Saalfeld: Barocke Pracht mit echten Herzögen

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Zum Denkmaltag am vergangenen Sonntag sorgte ein bislang im Landkreis noch unbekannter Barockverein aus Berga/Elster für barocke Pracht im Saalfelder Schloss und in der Saalfelder Innenstadt. Vorübergehend hatten die Herzöge von Hohenberg Ruh ihr Vereinsdomizil nach Saalfeld ins dortige Schloss verlegt und hielten auch gleich noch Audienz.

Neben den Auftritten im Saalfelder Schloss erkundeten die Herzöge Volker von Hohenberg und Peter von Hohenberg, der in der Regel als Herzogin in barocken Kleidern auftritt, zusammen mit ihrem kleinen Hofstaat auch die Saalfelder Innenstadt. Jederzeit für ein Fotoshooting mit den Denkmaltagsbesuchern bereit, verblüfften sie die Fotografen zumeist. Denn mit der Antwort auf die meistgestellte Frage „Welche Hoheiten stellen Sie denn dar?“ hatte niemand gerechnet – die lautete schlicht „Mich selbst“. So verbindet Volker von Hohenberg seine adlige Herkunft mit der Begeisterung für das Barock – und ist damit Barockdarsteller von adliger Herkunft.

Mit ihren Auftritten bereicherten die Gäste aus Berga zunächst das Geschehen im herzoglichen Schloss. Dort kamen die ersten Besucher um 10 Uhr unvermutet zum Sektempfang an der Tafel der Herzöge und nachmittags ließen sich Besucher zur Audienz beim Herzogspaar verlocken. Mehrere hundert Denkmalinteressierte nutzen den Tag, um sich Kreisdenkmalpfleger Andreas Pischel oder Martin Modes vom Presse- und Kulturamt durch das Schloss führen zu lassen. Trotz der einstündigen Führungen reichte die Zeit gerade mal aus, um einen Bruchteil wichtiger Informationen über das Saalfelder Schloss als „Wiege der europäischen Dynastien“ zu vermitteln. Allerdings konnte erstmals druckfrisch der neue Schlossflyer ausgegeben werden, in dem die wichtigste dynastische Linie vom Saalfelder Herzog Johann Ernst ins englische Königshaus jetzt nachgelesen werden kann. Begeistert informierte eine aus Bulgarien stammende Touristin bei der Führung, dass die Coburger – und damit eigentlich die Saalfelder Herzöge – mit 35 von 38 Königsfamilien in Europa verwandt sind.

In Saalfeld traf man das herzogliche Gefolge am Sonntag flanierend in der Fußgängerzone an oder konnte ihnen in der Alten Post und im Loch begegnen, außerdem auch beim Abschlusskonzert in der Johanneskirche. Bereits am Vorabend hatten die Herzöge an der Vernissage in Saale-Galerie anlässlich der Ausstellung für Adelheid Eichhorn teilgenommen. Und sie gehörten zu den Zuhörern von Claudia Streitberger, die als diesjährigen Saalfelder Eröffnungsvortrag zum Denkmaltag im Saalfelder Stadtmuseum vor über 50 Zuhörern über den ersten Saalfelder Superintendenten Caspar Aquila berichtete.

Foto LRA Martin Modes