„Das Schöne an der Demokratie ist der Machtkampf“

Guter Satz von Mike Mohring zu Beginn: „Freiheit bedingt Verantwortung und Diskursfähigkeit. Beides ist verloren gegangen.“

Die Philosophen haben am Samstag einen Festschmaus auf Schloss Ettersburg verpasst. „Vom Wesen der Freiheit – Nachdenken über ein flüchtiges Gut“ lautete das Motto der Veranstaltung, zu der die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag eingeladen hatte. Kritikaster könnten auf die Idee kommen, es seien zu viele Fragen gestellt und zu wenige Antworten gegeben worden. Doch schon der englische Philosoph Francis Bacon wusste: „Klug fragen können, ist die halbe Weisheit.“
Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Thüringer Landtag, Mike Mohring, stellte eingangs die berechtigte Frage, welche Spielräume Politik überhaupt habe: „Überfordern viele die Politik nicht mit Erwartungen, die gar nicht erfüllt werden können?“

Drei Referenten widmeten sich unterschiedlichen Themen: Prof Carlo Strenger (Universität Tel Aviv) sprach über die „Angst vor der Freiheit“, Dr. Richard Herzinger („Die Welt“) über Quellen der Freiheit“. Und ein zu Hochform auflaufender Dr. Wolfgang Herles (ehemals ZDF) reflektierte „Erfahrungen mit der Freiheit“.

„Die Angst vor der Freiheit ist ein uraltes Thema, das jede Generation neu durchdenken muss“, sagte Prof. Carlo Strenger.
„Das Ideal der Erziehung zur Freiheit ist im öffentlichen Diskurs verloren gegangen und muss gestärkt werden.“
Die Lacher auf seiner Seite hatte der Sozialpsychologe abschließend: „Es ist ein Luxus, nicht ständig gewählt werden zu müssen.“
Dr. Richard Herzinger sagte unter anderem:
„Die Herolde der Freiheit treten nicht selten als Sendboten der Unfreiheit auf.“
„Freiheit ist einer der am meisten missbrauchten Begriffe.“
„Wenn Freiheit nicht Freiheit von Zwang, sondern vor allem Mittel zum Zweck ist, ist sie keine Freiheit.“
„Wir können westliche Werte nicht an USA outsorcen. Deshalb ist eine starke EU wichtig.“
Dr. Wolfgang Herles stellte eine Frage, die allen DDR-Erfahrenen nur allzu gut bekannt ist. „Warum bestimmt der Staat von der Wiege bis zur Bahre?“ Freiheit heiße Konflikt! Genau daran aber fehle es: „Da ist der Zentralfriedhof von Chicago wie ein Rotlichtviertel gegenüber Deutschland.“ Es gebe keinen Anspruch auf Angstlosigkeit. Von allen Risiken befreit zu werden als Anspruch an die Politik zu richten, sei verfehlt. Weniger Populismus der Mitte, mehr Diskurs, fordert Dr. Herles. Als Ursache für den medialen Mainstream machte der ehemalige ZDF-Mann die „Krise der Printmedien“ aus: „Deshalb wird geschrieben, was massenkompatibel ist.“

Die Religionsfreiheit werde derzeit verabsolutiert, so der Autor des vielbeachteten Buches „Die Gefallsüchtigen: Gegen Konformismus in den Medien und Populismus in der Politik“. Er wende sich deshalb gegen die Einschränkung der Gefühle von Nichtgläubigen: „Religionsfreiheit gilt auch für Atheisten.“ Wo Moral die Freiheit schlage, beginne die Ausgrenzung.
Scharf kritisierte der Referent das vom Sozialdemokraten Maas durchgepeitschte „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“: „Es sollte besser Freiheitsabschaffungsgesetz heißen.“ Es dürfe nicht angehen, eine Zensur durch die Hintertür einzuführen, indem man sie an Private auslagere.

Kostproben aus dem Vortrag von Dr. Wolfgang Herles (ehemals ZDF):
„Die deutsche Geschichte durchzieht ein Unbehagen an der Freiheit – bis zu den Selbstfesselungen unserer Tage.“
„Die EU ist kein Freiheitsprojekt, sondern die Parodie eines großen Nationalstaats.“
„Vergötzung des Staats führt zum Nannystaat, an dessen Ende der soziale Untertan steht.“
„Merkel saugt wie ein Vampir das Blut aus dem Diskurs.“
„Das Schöne an der Demokratie ist der Machtkampf.“
„Die vierte Legislaturperiode Merkel wird eine Katastrophe.“
„Jeder, der nach oben will, ist ein Narzisst. Oben angekommen beginnt die Paranoia.“
„Wer die Welt verändern will, gründet ein Startup und geht nicht in die Politik.“

Bitte mehr davon!

Schade, dass gestern nicht mehr Zuhörer den Weg zu einer Veranstaltung fanden, die einem so wichtigen Thema wie der Freiheit gewidmet war. Mike Mohring brachte die Krux auf den Punkt: „Was heißt Freiheit unter dem Eindruck massiver Sicherheitsbedrohung?“ Ja, Freiheit birgt Risiken. Für jeden Einzelnen. Stellt sich die große Frage, wie viel Freiheit der Einzelne zugunsten von Sicherheit bereit ist, aufzugeben.

Und dann war da noch ein ehemaliger ZDF-Journalist, der mir aus der Seele sprach als er darauf verwies, dass nicht wenige komfortable Fesseln der Freiheit vorziehen. Die gestrige Veranstaltung zeigte: Wir müssen streiten. Vielleicht müssen wir das auch (wieder) erlernen. Ja, dass der Andere recht haben könnte, tut mitunter weh. Aber bevor man überall Teufel sieht, sollte man erst in den Spiegel schauen, ob sich da nicht ein Unheiligenschein um den eigenen Kopf abbildet …

Wie sagte Albert Camus so schön: „Es gibt keine Freiheit ohne gegenseitiges Verständnis.“ Streit bildet und bringt voran. Bitte mehr davon!

Andreas Kühn

Heute ist „Tag des Einbruchschutzes“

Die Tage werden kürzer, es wird wieder früher dunkel. Für Einbrecher ergeben sich damit mehr gute Gelegenheiten, unbehelligt zu Werke zu gehen. Die Polizei informiert die Bevölkerung daher zu dieser Jahreszeit verstärkt zum Thema Einbruchschutz: Rund um den Tag des Einbruchschutzes am 29. Oktober gibt es bundesweit wieder zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen im Rahmen der Einbruchschutzkampagne K-EINBRUCH. Zudem wurde die Kampagnenwebsite neu gestaltet und bietet jetzt noch übersichtlicher umfassende Informationen zu geeigneter Sicherungstechnik und den von der Polizei empfohlenen Verhaltensmaßnahmen.

Der Internetauftritt wurde komplett überarbeitet und den heutigen Webstandards angepasst, so dass die Seite jetzt auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets optimal angezeigt wird. „Mit diesem so genannten Responsive Design und barrierefreien Elementen wollen wir das Thema Einbruchschutz für die Bürgerinnen und Bürger noch attraktiver darstellen und sie dafür sensibilisieren, in geprüfte und zertifizierte Sicherungstechnik zu investieren“, so Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Denn viele unterschätzen das Risiko, ins Visier von Einbrechern zu geraten. Der Einbruchreport der Deutschen Versicherer belegt, dass jeder Zweite dem Irrtum unterliegt, bei ihm sei nichts zu holen. Jeder Vierte glaubt, seine Wohnung sei ausreichend geschützt. Dabei werden häufig entscheidende Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigt (Link zum Einbruchreport). Doch durch richtiges Verhalten und die richtige Sicherungstechnik können viele Einbrüche verhindert werden. So erhalten die Besucher der Kampagnenwebsite unter anderem produktneutrale Tipps zur Sicherung von Fenstern und Türen oder des Grundstücks, zu einfachen Verhaltensmaßnahmen sowie Informationen zur staatlichen Förderung von Maßnahmen zum Einbruchschutz.

Darüber hinaus findet jedes Jahr im Herbst am Tag der Zeitumstellung der „Tag des Einbruchschutzes“ statt. Unter dem Motto „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“ informiert die Polizei rund um den 29. Oktober mit vielen Aktionen über Einbruchschutz und gibt Sicherheitsempfehlungen. Kooperationspartner wie Fachbetriebe und Versicherungen beteiligen sich ebenfalls an der Aufklärungsarbeit und zeigen, wie Bewohner ihr Haus sicherer machen können.

Seit dem 15.09.2017 hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Zuschuss für Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz in ihrem Produkt „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss“ (455) geändert. Der Zuschusssatz beträgt nun 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten pro Antrag. Übersteigen die förderfähigen Investitionskosten 1.000 Euro, werden die ersten 1.000 Euro mit 20 Prozent und die restlichen Kosten mit 10 Prozent gefördert.
Weitere Informationen.

Einkommensstarke Wähler sind den Grünen nicht grün

Im INSA-Wählerspektrum dieser Woche kann die Union einen deutlichen Stimmenzuwachs verzeichnen. Sie gewinnt sowohl an sicheren, an wahrscheinlichen als auch an möglichen Stimmen. Die SPD hingegen verzeichnet Verluste bei den wahrscheinlichen und möglichen Stimmen. Auch die AfD verliert in dieser Woche an möglichen Stimmen. Bei der FDP zeigen sich im Vergleich zur Vorwoche keine Veränderungen. Die Linke gewinnt an sicheren, wahrscheinlichen und möglichen Stimmen. Die Grünen verlieren an sicheren und wahrscheinlichen Stimmen, gewinnen jedoch an möglichen Stimmen.

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Mit steigendem Haushaltsnettoeinkommen steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Befragter sicher zur Wahl geht. Während unter den Befragten mit einem Nettoeinkommen von unter 1.000 € weniger als die Hälfte der Befragten (45 %) angab, sicher zur Wahl zu gehen, gibt dies bei Befragten mit höherem Einkommen die Mehrheit an: Bei einem Nettoeinkommen von 1.000 € bis 2.000 € gehen über die Hälfte (57 %) sicher zur Wahl, bei einem Einkommen von 2.000 € bis 3.000 € steigert sich der Anteil der sicheren Wähler auf zwei Drittel (67%). Übersteigt das Haushaltseinkommen 3.000 €, gehen über drei Viertel der Befragten (77 %, 78 %) sicher zur Wahl. Bei einem Einkommen unter 1.000 € gibt rund ein Fünftel (22 %) der Befragten an, sicher nicht zur Wahl zu gehen. Mit steigendem Haushaltseinkommen sinkt dieser Anteil an Befragten (14 %, 11 %, 6 %, 4 %).Das Haushaltsnettoeinkommen wirkt sich auch auf die Parteienpräferenz aus. Knapp die Hälfte der Befragten mit einem Einkommen von über 4.000 € (47 %) sowie über ein Drittel mit einem Einkommen zwischen 3.000 € und 4.000 € (38 %) sind Wähler der Union. Unter den Befragten mit dem geringsten Einkommen wählt etwa ein Drittel (34 %) die CDU/CSU. Ein Fünftel der Befragten mit dem niedrigsten Haushaltseinkommen (22 %) wählt die Linke. Im Vergleich wählen nur 3 Prozent der Befragten mit dem höchsten Einkommen (4.000 € und mehr) die Linke. Die SPD wird vor allem von Befragten mit einem Einkommen zwischen 1.000 € und 3.000 € (28 %, 26 %) gewählt. Die Wähler der AfD kommen aus unterschiedlichen Einkommensgruppen, am stärksten ist die Gruppe mit einem Einkommen zwischen 1.000 € bis 2.000 € vertreten (16 %). Wähler mit einem Einkommen von 3.000 € und mehr wählen vor allem die FDP (15 %, 14 %), während Befragte mit einem Einkommen unter 1.000 € nur mit 5 Prozent der Stimmen vertreten sind. Befragte mit dem niedrigsten Haushaltsnettoeinkommen wählen nicht nur häufig die Union oder die Linken, sondern auch die Grünen (13 %). Nur knapp halb so viele Befragte der höchsten Einkommensgruppe (7 %) wählen ebenfalls grün.

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Das gegenwärtig wichtigste politische Thema ist Rente und Altersarmut. Dies sieht etwa jeder zweite Wähler der SPD (48 %) und der Linken (50 %) so. Bei den Wählern der anderen Parteien ist das Thema weniger relevant (CDU/CSU 33 %, AfD 35 %, FDP 36 %, Grüne 36 %) aus. Besonders auffällig ist, dass etwa drei Viertel der AfD Wähler (72 %) Zuwanderung, Migration und Flüchtlinge als wichtigstes politisches Thema angeben. Bei den Unionswählern geben dies 40 Prozent an, bei den FDP-Wählern 42 Prozent. Dieses Thema ist im Vergleich aber nur für rund ein Viertel der Wähler der Linken (26 %) und der Grünen (28 %) relevant. Wichtiger sind den Wählern der Linken Fragen der sozialen Sicherheit, Gerechtigkeit und Ungleichheit. Jeder Zweite (52 %) gab dies als wichtiges Thema an. Auch jeder dritte Wähler (35 %) der Grünen teilt diese Ansicht. Am wenigsten sind dieser Ansicht FDP-Wähler, unter diesen nur 15 Prozent dies als wichtig erachten. Die Wähler der AfD bewerten nicht nur die Flüchtlingspolitik anders, sondern auch das Thema Sicherheit und Kriminalität. 40 Prozent der AfD- Wähler stufen dies als aktuell wichtigstes politisches Thema ein. Im Vergleich sagen dies aber nur 12 Prozent der Wähler der SPD, 14 Prozent der Wähler der Linken sowie 8 Prozent der Wähler der Grünen.

Rot-rot-grüne Ausschussmehrheit ließ MdL Möller (AfD) bei Wahl zum Ausschussvorsitzenden durchfallen

Im Justizausschuss des Thüringer Landtags stand heute die Neuwahl des Vorsitzenden auf der Tagesordnung, nachdem der bisherige Vorsitzende Stephan Brandner (AfD) in den Bundestag gewählt worden war. Das Vorschlagsrecht liegt bei der AfD-Fraktion. Diese hatte dazu ihren Parlamentarischen Geschäftsführer Stefan Möller vorgeschlagen, der von Beruf Rechtsanwalt ist. Entgegen dem Vorschlagsrecht und allen Gepflogenheiten wurde Stefan Möller nach geheimer Wahl, die aus den Regierungsfraktionen heraus beantragt wurde, mit der exakten Stimmenanzahl der rot-rot-grünen Ausschussmehrheit nicht gewählt. Pikant: Laut Geschäftsordnung darf der Wahlvorschlag für einen Ausschuss-Vorsitz nur aus „wichtigem Grund“ abgelehnt werden.

Dazu sagt Björn Höcke, AfD-Fraktionsvorsitzender: „Das ist ein beschämender Tiefpunkt des Thüringer Parlamentarismus. Offensichtlich hat sich die rot-rot-grüne Ausschussmehrheit abgestimmt und Stefan Möller nicht zum Ausschussvorsitzenden gewählt. Die linken Regierungsfraktionen grenzen die AfD aus, wo sie nur können. Das ist ein aus dem Kleingeist ideologisch verblendeter Linker motivierter Schlag ins Gesicht der Thüringer AfD-Wähler, deren parlamentarische Vertretung damit sabotiert wird. Undemokratischer und unprofessioneller könnte die Auseinandersetzung mit der AfD gar nicht sein. Die Quittung werden die arroganten und bürgerfernen rot-rot-grünen Politikdarsteller in den anstehenden Wahlen in Thüringen erhalten!“

Die Ausschussmitglieder der Fraktionen DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verlautbarten in einer gemeinsamen Erklärung: „Auch wenn die AfD-Fraktion nach den parlamentarischen Gepflogenheiten (und § 9 der Geschäftsordnung des Landtages) Anspruch auf den Vorsitz des Ausschusses hat, bleibt es dennoch ein demokratisches Wahlverfahren.“ Der Abgeordnete Möller liefere selbst die Argumente, die ihn für den Vorsitz des für Migration, Verfassungsrecht und Justiz zuständigen Ausschusses unwählbar machen. Zum einen sei das eine öffentliche Äußerung aus dieser Woche, mit der er nicht nur der obersten europäischen Gerichtsinstanz die Kompetenzen abspricht, sondern gleichzeitig behauptet, die Umsetzung europarechtlicher Regelungen zur Flüchtlingsaufnahme „sprenge“ die EU.

„Auch zeigt die (wie ein Blick in seinen öffentlichen Facebook-Account offenbart) Nichtanerkennung rechtsstaatlicher Prinzipien, wie der der Gleichbehandlung und der Unschuldsvermutung, dass ihm für diese Funktion aus unserer Sicht die Eignung fehlt.“ Nicht zuletzt seien die parlamentarischen „Geschäftsordnungsspielchen“, die Möller als Parlamentarischer Geschäftsführer wiederholt in Landtagssitzungen zelebrierte und in denen er durch zahlreiche Sitzungsunterbrechungen parlamentarische Rechte missbrauchte, eines Vorsitzenden des auch für die Auslegung der Geschäftsordnung zuständigen Ausschusses nicht würdig.

Abschließend heißt es: „Wir sind gespannt, welchen Abgeordneten die AfD-Fraktion in der nächsten Sitzung für diesen Posten vorschlagen wird. Eine Information oder ein Gespräch mit den anderen Fraktionen des Landtags über das Vorhaben der AfD, Möller zum Ausschussvorsitzenden zu machen, fand im Vorfeld der heutigen Sitzung nicht statt.“

Waffenfunde bei Durchsuchungen zum Überfall auf „Wirtshaus Christoffel“

Im Zusammenhang mit den heutigen Durchsuchungen in Erfurt, Berlin und Zwickau nahmen Spezialkräfte des LKA Thüringen sowie aus Berlin und Sachsen sechs Männer im Alter zwischen 29 und 39 Jahren fest. Heute und morgen werden jeweils drei dem Haftrichter in Gera vorgeführt. Folgende Gegenstände stellten die Einsatzbeamten sicher:

mehrere Schusswaffen (Kurz- und Langwaffen)
Elektroschocker
Reizstoffsprühgeräte
Schlagstöcke
einen Schlagring
mehrere Schreckschusswaffen
mehrere Mobiltelefone
50 Gramm Betäubungsmittel, bei denen es sich möglicherweise um Kokain handelt
29.000 € Bargeld

Aussagen, ob es sich bei den sichergestellten Kurz- und Langwaffen um „scharfe“ Schusswaffen handelt, können erst nach einer waffentechnischen Begutachtung getroffen werden. Von einer Zuordnung der sichergestellten Gegenstände zu den einzelnen Tatverdächtigen und Durchsuchungsorten wird aus ermittlungstaktischen Gründen abgesehen, so die Sprecherin des LKA. Auch auf die genaue Auflistung zur Anzahl wird aus diesem Grund nicht näher eingegangen.

Foto: Thüringer Landeskriminalamt

Heimatkalender für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Kreisheimatpfleger Ralf Thun hatte sich zum Ziel gesetzt, für das kommende Jahr erstmals einen Heimatkalender zu produzieren – jetzt ist er fertig und im örtlichen Buchhandel erhältlich. Entstanden ist der Kalender in Zusammenarbeit mit dem Foto Amateur Club Saalfeld-Rudolstadt e.V. (FAC). Die Motivation der Kalendermacher beschreibt Thun so: „Da andere Kalender oftmals nur Motive der größeren Städte unseres Kreises zeigen, wurde in dieser Version bewusst darauf verzichtet. Die zwölf Kalenderbilder im A3 Format zeigen darum vor allem die Schönheit unseres ländlichen Raumes.“ Besonders interessant sei das Foto von Weisbach, welches zugleich Titelbild ist. „Die Bilder sollen auch bei den Einheimischen die Lust wecken, unseren Kreis besser kennen zu lernen.“ Deshalb sind in dem Kalender als besonderer Service bereits viele Termine für regionale Veranstaltungen im Kalendarium eingebarbeitet, die aus den Gemeinden zugearbeitet wurden. Soweit es bei zwölf Motiven möglich war, wurde dabei jede Region des Landkreises berücksichtigt.

Der Kalender ist für 15 Euro in lokalen Zeitungsgeschäften und den Thalia Buchhandlungen in Saalfeld und Rudolstadt zu bekommen. Mit dem Kauf des Kalenders unterstützt man auch die Heimatpflege im Landkreis. „Die hoffentlich entstehenden Gewinne werden für Projekte der Heimatpflege eingesetzt und sollen auch lokalen Vereinen zu Gute kommen“, informiert Thun. „Das ist praktisch ein Crowdfunding, das uns allen zugute kommt, und von dem man das ganze Jahr etwas hat.“
Eine Vorschau ist hier zu finden.

Martin Modes (LRA)

Auerhuhn-Projekt in Langenschade auf Erfolgskurs

Standen die Auerhühner vor sieben Jahren in Thüringen noch kurz vor dem Aussterben, so deutet sich nunmehr ein Lichtblick an, wie bei der gestrigen Vorstellung des 26-seitigen Jahresberichts „Raufußhühner in Thüringen“ in Langenschade (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) zu erfahren war. Zur Zeit gehen die Experten des ThüringenForst von 25 bis 30 wildlebenden Auerhühnern aus. Was im Klartext bedeutet: Seit 2014 hat sich der Bestand dieser seltenen Tiere verfünffacht! Das Projekt in Langenschade ist allerdings darauf angelegt, einen Bestand von mindestens 100 Auerhühnern zu erreichen. Erst dann sei es dieser Art möglich, sich selbst zu erhalten. Die Forstexperten sprechen vorsichtig davon, dass eine Trendwende geschafft worden sei, wenn auch die Bestandssituation als noch nicht stabil eingeschätzt werden könne.

Die 33jährige Forstwissenschaftlerin Luise Stephani leitet die einzige Auerwildaufzuchtstation Deutschlands in Langenschade, betrieben durch die Thüringer Landesforstanstalt.
Staatssekretär Dr. Klaus Sühl nannte als Gründe für die positive Entwicklung in diesem einzigartigen Artenschutzprojekt neben der konsequenten Zurückdrängung der Fressfeinde des Auerhuhns vor allem den Waldumbau im Freistaat: „Es ist gelungen, die Wälder laubiger und lichter zu machen. Der Waldumbau hin zu ökologisch wertvollen und gleichzeitig forstwirtschaftlich relevanten Mischwäldern wird konsequent fortgesetzt.“

Optimistisch äußerte sich auch ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt: „Die mittlere Überlebensdauer der Auerhühner beträgt rund 22 Monate, wobei einige Auerhähne bis zu 1.048 Tage alt werden. Diese Daten liefern einen sehr positiven Beweis für die Verbesserung der Aufzuchtbedingungen und Überlebenstauglichkeit der Zuchtvögel, aber auch für bereits erfolgte Optimierungen des Lebensraumes.“ Verstärkt wurde 2016 die Zusammenarbeit mit deutschen, polnischen und schwedischen Auerhuhnexperten. Telemetrische Forschung wurde in Thüringen durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg geleistet, Erfahrungsaustausch besteht mit den Wiederansiedlungsprojekten in Brandenburg, dem Harz und Wisla (Polen). Ebenso wurde der Genehmigungsantrag für die Umsiedlung schwedischer Auerhühner nach Thüringen beim Schwedischen Zentralamt für Naturschutz eingereicht.

Die Auerhuhn-Aufzuchtstation in Langenschade umfasst knapp 950 Quadratmeter. Das Betreten der Anlage bleibt ausschließlich Fachpersonal vorbehalten. Für die Unterhaltung und Betreuung der Station wurden 2016 rund 100.000 Euro aufgewaendet.

Von links: Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Dr. Klaus Sühl, Luise Stephani, ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt

Zahl der Erwerbstätigen in Thüringen im 2. Vierteljahr 2017 gestiegen

Im 2. Vierteljahr 2017 hatten im Durchschnitt 1 053 000 Personen einen Arbeitsplatz in Thüringen. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 9 400 Personen bzw. 0,9 Prozent mehr als im 2. Vierteljahr 2016. In Deutschland stieg die Erwerbstätigenzahl im 2. Vierteljahr 2017 gegenüber dem 2. Vierteljahr 2016 um 1,5 Prozent, im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) ebenfalls um 1,5 Prozent und im Gebiet der neuen Bundesländer (ohne Berlin) um 1,0 Prozent.

Der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen in Thüringen setzte sich damit das dritte Vierteljahr in Folge fort. Demgegenüber lag die Zahl der Erwerbstätigen in Thüringen vom 4. Vierteljahr 2012 bis zum 3. Vierteljahr 2015 stets unter dem entsprechenden Vierteljahreswert des Vorjahres. Die Erwerbstätigenzahl in Thüringen im 2. Vierteljahr 2017 entsprach in etwa der des 2. Vierteljahres 2012.

Wie die Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ ergaben, verzeichnete im 2. Vierteljahr 2017 Berlin mit 3,0 Prozent den mit Abstand höchsten Beschäftigungszuwachs unter den Bundesländern im Vergleich zum 2. Vierteljahr 2016. Den geringsten Beschäftigungszuwachs gab es in diesem Zeitraum in Sachsen-Anhalt mit 0,6 Prozent.

Den höchsten Beschäftigungszuwachs im 5-Jahreszeitraum vom 2. Vierteljahr 2012 bis zum 2. Vierteljahr 2017 verzeichneten Berlin mit 11,7 Prozent und Bayern mit 7,3 Prozent. Die Beschäftigungsentwicklung über diesen Zeitraum war in Sachsen-Anhalt rückläufig (-0,7 Prozent), stagnierte in Thüringen (0,0 Prozent) und fiel im Saarland eher verhalten aus (0,9 Prozent).

Die Entwicklung der Erwerbstätigenzahl in Thüringen im 2.Vierteljahr 2017 gegenüber dem 2. Vierteljahr 2016 ist hauptsächlich auf einen Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zurückzuführen. So stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Thüringen im 2. Vierteljahr 2017 gegenüber dem 2. Vierteljahr 2016 um 8 900 Personen (+ 1,1 Prozent). Damit blieb der Zuwachs in diesem bedeutenden Beschäftigungssegment im betrachteten Zeitraum in Thüringen deutlich hinter dem in Deutschland (2,4 Prozent) und dem in allen anderen Bundesländern zurück.

Den vorgelegten Erwerbstätigenzahlen liegt das so genannte Arbeitsortkonzept zugrunde, d.h. die ausgewiesenen Ergebnisse umfassen nur diejenigen Erwerbstätigen, die ihren Arbeitsort in Thüringen haben. Auspendler in die anderen Bundesländer bleiben unberücksichtigt, Einpendler aus anderen Bundesländern sind einbezogen.

INSA-Umfrage: Zwei Drittel der Thüringer wollen keine größeren Gemeinde- und Kreisstrukturen

Zwei Drittel (65 Prozent) der Bürger im Freistaat sind der Ansicht, dass Thüringen keine größeren Gemeinde- und Kreisstrukturen braucht – und unter den Wählern der SPD ist die Ablehnung sogar noch größer. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungs-instituts INSA im Auftrag der CDU-Landtagsfraktion ergeben. Demnach ist nur jeder vierte Befragte (27 Prozent) der Ansicht, dass Thüringen größere kommunale Strukturen anstreben sollte. „Die Umfrage zeigt einmal mehr, was bis auf die Parteien der Linkskoalition fast jeder in Thüringen begriffen hat: Anonyme Großstrukturen gehen an der Lebenswirklichkeit der Bürger im ländlichen Raum vorbei und drohen das zu zerstören, was Thüringen ausmacht“, bewertete der CDU-Fraktionsvorsitzende Mike Mohring das Ergebnis. Er erinnerte daran, dass sich die Landesregierung bis heute nicht in Lage sieht, eine stichhaltige Begründung für die Schaffung größerer Strukturen zu liefern: „Das rot-rot-grüne Geschwurbel von der Effizienz kennen wir ja nun schon zu genüge. Dass Gebietsreformen nichts sparen und stattdessen gerade beim ehrenamtlichen Engagement und durch die Beförderung von Politikverdrossenheit viel Schaden anrichten, ist hingegen längst wissenschaftlich erwiesen“, verwies Mohring auf die Auswertung zahlreicher Studien zu Gebietsreformen durch das Dresdner ifo-Institut.

Für die Mitte Oktober durchgeführte Umfrage wurden 1002 Thüringer gefragt, ob sie der Aussage „Meiner Meinung nach braucht Thüringen größere Gemeinde- und Kreisstrukturen“ zustimmen. Werden Antworten nach Parteipräferenzen getrennt betrachtet, zeigt sich, dass lediglich unter den Sympathisanten der Grünen eine kleine Mehrheit für größere Strukturen existiert (47 Prozent sind dafür, 44 Prozent dagegen). Selbst unter den Wählern der Linken teilt eine Mehrzahl der Befragten die mit der Gebietsreform verbundenen Ziele nicht (47 Prozent dagegen, 42 Prozent dafür). Ganz eindeutig ist die Ablehnung größerer Gemeinde- und Kreisstrukturen bei den Wählern von CDU (74 Prozent), FDP (67 Prozent) und AfD (74 Prozent). Selbst unter den Wählern der SPD, welche die Gebietsreform in Thüringen mit dem von ihr geführten Innenministerium maßgeblich vorantreibt, sind mehr als zwei Drittel (68 Prozent) gegen diese Politik. „Die Linkskoalition sollte endlich auf die Bürger eingehen und aufhören, gegen breiteste Mehrheiten zu regieren, auch unter ihren eigenen Anhängern“, so Mohrings Fazit.

Festnahmen und Durchsuchungen nach Überfall auf „Wirtshaus Christoffel“

Seit den frühen Morgenstunden durchsuchen Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes (LKA) Thüringen ein Gewerbeobjekt und zehn Wohnungen in Erfurt und Umgebung, sowie eine Wohnung in Berlin und eine Wohnung in Sachsen. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes des Landfriedensbruchs im besonders schweren Fall und der gefährlichen Körperverletzung des LKA Thüringen, Schwere und Organisierte Kriminalität in Zusammenarbeit mit der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität in Gera.

Ausgangspunkt dieses Verfahrens ist die tätliche Auseinandersetzung vom 11. Oktober 2017 in der Erfurter Innenstadt. Bisher ermittelten die Beamten elf Tatverdächtige, bei denen derzeit durchsucht wird. Hierbei handelt es sich um zehn deutsche Männer im Alter von 29 bis 45 Jahren und einen russischen Mann im Alter von 46 Jahren. Neben neun Männern aus Erfurt sollen auch ein Mitglied des Bandidos MC Berlin und ein Mann aus Sachsen an dem Überfall teilgenommen haben. Acht der Männer sind wegen Gewaltdelikten einschlägig vorbestraft bzw. polizeibekannt.

Gegen sechs dieser Tatverdächtigen zwischen 29 und 39 Jahren erließ das Amtsgericht Gera auf Grund des dringenden Tatverdachts Haftbefehle. Darunter befinden sich der 34-jährige Rädelsführer der Gruppe und der 29-jährige Organisator (beide deutsch). Spezialkräfte aus Thüringen, Berlin und Sachsen nahmen sie heute Morgen fest. Sie werden dem Haftrichter am Amtsgericht Gera vorgeführt.

Zum Tathergang teilte das LKA wie folgt mit:
Am 11. Oktober 2017 gegen 18:30 Uhr erschien eine Gruppe von etwa 25 Männern vor dem Restaurant „Wirtshaus Christoffel“ in der Michaelisstraße 41 in Erfurt. Im Restaurant und auf der Straße herrschte zu dieser Zeit reger Besucherverkehr. Einige dieser Männer sollen den 42-jährigen, armenischen Inhaber des Wirtshauses unter einem Vorwand vor das Restaurant gelockt haben. Die Männer der Gruppe solle ihn, seine beiden 19- und 20-jährigen Söhne und zu Hilfe eilende Angestellte sofort tätlich angegriffen haben. Die Tatverdächtigen sollen dabei neben körperlicher Gewalt, vor dem Restaurant befindliche Bestuhlung, mitgeführte Reizstoffsprays sowie Elektroschockpistolen eingesetzt haben. Die Angreifer waren zum Teil vermummt und flüchteten nach dem Angriff. Dabei sollen sie neben dem o. g. 42-jährigen Inhaber des Wirtshauses und seinem 19-jährigen Sohn sowie vier Angestellte durch Schläge und Reizstoffe leicht verletzt haben. Der 20-jährige Sohn musste auf Grund einer Beinverletzung stationär im Klinikum behandelt werden. Zum Motiv des Überfalls dauern die Ermittlungen an.

Gegen den 29- jährigen Organisator des Angriffs und einen 37-jährigen deutschen Tatverdächtigen ermitteln die Beamten darüber hinaus wegen des Verdachtes der illegalen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Sie stehen im Verdacht, Crystal im Kilogrammbereich aus Tschechien nach Erfurt eingeführt zu haben und hier den Verkauf organisiert zu haben. Auch dieses Ermittlungsverfahren führen Beamte des LKA Thüringen, Bereich Schwere und Organisierte Kriminalität.
Gegen den 37 Jahre alten Verdächtigen erließ das Amtsgericht Gera deshalb einen weiteren Haftbefehl.

Der Präsident des LKA Thüringen, Frank-Michael Schwarz sagte: „Es ist uns in kürzester Zeit durch intensive Ermittlungen gelungen, den Sachverhalt aufzuklären. Unser Ziel ist es nun herauszufinden, inwieweit es Verbindungen zur Russisch-Eurasischen Organisierten Kriminalität armenischer Prägung gibt.“

Da die Ermittlungen nach wie vor andauern werden Zeugen der Auseinandersetzung vom 11. Oktober 2017 gebeten, sich im LKA Thüringen unter der Telefonnummer: 0361/341-2984 zu melden.

Doppelhaushalt 2018/2019 wird erst im Januar beschlossen

„Sie können es einfach nicht.“ Mit diesen Worten hat der haushalts- und finanzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Maik Kowalleck, die Ankündigung von Rot-Rot-Grün kommentiert, die Verabschiedung des Doppelhaushaltes für 2018/19 auf Januar zu verschieben. „Erneut stolpert die Linkskoalition über die eigenen Füße. Wir bewegen uns in dem von der Linkskoalition verabschiedeten Zeitplan. Die Koalition macht schlicht einen schlechten Job“, sagte Kowalleck. In den vergangenen Tagen hat die CDU kritisiert, dass wesentliche Grundlagen für eine seriöse Beratung der Kommunalfinanzen fehlen, die an diesem Freitag auf der Tagesordnung steht. Für den Saalfelder Abgeordneten reiht sich diese jüngste Panne „in eine lange Kette vergeigter Initiativen ein. Diese Koalition schwimmt im Geld der Steuerzahler und schafft es nicht einmal, es in geordnete Bahnen zu leiten“, so Kowalleck.

Die CDU hat erst gestern darauf hingewiesen, dass mit dem bereits Mitte August angekündigten Gemeindereformfinanzierungsgesetz ein wesentlicher Baustein für die Haushaltsberatungen fehlt. Zugleich hatte Rot-Rot-Grün kostspielige Änderungen an der eigenen, bereits eingebrachten Novelle des Kindertagesstättengesetzes angekündigt. Auch daraus ergeben sich finanzielle Unsicherheiten für die Kommunen. „Meine Vermutung ist, dass die Linkskoalitionäre unter anderem die Finanzierung des Kita-Gesetzes nicht hinbekommen und nun versuchen, uns dafür die Schuld in die Schuhe zu schieben“, empört sich Kowalleck. Bei den Beratungen der Einzelpläne im Haushalts- und Finanzausschuss hat sich bei der CDU-Fraktion insgesamt der Eindruck verfestigt, dass etliche Ausgabenwünsche sich nicht erschließen. „Das Wirrwarr um die Gebietsreform und das Kita-Gesetz sind herausragende, aber bei weitem nicht die einzigen Beispiele“, sagte Kowalleck.

Es erstaunt ihn, dass die Ramelow-Regierung nun die Flinte ins Korn wirft, statt mit der CDU an einem Strang zu ziehen und den Doppelhaushalt bis Jahresende zu verabschieden. Wirklich überrascht ist der Landtagsabgeordnete freilich nicht. „Keines ihrer Schlüsselprojekte hat diese Regierung bisher umsetzen können. Was auch immer sie sich vornimmt, es kommt zu spät, vermurkst oder gar nicht. Das Gebietsreformvorschaltgesetz geplatzt, die Kommunalisierung aufgegeben, die Funktional- und Verwaltungsreform zu einer unsinnigen Behördenreform geschrumpft, den Personalabbau verschoben. Jetzt bekommt diese Chaostruppe nicht einmal rechtzeitig die Spendierhosen auf“, schloss Kowalleck.

Die Fraktionsvorsitzenden der rot-rot-grünen Koalitionsfraktionen kündigen im Hinblick auf die Haushaltsberatungen an, den geplanten Doppelhaushalt für die Jahre 2018 und 2019 erst im Januar beschließen zu können. Dazu sagen Susanne Hennig-Wellsow (Fraktion DIE LINKE), Matthias Hey (SPD-Fraktion) und Dirk Adams (Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Wir haben uns dazu entschlossen, den Haushalt erst im Januar zu verabschieden. Rechtliche Sicherheit geht vor: Mit der Verschiebung des Haushaltes wollen wir sichergehen, dass offensichtlich gesuchte und provozierte Angriffspunkte nicht mehr bestehen. Damit wollen wir der ‚Klageritis‘ der CDU entgegenwirken. Den nachgelagerten Behörden und Organisationen, die auf Geld des Freistaates Thüringen angewiesen sind – von den Kommunen bis zum Frauenhaus – müssen wir Rechtssicherheit bieten. Wir müssen auch an die zahlreichen Mitarbeiter der Fraktionen und Landtagsverwaltung denken, für die wir mindestens eine indirekte Fürsorgepflicht haben.“

In den vergangenen Wochen hat die CDU-Fraktion durch Anfragen in einem bislang nie dagewesenen Ausmaß die Haushaltsverhandlungen massiv verzögert. Dieses Verfahren hat die Oppositionsfraktion extrem intensiviert und droht beim kleinsten Verfahrensfehler vor das Verfassungsgericht zu ziehen. Dazu die rot-rot-grünen Fraktionsvorsitzenden: „Das ist Profilierungspolitik auf Kosten der Steuerzahler, der Kommunen und allen, die auf das Geld angewiesen sind.“

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke erklärte: „Der Haushalt ist die Königsdisziplin des Parlamentarismus. Darum wird jede verantwortungsvolle Regierung mit allergrößter Sorgfalt an die Aufstellung des Etats herangehen. Zum einen, damit sie auf diese Weise ihre inhaltliche Arbeit finanziell absichert, zum anderen, damit die nachgelagerten Behörden und Institutionen, die auf das Geld des Landes angewiesen sind, im neuen Jahr reibungslos weiterarbeiten können. Außerdem ist die Wirtschaft auf pünktlich überwiesene Subventionen des Landes angewiesen, um Investitionen tätigen zu können.“

Die Regierung Ramelow müsse bereits jetzt, im Oktober, einräumen, dass sie dieses Ziel verfehlen wird. Sie versage in der Haushaltspolitik ebenso wie bei der Gebietsreform, in der Bildungspolitik und der Kriminalitätsbekämpfung. Eine Regierung, die in den Kernbereichen der Landespolitik so eklatant scheitert, sollte ihr Unvermögen eingestehen und Neuwahlen anstreben, um weiteren Schaden von den Bürgern abzuwenden. Höcke abschließend: „Herr Ramelow, treten Sie zurück!“

Dem Heinerhofbauern sein Knecht über SPD-Frauen

Von Max Erdinger – In der „Welt“ von vorgestern gab es einen Artikel über den ganz und gar unmenschlichen Sexismus, der es den SPD-Frauen schier unmöglich macht, sich fröhlich durch ihren beschwerlichen Alltag zu lächeln. Meinereiner war so betroffen und so verunsichert, daß er dem Heinerhofbauern seinem Knecht die Zeitung vorgelesen hat, um zu erfahren, ob er einen Ratschlag für die armen Frauen hat. Da bin ich an den Richtigen gekommen. Eine Reportage vom Land.

Aus der „Welt“ – Zitat: „Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) hat die neu entfachte Debatte über Sexismus in der Gesellschaft begrüßt. „Sexismus ist Alltag, in der einen Branche mehr als in der anderen“ sagte die Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. – Zitatende.

Dem Heinerhofbauern sein Knecht hat sich erst einmal das Bild von der Frau Barley zeigen lassen und hat dann resignativ geseufzt: „Na ja.“ Dann hat er geschwiegen. „Wie, na ja …“ hakte ich nach. Der Knecht dann: „Das mit der Branche stimmt schon. Bei dene Weiber ist es ja ganz anders als bei der Bäuerin. Die Bäuerin steht mit den Hühnern auf, schlüpft in ihre Gummistiefel und dann hat sie den ganzen Tag einen Haufen Arbeit. Die hat keine Zeit für einen solchen Schmarren“.

Diese SPD-Weiber, sagt er, müssten ja nichts arbeiten, sondern bloß recht gescheit daherreden und einen Verstand vortäuschen. Wie es aber mit dem Verstand von Weibspersonen aussieht, sagt er, die in der Früh erst einmal vor einem vollen Kleiderschrank stehen und sich darüber beschweren, daß sie nichts zum Anziehen haben, kann man sich leicht selber ausmalen.

Die hätten schon schlechte Laune, bis sie einmal angezogen sind, sagt er, und dann täten sie sich schminktechnisch mit der Farbe an die Kleider anpassen, die ihnen sowieso schon nicht gefallen, obwohl sie ihnen einmal gefallen haben müssen, weil sie die sonst nicht gekauft hätten. Und trotzdem stünden diese Weibspersonen dann noch stundenlang vor dem Spiegel, zupften sich hier eine Haarsträhne zurecht und wischten sich dort einen Farbschmierer von der Backe, weil sie irgendwie schön sein wollen und irgendjemandem gefallen wollen.

Wenn die einfach aufstehen -, in ihre Gummistiefel schlüpfen – und mit der Arbeit anfangen würden, dann hätten sie auch kein Sexismusproblem. So hat er es gesagt. Wenn die nämlich in Gummistiefeln und unfrisiert vor einem Misthaufen statt vor einer Dienstlimousine ihren Schmarren erzählen würden, sagt er, dann würden ihnen die Männer viel eher übers Maul fahren, anstatt sich Gedanken zu machen über das, was sie wieder zu meckern haben. Das könne man beim Heinerhofbauern und der Bäuerin beobachten, meint der Knecht. Wenn die Bäuerin einen Schmarren erzählt, dann fährt ihr der Bauer übers Maul, sagt er. Und daß man sich nicht aufregen soll über solche SPD-Weiber, weil bei denen schon eine halbe Stunde nach dem Aufstehen klar ist, daß sie nicht mehr ganz rund laufen. Die wüssten genau, daß sie sich ihren Schmarren erlauben können, weil sie sich vorher einigermaßen schick angezogen und die Haare gewaschen haben. Es wäre wurscht, was die zu meckern haben. Die meckern sowieso dauernd, hat er gesagt. Eine SPD-Frau, die nicht dauernd etwas an den Männern herumzumeckern hätte, kann er sich gar nicht vorstellen. Er glaubt sogar, daß die einen Meckertest machen müssen, bevor sie bei der SPD eintreten dürfen.

„Welt“ – Zitat: “Deshalb ist die Debatte, die durch #MeToo ausgelöst wurde, immens wichtig. Andererseits finde ich es auch frustrierend, weil wir das Thema Sexismus immer wieder diskutieren und sich nicht viel ändert.“ – Zitatende.

„MeToo“ hätte er schon gehört, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. Da ginge es um diesen Hollywood-Produzenten Weinstein oder Steinwein, der schönen Weibern erst dann eine Rolle gegeben haben soll, wenn sie sich vorher auf Sex mit ihm eingelassen hätten. Der hätte wahrscheinlich viel Sex gehabt, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, weil es viele schöne Weiber in Hollywood gibt und weil er viele Rollen zu vergeben hatte.

Interessant wäre, sagt der Knecht, daß sich ein Haufen dieser Weibspersonen erst dann beschwert haben, als sie nach Jahren durch ihre Rollen zu einem Haufen Geld gekommen sind. Wie sie noch keine Rolle gehabt haben und noch kein Geld, hätten sie sich lieber von dem Steinwein … Weinstein vögeln lassen oder ihm einen geblasen. Ihm kommt das so vor, sagt er, wie bei einer Nutte, die sich im Alter darüber beschwert, daß sie in jungen Jahren sexuell ausgebeutet worden sei.

Das braucht man nicht ernst zu nehmen, meint er. „Diamonds are a girls best friends“, hätte die Monroe früher gesungen. Und die sei auch immer lang vor ihrem Kleiderschrank gestanden, um sich zu überlegen, von wem sie sich ausziehen lassen will und was sie deswegen am geschicktesten anzieht. Daß sich die SPD-Weiber immer wieder gern über den Sexismus unterhalten, sagt er, liegt daran, daß sie von Milchvieh und vom Ackerbau nichts verstehen. Sonst würden sie sich darüber unterhalten. Überhaupt sagt er, daß drei SPD-Weiber, die miteinander quatschen, wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung gegen alles Männliche verhaftet gehören.

„Welt“ – Zitat: „Die Ministerin forderte härtere Gesetze. „Was körperliche Übergriffe angeht, wie Hand aufs Knie legen, sollten wir juristisch schärfer werden“, sagte sie. Barley betonte, bei Sexismus gehe es nicht ums Flirten, sondern immer um Macht. Daher müsse sich das „Machtgefälle zwischen den Geschlechtern“ in Deutschland ändern.“ – Zitatende.

Da kann man einmal sehen, was diese schick angezogenen Parfumweiber von der SPD sich alles erlauben können, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. Wenn die Bäuerin dem Bauern mit einem solchen Quark daherkäme, würde er die Hand nicht aufs Knie der Bäuerin, sondern die ganze Bäuerin übers Knie legen. Und zwar über sein eigenes. Wenn es ein Machtgefälle zwischen den Geschlechtern gibt, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, dann eines, bei dem die Weiber die obere Position einnehmen. Wenigstens in der Stadt sei das so. Als er beim letzten Martinimarkt in der Stadt gewesen sei, sagt er, habe er es ganz genau beobachten können.

Martini ist im November. Kalt sei es gewesen, erzählt dem Heinerhofbauern sein Knecht, und trotzdem seien viele Weiber umeinandergelaufen, als ob Hochsommer wär´. Besonders die, die etwas zum Herzeigen haben. Weil sie lieber frieren und sich eine Blasenentzündung holen, als ihre körperlichen Reize warm zu verpacken. Weil sie genau wissen, was wichtig ist, um weiterzukommen. Dem Weinstein .. Steinwein seine Rollenweiber seien da auch nicht anders, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. Die wissen alle, warum sie liebenswert sind. Wegen ihrem Verstand und ihrer Herzlichkeit ist es nicht, sagt er. Und daß sie das eben ganz genau wüssten. Und daß sie das auch ohne Verstand zugeben könnten, wenn sie dafür wenigstens einen Anstand hätten.

Den hätten sie aber auch nicht. Wo man in der Stadt hinschaut, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, grinsen einen irgendwelche schönen Weiber von kleinen und großen Werbeplakaten an. Keines schaut aus wie der Einstein, sagt er. Aber alle bewirken sie, daß den Männern der Geldbeutel lockerer sitzt. Der Mühlbauer, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, habe sich erst neulich einen Lederimitat-Lenkradüberzug für seinen Mähdrescher gekauft, weil sich den eine üppige Blondine mit Schlafzimmerblick auf der Verpackung aus der offenen Bluse herausgezogen hat. Seither glaubt er, daß er ihre Titten in der Hand hat, wenn er mit seinem Mähdrescher aufs Feld fährt.

Von wegen Machtgefälle. Wenn diese SPD-Weiber juristisch härter gegen irgendwas vorgehen wollen, sagt er, dann sollen sie gegen die sexuelle Belästigung härter vorgehen, der Männer andauernd ausgesetzt sind. Er sei anläßlich des Martinimarktes in der Fußgängerzone gewesen, als eine mit hochgereckter Nasenspitze an ihm und den anderen Knechten vorbeigestöckelt ist, ihn und alle anderen mit Nichtbeachtung belegte, und trotzdem hätten sie sich alle den wippenden Saum ihres kurzen Röckchens über den Nahtstrümpfen und ihre bald aus der Bluse quellenden Monstermöpse anschauen müssen.

Das sei eindeutig eine sexuelle Belästigung gewesen, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. Wenn er sich überlegt, was passiert wäre, wenn das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern so wäre, wie diese geschniegelten SPD-Weiber meinen, dann wäre die nicht so ohne weiteres weitergestöckelt, sondern dann hätte es einen Martini-Gangbang gegeben. Oder einen Knechtsbang, wenn man so will. Und daß er die Schnauze voll davon hat, sich erst sexuell belästigen zu lassen, um dann auch noch zur Sau gemacht zu werden.

Diese Weiber, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, täten gerade so, als seien sie allein auf der Welt und könnten selbst gar nichts dazu beitragen, daß nichts eskaliert. Die benehmen sich, als würde der ganze öffentliche Raum ihnen allein gehören. Eine gottverdammte Rücksichtslosigkeit sei das, sagt er. Und daß SPD-Weiber zu blöd sind, eine Rücksichtslosigkeit zu erkennen, wenn sie eine sehen. Wenn diese Chebli von der SPD aussehen würde und auftreten würde wie dem Heinerhofbauern seine Bäuerin, wäre sie niemals Staatssekretärin geworden. Obwohl die Bäuerin eine kluge Frau ist, sagt er. Das könnte die Chebli ruhig einmal zugeben. So viel Ehrlichkeit könnte schon sein, meint er.

„Welt“ – Zitat: „Die Ministerin kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die „wenig aktiv für Frauen“ mache. „Immer, wenn es darum geht, die 21 Prozent Lohnlücke zwischen Frauen und Männern auszugleichen oder eine starke Frauenquote einzuführen, ist sie leider nicht an der Seite der Frauen“, sagte sie.“ – Zitatende.

Dem Heinerhofbauern sein Knecht sagt, daß es genau dieses unglaubliche Geschmarr sei, welches ihn an den SPD-Weibern zur Weißglut bringt. Und dann äffte er die Ministerin nach: „Immer, wenn es darum geht, daß sich diese Weiber nicht für irgendwelche Klamotten entscheiden können, dafür, ob sie Eigenverantwortung akzeptieren wollen oder nicht, oder dafür, ob sie um 13 Prozent oder um 21 Prozent beschissen sein wollen, ob es jede Dritte oder jede Vierte sein soll, oder jede Zweite jeden dritten Monat; immer, wenn sie sich nicht entscheiden können, ob sie bei gleicher Arbeit oder gleichwertiger Arbeit die Opfer sein wollen und immer, wenn sie sich nicht entscheiden können, ob sie nun gleichheitsfeministisch oder differenzfeministisch daherschwallen sollen; immer, wenn sie sich nicht entscheiden können, ob sie nun wegen ihrer Qualifikation oder ihrer Mumu eine Karriere machen wollen und immer, wenn sie ihr saudummes Maul aufreißen, kann ich leider nicht an der Seite dieser völlig verblödeten und unverschämten Quatschtanten stehen. Und alle Männer, die sechs Jahre vor diesen Xanthippen ins Gras beißen, können sechs Jahre lang nicht an ihrer Seite stehen. Das ist diesen pestilenzartigen Weibern aber völlig wurscht.“ Und daß er froh sei, daß es auf dem Heinerhof keine SPD-Weiber gibt, weil er ihnen sonst die Scheißhausbürste um die Ohren dreschen müsste.

Das hat er zum Schluß auch noch gesagt.

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