2.255 Einwohner weniger – Negativer Wanderungssaldo in Thüringen im Jahr 2016

Nachdem im Jahr 2015 vor allem die hohe Zahl an Zuzügen aus dem Ausland für einen deutlichen Wanderungsgewinn in Thüringen gesorgt hat, rutschte der Wanderungssaldo im Jahr 2016 ins Negative. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, kamen 2016 per Saldo 2 255 Menschen weniger nach Thüringen, als gleichzeitig fortzogen. Den 56 768 Zuzügen standen 59 023 Fortzüge gegenüber. 2015 wurden 71 835 Zuzüge und 47 202 Fortzüge registriert. Bei den Zuzügen ergibt das einen Rückgang um 15 067 Menschen (-21,0 Prozent) und bei den Fortzügen ein Plus von 11 821 Menschen (+25,0 Prozent) zum Vorjahresergebnis.

Deutliche Unterschiede in der Wanderungsbilanz gibt es bei den Wanderungen innerhalb Deutschlands und den Wanderungen von und in das Ausland. Während Thüringen gegenüber den anderen Bundesländern im Jahr 2016 einen negativen Wanderungssaldo aufwies, konnte aus dem Ausland im gleichen Zeitraum ein Wanderungsgewinn verbucht werden, auch wenn dieser nicht mehr so hoch ausfiel wie im Jahr 2015.

Wanderungsbilanz innerhalb Deutschlands: Im Jahr 2016 verlor Thüringen durch Wanderungen gegenüber den 15 anderen Bundesländern per Saldo 7 724 Einwohner. Das sind 2 031 Menschen mehr als 2015, als Thüringen innerhalb Deutschlands eine Nettoabwanderung von 5 693 Menschen verzeichnete. Der Wanderungsverlust gegenüber den anderen Bundesländern resultierte 2016 aus 29 260 Zuzügen und 36 984 Fortzügen. Im Jahr 2015 zogen 28 506 Menschen zu, während 34 199 Menschen fortzogen. Thüringen wies 2016 in alle Bundesländer per Saldo Wanderverluste auf. Die größten Nettoverluste musste Thüringen gegenüber Sachsen mit 1 990 Menschen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (-1 894 Menschen) und Berlin (-782 Menschen) registrieren.

Ausgewählte Merkmale und Zahlen der Wanderungsstatistik 2016 in Thüringen
Wanderungsbilanz gegenüber dem Ausland: Im Jahr 2016 zählten die Statistiker 27 508 Zuzüge aus dem Ausland. Ein Jahr zuvor kamen 43 329 Menschen aus dem Ausland nach Thüringen. Dies entspricht einem Minus von 15 821 Zuzügen zum Vorjahr (-36,5 Prozent). Den Zuzügen 2016 standen 22 039 Fortzüge in das Ausland gegenüber. 2015 waren es 13 003 Fortzüge, was im Vergleich einem Anstieg von 9 036 Fortzügen entspricht (+69,5 Prozent). Das ergibt für das Jahr 2016 einen Nettowanderungsgewinn von 5 469 Menschen gegenüber dem Ausland (2015: 30 326 Menschen). Der Nettowanderungsgewinn aus dem Ausland sank somit um 24 857 Menschen.

Die höchsten Nettowanderungsgewinne gegenüber dem Ausland verzeichnete Thüringen aus Syrien (3 304 Menschen; 2015: 11 640 Menschen), aus Afghanistan (1 624 Menschen; 2015: 4 886 Menschen) und aus Polen (1 213 Menschen; 2015: 1 939 Menschen). Die größten Nettowanderungsverluste gab es 2016 gegenüber Albanien (-721 Menschen; 2015: 1 252 Menschen), Serbien (-626 Menschen; 2015: -38 Menschen) und der Republik Kosovo (-525 Menschen; 2015: 686 Menschen).