„Listenhunde sind entbehrlich“

Allgemein, Politik, Thüringen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hält die Rasseliste für gefährliche Hunde für entbehrlich, sagte er MDR Thüringen. „Jeder Hund kann neurotisch sein und deshalb beißen.“ Ramelow plädiert daher für die Konzentration auf den Wesenstest. Wenn ein Hund gefährlich werde, „gehöre er aus dem Verkehr gezogen“.
In der im Freistaat gültigen Rasseliste sind American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbull-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und deren Kreuzungen sowie Vierbeiner, bei denen im Einzelfall aufgrund ihres Verhaltens nach einem Wesenstest eine Gefahr festgestellt wurde. als gefährlich eingestuft. Für sie gilt eine Kastrationspflicht, die laut Ramelow “gar keinen Sinn“ mache und müsse aufgehoben werden. Das Zucht- und Einfuhrverbot sorge nicht für weniger Hundebisse. Stattdessen sollte sich jeder Hundehalter freiwillig ausbilden lassen und nachweisen, dass er mit seinem Tier umgehen könne.

Symbolfoto:  fotolia / hemlep
Symbolfoto: fotolia / hemlep

2014 waren im Freistaat rund 138.000 Hunde gemeldet, aktuell sind es ca.145.000. Darunter sind nru rund 750 sogenannte Listenhunde. In der Beiß-Statistik tauchen die häufigsten Hunde naturgemäß auch am häufigsten auf: Schäferhunde und Labradore.
Das „Kampfhunde-Gesetz“, offiziell „Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren“, ist von einer Arbeitsgruppe überprüft worden. Jetzt wird es überarbeitet. Der Entwurf soll laut Innenministerium in den nächsten Wochen vorgestellt werden. Schleswig-Holstein hat sein Kampfhundegesetz wieder abgeschafft, Niedersachsen hatte nie eines.
TV-Tipp: „Gefährliche Hunde? Bilanz der Rasselisten“. Heute (16. März), 20.45 Uhr im MDR