Liste mit zu erwartenden 50 Kandidaten wählen. Im Gegensatz zu anderen Parteien stimmen keine Delegierten, sondern die anwesenden AfD-Mitglieder ab.

Legt man die derzeitigen Umfragen zugrunde, so dürften mindestens die ersten 20 Listenplätze für den Einzug in den nächsten Thüringer Landtag sehr aussichtsreich sein. Dem Vernehmen nach haben bereits rund sechs Dutzend Frauen und Männer bekundet, für die Landesliste kandidieren zu wollen. Eine Frauenquote gibt es in der AfD nicht.

Als sicher gilt, dass sich außer Wiebke Muhsal die übrigen sieben derzeitigen AfD-Landtagsabgeordneten um einen Listenplatz bewerben werden. Landes- und Fraktionschef Björn Höcke gilt dabei als Nummer 1 gesetzt. Für die weiteren Plätze dürften stets mehrere Kandidaten ins Rennen gehen. Als sicher gilt gleichfalls, dass Tosca Kniese, die derzeit einzige Frau im AfD-Vorstand, für einen aussichtsreichen Platz kandidieren wird.

Nicht kandidieren wird hingegen das einstige Vorstandsmitglied Steffi Brönner. Ihr werden eher Ambitionen zur Europawahl im nächsten Jahr nachgesagt. Erwartet wird, dass auch einstige Direktkandidaten zur letzten Bundestagswahl, die gut abgeschnitten hatten, in Arnstadt ihren Hut in den Ring werfen werden.

Spannend dürfte werden, wer aus den Reihen der sogenannten Alternativen Mitte kandidieren wird und wer sich letztlich aus Höckes Flügel durchsetzen wird. Als sicher gilt, dass der ehemalige Bürgermeister von Königsee, Jens A. Sprenger, für Listenplatz 2 kandidieren wird: „Es ist der Versuch die innere Führung der AfD in Thüringen auf eine professionelle, kritikfähige Ebene zu stellen und vor allem die Partei für die Mitte der Gesellschaft zu öffnen“, sagte er. Gleichfalls interessant wird die Frage, welche Fraktionsmitarbeiter am Samstag aus dem Schatten ihrer Altvorderen treten werden. Wie ferner zu erfahren war, treten aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt mutmaßlich drei Kandidaten zum Nominierungsparteitag um einen Listenplatz an.

Wer in Arnstadt keinen aussichtsreichen Platz ergattert, kann noch im Falle eines Sieges als Direktkandidat in einem der 44 Thüringer Wahlkreise Landtagsmitglied werden. Acht bis zehn Wahlkreise könnte die AfD direkt holen.
Andreas Kühn