Landesforstanstalt stoppt Einführung kostenpflichtiger Umweltbildungsmaßnahmen für Kinder

Allgemein, Magazin, UmWelt

ThüringenForst, landesweit größter Anbieter waldbezogener Umweltbildungsmaßnahmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sieht Diskussionsbedarf zur finanziellen Inwertsetzung seiner vielfältigen Maßnahmen. So führt die Landesforstanstalt nicht nur jährlich Waldjugendspiele für knapp 9.000 Kinder und Jugendliche in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald durch, sondern unterhält auch Thüringens einzige Jugendwaldheime. Für die drei Standorte wurden in den letzten Jahren allein 3,5 Mio. Euro investiert. Mit der Einführung entgeltlicher Umweltbildungsmaßnahmen mittels Dienstanweisung zur Abmilderung des geforderten Personalabbaus lösten Thüringens Grünröcke einen gesellschaftspolitischen Diskussionsprozess um die künftige Finanzierung der Maßnahmen aus. Um diesen konstruktiv begleiten zu können, setzte ThüringenForst die gleichnamige Dienstanweisung für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche bis auf weiteres aus. Die Hauptsorge der Förster: Eine stete jährliche Bezuschussung gemeinwohlorientierter Aufgaben – wie etwa das waldpädagogische Engagement – aus den forstbetrieblichen Erträgen der Anstalt, ist aufgrund unsicherer Holzmarktentwicklung und steigender Lohnkosten keine belastbare alternative Finanzierungsgrundlage. So bliebe nur der Aufgaben- und Personalabbau insbesondere im hoheitlichen Bereich, um den 2012 von der Landesregierung beschlossenen Stellenabbau von 477 der 1.500 Stellen der Landesforstanstalt bis zum Jahr 2025 nachzukommen.

Foto: Dr. Horst Sproßmann. ThüringenForst unterhält insgesamt drei Jugendwaldheime im Freistaat. Die Finanzierung derartiger Allgemeinwohlaufgaben kann nicht dauerhaft aus den Erträgen der Landeswaldbewirtschaftung abgesichert werden.