WerteUnion beschließt das „Konservative Manifest“

Allgemein, Ansichten, Debatte

Gut 120 Mitglieder der WerteUnion – aus Platzgründen mussten viele leider abgewiesen werden – verabschiedeten am Wochenende bei ihrer Tagung in Schwetzingen einstimmig das Konservative Manifest. Dieses soll als Diskussionsgrundlage in die bald beginnende Debatte in der CDU um ein neues Grundsatzprogramm eingebracht werden. Der Landesverband Thüringen war an der Beratung maßgeblich beteiligt.

Die WerteUnion ist jetzt genau ein Jahr alt. Ihre Mitgliederzahl ist längst vierstellig, der Zulauf weiterhin stark. Sie ist ein Dachverband für konservative Arbeitskreise, die in der CDU in den letzten Jahren bundesweit, auch in Thüringen, entstanden sind und die für eine inhaltliche und personelle Erneuerung in der CDU eintreten. Das Konservative Manifest steht für einen gesunden Patriotismus, die Rückkehr zum klassischen Familienbild, das Lebensrecht des ungeborenen Kindes und den Schutz der Staatsgrenzen. Die WerteUnion bekennt sich zu Leistung und Engagement und fordert zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Islam auf.

Führende Vertreter der CDU sprachen der WerteUnion in Schwetzingen Mut zu: der Generalsekretär der Baden-Württembergischen CDU Manuel Hagel ließ sich nicht nehmen, in einem fulminanten Vortrag die WerteUnion einzuladen, sich in die Union einzubringen: „Sie gehören zur Mitte der CDU. Lasst uns gemeinsam streiten und uns für eine christdemokratische Lebenshaltung einsetzen“, appellierte er an die erschienenen Parteifreunde. Seine Tour de Raison begann immer wieder mit der Einleitung: „Wir Konservative“.

Noch deutlicher wurde der stv. Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag NRW Gregor Golland: „Wenn Sie sich nicht geändert haben, haben sich wohl die Koordinaten der CDU verschoben. Armin Laschet hat unrecht: das Konservative gehört auch zu unserem Markenkern.“ Und an uns WerteUnion gerichtet: „Sie sind kein Separatistenclub. Sie sind Mitte der Partei.“ Donnernder Beifall der Versammlung war ihm hierfür sicher. Genauso sehr wie über diese wohltuenden Worte freuten sich die Versammelten über ein Grußwort des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn an die WerteUnion. Wir sind uns einig, dass wir mit konservativer Politik „die AfD überflüssig machen“ wollen. „Dazu brauchen wir Kreise wie die WerteUnion, und die Besinnung auf einen klugen Konservatismus, der zugleich liberal ist, weil er Unterschiede nicht nur akzeptiert, sondern begrüßt.“

Angela Wanner
Die Versammlung wählte die stellvertretende Sprecherin der WerteUnion Thüringen Angela Wanner aus Hildburghausen mit großer Mehrheit und trotz starker Mitbewerber in den Bundesvorstand der WerteUnion. Die selbständige Nageldesignerin mit Boxtrainerlizenz kündigte an, künftig in Thüringen noch stärker Mitglieder für die WerteUnion werben zu wollen, denn: „viele können sich im persönlichen Gespräch zu 100% in unseren Forderungen wiederfinden, trauen sich aber noch nicht, uns beizutreten.“ Sie ist sich sicher: „Das wird sich ändern.“

Zu Presseveröffentlichungen des CDU-Vorsitzenden Mike Mohring, der „die Vertreter der WerteUnion“ auffordert, zu beachten, dass der Gegner „nicht im Kanzleramt, sondern in zahlreichen linken Landesregierungen“ stehe, bemerkt der Vorsitzende der Thüringer WerteUnion, der Gothaer Rechtsanwalt Christian Sitter: „Es ist immer besser, miteinander zu reden als übereinander, deshalb sollte die Thüringer CDU auf uns zugehen und uns einbinden. Bei Flüchtlingen wie bei innerparteilichen Diskussionen gilt: Kennenlernen baut Ängste ab.“ Die WerteUnion bringe sich selbstverständlich in die Arbeit der CDU ein.

Sitter weiter: „Wir sind alle langjährige CDU-Mitglieder, haben alle Funktionen in der CDU und arbeiten gut mit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schreibt uns, wir würden gebraucht und der Generalsekretär der Baden-Württembergischen CDU Manuel Hagel hat uns jüngst attestiert, ‚Mitte der Partei‘ zu sein. Wenn die Positionen der WerteUnion „im ureigensten Sinne zum Wertegerüst der CDU“ gehören, sollte es doch Ehrensache sein, mit uns direkt zu sprechen anstatt uns über die Presse zu belehren.“