Was Pflegebedürftige und umA „wert“ sind

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Derzeit werden durch das Jugendamt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt 64 sogenannte umA (unbegleiteter minderjähriger Ausländer) betreut (Stand 15.12.2017). In der Spitze kostet ein umA pro Tag 222,59 Euro. Die Entgeltsätze beginnen bei 66,26 Euro pro Tag. Das macht dann nach Adam Ries per anno zwischen 24.184,90 Euro 81.245,35 Euro. Das geht aus dem Antwortschreiben des Landrats an ein Kreistagsmitglied hervor.

Ein Pflegebedürftiger mit dem höchsten Pflegegrad 5 kostet (Beispiel aus einem Saalfelder Pflegeheim) einen Tagessatz von 95,87 Euro. Macht per anno 34.992,55 Euro. Davon bezahlt der Pflegebedürftige von seiner Rente bzw. aus seinem Vermögen einen jährlichen Eigenanteil von 10.936,44 Euro.

PS: Es ist nicht bekannt, dass es jemals Polizeieinsätze in hiesigen Pflegeheimen wegen krimineller Pflegebedürftiger gegeben hat …

2 comments

  • Besagter Satz bezieht sich auf die Tatsachen in einem Saalfelder Pflegeheim, wohl wissen, dass es deutlich teuer sein kann. Die Sätze haben mit Sozialhilfe nichts zu tun!

  • Ich muss als betroffenere Familienangehöriger heftig den genannten Zahlen bzgl. Kosten beim Pflegegrad 5 widersprechen. Im Jahr 2017 habe ich für meinen Angehörigen in einem Saalfelder „Pflegeheim“ rd. 15.350 Euro (also ca. 1.300 Euro monatlich) als Eigenanteil zugezahlt. Insgesamt hat die Einrichtung ca. 39.400 Euro für 2017 erhalten. Vor der Einführung der Pflegegrade war es noch teurer. Das „Reförmchen“ hat gerade 1 Jahr gehalten. Und der alte Betrag ist bereits wieder ab 01/2018 erreicht, weil da die erste Erhöhung seit Einführung der Pflegegrade ansteht. An den dann stattfindenden Erhöhungen beteiligt sich im Gegensatz zu früher das System BRD (also die Pflegekassen – genehmigen es aber über die Köpfe der Betroffenen hinweg) nicht mehr!

    Im Vergleich zu anderen Einrichtungen in Saalfeld oder Rudolstadt kenne ich keine, die für den genannten geringen Betrag beim Pflegegrad 5 das anbietet. Ausnahme kann sein, wenn die Sozialämter die Kosten übernehmen müssen, wenn der Betroffene oder Angehörige nicht ausgeplündert werden kann.

    Als Betroffener und Angehöriger wird man definitiv enteignet, wenn der Bewohner „viele“ Jahre in einem Heim zubringen muss. Auch und gerade als Kind. Was die wenigsten nicht wissen, ist die Tatsache, dass das System BRD einen als Kind 10 Jahre rückwirkend (!) in Anspruch nehmen kann.

    Vom Pflegenotstand will ich erst gar nicht schreiben. Für maximal viel Geld gibts minimal fast gar nichts. Für rd. 90 Bewohner ZWEI Pflegekräfte in der Nacht! Usw. usf.

    Ich war immer ein entschiedener Gegner der Sterbehilfe. Wenn man aber jahrelang das Leiden und Grauen bei beinahe täglichen Besuchen miterleben muss, dann fängt man an umzudenken. Zuallererst ballt sich aber die Faust gegen das System in der Tasche, denn die Pflegekräfte leisten jeden Tag das maximal mögliche und darüber hinaus für ein absolutes Witzeinkommen.

    Gern hätte ich hier eine Rechnung gepostet, weil die Leute „draußen“ es nicht glauben wollen. Leider geht das nicht.

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