Allgemein Politik Thüringen

413.527 Euro für „Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge“

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (Linke), hat gestern einen symbolischen Fördermittelbescheid über 413.527 Euro für ein „Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge“ in Erfurt an den Trägerverein Refugio Thüringen übergeben. Die Mittel sind für die Anstellung von Therapeutinnen und Therapeuten sowie für Verwaltungs- und Sachausgaben an den Standorten Erfurt und Jena bestimmt.

Ministerin Werner sagte dazu: „Der Freistaat Thüringen will die zu uns aus den Krisenregionen der Welt geflüchteten Menschen nach Kräften unterstützen. Dabei geht es darum, sowohl humanitäre Hilfe zu leisten und als auch Wege der Integration zu ermöglichen. Therapeutische Arbeit, wie sie in Thüringen unter anderem von Refugio angeboten wird, ist dabei ein wichtiger Baustein im Integrationskonzept der Landesregierung.“

Zusatzinfos des Sozialministeriums:
Die Angebote des „Psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge“ (PsZF) des Refugio Thüringen e.V. richten sich an in Thüringen lebende Flüchtlinge und ihre Familien. Das Zentrum in Erfurt ist neben dem Standort in Jena mittlerweile die zweite Einrichtung des Vereins in Thüringen, die auf die Bedürfnisse traumatisierter und anderweitig psychisch belasteter Flüchtlinge spezialisiert ist. Mit diesem Betreuungsangebot soll zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Flüchtlingen beigetragen werden. Die Zielgruppen sind Menschen, die Opfer von Folter, Verfolgung, Vertreibung, kriegerischer Auseinandersetzung, sexualisierter Gewalt oder Zeugen bei der Ermordung Dritter bzw. Familienangehöriger geworden sind und die aufgrund des Erlebten traumatisiert und/oder aufgrund aktueller Lebensbedingungen anderweitig psychisch belastet sind. Den betreuten Menschen wird psychotherapeutische Unterstützung und soziale Beratung angeboten.

Im Psychosozialen Zentrum am Standort Jena nahmen bisher über 200 geflüchtete Menschen die Betreuungs- und Unterstützungsangebote wahr. Davon erhalten 118 Flüchtlinge psychotherapeutische Behandlung/Begleitung. Laut Angaben des Trägers Refugio befinden sich noch mehr als 230 Personen auf der Warteliste zur Aufnahme von sozialen und therapeutische Maßnahmen im Zentrum. Neben dem Thüringer Sozialministerium wird Refugio Thüringen auch vom Bundesfamilienministerium, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der UNO-Flüchtlingshilfe und dem Thüringer Migrationsministerium sowie dem Thüringer Bildungsministerium finanziell gefördert.