Nur Greiz holt mehr Geld von säumigen Unterhaltszahlern zurück als Saalfeld-Rudolstadt

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Kinder sollen nicht darunter leiden, dass nach einer Trennung der Eltern kein Unterhalt mehr gezahlt wird. Deshalb springt der Staat ein, wenn die Zahlungspflichtigen – in der Regel die Väter – ihrer Verpflichtung nicht nachkommen. Dann wird ein sogenannter Unterhaltsvorschuss durch das Jugendamt überwiesen. Gute 1,3 Millionen Euro zahlte das Amt im vergangenen Jahr für 743 betroffene Kinder im Landkreis.

Parallel dazu versucht das Jugendamt gemeinsam mit der Kreiskasse, das Geld der Steuerzahler von den säumigen Zahlern wieder einzutreiben. Rund ein Drittel, fast 450.000 Euro plus Zinsen, holten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sachgebietes Finanzielle Hilfen/Unterhalt im vergangenen Jahr wieder herein. Das ist der zweitbeste Wert in Thüringen, nur der Landkreis Greiz war noch erfolgreicher.

Die eingetriebenen Einnahmen im Verhältnis zu den Ausgaben werden auch als Rückgriffsquote bezeichnet. Spitzenreiter Greiz konnte 34,65 Prozent wieder eintreiben, Saalfeld-Rudolstadt 33,57 Prozent. Dazu kommen noch Zinsen in Höhe von knapp 50.000 Euro, so dass insgesamt beinahe eine halbe Million Euro wieder zurückgeholt wurde. Die Rückgriffsquote schwankt zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten erheblich. Während die Spitzenreiter rund ein Drittel wieder eintreiben, bringen es andere Gebietskörperschaften nur auf ein Fünftel oder weniger.

„Ausschlaggebend für dieses Ergebnis ist die ausgezeichnete Zusammenarbeit von engagierten Mitarbeitern des Jugendamtes und der Kreiskasse“, sagt Marko Abicht der zuständige Sachgebietsleiter im Jugendamt.

Dabei ist das Jugendamt des Landkreises personell nicht besser ausgestattet als andere. Im Stellenplanvergleich mit sechs anderen Landkreisen liegt Saalfeld-Rudolstadt genau in der Mitte. Drei Landkreise erledigen die Aufgabe mit weniger Personal, drei mit mehr. „Das zeigt, dass hier eine gute und effiziente Arbeit geleistet wird“, so Landrat Marko Wolfram.