Erstmals weniger als 10.000 Arbeitslose

„Noch nie waren im Agenturbezirk so wenig Menschen arbeitslos, was mich sehr freut. Der regionale Arbeitsmarkt befindet sich in einer guten Verfassung, sodass Arbeitsuchende derzeit davon profitieren können. Nach wie vor gilt, dass gut Qualifizierte leichter eine neue Beschäftigung finden. Aus diesem Grund legen wir unser Augenmerk weiter auf die Personen, die einer verstärkten Unterstützung bedürfen und investieren in Qualifizierungsmaßnahmen“, sagte Birgit Becker, Leiterin der Agentur für Arbeit Jena.

In Thüringen waren im Mai rund 76.600 Menschen ohne Beschäftigung. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent – 0,3 Prozentpunkte weniger als im Vormonat.
Die Zahl der Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit sinkt im Jahresvergleich nur um 1.000 auf nunmehr 28.900. Damit hatten in Thüringen rund 38 Prozent aller Arbeitslosen länger als ein Jahr keinen Arbeitsplatz.
Arbeitsagentur Jena:
– 9.992 Menschen arbeitslos, knapp 10 Prozent weniger als im Vorjahr
– Arbeitslosenquote bei 6,3 Prozent
– Zahl der Bedarfsgemeinschaften weiter gesunken
– Arbeitskräftenachfrage im Agenturbezirk deutlich über Vorjahr

Im Mai sank die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen im Agenturbezirk Jena erstmals auf 9.992 Personen. Das sind 397 Personen (-3,8 Prozent) weniger als im April und 1.065 Personen (-9,6 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 6,3 Prozent (Vormonat 6,5). Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,9 Prozent. Der Thüringer Landesdurchschnitt liegt bei 6,7 Prozent.
2.289 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos. Davon kamen 729 Personen direkt aus einer Erwerbstätigkeit, hier verstärkt aus den Bereichen Zeitarbeit, dem verarbeitenden Gewerbe sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen und dem Handel. 2.676 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 1.009 eine Erwerbstätigkeit auf.
Jobcenter mai 2016
Arbeitskräftenachfrage
Arbeitgeber meldeten der Agentur für Arbeit Jena (ohne optierende Kommune) 949 freie Stellen zur Besetzung. Das waren 23 Stellen weniger als im April, aber 146 mehr als im Vorjahr. 38 Prozent der gemeldeten Stellen sind Arbeitsplätze im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung. Arbeitsplatzangebote in größerem Umfang kamen weiterhin für folgende Berufsbereiche: Gesundheits- und Sozialwesen, Verarbeitendes Gewerbe sowie der öffentlichen Verwaltung.

Unterbeschäftigung
Im Agenturbezirk Jena sind aktuell 9.992 Arbeitslose gemeldet. Darüber hinaus gibt es Menschen, die ohne arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und gesetzliche Sonderregelungen unmittelbar arbeitslos wären. Die Unterbeschäftigung vermittelt einen transparenten Eindruck über die Zahl dieser Menschen. Rechnet man diese Personen, die ansonsten arbeitslos wären, zu den Arbeitslosen hinzu, belief sich im Mai 2016 die Unterbeschäftigung auf 12.998 Menschen (Vormonat 13.310 Personen). Die Unterbeschäftigungsquote für den Agenturbezirk Jena sank auf 8,1 Prozent (-0,1 Prozent zum Vormonat).

Rechtskreis SGB II
Auch im vergangenen Monat fiel die Bilanz der Jobcenter im Vergleich zum Vorjahr günstiger aus. So wurden in den Jobcentern insgesamt 12.187 Bedarfsgemeinschaften gezählt, 897 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosengeld II-Empfänger lag mit 14.980 Personen unter dem Vorjahresniveau (-1.054 Personen).
Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter Saale-Holzland-Kreis, Jobcenter Saalfeld-Rudolstadt und Jobcenter jenarbeit) werden rund 71 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
3.853 Frauen und Männer waren im Mai 2016 arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat ist dies ein Rückgang um 247 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 578 Personen (-13 Prozent) gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,6 Prozent, 0,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Derzeit sind 47 Prozent (1.812 Personen) aller Arbeitslosen 50 Jahre und älter. 6 Prozent sind jünger als 25 Jahre (230 Personen).
Rund 7 Prozent aller Arbeitslosen sind Schwerbehinderte (255 Personen). Der Anteil der arbeitslosen Ausländer betrug im Mai 4,2 Prozent (160 Personen). 1.446 Personen (38 Prozent) gelten derzeit als langzeitarbeitslos, 140 weniger als vor einem Jahr. 881 Personen meldeten sich im neu oder wieder arbeitslos. Davon kamen 294 Personen direkt aus einer Erwerbstätigkeit. Im Gegenzug beendeten 1.121 Personen ihre Arbeitslosigkeit, wovon 455 Personen direkt eine Erwerbstätigkeit aufnahmen.
In der Agentur für Arbeit Saalfeld – (Rechtskreis SGB III) wurden im Berichtsmonat 1.114 Arbeitslose gezählt, 175 (-13,6 Prozent) weniger als im April. Zum Vorjahr waren es 212 Personen (-16 Prozent) weniger. Im Rechtskreis SGB II – in Betreuung des Jobcenters Saalfeld-Rudolstadt – waren im Mai 2.739 Personen arbeitslos gemeldet, das waren
72 Personen (-2,6 Prozent) weniger als vier Wochen zuvor und 366 Personen (-11,8 Prozent) weniger als im Vorjahr.
Im Landkreis wurden 4.583 Bedarfsgemeinschaften gezählt, 458 weniger als vor einem Jahr. 5.639 Personen bezogen Arbeitslosengeld II, damit blieb die Zahl deutlich unter dem Vorjahresniveau (-623 Personen, -9,9 Prozent).
Regionale Unternehmen und Einrichtungen meldeten der Agentur für Arbeit 351 Stellen zur Besetzung, 94 mehr als im Vorjahr. Damit beläuft sich der Stellenbestand der Arbeitsagentur aktuell auf 969 freie Stellen.
Jobs 2016 Mai

Bambi hatte oftmals Pech

RehleinMindestens acht Wildunfälle gab es seit dem gestrigen Abend im Bereich der Landespolizeiinspektion Saalfeld Polizei. An den beteiligten Fahrzeugen entstanden Sachschäden in Höhe von ca. 8.000 Euro. Die meisten Tiere überlebten die Unfälle nicht.
Auf der Landstraße bei Nahwinden stieß ein Auto mit drei Rehen zusammen. Das Muttertier blieb im Frontbereich des Opel Corsa stecken und verendete. Auch die beiden Kitze überlebten den Unfall nicht.
Kurz nach 05:00 Uhr krachte es heute zwischen Beutelsdorf und Uhlstädt. Ein Reh war in den VW Fox einer 46-jährigen Fahrerin gerannt. Durch einen Jagdpächter wurde das verendete Tier vor Ort übernommen.
1.000 Euro Schaden entstanden heute kurz nach 4 Uhr auf der B 281 am Ortsausgang von Neuhaus am Rennweg. Ein Ford kollidierte mit einem Reh, das aber noch flüchten konnte.
Kurz nach dem Ortsausgang Saalfeld konnte heute Morgen auf der B 281 ein 39-Jähriger sein Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig stoppen und stieß mit einem Reh zusammen, dass eben über die Straße rannte. Bambi überlebte den Unfall nicht.

Tasmanien traf Thüringen

Am Samstag begrüßte der Rudolstädter Bürgermeister Jörg Reichl die rotarischen Gastgeber und die australischen Gäste im Rathaus. Foto: Madlen Engel
Am Samstag begrüßte der Rudolstädter Bürgermeister Jörg Reichl die rotarischen Gastgeber und die australischen Gäste im Rathaus. Foto: Madlen Engel
Es war eine Premiere: Seit vergangenem Donnerstag besuchten vier junge Australier den Landkreis. Alle sind Fachkräfte im australischen Gesundheitssystems und erlebten bis heute unter anderem, wie demente Menschen betreut und gepflegt werden. An diesem internationalen Austauschprogramm sind die Rotary Clubs aus Saalfeld und Rudolstadt maßgeblich beteiligt.
Die jungen Pfleger aus Tasmanien arbeiteten sowohl bei der AWO Saalfeld als auch in der Thüringen Klinik einen Tag lang aktiv mit. Bevor das Quartett in vier Wochen seine Rückreise nach Australien antritt, geht es noch nach Erfurt, Berlin, Weimar, Arnstadt und Würzburg.
Das kurze Resümee der jungen Australier am heutigen Nachmittag: „Es war in der Kürze der Zeit viel mehr als nur Fachsimpeln! Mächtig beeindruckt hat uns die Heidecksburg – insbesondere die Miniaturen. Aber auch eine Milchtankstelle war Neuland. Jetzt sind wir nach praktischen Erfahrungen gespannt darauf, uns in Erfurt zur Gesundheitspolitik zu informieren. Die in der ‚grünen Mitte‘ bei der AWO praktizierte Tagespflege war eine interessante Erfahrung.“
Hier schreibt das Quartet aus Downunder bei Facebook.
AWO 1

Lengefeld-Denkmal in Reschwitz eingeweiht

Die in Gründung befindliche Carl Christoph von Lengefeld-Stiftung hatte am vergangenen Samstag zu einem Familienwandertag eingeladen, um Lengefeld auch an dem Ort, an dem er seine Jugend verbrachte, zu würdigen. Zum 300. Geburtstag stand der Rudolstädter Forstmann Carl Christoph von Lengefeld bereits im vergangenen Jahr in Rudolstadt im Mittelpunkt einer Wiederentdeckung. Unter Geleit von Herzog Johann Ernst alias Lothar Bock wurde zum Auftakt der Wanderung am Ortsausgang von Reschwitz an der Ehrlichswiese das Lengefeld-Denkmal eingeweiht.
Die Initiative war von Roland Beyer ausgegangen, der mit Unterstützung der Leader-Aktionsgruppe und des Forstes ein Naturdenkmal initiiert hat, das dem Rudolstädter Wegbereiter der Forstwirtschaft angemessen ist. An den Enden einer dreieckigen Fläche symbolisieren Tanne, Fichte und Kienbaum das Lebenswerk Lengefelds, der bisher eher als „posthumer“ Schwiegervater Schillers bekannt war. Barocke Sitzbänke wurden in Dresden gefertigt. Der Lositzer Hubert Schünzel war am Bau des Denkmals maßgeblich beteiligt.
Tanne, Fichte und Kienbaum spielten zuvor schon in der Reschwitzer Kirche die Hauptrolle – in einer Mischung aus Andacht, Lesung und Konzert gestalteten Pastorin Ina Winter, Ines Hommann und die beiden Musikschullehrerinnen Claudia Firl und Mirella Prekup eine besinnliche Stunde rund um Lengefelds Erkenntnisse über die heimischen Nadelwälder. Vor der Kirche und am Denkmal sorgte die Jagdhornbläsergruppe Mägdesprung aus Langenorla für forstlich stimmungsvolle Musik.
Am Lengefeld-Denkmal lenkten schließlich Ex-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (Präsidentin des Thüringer Wanderverbandes) und der Schwarzburger Prof. em. Helmut Witticke, der derzeit wohl beste Lengefeld-Experte, den Blick auf die Verdienste des Forstmannes. Trotz schwerster Behinderung seit seinem 29. Lebensjahr durch eine Lähmung in Arm und Bein blieb er ein Leben lang als Oberforstmeister, Gutachter und Forstwissenschaftler tätig und lieferte die Grundlagen für die moderne Forstwirtschaft. Dass ihn Friedrich der Große als Preußischen Landforstmeister zu gewinnen suchte – wenn auch vergeblich – zeigt seinen großartigen Ruf schon bei den Zeitgenossen.
Mit der Wanderung wurde noch eine weitere wichtige Persönlichkeit geehrt – der 2014 verstorbene Imker Günter Beyer, Initiator des Bienenlehrpfades. An ihn erinnert jetzt ein Gedenkstein neben dem kleinen Bienenhaus.

Foto: LRA / Martin Modes

Bundeswehr-Reservisten im Saalfelder Schloss

Das Landeskommando Thüringen der Bundeswehr führte am vergangenen Wochenende seine diesjährige Jahrestagung in Saalfeld durch. Oberstleutnant der Reserve Stefan Wolf, beruflich im Landesrechnungshof in Rudolstadt tätig, löst den bisherigen Leiter Frank Richter ab. Als Stellvertreter fungiert weiterhin Oberstleutnant d. R. Matthias Schmidt vom DRK-Kreisverband in Rudolstadt. Die Vereidigung nahm der Leiter des Landesverbindungskommandos, Oberst Norbert Reinelt, zum Abschluss der Sitzung im Hotel Tanne vor.

 Hauptfeldwebel Michel Ring, Oberstleutnant d. R. Stefan Wolf, Oberst Norbert Reinelt (von links)
Hauptfeldwebel Michel Ring, Oberstleutnant d. R. Stefan Wolf, Oberst Norbert Reinelt (von links)
Im Auftrag des Landrats hatte zuvor Kreisbrandinspektor Frank Thomzyk die Strukturen im Katastrophenschutz und bei den Feuerwehren vorgestellt. Zum Abschluss des Tages stand eine Besichtigung des Saalfelder Schlosses an. Martin Modes vom Presse- und Kulturamt führte die etwa 40 Offiziere und Unteroffiziere durch die repräsentativen Bereiche des ehemaligen herzoglichen Schlosses. Mit einem Augenzwinkern erläuterte er, warum das Saalfelder Schloss, im Auftrag von Herzog Johann Ernst erbaut, sich als „Wiege der europäischen Dynastien“ bezeichnen darf.
Die Schlossführung fand als Ergänzung zur Ausstellung im Saalfelder Stadtmuseum „Von Saalfeld nach Windsor“ statt – eine weitere öffentliche Führung wird es am 15. Juni 2016 um 16 Uhr geben.

Fotos: LRA / Martin Modes – Bundeswehr

Kinder- und Hoffest auf Reiterhof Fröbitz

Bereits zum siebten Mal in Folge bewies der Reiterhof in Fröbitz, dass die besten Feste im Landkreis privat initiiert sind. Rund 650 Gäste – vor allem Familien mit Kindern – konnten die Veranstalter im Laufe des Nachmittags begrüßen. Hoch im Kurs stand das Kinderreiten. Fürs leibliche Wohl sorgten selbstgebackene Waffeln, Bratwürste vom Rost sowie Pizza und Zwiebelkuchen aus dem Steinofen. Auch ein Innenminister a. D. und eine Landtagsabgeordnete fanden mit ihren Kindern den Weg auf den Reiterhof. fr hüpfburgfr kidsfr 3fr 1FR DJfr kids lkuftballonFR 9

Scheinheilige & Sozi-Pippi

An einem sieben Meter langen Flüchtlingsboot, das als Altar diente, hat der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki am Donnerstag die Fronleichnamsmesse gefeiert. „Ich bin überzeugt, heute säße Jesus in dem Flüchtlingsboot“, sabbert der Scheinheilige. Nicht wenige Menschen werden laut, die davon überzeugt sind, dass Woelki ins Tollhaus und nicht in den Dom gehört. Der „Bullshit der Woche“ geht an einen Kardinal, dessen Scheinheiligsprechung überfällig ist.

Einen Schritt weiter als Woelki geht ein Hamburger Evangele. Trauerfeier für eine IS-Ratte.

Spenden von Vermögenden sind Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ein Dorn im Auge. Statt dessen möchte sie – die noch nie einen Tag wirklich gearbeitet hat – „Reichtum besteuern, so dass der Staat über die Verteilung entscheiden kann“. Leistungsträger sollen also Nichtleistern und Nichtskönnern ihr Geld anvertrauen? Verkehrte Welt der Andrea Nahles. Pippi Langstrumpf lässt grüßen.

Deutsche sollen die Herkunft ihres Vermögens nachweisen, fordern führende Sozis. Das allein taugt zum „Bullshit des Jahres“. Politische Tiefflieger sind nicht in der Lage, kriminelle arabische und sonstige Clans zur Räson zu bringen, möchten aber brave Bürger drangsalieren?

Der Bullshit mit roten Fähnchen geht in dieser Woche an den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke). Ramelow sei offenbar bereit, die Anwendung geltender Gesetze zur Disposition zu stellen, kritisiert Sozi Carsten Schneider. CDU-Cheffe Mike Mohring: „Flüchtlingsschutz bedeutet für Bodo Ramelow vor allem gewollte Masseneinwanderung.“

Der Bundes-Gauck machte auf dem Katholikentag „Dödel“ zum sprachlichen Allgemeingut. Da ist noch Luft nach oben …

Andreas Kühn

Cordobang: Feuerwehren im fairen Wettstreit

Die zu Bad Blankenburg gehörenden Feierwehren Feuerwehren aus sieben Ortsteilen wetteiferten heute am Nachmittag in Cordobang im fairen Wettstreit um den diesjährigen Pokal. Letztendlich standen die „Bergdörfer“ am besten da: Es siegte die Wehr aus Böhlscheiben, die Floriansjünger aus Fröbitz landeten auf Platz drei, die Cordobanger auf Rang fünf. Neben Bratwurst und Rostbrätel vom Rost gab es zur Stärkung aus dem Backofen Grillhaxe und Pizza sowie leckeren selbstgebackenen Kuchen. Gelöscht wurde reichlich. Co 5Co 2Co 320160528_153013_HDR20160528_180116_HDRCo gruppeCo 6Co 12Co 7Co 8Co 9

Kontroverse Thüringer Reaktionen auf Integrationsgesetz

Die Thüringer Arbeitsministerin Heike Werner (LINKE) sieht in den geplanten Erleichterungen für die Berufsausbildung von Flüchtlingen den richtigen Weg: „Eine Berufsausbildung ist die beste Grundlage für eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt und damit auch in die Gesellschaft.“

Thüringen hatte bereits im Rahmen der Arbeits- und Sozialministerkonferenz im vergangenen Jahr die „3 plus 2“-Regelung gefordert. Sie sieht vor, Flüchtlingen für die dreijährige Zeit ihrer Berufsausbildung sowie einer anschließenden zweijährigen Beschäftigung Aufenthaltsrecht zu gewähren. „Das schafft die nötige Sicherheit für die Geflüchteten und die ausbildenden Unternehmen“, so Werner. Auch der Wegfall der Altersgrenze für eine Ausbildung sieht Werner als Schritt in die richtige Richtung.

Kritik übt Werner an der schnellen Öffnung der Leiharbeit für Asylbewerber. „Leiharbeit ist nicht die Brücke in reguläre Beschäftigung, als die sie gerne verkauft wird. Sie wird von nicht wenigen Unternehmen als Instrument zum Lohndumping missbraucht. Darunter leiden schon jetzt hunderttausende Beschäftigte. In diese Sackgasse jetzt auch geflüchtete Menschen zu schicken, ist einfach falsch“, stellt Werner fest.

Bei der geplanten Förderung von bis zu 100.000 Arbeitsgelegenheiten kommt es nach Auffassung von Werner auf die Konditionen an. „Wenn die Arbeitsaufnahme freiwillig geschieht und die Arbeit sinnvoll ist, dann begrüße ich das. Integration lässt sich nicht anordnen. Die Flüchtlinge brauchen ein Angebot und die Gesellschaft profitiert davon, wenn die Flüchtlinge eine Tätigkeit ausüben, die zum Gemeinwohl beiträgt.“ Werner wies zudem darauf hin, dass die Arbeitsgelegenheiten so ausgelegt sein müssen, dass sie den Übergang in Ausbildung und Beschäftigung nicht verstellen, da nur diese für eine nachhaltige Integration sorgen. „Die Arbeitsförderung kann nur eine Hilfestellung für die Integration in den Arbeitsmarkt sein, sie ist kein Selbstzweck“, so Werner.

Das gestern von der Bundesregierung verabschiedete Integrationsgesetz ist ein wichtiger Schritt zur Integration von Menschen, die einen Anspruch haben für längere Zeit in Deutschland zu leben. Das hat der migrations- und integrationspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christian Herrgott, in Erfurt erklärt. Er forderte die rot-rot-grüne Landesregierung auf, das Gesetz im Bundesrat mitzutragen. Thüringen hatte am 22. April 2016 in einer Protokollerklärung Bedenken vorgetragen. Nach Ansicht des Unionspolitikers „wird das Maßnahmenpaket nur greifen, wenn die Zahl der Flüchtlinge begrenzt bleibt und sich die Szenen des vergangenen Jahres nicht wiederholen“.

Nach Meinung Herrgotts, „gelingt es der Bundesregierung zunehmend besser, nach innen und außen zu vermitteln, wie Flüchtlingsschutz, Integration und die Wahrung nationaler Interessen unter einen Hut gebracht werden können“. Durch die Asylpakete seien Anreize abgeschwächt worden, die Deutschland zum bevorzugten Zielland machten und damit die Suche nach einer fairen europäischen Lösung erschwerten. Auch die EU habe mit dem Türkeiabkommen verdeutlicht, dass es keinen ungehinderten und ungeregelten Zugang zur EU geben könne. Der CDU-Abgeordnete begrüßte ausdrücklich, dass mit dem nun folgenden Integrationsgesetz die Sprach- und Wertevermittlung und die Integration in das Bildungs- und Ausbildungssystem und den Arbeitsmarkt gezielt gefördert werden. „Die Kombination fördernder und fordernder Maßnahmen ist richtig“, unterstrich Herrgott.

Der Migrations- und Integrationspolitiker forderte Thüringens Linkskoalition auf, sich im Gleichklang mit der Bundespolitik zu bewegen. „Es ist befremdlich, wenn Kabinettsmitglieder bis hin zum Ministerpräsidenten wiederholt mit der Forderung nach mehr Flüchtlingen an die Öffentlichkeit gehen. Die Integration kostet viel Kraft und Geld, und ihr Gelingen ist auch eine Frage der Zahl“, sagte Herrgott. Kein Verständnis hat der Abgeordnete für die am 22. April 2016 abgegebene Protokollerklärung zum Integrationsgesetz. Darin hatte Rot-Rot-Grün so genannte repressive Maßnahmen genauso abgelehnt wie die Unterscheidung zwischen Menschen mit guter und schlechter Bleibeperspektive bei der Teilhabe an Integrationsmaßnahmen.

Der asylpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Stefan Möller, kritisiert, dass vom Bundeskabinett beschlossene Integrationsgesetz als weiteren Irrweg der Bundesregierung bei der Vermischung von Zuwanderungs- und Asylpolitik: „Asylbewerber mit schlechter Bleibeperspektive sowie Geduldete sollten nicht in den Arbeitsmarkt integriert, sondern im verstärkten Maße zur Ausreise motiviert werden. Insbesondere mit Blick auf die große Zahl der lediglich geduldeten, abgelehnten Asylbewerber ist nicht zu erkennen, dass die Bundesregierung irgendwelche Pläne zur Verbesserung der Effizienz bei der Durchsetzung der Ausreisepflicht verfolgt. Sie hat insofern aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt.“

Die Aufhebung der Vorrangprüfung für drei Jahre lehnt Möller als weiteren Anreiz für die illegale Einwanderung von Wirtschaftsmigranten ab. Möller weiter: „Es stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, wozu es überhaupt noch relativ hohe Hürden für qualifizierte Zuwanderung gibt, wenn diese auf illegalem Weg ohne größere Probleme umgangen werden können. Angesichts des nach wie vor hohen Zuwanderungsdrucks aus dem islamisch geprägten Nordafrika und dem arabischen Raum kann diese Maßnahme der Bundesregierung die Probleme mit der illegalen Zuwanderung in unserem Land nur verschärfen.“ Ein weiterer Fehlanreiz sei auf den Weg gebracht worden. Die Aufgabenverteilung in der EU bleibe damit im Wesentlichen dieselbe wie im letzten Jahr. „Während die osteuropäischen Partner versuchen, die illegale Zuwanderung durch geeignete Maßnahmen wie Grenzsicherungen zu bekämpfen, senden Merkel und Gabriel weitere Lockrufe und motivieren potentielle Zuwanderer aus Afrika dazu, ihr Glück in Deutschland zu finden.“

Wenn der Azubi nicht übernommen wird

Nach der Ausbildung vom Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden, ist der Idealfall. Doch was tun, wenn die Übernahme nicht fest steht? Dann sollten sich auslernende Azubis rechtzeitig arbeitsuchend melden – am besten online.

Für Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis oder außerbetriebliches Ausbildungsverhältnis endet, ist es gesetzlich geregelt: Sie müssen sich drei Monate vor dem Auslaufen des Vertrages arbeitsuchend melden. Anders ist es bei Absolventen einer betrieblichen Ausbildung: Hier gibt es keine gesetzliche Vorschrift. „Für den Fall, dass es nach der Ausbildung nicht weitergeht, sollte man sich nicht scheuen, die Angebote der Arbeitsagentur zu nutzen. Arbeitslosigkeit kann durchaus vermieden werden, wenn man sich frühzeitig arbeitsuchend meldet“, sagt Birgit Becker, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Jena. Die Arbeitsvermittler nehmen das Bewerberprofil auf, beraten zum Arbeitsmarkt und können auch finanziell durch die Übernahme von Bewerbungskosten etc. unterstützen. Für Absolventen, die ein Studium planen oder ins Ausland gehen wollen, bieten sie individuelle Beratung an.

Die Meldung kann telefonisch, persönlich, schriftlich oder auch online erfolgen. Dabei können bei der Online-Arbeitsuchend-Meldung Azubis von Zuhause aus unabhängig von Öffnungszeiten gleich ihre Daten und ihren Lebenslauf eingeben. Das bietet Transparenz über die eigenen Daten, Sicherheit und eine schnellere Vermittlung, da sofort passgenaue Stellen gefunden werden können.

Starke Umsätze der Thüringer Industrie

Die Thüringer Industriebetriebe mit 50 und mehr Beschäftigten erzielten nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik von Januar bis März 2016 einen Umsatz in Höhe von 7,2 Milliarden Euro. „Umsätze über 500 Millionen Euro erreichten folgende Wirtschaftszweige: Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit 1.273 Millionen Euro, Herstellung von Metallerzeugnissen mit 857 Millionen Euro, Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln mit 731 Millionen Euro, Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen mit 666 Millionen Euro, Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren mit 659 Millionen Euro sowie der Maschinenbau mit 620 Millionen Euro Umsatz“, so der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, Günter Krombholz, weiter.
Die Auslandsumsätze lagen von Januar bis März 2016 bei 2,4 Milliarden Euro. Die Wirtschaftszweige mit Auslandsumsätzen über 200 Millionen Euro waren die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit 425 Millionen Euro, die Hersteller von Metallerzeugnissen mit 257 Millionen Euro, die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen und der Maschinenbau mit jeweils 253 Millionen Euro sowie die Hersteller von Gummi und Kunststoffwaren mit 246 Millionen Euro.
Im Monatsdurchschnitt des ersten Vierteljahres 2016 arbeiteten rund 141.000 Personen in den Thüringer Industriebetrieben mit mehr als 50 Beschäftigten. Im Vergleich zum 1. Quartal 2015 war das ein Zuwachs von 1.966 Personen.

Nicht jeder Vollpfosten ist aus Holz

Würde eine Liste erstellt, mit welch abstrusen Plänen sich Rot-Rot-Grün an Land- und Forstwirtschaft im Freistaat versündigen will – sie wäre sehr lang. Insbesondere die grüne Umweltministerin geht mit schlechtem Beispiel voran. Beispielhaft für die Absurditäten aus ihrem seien Filter gegen die Geruchsbelästigung in Schweinemastanlagen und das Düngeverbot an Flussläufen (an den Uferstreifen jeweils zehn Meter) genannt. Die Forderung nach klimatisierten Rinderställen würde derzeit nicht mehr verwundern. Dass sich ausgerechnet eine Grüne für noch mehr energiepolitisch unsinnige Vogelschredder im grünen Herzen einsetzt, passt dazu.
Den Unterschied zwischen einer Rückegasse zum Fällen von Bäumen (maximal vier Meter breit und temporär) und einer immerwährenden Schneise (Breite von bis zu 10 Metern und Zuwege mit circa einem Meter Schotter in der Tiefe) zu einem Windrad erschließt sich Befürwortern von heißer grüner Luft intellektuell wohl eher nicht. Ländlichen Raum zu verstehen ist anscheinend nicht leicht, wenn man wohlstandverwahrlost und fern der Natur in der Stadt aufgewachsen ist, aber „Ökologie“ von quer nach Slalom buchstabieren kann.
Rot-Rot-Grün ist derzeit in voller Fahrt, wenn es darum geht, aus dem grünen Herzen ein grünes Tollhaus zu machen. Die “Ökologisierung der Jagd” und die Abschaffung der Brenntage sind dabei nur die Spitze eines gewaltigen Eisbergs.
Lustig wird es dabei gelegentlich auch. So ist ein “Naturschützer” aus einer Großstadt der Meinung, Wildsschweine richteten schon deshalb keine größeren Schäden an, weil sie Winterschlaf hielten. Noch ein Lacher gefällig? Bitteschön:
Geht es nach grünen Ideologen, sollen künftig nur Arten bejagt werden, die nach dem Erlegen auch sinnvoll genutzt werden, hauptsächlich zur Fleischverwertung. Der Wolf ist ausdrücklich von der Jagd ausgenommen. Ich kann mich gut daran erinnern, dass Spitzenköche dieser Welt diverses Wildfleisch blind verkosteten. Am besten schmeckte ihnen? Wolf! Was nun?
Etwas Gutes ist diversen Plänen dennoch abzugewinnen: Es bleiben mehr Bäume im Thüringer Wald stehen. Vollpfosten sind nicht immer aus Holz.
Andreas Kühn

Zum Beitrag „Ökologischer Schuss ins Eingemachte“.