Eröffnung des Thüringer Wandersommers

Geschichtsträchtige Pfade, Uferpartien mit Panorama, Begegnungen mit Wildkatzen oder Eisvögeln: Thüringen hat reizvolle Wanderregionen im ganzen Land. In die schönsten Regionen führen vom 10. Juni bis 3. September 2017 ausgewählte Veranstaltungen beim 17. Thüringer Wandersommer. Den Auftakt machen in diesem Jahr der 26. Thüringer Wandertag sowie die 14. Zeulenrodaer Talsperrenwanderung am 10. Juni 2017 in Zeulenroda-Triebes.

Unter dem Motto „Wanderlust trifft Meeresrauschen“ haben Wanderfreunde die Möglichkeit auf zwölf verschiedenen Strecken die herrliche Landschaft am Zeulenrodaer Meer und die Karpfenpfeiferstadt Zeulenroda-Triebes zu entdecken. Die Besucher wandern auf den Spuren der ehemaligen zahlreichen Mühlen im wunderschönen Weidatal, lernen die liebevoll gestalteten Wanderhütten am Zeulenrodaer Talsperrenweg kennen und entdecken die urige und naturbelassene Naturschönheit der Weidatalsperre. Zu einer Wanderung der besonderen Art nimmt der Stadtführer die Gäste mit auf einen historischen Stadtrundgang durch das klassizistische Zeulenroda. Im Pöllwitzer Wald, einem großen zusammenhängenden Waldgebiet, welches seit 2013 Teil des Nationalen Naturerbes ist, findet anlässlich des Tag des Nationalen Naturerbes eine Wanderung auf der DBU-Naturerbefläche statt. Hierbei erfahren die Wanderfreunde nicht nur viel Wissenswertes über den wertvollen Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere, sondern wandern mit dem Förster durch die reizvolle Natur.

Familien mit Kindern haben die Möglichkeit auf speziellen Wanderrouten neben der erholsamen Natur am Zeulenrodaer Meer, auch die zwei neu gestalteten Strandbäder kennen zu lernen. Ein Besuch im Tiergehege Rabensleite, mit über 30 verschiedenen Tierarten, und der Waikiki Thermen- und Erlebniswelt runden das Familienerlebnis ab.

Start und Anmeldung: Der Thüringer Wandersommer 2017 beginnt um 9:00 Uhr mit der Eröffnungsveranstaltung im Waldstadion Zeulenroda. Anmeldungen werden im Tourismuszentrum Zeulenrodaer Meer unter der Rufnummer 036628 987064 oder per E-Mail entgegen genommen. Die Startgebühr beträgt 3,00 Euro. Weitere Informationen zum Ablauf des Thüringer Wandertages.

Einsatzübung der Thüringer Polizei in Rudolstadt

In Verantwortung der Landespolizeidirektion fand heute in und um Rudolstadt eine Landeseinsatzübung der Thüringer Polizei statt. Mit der Vorbereitung und Ausrichtung der Übung war die Bereitschaftspolizei Thüringen beauftragt. Die beteiligten Polizeibeamten trainierten das Zusammenwirken der Einsatzzüge der Landespolizeiinspektionen mit den Einsatzeinheiten der Bereitschaftspolizei sowie den Spezialeinheiten der Thüringer Polizei bei möglichen lebensbedrohlichen Einsatzlagen im Rahmen von Großveranstaltungen. Dabei trainierte man unter anderem das gemeinsame Agieren bei möglichen Anschlägen und Geiselnahmen. Das Übungsszenario sah eine Explosion auf einem fiktiven Campingplatz und eine anschließende Flucht von Tatverdächtigen mit zwei Fahrzeugen in unterschiedliche Richtungen vor.

Die Übungsabläufe fanden in den Liegenschaften der Polizei im Rudolstädter Ortsteil Cumbach sowie im dortigen Bereich der „Großen Wiese“ statt. Es handelte sich dabei ausschließlich um Übungen zu fiktiven Gefahrenlagen. Es bestand zu keiner Zeit eine reale Gefahr für die Bevölkerung.

Die örtlich zuständigen Sicherheitsbehörden, Feuerwehren und Rettungsdienste waren im Voraus zur Übung informiert und hospitierten teilweise bei den polizeilichen Maßnahmen. Nach einer ersten Bilanz der Übungsleitung verliefen die gemeinsamen Übungen zum Alarmieren, Koordinieren, Absperren, Räumen, Fahnden und Festnehmen überwiegend erfolgreich.

Durch die Landeseinsatzübung der Thüringer Polizei, welche jährlich jeweils in unterschiedlichen Regionen Thüringens und zu variierenden Übungsszenarien stattfindet, konnten wichtige Handlungsabläufe bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen mit den beteiligten Polizeikräften trainiert und gefestigt werden. Diese Übungen werden durch die Polizei langfristig vorbereitet und anschließend intern ausführlich ausgewertet. Dabei werden permanent neue Erkenntnisse zu möglichen Bedrohungsszenarien aus der aktuellen Lage betrachtet, um Handlungssicherheit zu erzeugen. Nicht zuletzt dienen diese Übungen dazu, mit der neuen Schutzausrüstung unter so realen Bedingungen wie möglich zu üben.

Foto: Polizei

Thüringer Tourismus: Steigende Gästezahlen, weniger Übernachtungen

In den ersten drei Monaten dieses Jahres empfingen die Thüringer Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Gästebetten (einschließlich Campingplätze) nach vorläufigen Ergebnissen des Thüringer Landesamtes für Statistik knapp 682.000 Gäste (+ 2,3 Prozent). Die Zahl der Übernachtungen lag mit fast 1,77 Millionen um 2,2 Prozent niedriger als im 1. Quartal 2016. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste erreichte im 1. Quartal dieses Jahres 2,6 Tage und lag damit niedriger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (2,7 Tage). Hierbei ist zu beachten, dass das Osterfest 2016 im Monat März, im Jahr 2017 aber im Monat April lag.

Mit fast 40.000 Ankünften (+ 9,2 Prozent) und 86.0000 Übernachtungen (+ 7,8 Prozent) konnte der Thüringer Tourismus bei den ausländischen Gästen einen deutlichen Zuwachs erzielen. So buchten die Gäste aus den Niederlanden im 1. Quartal 2017 verstärkt Übernachtungen in Thüringen (+ 29,7 Prozent). Auch die Zahl der Übernachtungen aus anderen europäischen Staaten stieg merklich an (Italien: + 29,0 Prozent, Frankreich: + 15,0 Prozent, Polen: + 13,7 Prozent). Ein deutliches Gäste- und Übernachtungsplus erzielte der Thüringer Tourismus bei den Besuchern aus den USA (Gäste: + 37,8 Prozent, Übernachtungen: + 32,7 Prozent).

Betrachtet man die Tourismusentwicklung in den Thüringer Reisegebieten, so gab es auch im 1. Quartal 2017 deutliche Unterschiede. Neben dem Städtetourismus (Eisenach, Erfurt, Jena und Weimar) erreichten weitere Reisegebiete (Kyffhäuser und Thüringer Vogtland) mit einem deutlichen Plus bei den Gäste- und Übernachtungen einen guten Start. Die Zahlen für den Thüringer Wald sind eher alarmierend zu nennen.

Die Neuerfindung des Holznagels

Während das westthüringische Laubholzsägewerk Pollmeier mit dem Innovationsträger „Baubuche“ derzeit die nationalen wie internationalen Märkte für Konstruktionsholz revolutioniert, zieht die österreichische Firma Beck Befestigungstechnik nach. Mit einem Nagel aus hochverdichtetem, einheimischen Buchenholz will diese dem Markt für ökologischen Holzbau ein Spitzenprodukt anbieten. Beiden Produktinnovationen liegt der Rohstoff Buchenholz zugrunde. Buchenholz bietet, im Gegensatz zu anderen Holzarten, gleich mehrere wichtige technologische Eigenschaften, wie etwa Härte, Elastizität, geringes Gewicht und Langlebigkeit. Diese machen es möglich, Buchenstifte wie Stahlnägel per Druckluft sekundenschnell zu verarbeiten. Beim Einschießen, z. B. in zwei Holzbalken, erwärmen sich Holznagel und Holzuntergrund derart, dass sich das Lignin verschweißt. Die erreichte Festigkeit übertrifft die einer herkömmlichen Stahlnagelverbindung um das Doppelte. Neben dem Festigkeitsvorteil lässt sich eine derartige Verbindung problemlos mit Holzwerkzeugen wie etwa Hobel oder Säge bearbeiten. Auch die unschönen, von Stahlnägeln verursachten, Holzverfärbungen entfallen.

Die Thüringer Landesforstanstalt nimmt diese jüngsten Innovationsentwicklungen zum Anlass, vor zusätzlichen Waldflächenstilllegungen, insbesondere auf Kosten der Buche, zu warnen. „Die deutsche und europäische Holzwirtschaft ist ein steter Innovationstreiber. Unter den Laubhölzern spielt die Buche dabei eine entscheidende Rolle. Es ist grotesk, durch zusätzliche Waldflächenstilllegungen im Freistaat geradezu destruktive Signale an das Wirtschafts- und Innovationscluster Forst & Holz zu senden“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.

Bild oben: Buchenstamm mit Klammern gegen Rissbildung – ein Innovationsträger in der Holzindustrie, der in Thüringen künftig auf Grund von Waldflächenstilllegungen immer knapper wird. Autor: Dr. Horst Sproßmann

DPolG fordert Tarifübernahme für Beamte rückwirkend zum 1. Januar

„Es sollte stets Grundsatz einer soliden und ausgewogenen Politik sein, dass die Arbeit aller Kolleginnen und Kollegen, welche für den Freistatt tätig sind, auch in finanzieller Hinsicht gleichrangig gewürdigt wird. Dies unabhängig davon, ob diese Kolleginnen und Kollegen Tarifbeschäftigte sind, oder in einem Beamtenverhältnis stehen.“ Das erklärte der DPolG Landesvorsitzende, Jürgen Hoffmann.

„Leider mussten wir in den vergangenen Tarifrunden immer wieder erleben, dass Beamte bei den Übernahmen der Tarifabschlüsse grundsätzlich schlechter gestellt werden und so eine schleichende Abwertung des Beamtenstatus von statten geht!“ „Diese Abwertung des Beamtenstatus geschieht jedoch nur dann, wenn es um die finanzielle Vergütung der erbrachten Leistungen geht. Gleichzeitig genießt das Land Thüringen als Dienstherr die Vorteile, welche ein Beamtenverhältnis bringen. Das Streikverbot, sowie die unbegrenzte Verfügbarkeit der Beamten seien hier nur als Beispiele genannt“, fügt Hoffmann ergänzend hinzu.

Das seitens der Finanzministerin Heike Taubert immer wieder in Feld geführte Argument, dass wegen fehlender finanzieller Mittel die zeitgleiche und identische Übernahme des Tarifabschlusses für Beamte nicht möglich ist, ist angesichts der steigenden Steuereinnahmen nicht nachvollziehbar. „Wenn nach vorliegender Steuerprognose das Plus für den Freistaat in diesem Jahr 300 Millionen Euro betragen soll und für die kommenden beiden Jahre jeweils ein Plus von 130 Millionen Euro vorhergesagt wird, gibt es überhaupt keinen Grund, die Beamten des Freistaates weiterhin schlechter zu stellen“, betont der Polizeigewerkschafter. Zusätzliche Gelder dürfen nicht dazu verwandt werden, sich das Wohlwollen der Kommunen und Landkreise zu erkaufen

Es ist nicht zu bestreiten, dass die Gebietsreform ein zentrales Element der Politik im Freistatt ist. „Es kann jedoch nicht angehen, dass der Erfolg dieser erkauft wird. Dies zu Lasten der verbeamteten Kolleginnen und Kollegen im Freistaat. Nicht einem Beamten ist es zu vermitteln, dass bis zu 157 Millionen Euro den Kommunen und Landkreisen zusätzlich zur Verfügung gestellt werden, um die Gebietsreform nicht scheitern zu lassen!“ erklärt der DPolG Landesvorsitzende. „Hier soll ein Prestigeprojekt der Landesregierung zu Lasten der Beamten im Freistaat zum Erfolg geführt werden. Die Landesregierung sollte einmal in sich gehen und darüber nachdenken, was wichtiger ist. Prestigeprojekte, oder eine anständige und faire Bezahlung der Beamten im Freistaat!“ fügt Hoffmann ergänzend hinzu.

Angesichts der guten finanziellen Situation im Freistaat ruft die Deutsche Polizeigewerkschaft Thüringen e.V. (DPolG) alle Parlamentarier auf, den eingereichten Gesetzentwurf zur Beamtenbesoldung abzulehnen und statt dessen eine identische Übernahme des Tarifabschlusses ohne Abstriche rückwirkend zum 1. Januar zu beschließen! „Solch ein Beschluss würde den verbeamteten Kolleginnen und Kollegen zeigen, dass ihre Arbeit nicht nur dann gewürdigt wird, wenn es den Freistaat nichts kostet, sondern die Landesregierung ebenso bereit ist, die gute Arbeit der Beamten auch finanziell zu würdigen“, erklärt Hoffmann abschließend.

Fans? Radaubrüder!

Die Polizei in Jena: „Dass die Selbstverpflichtung der Jenaer Fans des FC Carl Zeiss zu rechtskonformen Verhalten nicht mal das Papier wert ist, auf dem sie geschrieben steht, zeigte sich nach dem gestrigen Fußballspiel. Aggressiv und gewaltbereit zogen 350-400 Jenaer Fans im Anschluss an das Spiel lautstark von der alten Brauerei stadteinwärts. Dabei beanspruchten sie die gesamte Breite der Kahlaischen Straße und bewarfen die Einsatzfahrzeuge der Polizei und die Beamten selbst mit Pyrotechnik und Flaschen. Es kam zu massiven Beleidigungen gegen die Beamten und dem mittlerweile leider üblichen Skandieren von polizeifeindlichen Slogans.

Im Rahmen der Diskussionen beim Neubau des Jenaer Stadions drängte die Polizei aus Sicherheitsaspekten in der Vergangenheit zu einer Verlegung des Jenaer Fan-Blocks in die Nordkurve. Dies wird von den Fans aus Gründen der Tradition abgelehnt. Die Fans boten daraufhin eine Selbstverpflichtung an, in der der sie versprachen, jegliche Rechtsverstöße in Eigenregulierung zu unterbinden.

Mehrere Tausend Fans hatten am 1. Juni, nachdem feststand, dass der FC CZ in die 3. Liga aufsteigt, den Innenraum des Stadions gestürmt. Viele gingen auf Trophäenjagd. Große Stücke des Rasens wurden herausgerissen, Sitzbänke demoliert, die Tore aus der Verankerung gerissen und die Netze zerschnitten. Viele Fans hatten dazu Scheren und Messer dabei. Der Schaden geht in die Tausende.“
Alle Fotos: Stadt Jena