Weniger als die Hälfte der Thüringer Erwerbstätigen arbeitet am Wohnort

Allgemein, Thüringen, Wirtschaft

Von den 1.053.000 Erwerbstätigen in Thüringen (Jahresdurchschnitt 2016) liegen für rund 98 Prozent bzw. 1.033.000 Menschen Angaben zum Pendlerverhalten vor. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, hatte weniger als die Hälfte von ihnen (48,5 Prozent) ihre Arbeitsstätte innerhalb ihrer Wohngemeinde des Hauptwohnsitzes. Die anderen pendelten entweder in eine andere Gemeinde des Freistaates (42,0 Prozent) oder über die Grenzen Thüringens hinaus. Der Anteil der Auspendler ist umso geringer, je größer die Wohnsitzgemeinde ist. Ab einer Gemeindegröße von 10 000 und mehr Einwohnern geht mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen ihrer Arbeit am Wohnort nach. Je größer die Gemeinde, umso kürzer sind in der Regel auch die Arbeitswege. Dies gilt jedoch nur bis zu einer bestimmt Gemeindegröße, da in großen Städten sowohl die Wege als auch die Zeiten für die Wege im Mittel etwas länger als in Kleinstädten sind. Fast die Hälfte der Erwerbstätigen gab an, zwischen zehn und 19 Minuten für die Hinfahrt zur Arbeit zu benötigen. Die Mehrzahl legt einen Weg von bis zu zehn Kilometer zurück.

Fast drei Viertel der Erwerbstätigen nutzten 2016 für den Arbeitsweg den PKW, Motorrad oder ähnliches, während nur sieben Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln fuhren. Hierbei lassen sich deutliche Differenzierungen zwischen unterschiedlichen Gemeindegrößen erkennen. In den Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern nutzt fast ein Fünftel (19,8 Prozent) der Erwerbstätigen öffentliche Verkehrsmittel und nur die Hälfte (50,4 Prozent) das Auto oder ähnliches, während in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern die PKW-Nutzung mit rund 80 Prozent dominiert.

Leichte Unterschiede hinsichtlich des Pendlerverhaltens bestehen auch zwischen Männern und Frauen. Letztere haben häufiger ihre Arbeitsstädte am Wohnort und damit auch kürzere Wege. Zudem gehen sie häufiger zu Fuß, nutzen häufiger den ÖPNV und seltener das Auto als männliche Erwerbstätige.