Nichts wird bleiben wie es war

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Die Wahllokale haben seit wenigen Minuten geschlossen. Die Prognosen sind da. Die Bundestagswahl 2017 ist beendet – und zugleich fällt endlich der Vorhang in einem langjährigen demokratiepolitischen Kasperletheater. Bis 2021 ist ausgeschlossen, dass das deutsche Parlament geschlossen abnickt, was Ewig-Kanzlerin Angela Merkel für richtig hält. Die Zeiten des Durchregierens sind vorbei, wie auch immer Regierung und Opposition aussehen werden. Der Bundestag hat zwei politische Parteien mehr als noch in der abgelaufenen Legislaturperiode.

Jetzt wird geerntet, was die nunmehr im Parlament vertretenen Parteien vier Jahre lang gesät haben. Niemand soll und darf sich über sein Wahlergebnis beschweren. Die Wähler sind sensibel genug, Worte und Taten auseinander zu halten. Sowohl AfD als auch FDP fällt die undankbare Aufgabe zu, als seriöse Korrektoren im bisherigen parteipolitischen Einheitsbrei zu wirken. Die Prozentzahlen der AfD sind Ausdruck dafür, dass immer mehr Menschen im Lande vom Glauben an die bisher Regierenden abgefallen sind. Der schwarze und rote Lack ist ab. Besonders zwischen Rügen und Erzgebirge haben die Wähler mit DDR-Erfahrung ein untrügliches Gespür dafür, wenn sie für dumm verkauft werden sollen. Die Beschimpfungen von Spitzenpolitikern als “Pack” haben gewirkt: Nur anders als diese es sich erhofft haben.

Niemand suhlte sich im Sumpf der Fehleinschätzungen so nachhaltig wie die grüne Spitzenkandidatin und nunmehrige Wahl-Loserin Katrin Göring-Eckardt. Noch drei Tage vor der Stimmauszählung verkündete sie im Zwangsgebühren-TV: “Wir schaffen locker zweistellig.” Ähnlich gravierende geistige Aussetzer hatte (wenngleich vor einigen Monaten) nur noch Ober-Sozi Martin Schulz: “Ich will Bundeskanzler werden.” Eine abgeschlossene Ausbildung hätte bei beiden dafür sorgen können, dass es mit dem Kleinen Einmaleins klappt. Jetzt müssen sie nachsitzen. Hoffentlich erteilen AfD und FDP ihnen heilsamen Nachhilfeunterricht.

Für einen Aufstand der Konservativen in der CDU gegen Merkel reichen zwei Ergebnisse wohl nicht aus: Die Union hat noch zu viele Stimmen, die AfD zu wenig. Was als Hoffnung bleibt: Die Bürgerlichkeit in Deutschland ist zurück. Rot-Rot-Grün ist nicht das, worauf der Michel setzt.

Rebecca Schmidt

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