Misslungene Kommunikation

Allgemein, Bullshit

kitas-sputnik-ruDas regionale Kommunikations-Desaster des Jahres lieferten in unheiliger Dreifaltigkeit das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt, der Kindergarten „Sputnik“ in Rudolstadt-Cumbach und die Agentur für Arbeit: Zu Wochenbeginn vor Weihnachten wurden die Eltern am frühen Morgen mit einem Aushang überrascht. Was dann folgte, hatten sich die Verantwortlichen für eine „Flüchtlings-Integrations-Maßnahme“ (FIM) wohl anders vorgestellt. Nicht nur bei den Erzieherinnen der Kita hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Viele Eltern liefen Sturm, Telefondrähte glühten, es rauschte im Äther.
So überraschend wie der Einsatz von vier Kopftuch tragenden „Helferinnen“ angekündigt wurde, so schnell wurde ein Rückzieher gemacht. „Bestimmte formale Voraussetzungen, um das Projekt durchzuführen“, waren urplötzlich nicht mehr gegeben, verlautete im Nachhinein kleinlaut.

Wieder einmal bestätigte sich die alte Volksweisheit: Das Gegenteil von gut gemacht, ist gut gemeint. Den vier Asylbewerberinnen wurde ein Bärendienst erwiesen. Der Integration sowieso. Ein Lehrbeispiel für misslungene Kommunikation!

koenigseeDer Fraktionsvorsitzende IWW Freie Wähler im Stadtrat Königsee-Rottenbach schrieb auf der Facebook-Seite der Wählervereinigung, was zu einem unsäglichen Plakat, das an der Bundesstraße 88 in Königsee prangt (das Gebäude mit dem „Gruß“ an die Kanzlerin ist inzwischen abgerissen), zu sagen ist: „Hilft der Inhalt des Plakates bei der Integration von Menschen in unserer Stadt? Wo ist der Bezug auf unsere Stadt? Unsere Stadt hat keine Grenze, die Menschen vor uns aufhält und es gibt keine Waffen, die in unserer Stadt hergestellt werden und diese verlässt.
Es ist ein reines politisches Statement, das eher Konfrontationen schafft und weniger den Flüchtlingen hilft. Es werden hier Ideologien auf den Rücken der Flüchtlinge ausgetragen und das ist einfach nur schade.“

Welche Menschen meinen die „Initiatoren“ eigentlich? Auch die nordafrikanischen Horden, die vor einem Jahr auf der Kölner Domplatte ihr Unwesen trieben? Den „freundlichen“ Trucker aus Tunesien, der erst in Mailand mit einer Pistolenkugel gestoppt werden konnte? Sollen weitere Vergewaltiger wie das angeblich minderjährige afghanische „Schätzchen“ in Freiburg weiterhin die Grenzen passieren? Die Liste wäre endlos verlängerbar. „Grenzen auf für Menschen“ ist ebenso dämlich wie „Ausländer raus“ – beide Parolen verallgemeinern unzulässig. Pauschalisierungen nützen niemandem. Und gelegentlich müssen Traumtänzer und Einfaltspinsel keine Grenzen passieren. Sie sind bereits da.

Andreas Kühn

2 comments

  • So schlecht finde ich die Erwiderung der IWW nicht. Sozusagen Bürgermeister Stein mit seinen Getreuen aus dem „linken Info Laden“ mit eigenen Mittel schlagen.

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