Allgemein Politik Thüringen

Höcke: Angebot an „Patrioten“, Absage an Karrieristen

Auf dem Parteitag der Thüringer AfD wurde Björn Höcke gestern in Arnstadt gestärkt: 93 Prozent der Delegierten votierten für ihn. Ein klares Signal, nachdem er vor zwei Jahren nur 60 Prozent hinter sich bringen konnte. Stefan Möller wurde als zweiter Landessprecher mit 84 Prozent ebenfalls deutlich in seinem Amt bestätigt. Auch mit der Wahl der beiden stellvertretenden Landessprecher sowie der sechs Beisitzer wurde der Kurs von Höcke personell gestärkt. Gewählt wurden zudem ein neuer Schatzmeister sowie dessen Stellvertreter. Gewählt wurden zudem die Mitglieder des Schiedsgerichts und die Thüringer Vertreter für den Konvent.

hoeckeGewohnt klare Worte des AfD-Chefs: „Wir müssen verhindern, dass Deutschland sich auflöst wie ein Stück Seife unter einem Wasserstrahl.“ Er bekräftigte erneut, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört und forderte die Beendigung der „politischen Multikulturalisierung“. Der AfD-Landesverband Thüringen habe eine bundesweite Bedeutung, die dessen zahlenmäßige Größe weit übersteige, so der Parteichef. Die AfD als „Heimatpartei“ müsse immer wieder in der Öffentlichkeit erklärt und gelebt werden. Wenn das gelänge, könnte man „2019 bei der Landtagswahl von 30 Prozent plus x“ reden. (Bei der vergangenen Landtagswahl 2014 hatte die Partei 10,6 Prozent der Wählerstimmen geholt. Derzeit hat die Landtagsfraktion acht Mitglieder.) Planspielen einer Koalition mit einer verbrauchten Altpartei erteilte Höcke entschiedene Absage: „Halten wir uns fern von den Altparteien.“ Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass die AfD zu einer führenden Volkspartei werde.

„Überläufern“, die im Hinblick auf künftige Wahlen noch auf den fahrenden AfD-Zug aufspringen wollen, gebot der Parteitag Einhalt. Wer in den zwölf Monaten vor dem Eintritt in die AfD Mitglied einer anderen Partei war, muss künftig ein Jahr lang Fördermitglied sein, bevor der Antrag auf Vollmitgliedschaft gestellt werden kann. Dennoch, so Höcke, sei die AfD für enttäuschte CDU-Mitglieder offen. „Patrioten“ seien willkommen. Er stellte aber unmissverständlich klar: „Karrieristen wollen wir nicht haben.“

Der neue Vorstand (von links nach rechts): Dr. Robby Schlund, Nadine Hoffmann, Klaus Stöber (Schatzmeister), Tosca Kniese, Ringo Mühlmann, Stefan Möller, Björn Höcke, Torben Braga, Nadin Scheller, Stefan Schröder (stv. Schatzmeister), Steffi Brönner, Jürgen Pohl