Thüringer WerteUnion: Markenkern der CDU wieder in den Mittelpunkt rücken

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Wenige Tage vor der Bundestagswahl, am 8. September 2017, gründeten 16 CDU-Mitglieder, vornehmlich aus Erfurt und Südthüringen, im Erfurter „Waldkasino“ den Landesverband Thüringen der WerteUnion – Freiheitlich-konservativer Aufbruch. Unter den Anwesenden waren zahlreiche ehemalige und aktive Mandatsträger der Thüringer CDU. Das SaaleJournal war exklusiv dabei.

Christian Sitter (Foto), Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei in Gotha, stellte den Verein vor. Insbesondere wies er darauf hin, dass die WerteUnion den Status einer Sonderorganisation der CDU anstrebe. Er selber wolle noch einen Schritt weiter gehen und strebe den Status einer Vereinigung an. Daher könne nur Mitglied sein, wer Mitglied der CDU oder jedenfalls einer Vereinigung (CDA, MIT, FU etc.), Sonderorganisation (RCDS, WR, CDL etc.) oder Fördermitglied der CSU sei.

Es folgte eine rege Diskussion über die gegenwärtige politische Lage. Einigkeit herrschte über Sitters Eingangsthese, dass die konservative Säule christdemokratischer Politik in der Politik der CDU nur noch unzureichend vorkomme und dies der Korrektur bedürfe. Sämtliche Teilnehmer waren in Sorge, dass der beklagte Linkstrend ihrer Partei im Ergebnis Wähler koste und dem Land nicht diene. Dies gilt auch für den Freistaat Thüringen. Die CDU dürfe ihr konservatives Stammklientel nicht zu Gunsten einer wechselhaften Laufkundschaft aufgeben, sondern müsse ihren einstigen Markenkern wieder in den Mittelpunkt stellen. Das betreffe alle Politikfelder.

Der Vorschlag zur Gründung des Landesverbandes wurde einstimmig angenommen. Die Wahl des Vorstands wird Mitte Oktober stattfinden. Christian Sitter wird nach dem einstimmigen Willen der Versammlung bis dahin als kommissarischer Sprecher fungieren.

Wie heute aus gut unterrichteten Gründer-Kreisen zu vernehmen war, wird die Forderung des Bundesvorsitzenden der WerteUnion Alexander Mitsch nachhaltig unterstützt, dass das schlechte Abschneiden der Unionsparteien zu weitreichenden personellen und inhaltlichen Konsequenzen führen müsse. Konkret gefordert wird die Trennung von Kanzleramt und Parteivorsitz sowie der Rücktritt von Generalsekretär Peter Tauber als einem der Hauptverantwortlichen für den Linksrutsch der CDU. Darüber hinaus sollte auf dem nächsten Parteitag der CDU der komplette Vorstand neu gewählt werden, hierbei ist eine deutliche Verjüngung des Vorstandes anzustreben, heißt es weiter.

Dem neuen Vorstand sollten insbesondere Personen angehören, die in der Lage sind, konservative und wirtschaftsliberale Wähler für die CDU zurückzugewinnen. Dem neuen CDU geführten Bundeskabinett sollten keine Minister mehr angehören, die durch ihre negative Außenwirkung maßgebliche Verantwortung für das schlechte Wahlergebnis tragen. Dies gilt im besonderen Maße für Ursula von der Leyen sowie Peter Altmaier. Grundvoraussetzung für den Abschluss eines Koalitionsvertrages durch CDU und CSU muss eine rigide Migrationspolitik, die weitere Aussetzung des Familiennachzugs und die konsequente Rückführung abgelehnter Asylbewerber sein.

Weiterführender Link: Position der WerteUnion zur Zuwanderung

Kommentar: Merkel muss weg

Die schlimmsten Befürchtungen konservativer Christdemokraten wurden wahr: Das Wahlergebnis vom vergangenen Sonntag zeigt sehr schmerzhaft auf, wie falsch der Verzicht auf konservative Inhalte im CDU-Wahlprogramm war. Um den hierdurch entstandenen Schaden schnellstmöglich revidieren zu können, bedarf es einer klaren inhaltlichen Neuausrichtung der Union zurück zu ihren Wurzeln. Noch sagt es niemand öffentlich, aber der Ruf hinter vorgehaltener Hand ist unüberhörbar: Merkel muss weg. Mit der Kanzlerin ist kein Staat mehr zu machen, eine CDU mit einem erkennbaren Markenkern schon gar nicht.
Bereits vor Wochen machten zudem nicht wenige CDU-Mitglieder (auch Mandatsträger) deutlich, dass es bei einer Koalition mit den Grünen nur eine richtige, weil konsequente, Reaktion für sie geben könne: Den Parteiaustritt. Die Thüringer CDU-Granden sind gut beraten, den Schwelbrand in ihrem Parteikeller ernst zu nehmen. Sonst brennt ihnen schnell die bereits windschiefe Hütte nieder. Womöglich bis auf die Grundmauern.

Andreas Kühn

One thought on “Thüringer WerteUnion: Markenkern der CDU wieder in den Mittelpunkt rücken

  • Bitte erklären Sie einmal, was denn die Werte unserer Gesellschaft noch sind.die echte familie ist auf der Roten liste aussterbender arten.Unser Staatswesen mit Traditionen wie Nationalfeiertag,Staatsflagge, Sprache, Grenzen, regeln fürs Zusammenleben,innere und äußere sicherheit, das akzeptieren einer funktionierenden und in Traditionen lebendigen Armee, all das und noch viel mehr wurde die letzten 30 -40 jahre in die Tonne getreten. die Kirchen sind obsolet. Wer braucht einen religiösen Beistand in deutschland? Wird alles mit geld geregelt.In dieser gesellschaft gelten Wachstum , kapital,es geht nur ums Geschäft!!! wo sind die werte die Sie verteidigen??? ich bin in dieser gesellschaft mittendrin kann mich nicht ausklinken.

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