AfD: Härtefälle im Asylrecht müssen Ausnahmefälle bleiben

Nach Angaben der AfD-Fraktion nimmt die Thüringer Härtefallkommission immer mehr Anträge von vollziehbar ausreisepflichtigen Asylbewerbern an, die ihre Abschiebung verhindern wollen. Bis Ende August behandelte die Kommission bereits 108 solcher Anträge. Das ist eine weitere Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2015 hatte die Kommission insgesamt nur 53 Anträge bearbeitet.

Dazu sagt der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Stefan Möller: „Härtefälle im Asylrecht müssen Ausnahmefälle bleiben. Vergleicht man jedoch die Praxis der Härtefallkommission in Thüringen mit den vollzogenen Abschiebungen, ergibt sich insofern ein krasses Missverhältnis.“ Hieran zeige sich die Bereitschaft der Härtefallkommission, in den letzten Jahren in vielen Fällen und im Einvernehmen mit dem grünen Justizminister Dieter Lauinger rechtsstaatlich erforderliche Abschiebungen zu verhindern. Alleine im Jahr 2016 sei bis zum 10. August den Härtefallgesuchen von 139 Ausländern stattgegeben worden.

Faktisch missbrauche die Härtefallkommission so ihre Einflussnahmemöglichkeiten auf geltendes Recht. Besonders deutlich werde dies daran, dass so vor allem Abschiebungen in sichere Herkunftsländer verhindert würden. Es dränge sich förmlich der Eindruck auf, dass die Kommission nicht aus humanitären Erwägungen handele, sondern ganz gezielt aus ideologischen Gründen die rechtmäßige Abschiebung von Ausländern verhindere, die sich zu Unrecht in Deutschland bzw. Thüringen aufhalten.

Die Folgen dieser missbräuchlichen Praxis trügen die Thüringer auch in finanzieller Hinsicht. „Denn wie eine entsprechende Debatte im Thüringer Landtag auf Antrag der AfD-Fraktion bereits gezeigt hat, sind die meisten begünstigten ausreisepflichtigen Ausländer von Sozialleistungen abhängig. Eine Reform der Härtefallkommission, die die AfD-Fraktion angeregt hatte, scheiterte trotz dieser bekannten skandalösen Praxis vor ein paar Monaten am Widerstand der Altparteien“, sagt Möller abschließend.

Erzog ein ehemaliger Mordskerl jahrelang Kinder?

Das neue Schuljahr in der Saalfelder Caspar Aquila-Schule hatte kaum begonnen, da machten unter Lehrern und Eltern bereits die ersten Gerüchte die Runde. Sollte tatsächlich im Kinderhort ein Erzieher tätig sein, der vor 23 Jahren in einem Mordfall, der ganz Deutschland erschütterte, eine gewichtige Rolle spielte? Sollte es angehen, dass ein am 9. Februar 1994 wegen gemeinschaftlich geplanten Mordes, Freiheitsberaubung und Nötigung zu acht Jahren Freiheitsstrafe nach Jugendstrafrecht verurteilter Mörder nun Kinder erzieht? (Zu) viele Indizien sprechen dafür. Aber der Reihe nach:

Am 29. April 1993 ermordeten Sebastian S., Hendrik M. und Andreas K. (damals alle 17 Jahre alt) in Sondershausen den 15-jährigen Sandro B. Die drei damals der rechtsextremen Band „Absurd“ (sie wurde im Bericht des Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz erstmals 1999 als rechte Black-Metal-Band aufgeführt) angehörenden Mörder lockten ihr Opfer unter einem Vorwand zu einem Treffen. Dort erdrosselten sie ihn gemeinschaftlich mit einem Stromkabel. Ihr Opfer verscharrten sie im Anschluss in einem Erdloch. Sebastian S. und Hendrik M. bezeichneten sich sowohl vor der abscheulichen Tat als auch im anschließenden Prozess als Satanisten. Der überregional Aufsehen erregende Kriminalfall wurde von der ARD 2001 in der Reihe „Die großen Kriminalfälle“ aufgearbeitet. (Link zu „Satansmord“ – Tod eines Schülers)

Jetzt wird es erstmals absurd: Die Strafe traten alle Täter in der Justizvollzugsanstalt Erfurt an, obwohl das Gericht für eine getrennte Unterbringung plädiert hatte. Sie lebten bis 1995 sogar in einer gemeinsamen Wohngruppe. Im Gefängnis konnten die verurteilten Mörder ihre Band, welche in Teilen der rechtsextremen Szene zu Kultstatus gelangt war, fortführen – als Gruppe, die sich „In Ketten“ taufte (siehe ARD-Doku). Nach diversen Presse-Berichten wurden sie dann aber in unterschiedliche Haftanstalten verlegt, den JVA-Chef in Erfurt kostete das seinen Job. Sebastian S. holte in der Haft das Abitur nach und wurde im Jahr 1998 vorzeitig entlassen. Danach studierte er verschiedenen Quellen zufolge Jura. Sebastian S. soll zudem bis zum 21. März 2006 Mitglied bei der Neofolk-/Metal-Band Halgadom des der rechten Szene zuzurechnenden Frank Krämer (Stahlgewitter) gewesen sein. (Weiterführender Link)

Spätestens 2011 taucht in der Caspar Aquila-Schule in Saalfeld ein Erzieher Sebastian F. auf, arbeitet dort bis Spätsommer 2017. Es ist kein andere als Sebastian S., der den Nachnamen seiner Ehefrau angenommen hat! Bilder sprechen eine eindeutige Sprache: Aus rechtlichen Gründen haben wir das Foto von Sebastian S. und das des heutigen Erziehers Sebastian F. nur verlinkt.

Wir haben, nachdem die Zahl der Hinweise das Dutzend erreicht hatte, umgehend die Stadt Saalfeld als auch die Schule angeschrieben. Im Original waren die Nachnamen ausgeschrieben. Das waren die Fragen:

Trifft es zu, dass der 1994 verurteilte und 1998 vorzeitig entlassene Mörder Sebastian S. und Sebastian F. ein und dieselbe Person sind?
War das bei seiner Einstellung bekannt? Wenn ja: Welche Gründe gab es, einen verurteilten Mörder ausgerechnet mit Kindern arbeiten zu lassen?
Hat er ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt?
Wenn nicht: Warum wurde dies nicht abverlangt?

Seitens des Schulamtes Südthüringen schrieb dessen stellvertretender Leiter Michael Kaufmann:
„Ich muss jedoch darauf verweisen, dass wir aus Datenschutzgründen keine Informationen zu einzelnen Mitarbeitern oder Mitarbeitern veröffentlichen können.
Gern erläutere ich Ihnen die Vorgehensweise bei Einstellungen von Erziehern und Lehrern. Neben den üblichen Bewerbungsunterlagen ist durch die Bewerber u. a. ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen. Weist das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis eines Bewerbers keine Eintragung auf und erfüllt sie/er die weiteren Einstellungsvoraussetzungen, besteht die Möglichkeit der Einstellung.
Bei Bekanntwerden von Vorwürfen gegen Lehrkräfte oder Erzieher werden diese Vorwürfe unmittelbar geprüft. Dazu gehört, dass unverzüglich im zuständigen staatlichen Schulamt ein Personalgespräch mit der Beschuldigten oder dem Beschuldigten geführt wird. Im Ergebnis einer solchen Prüfung muss dann jeweils im Einzelfall über mögliche dienstrechtliche Maßnahmen entschieden werden. Die Maßnahmen müssen angemessen und verhältnismäßig sein.
Ich kann bestätigen, dass es jüngst einen Fall gab, bei dem wir nach Bekanntwerden der Vorwürfe entschieden haben, dass die Person bis zur endgültigen Klärung nicht mehr in der Arbeit mit Kindern eingesetzt wird.“

Für die Stadt Saalfeld antwortete Thomas Gebuhr, Leiter der Rechtsabteilung, wie folgt:
„Die Stadt Saalfeld/Saale hat mit Auslaufen des Projektes zur Kommunalisierung der Grundschulhorte Mitte 2016 das Erzieherpersonal mit allen geforderten Unterlagen an das Staatl. Schulamt Südthüringen übergeben. Anfragen über das aktuell beschäftigte Erzieherpersonal können daher nur von dort beantwortet werden.
Die Stadt Saalfeld/Saale hat im Zeitraum ihrer Zuständigkeit bis 2016 nur Erzieher eingestellt, die ein einwandfreies erweitertes Führungszeugnis beibringen konnten.
Im Übrigen geben wir an Dritte in Bezug auf frühere oder aktuelle Beschäftigte der Stadtverwaltung Saalfeld/Saale aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskünfte aus Personalakten.“

Kommentar: (Zu) viele offen Fragen

Verdachtsberichterstattung ist ein heikles Thema – unter Juristen ebenso umstritten wie unter Journalisten. Im vorliegenden Fall sind die Indizien so erdrückend, dass wir uns zu einer Veröffentlichung entschieden haben, auch wenn es noch (zu) viele offene Fragen gibt. Gestellt wurden sie, es liegt an den Zuständigen, hier Licht ins Dunkel zu bringen. Die beiden Antworten sind ebenso windelweich wie nichtssagend. Was sie definitiv nicht sind: Ein klares Dementi, denn das geht anders.
Dass es im Saalfelder Rathaus noch am Vormittag einen “Maulkorb” für die Mitarbeiter gab, spricht Bände. Dass man sich mit einem Verweis auf das Jahr 2016 aus der Verantwortung stehlen möchte, ist schlicht unanständig und unprofessionell. Man darf gespannt sein, was man morgen (13.9.2017) den Stadträten im Hauptausschuss verkündigen wird. Die Caspar Aquila-Schule selbst hüllt sich in Schweigen und lässt die übergeordnete Behörde Floskeln schreiben. So nicht!
Das erweiterte Führungszeugnis bedarf weiterer Erklärung wie auch die Antwort aussteht, wie einstmals der Bewerber Sebastian F. eine vierjährige Lücke im Lebenslauf so “füllte”, dass niemand stutzig werden konnte. Oder wollte niemand stutzig werden? Es ist an der Zeit, dass unter vielen Blinden (auch auf dem rechten Auge?) endlich ein Sehender ist, der die Schweigemauer einreißt.
PS: Resozialisierung ist ein wichtiger Bestandteil des deutschen Rechts. Zu recht. Ein Kinderhort ist allerdings der falsche Ort im konkreten Fall.

Andreas Kühn

Opposition: Rot-Rot-Grün kneift beim Thema Windkraft

Gänzlich ohne Vertreter der Linkskoalition musste am gestrigen Abend eine Podiumsdiskussion zum Thema „Windenergie“ im Thüringer Landtag auskommen. Der Thüringer Landesverband Energiewende mit Vernunft e. V. hatte alle im Landtag vertretenen Parteien und die FDP eingeladen, drei Stunden lang mit etwa 100 Bürgern über die Energiewende zu diskutieren. Jedoch ließen sich die Energiepolitiker von Linken, SPD und Grünen allesamt entschuldigen. „Es ist ein Armutszeugnis, das sich Rot-Rot-Grün jeder Diskussion mit den Bürgern verweigert. Statt vor Ort für ihre Sicht der Dinge einzustehen und sich kritischen Nachfragen zum weiteren Windkraftausbau, Kosten der Energieversorgung, Windräder im Wald und die Auswirkungen der Energiewende auf die Bürger im ländlichen Raum zu stellen, kneift die Linkskoalition komplett“, sagte dazu der energiepolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Stefan Gruhner. Er frage sich, wie die Linkskoalition Akzeptanz für ihre rigorosen Ausbauziele bei der Windkraft herstellen wolle, wenn sie nicht einmal versuche, auf Bedenken einzugehen. „Einmal mehr hat das Bürgerbeteiligungs-Gerede der Ramelow-Koalition den Praxistest nicht bestanden. Sobald ein bisschen Gegenwind droht, bleiben die rot-rot-grünen Vorzeige-Demokraten lieber zu Hause“, so Gruhners Fazit am Ende der Diskussion mit den Bürgern.

Stefan Möller, energiepolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, kritisierte scharf: „Bei Veranstaltungen von Befürwortern der Energiewende sind die Regierungsfraktionen sowohl am Buffet als auch im Podium stets gern vertreten, um sich und ihre Subventionspolitik feiern zu lassen. Sobald jedoch Kritik am geplanten maßlosen Ausbau der Windkraft zu erwarten ist, meiden die selbst ernannten ‚demokratischen Fraktionen‘ den Kontakt zum betroffenen Bürger. Hieran sieht man, dass die Behauptungen von Transparenz und Bürgernähe im rot-rot-grünen Lager lediglich inhaltsleere Phrasen sind.“

Wählerbefragung nach Stimmabgabe

Verschiedene Meinungsforschungsinstitute führen am Wahltag vor einzelnen Wahllokalen anonyme Wählerbefragungen durch. Die Befragung der Wählerinnen und Wähler nach ihrer Stimmabgabe im Wahllokal ist keine amtliche statistische Erhebung. Die Befragung vor dem Wahllokal durch die Meinungsforschungsinstitute ist zulässig, allerdings ist niemand dazu verpflichtet, eine Auskunft über seine Stimmabgabe bei der Wahl zu geben. Das Wahlgeheimnis bleibt auch bei der Befragung mittels Fragebogen durch die Meinungsforschungsinstitute gewahrt.

Saalfeld: Barocke Pracht mit echten Herzögen

Zum Denkmaltag am vergangenen Sonntag sorgte ein bislang im Landkreis noch unbekannter Barockverein aus Berga/Elster für barocke Pracht im Saalfelder Schloss und in der Saalfelder Innenstadt. Vorübergehend hatten die Herzöge von Hohenberg Ruh ihr Vereinsdomizil nach Saalfeld ins dortige Schloss verlegt und hielten auch gleich noch Audienz.

Neben den Auftritten im Saalfelder Schloss erkundeten die Herzöge Volker von Hohenberg und Peter von Hohenberg, der in der Regel als Herzogin in barocken Kleidern auftritt, zusammen mit ihrem kleinen Hofstaat auch die Saalfelder Innenstadt. Jederzeit für ein Fotoshooting mit den Denkmaltagsbesuchern bereit, verblüfften sie die Fotografen zumeist. Denn mit der Antwort auf die meistgestellte Frage „Welche Hoheiten stellen Sie denn dar?“ hatte niemand gerechnet – die lautete schlicht „Mich selbst“. So verbindet Volker von Hohenberg seine adlige Herkunft mit der Begeisterung für das Barock – und ist damit Barockdarsteller von adliger Herkunft.

Mit ihren Auftritten bereicherten die Gäste aus Berga zunächst das Geschehen im herzoglichen Schloss. Dort kamen die ersten Besucher um 10 Uhr unvermutet zum Sektempfang an der Tafel der Herzöge und nachmittags ließen sich Besucher zur Audienz beim Herzogspaar verlocken. Mehrere hundert Denkmalinteressierte nutzen den Tag, um sich Kreisdenkmalpfleger Andreas Pischel oder Martin Modes vom Presse- und Kulturamt durch das Schloss führen zu lassen. Trotz der einstündigen Führungen reichte die Zeit gerade mal aus, um einen Bruchteil wichtiger Informationen über das Saalfelder Schloss als „Wiege der europäischen Dynastien“ zu vermitteln. Allerdings konnte erstmals druckfrisch der neue Schlossflyer ausgegeben werden, in dem die wichtigste dynastische Linie vom Saalfelder Herzog Johann Ernst ins englische Königshaus jetzt nachgelesen werden kann. Begeistert informierte eine aus Bulgarien stammende Touristin bei der Führung, dass die Coburger – und damit eigentlich die Saalfelder Herzöge – mit 35 von 38 Königsfamilien in Europa verwandt sind.

In Saalfeld traf man das herzogliche Gefolge am Sonntag flanierend in der Fußgängerzone an oder konnte ihnen in der Alten Post und im Loch begegnen, außerdem auch beim Abschlusskonzert in der Johanneskirche. Bereits am Vorabend hatten die Herzöge an der Vernissage in Saale-Galerie anlässlich der Ausstellung für Adelheid Eichhorn teilgenommen. Und sie gehörten zu den Zuhörern von Claudia Streitberger, die als diesjährigen Saalfelder Eröffnungsvortrag zum Denkmaltag im Saalfelder Stadtmuseum vor über 50 Zuhörern über den ersten Saalfelder Superintendenten Caspar Aquila berichtete.

Foto LRA Martin Modes

Bundestagskandidat Thomas L. Kemmerich: „Die Politik muss die Verantwortung für sich selbst an die Bürger zurück delegieren!“

In Thüringen muss man nach dem Markenkern der FDP nicht lange suchen. Denn der hat ein sympathisches Gesicht und einen Namen: Thomas L. Kemmerich, Landesvorsitzender der Freien Demokraten in Thüringen.

Kemmerich lacht gern, ist aber keiner dieser telegenen Dauerlächler, bei deren Anblick einem das Lachen vergeht und unwillkürlich die TV-Fernbedienung von allein wegzappt. Er trägt stets gut sitzende modische Anzüge, aber immer ohne die obligatorische Krawatte geschniegelter konturenloser Oberflächler. Er ist stets moderat im Ton, aber klar und verbindlich in der Ansage. Kemmerich ist kein Schreihals, verschafft sich aber stets Gehör. Er präsentiert sich seit einigen Jahren nur haarlos, aber nie gesichtslos. Der Mann ist ein Netzwerker wie aus dem Bilderbuch, wobei ihm werken wichtiger ist als Netz (womöglich gar samt doppeltem Boden). Kemmerich hat ein Faible für die närrische Zeit, aber närrisch ist er mitnichten. Tierischer Ernst ist ihm wahrlich abhold, andere nimmt er sehr wohl ernst.

Den Thüringer FDP-Spitzenkandidaten zeichnet eine für großgewachsene Politiker seltene Eigenschaft aus: Er begegnet anderen Menschen auf Augenhöhe. Und nicht nur seine Figur zeugt davon, dass dieser Mann keine Diäten braucht. Auch finanziell ist er auf Alimentierung durch ein Abgeordneten-Salär nicht angewiesen. Kurzum: Das krasse Gegenteil dessen, was sich mehrheitlich in deutschen Parlamenten herumtreibt. Doch genau da will er (nach einem Landtagsmandat im Freistaat zwischen 2009 und 2014) hin: Dieses Mal nach Berlin. Kemmerich ist Spitzenkandidat der Thüringer Liberalen und kann sich allen Umfragen zufolge berechtigte Hoffnungen machen, dem 19. Deutschen Bundestag anzugehören.

Mit einem Landsmann, der einst wenige Kilometer von seinem Geburtsort entfernt Bürgermeister war, verbindet ihn politisch nichts. Wenn Kemmerich einst als wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP im Thüringer Landtag ans Rednerpult trat, griffen die “sozial Gerechten” sofort nach ihren Betablockern. Daran hat sich bis heute nichts geändert. (Da muss der gebürtige Aachener nicht einmal erwähnen, dass Otto Graf Lambsdorff sein politisches Vorbild ist. U. a. wegen seines legendären Spruchs: „Nach meiner Überzeugung wirken wir alle am besten, wenn wir arbeiten, nicht wenn wir reden.“) Thomas L. Kemmerich redet nicht nur gern über Marktwirtschaft, er praktiziert sie tagtäglich. Und das seit Jahren erfolgreich. Zwar ist die Zahl der Filialen der Friseur Masson AG, der er seit ihrer Gründung vorsteht, auf derzeit 24 gesunken (21 Filialen in Thüringen, drei in Berlin – rund 150 Beschäftigte), aber das Unternehmen ist wirtschaftlich kerngesund.

Grundsätzlich geht es Kemmerich und anderen führenden Liberalen in Deutschland darum, die FDP wieder fest in den Parlamenten von Bund und Ländern zu verankern. Deshalb macht Thüringens erster Liberaler auch keinen Hehl daraus, dass er bei der nächsten Landtagswahl 2019 als Spitzenkandidat seiner Partei antreten wird. Sein Bundestagsmandat würde er im Erfolgsfall dann einem Nachrücker überlassen.

Andreas Kühn traf Thomas L. Kemmerich in Weimar, dem Lebensmittelpunkt des FDP-Politikers, und warf ein paar „Knochen“ auf den Tisch, mit der Bitte „Fleisch“ dazuzugeben. Dabei wurde Mineralwasser getrunken, aber nichts verwässert.

Stichwort Digitalisierung:
Kemmerich: Autobahnen zu erhalten, teils auch neu zu bauen, ist wichtig. Doch viel wichtiger sind endlich funktionierende Datenautobahnen! Es kann nicht sein, dass ein Hochtechnologieland wie Deutschland das Schlusslicht des globalen digitalen Zuges bildet. Thüringen verpasst hier viele Chancen und könnte doch – vor allem durch seine zentrale Lage – zu einem wirtschaftlichen Knotenpunkt werden, der Firmen anzieht und zukunftsträchtige Arbeitsplätze schafft.

Stichwort Steuern:
Kemmerich: Vielleicht weniger in Thüringen, wohl aber dort, wo die Wirtschaft richtig gut floriert, wird bereits ein qualifizierter Facharbeiter in der Industrie als Single mit dem Spitzensteuersatz belastet. Dieser sollte frühestens ab 70.000 Euro statt wie bisher ab 53.666 Euro greifen. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass Lohn- und Gehaltserhöhungen Jahr für Jahr mehr Arbeitnehmer zu “Spitzenverdienern” stempeln. Auch die sogenannte “Reichensteuer” ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 256.304 Euro bedarf einer Korrektur.

Stichwort Grundeinkommen:
Kemmerich: Wenn wir das unsägliche Wort “bedingungslos” weglassen, bin ich dafür. Die FDP spricht nicht umsonst von einem solidarischen Bürgergeld. Dabei haben wir drei Gruppen im Auge: Heranwachsende, Rentner sowie Arbeitsunfähige aus gesundheitlichen Gründen. Diese Geld sollte antragslos gezahlt werden – das Finanzamt kann Berechtigte mühelos erkennen und prüfen. Das solidarische Bürgergeld sollte das Niveau der Grundsicherung haben.

Stichworte Asyl & Zuwanderung:
Kemmerich: Für politisch Verfolgte nach unserem Asylgesetz kann es keine Obergrenze geben. Es handelt sich aber um den geringsten Anteil, derjenigen die nach Europa gekommen sind. Die Tür für alle jene, die vor Krieg fliehen und denen wir subsidiären Schutz auf Zeit gewähren, muss entsprechend unserer logistischen, sozialen und finanziellen Möglichkeiten offen stehen. Die wichtigsten beiden Türen müssen erst noch gebaut werden. Eine Tür, die weit geöffnet ist für all jene, die als qualifizierte Fachkräfte in unseren Arbeitsmarkt einwandern wollen und die deutsche Sprache ausreichend beherrschen. Schließlich brauchen wir eine Tür mit festen Verankerungen, die dauerhaft für all diejenigen geschlossen bleibt, die nur in unsere Sozialsysteme einwandern oder unsere innere Sicherheit bedrohen wollen.

Stichworte Rechtsstaat, Sicherheit & bürgerliche Freiheiten:
Kemmerich: 1976 hat die FDP einmal plakatiert: “Absolute Sicherheit heißt absolute Unfreiheit. Absolute Freiheit heißt absolute Unsicherheit. Die liberale Position: die richtige Mitte. Und im Konflikte zwischen Sicherheit und Freiheit: in dubio pro libertate. Im Zweifel für die Freiheit.” Das ist aktueller denn je. Hinzu kommt, dass bestehende Gesetze endlich wieder für aller sicht- und erfahrbar exekutiert werden müssen. Und das meine ich nicht in Bezug auf das Eintreiben von “Knöllchen”-Geld! “Ausnahmen” und “Sonderfälle” gefährden den Rechtsfrieden.

Stichwort Eigenverantwortung:

Kemmerich: Die Politik muss die Verantwortung für sich selbst an die Bürger zurück delegieren! Politiker sind gehalten, sich auf die Kernaufgaben des Staates zu beschränken und statt dessen den Bürgern alle Möglichkeiten einräumen, selbst für sich zu sorgen statt sie zu versorgen. Menschen brauchen faire Chancen, kein staatliches Kindermädchen.

Stichwort Bürokratie:
Kemmerich: Ein breites Betätigungsfeld für Liberale! Es gibt so viele alte Zöpfe in Gesetzen und Verordnungen, dass zum Abschneiden die Schere des Frisörs nicht genügt. Wir brauchen eine gründliche Durchforstung. Weniger ist mehr. Und das Wenige bitte so, dass Bürger es auch ohne Juristen verstehen können. Deutschland zukunftsfest zu machen, heißt Bürokratie ab- und nicht weitere aufzubauen.

Stichwort Altersarmut:
Kemmerich: Die Geschichte hat gezeigt, dass der beste Schutz vor Armut im Alter noch immer eine selbstgenutzte eigene Immobilie ist. Deshalb wäre es mehr als hilfreich, wenn im Mieterland Deutschland bei der Grunderwerbssteuer ein Freibetrag von 500.000 Euro eingeführt würde. Weder sollten im Alter zusätzliches Einkommen aus Arbeit noch Erträge aus einer Riesterrente auf die Grundsicherung angerechnet werden.

Stichwort Fußball:
Wenn man neben einer geborenen auch eine gelebte Heimat hat, schlägt das Fußballherz doppelt so hoch. Alemannia Aachen und Rot-Weiß Erfurt. Und als Erfurter Stadtrat werde ich nicht müde werden, zu kritisieren, was da beim Umbau des Steigerwaldstadions abging. Anderswo hat man selbst für weniger Geld deutlich mehr hinbekommen als nur einen Dreiseitenhof. Diese Multifunktionsarena ist kein Ruhmesblatt in der Chronik der Landeshauptstadt.

Thomas L. Kemmerich (52): Landesvorsitzender der FDP Thüringen, Bundesvorsitzender Liberaler Mittelstand, Mitglied im Bundesvorstand der FDP, FDP-Stadtrat Erfurt, verheiratet, sechs Kinder. Seine Antworten auf unseren Fragebogen:

Das wollte ich als Kind gern werden: Unternehmer. Henry Ford oder Adi Dassler haben mich bereits als Kind fasziniert.

Wohin gehen Sie, wenn Sie ganz für sich sein wollen? Ski fahren.

Wie beginnt Ihr Arbeitstag? Mit Zeitungslektüre, zunehmend in digitaler Form.

Wie sieht für Sie ein perfekter freier Tag aus? Zeit für die Familie.

Tee oder Kaffee, Bier oder Wein, Sekt oder Selters? Milch – Bier – Selters.

Was ist für Sie das größte Unglück? Krankheit.

Bitte ergänzen Sie, Thüringen ist für mich: Gelebte Heimat.

Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei hätten: Lange bei guter Gesundheit bleiben.

Was war Ihre bisher größte Leistung? Das mögen andere beurteilen.

Und Ihr bisher größter Fehler? Den zu benennen, überlasse ich auch gern anderen.

Mein großes Ziel ist es: Anderen viel davon zurückzugeben, was ich selbst bekommen durfte.

Was ist Ihre Stärke? Menschlich bleiben und Teamfähigkeit, ohne dabei Ziele aus dem Auge zu verlieren.

Was ist Ihre Schwäche? Jedem stets eine zweite Chance zu geben.

Worüber können Sie sich richtig aufregen? Wenn Politiker glauben, dass Mehrheiten genügen, Gesetze und Vernunft außer Kraft zu setzen.

Wer ist Ihr politisches Vorbild? Otto Graf Lamsdorff

Was war der beste Rat, den Sie je erhalten haben? Nicht reden, machen!

Welchen Ratschlag würden Sie Ihren Kindern geben? Kümmert euch um eine gute Ausbildung!

Was fehlt Ihnen zum Glück? Nichts für mich Wesentliches.

Wofür sind Sie dankbar? Die Lebensleistungen meiner Eltern und meiner Familie.

Mein Lebensmotto: Stets einmal mehr aufstehen als hinfallen.

OB-Wahl in Nordhausen: Ein Gewitter fegt rot-rot-grüne Bewerber davon

Über Nordhausen ging heute ein politisches Gewitter nieder: CDU-Kandidatin Inge Klaan (35 Prozent) und der parteilose Bewerber Kai Buchmann (29,1 Prozent) gehen in 14 Tagen in die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters. Regelrecht abgewatscht wurden die Vertreter von Rot-Rot-Grün: Jutta Krauth (SPD) kam auf magere 18,7 Prozent, Michael Mohr (Linke) kommt auf desaströse 11,4 Prozent, der Grünen-Kandidat Dirk Erfurt landete mit 5,7 Prozent unter „ferner liefen“. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,8 Prozent. FDP und AfD hatten keine eigenen Kandidaten aufgestellt.

Nicht wenige Beobachter werten das Ergebnis als Fingerzeig für die Bundestagswahl am 24. September.

Endlich ein sehr erwachsener MINI

Kleiner Mini mal ganz groß: So muss man dann wohl inzwischen sowohl den Innen- als auch den Kofferraum des Clubman beschreiben. Neben genügend Raum für fünf vollwertige Sitzplätze passt in den Kofferraum inzwischen auch deutlich mehr als nur ein Wochenendeinkauf. Geblieben ist vor allem, was den Zwerg aus England schon immer auszeichnete: Sein schönes unverwechselbares Gesicht in der automobilen Menge.

Der doppelbödige Kofferaum hinter den zweiflügeligen Türen im Heck schluckt jetzt 360 bis 1.250 Liter.

Eingefleischte Mini-Fans werden sich besorgt fragen: Eine Gesamtlänge von rund 4,25 Meter, 1,80 Meter breite und ein Radstand von 2,67 Meter. Ist das überhaupt noch Mini? Ja, ja und nochmals ja! Spätestens wenn man auf dem Fahrersitz Platz nimmt. Vielfach verstellbar und ebenso bequem wie die hinteren Sitze. Das gesamte Innenleben wirkt deutlich wertiger als bisher. Die variablen Sportsitze sind auch für größer gewachsene Fahrer und Beifahrer ausreichend komfortabel.
Was im direkten Blick des Fahrers liegt, kann mit Fug und Recht als übersichtlicher Arbeitsplatz bezeichnet werden. Wer das schicke Lederlenkrad nicht ordert, ist selbst schuld!

Das Cockpit hat sich verändert und ist dennoch Mini-typisch geblieben. In der Mitte gibt es jetzt ein Multifunktionsdisplay mit einem beleuchteten LED-Kranz. Dieser Lichtorgelbogen liefert unentwegt Informationen. Wer sich lieber auf das Wesentliche konzentrieren möchte: Man kann das auch abschalten. Das Mini Connected genannte Infotainment-Angebot bietet neben Navigations- und Musikdiensten auch zahlreiche internetbasierte Services. Technik-Freaks wird’s freuen, wenngleich das Studium der Bedienungsanleitung einige Zeit beansprucht. Weniger schön im Cockpit: Was wie verchromtes Metall aussieht ist leider nur Plastik.
Die vorderen mehrfach verstellbaren Sportsitze sind ein wahrer Genuss.

Die Beschleunigung aus dem Stand ist beachtlich, das Automatikgetriebe schaltet butterweich. Die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h ist nichts für 192 Pferdestärken. Sehr erfreulich: Selbst jenseits der 160 km/h ist die Beschleunigung spürbar, wenn man auf den “Pinsel” tritt. Und auch jenseits der 200 km/h bleibt der Clubman unbeirrt in der Spur. Der Hersteller gibt die Höchstgeschwindigkeit mit 228 km/h an – das ist nicht gelogen! Wer sich häufig in diesem Bereich bewegt, sollte dann aber nicht erwarten, dass er mit dem angegebenen Drittelmix von 7.2 l Superbenzin auskommt. Kraft kommt von Kraftstoff! Geht es auf die Landstraße, spürt man sofort, dass BMW kräftig nachgeholfen hat. Nicht mehr jeder Pflasterstein kommt im Lendenwirbelbereich spürbar an. Federn und Dämpfer verrichten ihre Aufgaben gekonnt.
Statt des einst riesigen Tachos ist jetzt ein Multifunktionsdisplay bereits zum Grundpreis obligatorisch.

Schumacher-Jünger werden rechtzeitig gewarnt, wenn ihr Gasfuß größer ist als das fahrerische Können. Wenn der Clubman über die Vorderräder zum Kurvenausgang schiebt, kündigt er damit die Grenzen der Haftung rechtzeitig an. Die Lenkung ist wie eh und je sehr direkt. Und wer es unterwegs gern sehr schnell mag: Die Auffahr- und Personenwarnung mit Anbremsfunktion solte dann gegen Aufpreis dabei sein!

Unser Fazit: Viel Fahrspaß, nette Gimmicks, endlich ausreichend Platz. War es bisher noch nie billig, einen Mini zu fahren, so hat sich (leider) nichts geändert. BMW lässt grüßen. Andererseits dürfen sich Neuwagen-Käufer darüber freuen, dass kaum ein anderes Auto in den ersten vier Jahren so wertstabil ist wie der Mini. Wer ein Auto möchte, das nicht nur anders aussieht, sondern auch anders ist, der wird sich vom Preis nicht schrecken lassen. Einen Minuspunkt gibt es für die nach wie vor schlechte Sicht nach hinten. Die Parkkamera ist somit Pflicht. Freundlich: Garantie zwei Jahre von der Erstzulassung an, verlängerte Gewährleistung auf drei oder fünf Jahre gegen Aufpreis. Wer sich endlich einen Mini im Kompakt-Segment gewünscht hat, der auch familien- und langstreckentauglich ist, ist mit dem Clubman sehr gut bedient. Wer es weiter haben möchte wie bisher: Alle anderen Mini-Modelle kann man nach wie vor ordern.

Preislich beginnt der Clubman bei 22.850 Euro. Wir fuhren den Mini Cooper S Clubman Automatik mit Zweiliter-Motor und 192 PS (Technische Daten und Verbrauchswerte im PDF Der Grundpreis liegt hier bei 28.300 Euro. Mit reichlich Sonderausstattung kommt die stolze Summe von 43.600 Euro (Listenpreis) heraus. Realistisch vom Hof des Händlers fährt dieser Clubman derzeit für 37.490 Euro.

Probefahren kann man dieses und andere Mini-Modelle bei Autohaus Fiebig in Jena (Telefon: 03641 2230-141)

Mutti mit Promille zum inhaftierten Sohn

Gestern fuhr eine 45-jährige Mutti gemeinsam mit ihrem 17-jährigen Sohn im Auto nach Arnstadt zur dortigen Jugendarrestanstalt, um einen weiteren Sprössling zu besuchen. Den Justizbeamten fiel jedoch auf, das die Frau augenscheinlich unter Alkoholeinfluss stand. Ein Test ergab einen Wert von rund 1,1 Promille. Somit blieb für sie das Tor zum Besuch geschlossen. Durch die hinzugerufene Polizei wurde wegen des Verdachts der Trunkenheit im Straßenverkehr eine Blutentnahme bei der Frau veranlasst und eine Anzeige gefertigt. Der 17-jährige konnte zwar seinen Bruder besuchen, sollte sich am Verhalten seiner Mutter in diesem Fall jedoch kein Beispiel nehmen, heißt es im Bericht der Polizeiinspektion Arnstadt-Ilmenau abschließend.

Leider muss ich AfD wählen

Von Torsten Heinrich – Ich habe vorhin meine Briefwahlunterlagen ausgefüllt und mit beiden Stimmen AfD gewählt. Nicht, weil ich die Partei für besonders unterstützenswert halte und noch nicht einmal, weil ich mir von ihr besonders viel erhoffe. Sondern ganz einfach, weil ich keine Wahl zu haben glaube.

Ich bin 2014 aus der Partei ausgetreten und habe in meiner Austrittserklärung an die Mitglieder die Zuwendung zu Russland beklagt, den völligen Einflussverlust des liberalen Flügels und die zunehmende Öffnung gegenüber den Radikalen. Ich habe geschrieben, ich sehe den Weg der Partei in einer Mischung aus PBC und REP enden – und sehe mich heute voll bestätigt. Seit meinem Austritt ist nichts an der Partei besser geworden aber sehr vieles schlechter. Sehr oft habe ich seit meinem Austritt kritisch über die Partei geschrieben, wie man hier sehen kann. Ich werde der Partei auch weiterhin nicht mit großer Zuneigung begegnen, auch wenn ich noch immer Freunde in ihr habe und von einer handvoll künftiger Abgeordneter überzeugt bin. Lassen Sie mich erklären, wieso ich also trotz aller eigener Kritik die AfD wähle:

Die Flüchtlingskrise bestimmt die Zukunft Deutschlands. Sonst nichts

Im Vorwort meines Buches zur Flüchtlingskrise habe ich geschrieben:

Es ist meine tiefste Überzeugung, dass diese Einwanderungspolitik das Land verändern wird, und zwar nachhaltig – und nachhaltig zum Schlechteren. Während eine falsche Wirtschaftspolitik mit viel Fleiß und entsprechenden Reformen wieder rückgängig gemacht werden kann, kann eine veränderte Bevölkerung nicht mehr in ihren Ursprung zurückversetzt werden. Dies ist im Besonderen der Fall, weil ich Deutschland, seine Regierung, seine Parteien und sein Volk für unfähig halte, mit dieser Situation fertig zu werden. Alle zusammen sind damit völlig überfordert.
Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Eine veränderte Bevölkerung muss mitnichten etwas Negatives sein. Fast jeder von uns hat heutzutage Freunde, die mindestens ein Elternteil haben, welches nicht in Deutschland geboren wurde. Keiner von uns wird diese Freunde missen wollen.
Die Menschen, die jetzt kommen, kommen, um ihr Leben zu verbessern. Das ist absolut legitim; ich würde es an ihrer Stelle nicht anders machen. Es wäre die Aufgabe Deutschlands und seiner Bürger aus einer solchen Situation, mit der richtigen Mischung aus Entschlossenheit und Selbstbewusstsein, etwas Gutes zu machen. Dies wird jedoch nicht geschehen.

Es gibt viele Punkte, bei denen ich beispielsweise der FDP zustimme, die auch erwartungsgemäß unter meinen Favoriten beim Wahl-o-Mat war. Aber die anderen politische Fragen, ob Steuern gesenkt werden oder der Ausstieg aus dem Ausstieg der Kernenergie erfolgt, mögen zwar für mich wichtige Themen sein, sie verblassen jedoch unter den Folgen der „Flüchtlingskrise“-Migration. Mit Fleiß kann in 20 Jahren das Geld aufgebracht werden, um neue Kernkraftwerke zu bauen. Mit Fleiß werden die zahlreichen Opfer der eingewanderten Terroristen, Mörder, Totschläger, Gruppenvergewaltiger, Vergewaltiger und Körperverletzer jedoch weder wieder lebendig, noch wird ihnen die Erfahrung des auf sie verübten Übergriffs genommen.

Wenn die jüngst eingewanderten Menschen bleiben, wird der Islam eine noch schneller massiv wachsende Rolle in Deutschland spielen und sich mit der dramatisch höheren Reproduktionsrate der Zuwanderer eine immer größere Rolle erkämpfen. Das Deutschland, das wir kennen, schätzen und an dem wir auch manchmal verzweifeln mögen, wird es dann nicht mehr geben. So wird ein solcher Staat auch das Multi-Kulti abschaffen, weil der Islam eben keine andere Kultur neben sich duldet.

Wenn aber die Flüchtlingskrise und die muslimische Zuwanderung die für mich alles entscheidende Frage ist, so bleibt für mich nur die Wahl einer Partei, von der ich die entschlossenste Opposition demgegenüber erwarten darf. Während die 200.000 Obergrenze der CSU ein Anfang wären, sind 200.000 ebenfalls zu viel, da auch dann das Land in nur zwei bis drei Jahrzehnten fundamental umgewandelt wäre. Dazu hat Horst „Drehhofer“ ja bereits angedeutet, dass durchaus darüber verhandelt werden kann. Vor allem wohl, wenn es für eine Koalition mit den Grünen notwendig ist. Glaubwürdig ist dies also nicht.

Die AfD wird nicht regieren, was aber irrelevant ist

Die AfD wird, egal welches Ergebnis sie erzielt, nicht regieren. Der einzige nur entfernt denkbare Koalitionspartner wäre eine massiv nach rechts gerückte Union nach einem Verschwinden Merkels, doch weder wird die Union nach rechts rücken, noch lässt sich erhoffen, dass Merkel nach der Wahl unmittelbar abtreten wird. Dazu wäre eine Zusammenarbeit mit der AfD eine offene Legitimierung der Partei, was die Union massive Abwanderung zu ihr kosten würde. Schließlich könnten Wähler dann guten Gewissens die AfD wählen, hätte sie sich ja doch mit einer Koalition als akzeptabel erwiesen.

Egal wie viele Stimmen die AfD also bekommt, sie wird nichts zu sagen haben. Notfalls gibt es eben Schwarz-Rot-Grün-Gelb, bevor es Schwarz-Blau gibt. Daher gehe ich mit einer Wahl der AfD auch kein Risiko ein, dass irgendeine ihrer von mir als himmelschreiender Blödsinn eingestuften Positionen sich in der Regierungskoalition wiederfindet. Ihre Russlandposition lehne ich beispielsweise bekanntlich vehement ab. Wenn ich sie in der nächsten Regierung sehe, dann durch FDP oder SPD, nicht aber durch die AfD.

Wer meine Aussagen länger verfolgt wird daher nicht überrascht sein, dass ich die AfD nicht einmal in einer Regierung sehen will. Würde ich ernsthaft glauben, meine Stimme könnte sie in die Regierung bringen, würde ich wohl etwas anderes wählen. So aber kann mich ihre Wahl nicht enttäuschen.

Eine Wahl der AfD kann nicht enttäuschen

Gleichzeitig bedeutet eine Wahl der AfD jedoch, dass jeder von ihr gewählte Abgeordnete einem Abgeordneten der Parteien den steuerfinanzierten Luxus-Lebensunterhalt (und die „Black Mamba“ Bahncard, die „und wir begrüßen den Herrn Abgeordneten“ Wichtigkeit und die Business-Class Flüge…) nimmt. Jenen Abgeordneten, die entweder für die Massenzuwanderung als Regierungsfraktion mit verantwortlich waren oder diese Aktionen mit Standing Ovations bejubelt haben. Den Wunsch auf Entfernung von Claqueuren der Massenmigration wird die AfD also qua Existenz erfüllen. Sie kann mich hier gar nicht enttäuschen.

Der andere von mir gehegte Wunsch liegt dabei außerhalb ihrer Macht. Meine Hoffnung ist es, dass all die Abgeordneten, die gerade noch so ins Parlament gerutscht sind, nun um ihre Privilegien zu zittern beginnen. Sie werden wissen, dass 0,5% mehr Stimmen für die AfD sie nach der nächsten Wahl arbeitslos machen wird. Es wird also in ihrem eigenen Interesse liegen, ihre Partei zurück zur Vernunft zu führen. Je stärker die AfD also wird, desto größer wird der Druck auf die anderen Parteien sein, wieder zu einer Politik zurückzufinden, die Amtseid und Spruch am Reichstagsgebäude entspricht. Da dies jedoch außerhalb der Macht der AfD liegt, kann sie mich hier ebenfalls nicht enttäuschen.

Jede andere Partei könnte bestenfalls positiv überraschen, vor allem aber dürfte sie enttäuschen. Ich habe also die Wahl zwischen einer taktischen Wahl, bei der die gewählte Partei mich nicht enttäuschen kann oder ich wähle Merkel wieder, ob nun direkt oder durch einen wahrscheinlichen Koalitionspartner. Dabei ist eine Wahl von Merkel 2017 vor allem eines: Ein Absegnen ihrer Handlungen von 2015. Und das kann ich beim besten Willen nicht machen!

Daher habe ich AfD gewählt und kann nur jeden dazu auffordern, es mir gleichzutun. Nicht, weil es eine tolle Partei ist, sondern weil es notwendig ist. Nur so lässt sich hoffen, dass man bei der nächsten Wahl wieder mit gutem Gewissen beispielsweise CSU oder FDP wählen könnte, weil diese sich dank der AfD wieder auf den Pfad der Vernunft begeben haben.

Ich habe die Partei oft kritisiert. Und wenn ich mir die Wahllisten ansehe, wird mir teilweise ganz anders. Dass ich einen Martin Sichert mit meiner Stimme ins Parlament schicke, lässt mir die Haare zu Berge stehen. Daran ändert auch nichts, dass ich damit gleichzeitig auch den wohl ebenfalls ziemlich sicher ins Parlament einziehenden Gerold Otten mitgewählt habe. Ihn wiederum kann man guten Gewissens ins Parlament schicken. Mehrere meiner Klienten für meine Politikberatung befinden sich auf aussichtsreichen Listenplätzen, andere wahrscheinliche künftige Abgeordnete sind Freunde, auch wenn ich ihre politischen Positionen überhaupt nicht teile. Aber wenn Sie bis hierhin gelesen haben, werden Sie ohnehin wissen, dass ich die Partei zwar wähle, aber keineswegs unkritisch sehe. Im Gegenteil. An sich sollte eine Partei mit jemandem wie Höcke oder Wolfgang Gedeon unwählbar sein. Aber kann man deshalb Merkel wiederwählen und ihre Handlungen absegnen? Ich kann es nicht. Ich muss Sie sogar auffordern, es mir aus den oben genannten Gründen nachzutun und ebenfalls AfD zu wählen.

Unser Autor: Torsten Heinrich ist Historiker und Ethnologe (M.A.). Schon als Jugendlicher gründete er mit seinem Bruder ein Unternehmen und war seither fast immer unternehmerisch tätig. Neben einem Handel für Premiumzigarren, Videospiele und jahrelanger Tätigkeit im Online-Marketing ist er inzwischen Autor von Sachbüchern und Romanen per Self-Publishing und mit Verlagen. Nach einem kurzen Ausflug in die Politik lebt er heute als digitaler Nomade. Er ist Autor des Buches „Nein, wir schaffen das nicht!“.

INSA: Wählerstimmung nahezu unverändert

INSA-Wählerspektrum: In dieser Woche verliert die Union leicht an sicheren Stimmen, während die möglichen Stimmen stark abnehmen. Es lässt sich ebenfalls ein moderater Stimmenverlust in der Kategorie wahrscheinliche Stimmen verzeichnen. Die Stimmanteile der SPD bei den sicheren Stimmen gehen leicht nach unten, sie verliert ebenfalls leicht an möglichen und wahrscheinlichen Stimmen. Die Linke verzeichnet bei den sicheren Stimmen einen leichten Verlust. Die Stimmanteile der Grünen stagnieren in dieser Woche. Die FDP kann bei den wahrscheinlichen und sicheren Stimmen leicht zulegen. Die AfD verzeichnet leichte Zugewinne in allen drei Stimmbereichen.


Gefragt wurde ferner, wie sicher die Befragten sich sind, dass ihre genannte Wahlabsicht auch bis zum tatsächlichen Wahltag hält. Zwischen dem 18. und dem 21. August gaben 51 Prozent der Befragten an, sich in ihrer Wahlabsicht sehr sicher zu sein. 27 Prozent gaben an eher sicher zu sein. Insgesamt also waren sich 78 Prozent in ihrer Entscheidung sehr oder eher sicher. Im Vergleich dazu gaben im Befragungszeitraum 25. bis 28. August schon 85 Prozent der Befragten an sich sehr sicher oder eher sicher in ihrer Wahlentscheidung zu sein. Die Zahl der sehr sicheren oder eher sicheren Befragten steigt im aktuellsten INSA-Meinungstrend auf 93 Prozent an.

Thüringens ältestes Forstamtsgebäude bald in neuer Pracht

Thüringens ältestes Forstamtsgebäude, ein 1474 erbautes Fachwerkhaus direkt an der Klosterruine Paulinzella gelegen, erstrahlt nach mehrjähriger Generalsanierung demnächst in neuer Pracht. Ab Frühjahr 2018 soll der reguläre Dienstbetrieb des Thüringer Forstamts Saalfeld-Rudolstadt aufgenommen werden. Die Landesforstanstalt hat hierfür zwischen 2014 und 2017 rund drei Millionen Euro in die Sanierung investiert.

Interessierte können  das wohl bedeutendste romanische Bauwerk Mitteldeutschlands  am kommenden Sonntag zum „Tag des offenen Denkmals“ in besuchen und 14 Tage später, am Sonntag, dem 24.09.2017 ab 10 Uhr, in unmittelbarer Nähe der Klosterruine, einen Walderntedank-Gottesdienst erleben. Ab 12:30 Uhr wird dann der Bauhistoriker Lutz Scherf in einem einstündigen Vortrag das Sanierungsprojekt „Amtshaus“ detailliert vorstellen.

1474 aus rund 150 Festmetern Weißtannenholz erbaut, diente das repräsentative, 18 Meter hohe und 34 Meter lange Fachwerkhaus wenige Jahrzehnte dem benediktinischen Klosterabt als Verwaltungsgebäude. In Folge der Lutherschen Reformationsbewegung wurde das Kloster, dass 1124 kirchlich geweiht wurde, 1540 aufgegeben und die Folgenutzung als Amtsgebäude der Forst- und Jagdbehörde begonnen – bis heute. Die rund 500-jährige Nutzung als Forstamtsgebäude hat viele verborgene Details in die Jetztzeit gerettet: Verzierte Deckenbalken aus 1474, Schablonenmalerei aus 1500 oder auch die historischen Abbundzeichen der Zimmerleute, die im Mittelalter die anspruchsvolle Holzkonstruktion errichteten.

Pfarrer Karl-Helmut Hassenstein beginnt das Walderntedankfest am 24.09.2017 um 10 Uhr mit dem Gottesdienst, der evangelische Kindergarten Rottenbach und vier Jagdhornbläsergruppen sorgen für das Rahmenprogramm. Neben dem Vortrag des Bauhistorikers Lutz Scherf besteht auch die Möglichkeit, die forstliche Ausstellung „Vom Steinbeil bis zur Motorsäge“ im nahegelegenen Museum zu

„Macht und Pracht“ heißt das bundesweite Motto des „Tags des offenen Denkmals “ am 10. September in diesem Jahr. Dieses soll Interessierte dazu anregen, sich mit den vielfältigen Ausdruckformen von „Macht und Pracht“ in allen relevanten Bereichen von Architektur- und Kunstgeschichte bewusster auseinanderzusetzen. Gerade das romanische Bauwerkensemble Paulinzella erzählt vieles über die sozialen und kulturellen Verhältnisse der Zeit seiner Entstehung und Nutzung. Wer mehr erfahren will, erhält Infos durch das Thüringer Forstamt Saalfeld-Rudolstadt unter Telefon 036734-2320.

Foto: Dr. Horst Sproßmann