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25 Jahre Landkreis Saalfeld-Rudolstadt: AfD feiert nicht mit

Am 1. Juli will der Landkreis sich feiern: 25 Jahre ist es dann her, dass aus den ehemaligen Kreisen Saalfeld und Rudolstadt sowie Teilen des Kreises Neuhaus und Lobenstein ein Gebilde geformt wurde, mit dem bis heute nicht wenige fremdeln. Wie zu erfahren war, wird die AfD-Kreistagsfraktion der Party fernbleiben. Über die Gründe sprachen wir mit Fraktionschef Karlheinz Frosch.

Ein gezielter Affront?

Nein. Es gibt nur einen triftigen Grund: Für die AfD und viele ihrer Wähler gibt es nichts zu feiern. Vor einem Vierteljahrhundert wurde zusammengezimmert, was damals viele Menschen nicht wollten. Das lassen wir uns nicht als Erfolgsgeschichte verkaufen. Mögen sich gern diejenigen feiern und feiern lassen, die das anders sehen. Die AfD war an den Weichenstellungen der vergangenen 25 Jahre nicht beteiligt.

Was ist denn so schiefgelaufen, dass Sie keine Erfolgsgeschichte erkennen können?

Nur wenige, aber wichtige Fakten: Die Zahl der Einwohnerzahl im Landkreis hat sich seit 1994 um mehr als ein Viertel verringert hat. Man müsste schon eine rosarote Brille aufsetzen, um eine boomende Wirtschaft zu sehen. Ein touristischer Aufschwung ist ebenso ausgeblieben wie zeitgemäße Verkehrswege.

Nicht vielleicht doch ein Gläschen in Ehren am 1. Juli?

Wenn alles in 25 Jahren Kreistag so prächtig gelaufen wäre, wie man es bei Jubelfeiern stets glauben machen möchte, gäbe es jetzt keine AfD-Fraktion. 22,3 Prozent der Wähler wollten kein „weiter so“, sondern eine Veränderung. So lange sich nichts geändert hat, haben wir keinen Grund, Party zu machen.