Jena: Angriffe auf Polizisten

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Während einer Streife im Jenaer Paradies beobachteten Polizeibeamte gestern am späten Nachmittag wie ein 18-jähriger syrischer Asylbewerber ein Messer gegen einen 24 Jahre alten Deutschen erhob. Der Messermann wurde sofort festgenommen und mit Handfesseln fixiert. Die Nacht verbrachte er in einer Gewahrsamszelle. Ursache war eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Jugendgruppen.

Um 18.40 Uhr kam es dann gestern an gleicher Stelle zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Brüdern (24 und 25, deutsch). Aus einem Streit wurden Tätlichkeiten, die von Polizeibeamten unterbunden wurden. Als die Beamten versuchten, die beiden Streithähne zu trennen, richtete sich die Wut des 25-Jährigen plötzlich gegen diese. Er versuchte, die Beamten wegzustoßen, um wieder zu seinem Bruder zu gelangen. Die Beamten brachten ihn zu Boden, woraufhin er wüste Beleidigungen ausstieß. Selbst im Streifenwagen noch versuchte er sich mit Kopfstößen und Tritten in Richtung der Beamten zu widersetzen. Auch ein 21-jähriger Freund der Brüder mischte sich ein. Die Beamten hielten ihn auf, wobei er versuchte, sich zu befreien. Dabei schlug er einen Polizeibeamten gegen den Kopf. Er wurde danach mit Handfesseln fixiert und zur Dienststelle gebracht. Gleiches betraf einen 23-Jährigen Libyer, der einen Beamten von hinten mit der Faust auf den Kopf geschlagen hatte und ihn wegziehen wollte. Gegen ihn läuft eine Anzeige wegen Gefangenenbefreiung.

Insgesamt schätzten die Beamten ein, dass sich ca. 500 Personen im Paradies befanden. Das Aggressionspotential war hoch, was sich auch in den Angriffen auf die Polizisten widerspiegelte. Gemeinsam mit der Jenaer Polizei und der hiesigen Einsatzunterstützung waren Beamte der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Sechs Beschuldigte verbrachten im Anschluss den größten Teil der Nacht in polizeilichen Gewahrsamszellen. Ein Bereitschaftsrichter war durch die Beamten einbezogen worden. Er kam zur Dienststelle und verfügte die Freiheitsentziehungen. Die Ermittlungen werden weiter fortgesetzt. Mehrere Jugendliche filmten die Auseinandersetzungen und Maßnahmen der Polizei oder machten aus nächster Nähe Selfies mit den am Boden agierenden Beamten im Hintergrund.