In Großgölitz „sangen“ die Kettensägen

Zum fünften Mal in Folge: Florian Lindner rief nach Großgölitz – und Kettensägekünstler aus acht Ländern kamen auch 2017 in die zu Bad Blankenburg gehörende 80-Seelen-Gemeinde. Unter dem Motto „500 Jahre Reformation – die Welt im Jahr 1517“ entstanden zur “Musik” laut kreischender Kettensägen am vergangenen Wochenende aus mannshohen Eichenstämmen fantasievolle Figuren.
Einziger Wermutstropfen für die zahlreichen Besucher: Im nächsten Jahr ist “Sendepause”, das 6. Destillenfestival wird es erst in zwei Jahren geben.

Mit Fipronil belastete Eier auch in Thüringen festgestellt

Das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie hat heute als oberste Lebensmittelkontrollbehörde darüber informiert, dass mit Fipronil belastete Eier auch in Thüringen festgestellt wurden.

Das zuständige Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz hatte am gestrigen Abend mitgeteilt, dass ein Vermarkter von Eiern in Thüringen mit Handelsbeziehungen in die Niederlande auf eigene Initiative Proben auf Fipronil hat untersuchen lassen. Der Vermarkter veranlasste die Beprobung vor dem Hintergrund der Nachweise von Fipronil in Eiern aus den Niederlanden. Dabei wurde eine Rückstandsbelastung der Eier mit Fipronil oberhalb der vorgegebenen Höchstgehalte festgestellt. Die Eier sind somit nicht verkehrsfähig.

Die Eier waren an Zentrallager verschiedener Einzelhandelsketten in Thüringen und in benachbarten Bundesländern ausgeliefert worden. Der Thüringer Unternehmer lässt diese Eier aus den belieferten Zentrallagern zurückrufen. Er hat sich damit korrekt und verantwortungsbewusst verhalten. Es handelt sich um Eier aus ökologischer Haltung. Sie tragen die Stempelnummer 0-NL-4352602 und ein Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen dem 25. Juli 2017 und dem 20. August 2017.

Bei der Größenordnung der in diesem Fall nachgewiesenen Höchstmengenüberschreitung besteht nach derzeitigem Wissenstand kein akutes gesundheitliches Risiko durch den Verzehr der in Frage stehenden Eier in Mengen, die dem durchschnittlichen Verbrauch entsprechen. Verbraucher sollten Eier mit der Stempelnummer 0-NL-4352602 dennoch nicht verwenden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat darauf aufmerksam gemacht dass die niederländischen Behörden im Internet die bisher dort bekannten Stempelnummern der mit Fipronil belasteten Eier veröffentlichen.

Das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz hat seine Erkenntnisse den für die belieferten Betriebe zuständigen Behörden in Thüringen und in Hessen und Bayern mitgeteilt. Der Rückruf der Eier durch die betroffenen Betriebe wird behördlich überwacht und die weiteren Vertriebswege der Eier werden ermittelt.

Weitere Informationen in Form einer Fragen- und Antwortenliste hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf seiner Internetseite zusammengestellt.

Weimar: Anschlag auf AfD-Veranstaltungsort

In Weimar kam es laut der Landespolizeiinspektion Jena in der vergangenen Nacht zu umfangreichen politisch links motivierten Graffiti-Schmierereien, die offenbar mit dem heute stattfindenden AfD-Stammtisch im Zusammenhang stehen. Betroffen sind die Anna-Amalia-Bibliothek und die Litfaßsäule vor dem Stadtschloss, außerdem Hausfassaden am Wielandplatz und eine Tür am Frauenplan. Ein Zeuge beobachtete zwei dunkel gekleidete Personen, mit Handschuhen und weißen Beuteln dabei.

Bereits um Mitternacht hatten Polizeibeamte zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren auf frischer Tat gestellt als sie an einer Gaststätte, in der der AfD-Stammtisch stattfinden soll, Aufkleber und Graffiti angebracht hatten. Während der Flucht entsorgten sie die Sprayflaschen, die die Beamten jedoch als Beweis sicherstellen konnten. Außerdem wurde im Eingangsbereich des Hauses das Schloss mit Kleber verstopft und eine übelriechende Flüssigkeit verteilt. Diese stammte aus zwei zerplatzten Luftballons. Die Höhe des Schadens bei allen Handlungen steht noch nicht fest.

Hintergrund: Am heutigen Abend findet in Weimar im Lokal „Bar“ (ehemals „Hinterzimmer“) um 19:00 Uhr eine AfD-Veranstaltung mit den Abgeordneten Björn Höcke und Stephan Brandner statt. Brandner erklärte: „Gewalt darf in der Demokratie niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein! Daran halten sich die von den Altparteien gehätschelten linken Straßenterroristen immer seltener. Wohin dieser Weg führt, mussten wir alle in Hamburg während des G20-Gipfels mit ansehen. Doch nicht nur bei diesen katastrophalen Ausschreitungen offenbarte sich mal wieder die linke Gewaltbereitschaft, auch die mittlerweile alltägliche Gewalt gegen die AfD zeigt, wie rücksichtslos diese Antidemokraten vorgehen. Durch Anschläge, wie am heutigen frühen Morgen, wird versucht, uns einzuschüchtern. Darum ist es endlich Zeit für einen Aufstand der anständigen Demokraten! Wer keine Jenaer und Weimarer Verhältnisse will, muss sich diesen totalitären Linksfaschisten in den Weg stellen.“

Jena: 15-jähriger Deutscher schießt auf jungen Syrer

Ein Streit unter deutschen, syrischen und russischen Jugendlichen eskalierte gestern am späten Nachmittag in Jena-Lobeda: Einer der Beteiligten zog eine Schreckschusspistole und drückte ab!

Bevor der Streit eskalierte, hielten sich alle friedlich auf der Skaterbahn auf. Der Polizeibericht: „Als ein junger Syrer sich das Fahrrad eines deutschen Jugendlichen ausleihen wollte, kam es zunächst zu einem Wortgefecht zwischen den beiden und weiteren hinzukommenden Personen.“ Diese verbale Auseinandersetzung uferte dann so weit aus, dass der Täter dem Opfer aus nächster Nähe mit seiner Schreckschusspistole ins Gesicht schoss. Der Syrer erlitt dadurch Atemnot und eine Reizung der Augen und wurde durch Rettungskräfte in die Notaufnahme gebracht. Durch eine Nahbereichsfahndung der Polizei konnte der 15-jährige Tatverdächtige kurze Zeit später mit seinen Begleitern gestellt und vorläufig festgenommen werden. Zum Zeitpunkt der Festnahme trug der Täter seine Schreckschusspistole noch immer bei sich.

78 Einkommensmillionäre in Thüringen

In Thüringen gab es nach ersten Ergebnissen der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 20131) insgesamt 78 Einkommensmillionäre, also Steuerpflichtige mit einem Gesamtbetrag der Einkünfte von mindestens einer Million Euro. Zu beachten ist, dass zusammen veranlagte Ehepaare jeweils als ein Steuerpflichtiger gezählt werden.

Die Zahl der Einkommensmillionäre hat sich gegenüber dem Berichtsjahr 2010 um acht Steuerpflichtige erhöht. Der Gesamtbetrag der Einkünfte dieser Personengruppe betrug nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik rund 150 Millionen Euro (+ 28 Millionen Euro gegenüber 2010). Im Berichtsjahr 2013 betrug die festgesetzte Einkommensteuer dieser Personengruppe 54 Millionen Euro (+ 13 Millionen Euro gegenüber 2010).

In dieser Personengruppe ergibt sich ein durchschnittlicher Gesamtbetrag der Einkünfte von 1,9 Millionen Euro je Steuerpflichtigen im Jahr 2013 (+ 0,2 Millionen Euro gegenüber 2010). Die Einkommensmillionäre erzielten ihre Einkünfte vorwiegend durch Einkünfte aus Gewerbebetrieb (94 Millionen Euro), Einkünfte aus selbständiger Arbeit (29 Millionen Euro) sowie mit Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit (19 Millionen Euro).

32 der Thüringer Einkommensmillionäre sind in kreisfreien Städten ansässig und 46 in den Landkreisen. Die meisten von ihnen wohnen in Erfurt, Jena und im Wartburgkreis.

Der große zeitliche Abstand zwischen dem Erhebungszeitraum und der Veröffentlichung der Ergebnisse liegt darin begründet, dass der 30. September des 3. Folgejahres als Schlusstermin der Finanzverwaltung gesetzlich festgelegt ist.

Thüringer Opposition kritisiert rot-rot-grüne Tourismusstrategie

„Die reine Konzentration auf vier Leitprodukte in der Tourismusstrategie der Landesregierung ist unzureichend.“ Das hat der tourismuspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Bühl, zur „Tourismusstrategie Thüringen 2025“ gesagt. Sie ist heute Thema der Kabinettsitzung gewesen. „Die Analyse ist in vielen Punkten zutreffend, doch im Marketing muss das Wirtschaftsministerium nachlegen“, ist Bühl überzeugt. „Wer allein Weimar, die Wartburg, den Rennsteig und Erfurt ins Schaufenster stellt, der muss andere Städte und Regionen so unterstützen, dass sie gleichziehen können“, sagte der Tourismuspolitiker. Unzulänglich sind nach seinen Worten auch die Überlegungen zur Digitalstrategie in der Vermarktung.

Der Ilmenauer Abgeordnete ist prinzipiell skeptisch, ob der Wechsel von touristischen Themen auf wenige Leitprodukte den erwünschten Erfolg bringen wird. „Dadurch wird das Bild Thüringens in der Außendarstellung geographisch und inhaltlich verkürzt. Die Strategie birgt das Risiko, dass sich daraus eine Art Zwei-Klassen-Tourismus entwickelt“, umschreibt er seine Befürchtungen. „Wenn die Landesregierung allen anderen außer den herausgestellten Destinationen sagt: ihr kommt nicht ins Schaufenster, sondern ins Regal, ergibt sich daraus die Verpflichtung, eine faire Chance zur Schaufensterfähigkeit herzustellen“, schiebt Bühl eine Forderung nach. Er kündigte an, den Einsatz der Finanzmittel im anstehendend Doppelhaushalt sehr genau unter die Lupe zu nehmen.

In Sachen Digitalisierung der Fremdenverkehrswirtschaft und digitaler Vermarktung erwartet Bühl deutlich mehr. „Es ist richtig, Angebote in Datenbanken zu vernetzen, die Nachfrage zu analysieren und die Auffindbarkeit Thüringer Anbieter zu verbessern. Das ist aber nicht mehr als eine Grundvoraussetzung. Gefragt sind klare Ziele und darauf abgestimmte Strategien, wie Thüringen die Produkte gezielt und offensiv an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht werden können, die bisher den Freistaat nicht als Reiseziel auf dem Schirm haben. Um in der Konkurrenzsituation unter den Reisegebieten bestehen zu können müsste Thüringen zwei Schritte voraus sein und nicht nur auf den Status quo aufholen“, sagte Bühl abschließend.

Dazu sagt Stephan Brandner, infrastrukturpolitischer Fraktionssprecher der AfD-Fraktion und Spitzenkandidat der AfD-Thüringen zur Bundestagswahl: „Offensichtlich hat nahezu ganz und vor allem Ostthüringen für die Landesregierung keinen touristischen Wert. Wie sonst ist es zu erklären, dass sehr große Teile und der gesamte Osten unseres Freistaates in der sogenannten Tourismusstrategie nicht vorkommt. Auch der Kyffhäuserkreis mit dem sehr bekannten Denkmal für Kaiser Wilhelm I., das erst vor einiger Zeit aufwendig restauriert wurde, findet sich in dieser ‚Strategie‘, die ihren Namen nicht verdient, nicht.“

Das Ganze erscheine wie eine hektische Reaktion auf die desaströsen aktuellen Zahlen zur Thüringer Tourismusentwicklung. „Neben einem richtigen Konzept, bedarf es auch schnellstens eines Wechsels an der Spitze der Thüringer Tourismus GmbH. Die Landesregierung hängt mit diesem nicht ausgegorenen, überteuerten ‚Konzept‘ ganze Regionen touristisch ab und verschweigt sie“, so Brandner. Ein echter Landesvater würde sich um alle Teile und Regionen seines Landes kümmern, er sei dagegen bloß ein Parteifunktionär, für den nahezu ausschließlich „rote Regionen“ wichtig seien, kritisiert der AfD-Politiker.

Wieder mehr Wohngeldhaushalte in Thüringen

Am 31.12.2016 bezogen 24 571 Thüringer Haushalte Wohngeld. Das waren 5 398 Haushalte bzw. 28,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik weiterhin mitteilt, waren das 2,2 Prozent aller Privathaushalte. Am Jahresende 2015 entsprach dies einem Anteil von 1,7 Prozent. Als möglicher Einflussfaktor auf den Anstieg sei die Reform des Wohngelds zum 1.1.2016 genannt.

Zwei Drittel der Wohngeldhaushalte (67,3 Prozent) waren Ein-Personen-Haushalte, 14,2 Prozent Zwei-Personen-Haushalte und 7,1 Prozent Drei-Personen-Haushalte. Bei weiteren 6,3 Prozent handelte es sich um Haushalte mit vier Personen, bei 5,2 Prozent um Haushalte mit fünf und mehr Personen. Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch betrug 124 Euro (Ende 2015: 94 Euro), jener der reinen Wohngeldhaushalte 123 Euro (Ende 2015: 90 Euro) und der von wohngeldrechtlichen Teilhaushalten 135 Euro (Ende 2015: 121 Euro).

Ende 2016 waren 23 022 bzw. 93,7 Prozent aller Wohngeldhaushalte reine Wohngeldhaushalte, in denen alle Haushaltsmitglieder einen Anspruch auf Wohngeld hatten. Gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt stieg diese Zahl um 5 826 Haushalte. Leistungen nach dem Wohngeldgesetz (WoGG) wurden 90,2 Prozent der reinen Wohngeldhaushalte (20 755 Haushalte) als Mietzuschuss gewährt. Als Wohnungs- bzw. Hauseigentümer bezogen 2 267 reine Wohngeldhaushalte einen Lastenzuschuss.

Knapp 60 Prozent der Haupteinkommensbezieher in reinen Wohngeldhaushalten (13 750 Haushalte) waren Rentner und Pensionäre. Der Anteil der erwerbstätigen Haupteinkommensbezieher lag bei 27,3 Prozent (6 291 Haushalte), jener der Arbeitslosen bei 4,2 Prozent (966 Haushalte). Jeder 16. Wohngeldhaushalt (1 549 Haushalte bzw. 6,3 Prozent) war ein wohngeldrechtlicher Teilhaushalt in so genannten Mischhaushalten, in denen Personen mit und ohne Wohngeldanspruch wohnten. Von diesen Haushalten erhielten 1 501 bzw. 96,9 Prozent Leistungen als Mietzuschuss und 48 bzw. 3,1 Prozent als Lastenzuschuss.

Tiefensee: „Offensive Produktentwicklung“ soll Qualität im Tourismus steigern

Thüringen hat den Rahmen für seine Tourismuspolitik bis 2025 abge­steckt. Die neue „Tourismusstrategie Thüringen“ (Link zum Download) fokussiere vor allem auf die vier Themen Marketing, wirtschaftliche Situation der Betriebe, Organisationsstrukturen und Digitalisierung, sagte Thüringens Wirt­schaftsminister Wolfgang Tiefensee gestern in Erfurt bei der Vorstellung des Papiers. „Das sind die vier Stellschrauben, die entscheidend sind für eine ganzheitliche touristische Entwicklung in den kommenden Jahren“, so der Minister. Das Profil Thüringens müsse geschärft, die Wertschöpfung der Unternehmen gesteigert, die Strukturen gestrafft und die Digitalisierung konsequent genutzt werden. Geplant ist zudem eine „Produktentwicklungsoffensive“, die zu mehr und vor allem qua­litativ hochwertigeren Angeboten in allen Thüringer Reisegebieten und Regionen führen soll. Dies schließt die proaktive Akquisition neuer Investitionen etwa in Hotels oder Ferienparks ein.

Zentraler Punkt: Beim Marketing werde man auf eine konsequente Kunden­orientierung umschalten, sagte Tiefensee. „Wir betrachten Thüringen konse­quent aus der Sicht des Reisenden und Urlaubers und fragen: Was sind die zentralen Motive, als Tourist unser Land zu besuchen?“ Im Kern gebe es vier solcher Motive („Kennerschaft“, z.B. in Kultur oder Geschichte; „Faszination“, z.B. von bestimmten Orten und Zeiten; „Sehnsucht“, z.B. nach Natur, Ent­spannung, neuen Erfahrungen; „Neugierde“, z.B. auf Unbekanntes, Neues jenseits des Mainstreams), denen für die allererste Kundenansprache vier überregional bekannte Leitprodukte – Weimar, Wartburg, Rennsteig und Erfurt – zugeordnet seien. „Das sind vier auch überregional sehr bekannte Ziele in Thüringen, deren Zugkraft wir aus Marketinggründen nutzen wollen, um zusätzliche Touristen ins Land zu locken“, so der Minister.

Einmal hier, gehe es darum, die Thüringen-Besucher auch für andere Ziele und Regionen im Land zu interessieren. „Dafür wollen wir mit einer Offensive zur Produktentwicklung und Angebotsverbesserung in allen Regionen Thü­ringens die Grundlage schaffen“, so der Minister weiter. Dabei werde die Thüringer Tourismus GmbH (TTG) eine wichtige Rolle im Umsetzungs­management spielen und das notwendige Know-how bereitstellen. Zugleich werde man auf die erst 2016 gegründete Informationsplattform „Tourismus­netzwerk Thüringen“ zurück­greifen. Wesentlich sei allerdings die Bereitschaft der Tourismusorganisa­tionen und Leistungsträger vor Ort, gemeinsam an einer verbesserten Qualität und Vermarktung des Reiselands Thüringen zu arbeiten – „denn erfolgreiche Produktentwicklung entsteht aus den Regionen heraus im Zusammenspiel mit den Tourismusorten und lokalen Leistungsträgern“.

„Unser primäres Ziel ist weniger die Steigerung der Ankünfte und Übernach­tungen“, sagte der Wirtschaftsminister. „Entscheidend ist die Steigerung des Umsatzes in den Betrieben.“ Viel zu oft werde die Strategie verfolgt, mit nied­rigen Preisen Gäste anzulocken. „Das allerdings bewirkt eine Abwärtsspirale: niedrige Preise, unattraktive Bezahlung, wenig Gewinn, wenig Investitionen und mittelmäßiger Service. Das müssen wir ändern.“

Weitere wichtige Punkte: Im Bereich der Digitalisierung wolle man dafür sorgen, dass auch kleinere touristische Anbieter Zugang zu den großen Buchungsplattformen bekommen. „Dafür müssen wir bei uns in Thüringen Ordnung im Datendschungel schaffen – also wegkommen von vielen kleinen, unkoordinierten Einzelaktivitäten hin zu einer gemeinsamen Contentdaten­bank, in der alle Inhalte nach einer vorgegebenen Struktur erfasst und vor allem miteinander verknüpft sind.“

Der Tourismus zählt über direkte und indirekte Effekte mit rund 3,1 Milliarden Euro Umsatz, 80.500 Be­schäftigten und einem Anteil von 3,7 Prozent am Volkseinkommen zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen im Freistaat.

Thüringen: Rückgang der Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt

Mit einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent verteidigt Thüringen im Juli 2017 seinen Spitzenplatz in Ostdeutschland, informierte das Thüringer Sozial- und Arbeitsministerium. Der Freistaat liegt auch vor vier westdeutschen Bundesländern (Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Saarland) und inzwischen gleichauf mit zwei weiteren (Niedersachsen, Schleswig-Holstein). Der bundesweite Durchschnitt beträgt aktuell 5,6 Prozent. Regional differiert die Arbeitslosigkeit in Thüringen. Den niedrigsten Wert verzeichnet Sonneberg (3,4 Prozent), den höchsten Gera (10 Prozent).

Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen mit 67.047 vor allem aus saisonalen Gründen (u. a. Ende des Ausbildungsjahres) im Vergleich zum Juni 2017 um 1.337 gestiegen, liegt sie doch deutlich unter dem Vorjahreswert (Juli 2016). Die Zahl der registrierten Arbeitslosen ist im Jahresvergleich um 8.106 zurückgegangen (- 10,8 Prozent). Damit fällt der Rückgang in Thüringen immerhin doppelt so hoch aus wie im Bundesdurchschnitt (- 5,4 Prozent).

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist deutlich gesunken – mit 23.453 liegt sie gegenüber dem Juli 2016 um 4.469 niedriger. Auch bei Älteren ist im Vergleich mit dem Vorjahresmonat die Zahl der Arbeitslosen um 3.762 zurückgegangen.

Inflationsrate in Thüringen im Juli mit 1,6 Prozent über dem Vorjahresniveau

Im Juli verzeichneten die Verbraucherpreise einen leichten Anstieg. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik erhöhte sich der Verbraucherpreisindex im Monat Juli gegenüber dem Vormonat Juni um 0,4 Prozent und erreichte einen Indexstand von 109,4 Prozent (Basis 2010=100).

Die Jahresteuerungsrate stieg von 1,5 Prozent im Monat Juni auf 1,6 Prozent im Monat Juli. Nennenswerte Preissteigerungen wurden für alkoholische Getränke und Tabakwaren (3,7 Prozent), Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (3,3 Prozent) sowie für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (3,1 Prozent) beobachtet. Im Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur (2,2 Prozent) erhöhten sich die Preise für Pauschalreisen um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Mineralölprodukte verteuerten sich im Durchschnitt im Jahresvergleich um 0,9 Prozent. Die Heizölpreise stiegen um 4,8 Prozent während die Kraftstoffpreise das Niveau des Vorjahres erreichten. Im Nahrungsmittelbereich wurden erhebliche Preissteigerungen für Speisefette und Speiseöle (34,2 Prozent), darunter für Butter 75,6 Prozent, für Molkereiprodukte und Eier (12,6 Prozent), darunter für Sahne (33,8 Prozent), für Teilentrahmte Milch (33,3 Prozent) sowie für Quark (32,5 Prozent) festgestellt. Indexdämpfend wirkten sich die Preisentwicklung der saisonabhängigen Nahrungsmittel (frisches Obst und Gemüse, frischer Fisch) (-2,6 Prozent) aus. Deutlich günstiger als im Vorjahr wurde Gemüse (-6,9 Prozent) angeboten. Besonders für Gurken fielen die Preise im Jahresvergleich um 28,2 Prozent, für Weißkohl um 19,8 Prozent oder für Paprika um 16,8 Prozent.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Juli um durchschnittlich 0,4 Prozent. Saisonbedingt erhöhten sich Pauschalreisen um 14,7 Prozent. Die Preise der Mineralölprodukte fielen um 2,1 Prozent, die Preise der Kraftstoffe gaben um 2,4 Prozent nach, die Preise für Heizöl um 0,2 Prozent. Weitere nennenswerte Preissenkungen wurden für Bekleidung und Schuhe (- 3,9 Prozent) im Monatsvergleich beobachtet.

Landratsamt SLF-RU: Fünf junge Frauen schlossen ihre Ausbildung erfolgreich ab

Personalamtsleiter Erik Goebel freute sich gestern im Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt als er die Zeugnisse an fünf junge Frauen übergeben konnte, die alle bestanden hatten. Julia Wolfram, Lilly von Rein, Lisa Kächele, Anett Görting und Nicole Janke haben ihre Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte oder als Kauffrau für Bürokommunikation in der Kreisverwaltung damit erfolgreich abgeschlossen. Die Zeugnisse des Thüringer Landesverwaltungsamtes werden jeweils am letzten Werktag im Juli überreicht. Weder die Auszubildenden noch die Arbeitgeber kennen vorher die Prüfungsergebnisse, weshalb der Moment der Zeugnisübergabe immer mit besonderer Spannung erwartet wird.

Während eine der jungen Frau sich jetzt anschickt, ihr Abitur nachzuholen, werden die anderen vier ihren Arbeitsplatz in verschiedenen Abteilungen haben. So erhalten die Sachgebiete Grundsicherung, Eingliederungshilfe und Pflege, die KFZ-Zulassung sowie die Schulsekretariate in der Grundschule in Probstzella und in der Medizinischen Fachschule jetzt frisch ausgebildeten
Nachwuchs. Bereits in den letzten Wochen hatten die vier neuen Kolleginnen begonnen, sich an ihren künftigen Arbeitsplätzen einzuarbeiten. Die neuen Mitarbeiterinnen des Landratsamtes unterschrieben gestern auch gleich einen auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag.

Auch 2017 geht die Ausbildung weiter:
67 Bewerbungen als Verwaltungsfachangestellte gingen ein. Drei von ihnen nehmen ihre Ausbildung im Landratsamt auf. 19 Bewerber gab es für eine Ausbildung als Beamtenanwärter für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst – zwei beginnen eine Ausbildung. Im Studiengang Betriebswirtschaft gab es zehn Bewerbungen – zwei zukünftige Bachelor of Arts fangen im Herbst ihre Ausbildung an. Vier von sieben zukünftigen Auszubildenden/ Studenten verfügen bereits über eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium.

Im Bild von links: Elisa Slabon, Alina Gonzalez-Ortega (betreuen die Auszubildenden im Personalamt), Julia Wolfram, Lilly von Rein, Lisa Kächele, Anett Görting und Nicole Janke. Foto: Martin Modes (LRA)