INSA-Meinungstrend: Wahlpräferenzen & Glyphosat

Allgemein, Politik, Thüringen

Im INSA-Wählerspektrum dieser Woche gewinnt die Union an sicheren und wahrscheinlichen Stimmen, verliert aber etwas an möglichen Stimmen. Die SPD gewinnt an Stimmen in allen drei Kategorien. Die AfD hingegen verliert sowohl an sicheren und wahrscheinlichen Stimmen, als auch deutlich an möglichen Stimmen. Im Vergleich zur Vorwoche gibt es bei der FDP keine Veränderung der sicheren oder wahrscheinlichen Stimmen, bei den möglichen Stimmen kann sie jedoch einen Stimmenzuwachs verzeichnen. Die Linke verliert wie die AfD Stimmen in allen drei Kategorien. Die Grünen erzielen geringfügige Stimmenzuwächse bei den sicheren, wahrscheinlichen und möglichen Stimmen.

Diese Woche interessierte besonders, ob die Befragten im Hinblick auf den derzeitigen Stand der Regierungsbildung dafür sind, dass in der Bundesregierung eine Große Koalition gebildet wird – unabhängig davon, was sie sich wünschen. In dieser Frage ist man zwiegespalten. Knapp ein Drittel der Befragten (32 %) spricht sich für eine Große Koalition aus. Ebenso ist aber auch etwa ein Drittel der Befragten (33 %) gegen die Bildung einer Großen Koalition. Ein Viertel (25 %) weiß nicht, ob es eine solche Regierung geben soll. Unter diesen sind Frauen mit 32 Prozent deutlich stärker vertreten als Männer (18 %). Jeder Zehnte (10 %) macht keine Angabe.

Wird die Parteienpräferenz der Befragten hinzugezogen zeigen sich große Unterschiede. Mehrheitlich befürworten nur Wähler der Union die Bildung einer Großen Koalition (62 %). Unter den Wählern der SPD sind es 43 Prozent. 37 Prozent der Grünen-Wähler sind für eine schwarz-rote Regierung, unter Wählern der FDP und der Linken findet sich jeweils über ein Viertel (27 %) an Befürwortern. Auffallend wenig Zustimmung findet sich unter den AfD-Wählern, von denen nur etwa jeder Zehnte (11 %) dafür ist. Dementsprechend lehnen Wähler der AfD mit 68 Prozent eine Große Koalition am stärksten ab. Auch Wähler der FDP und der Linken lehnen diese mehrheitlich ab (53 % und 52 %).

Welche weitere Entwicklung der Regierungsbildung wird Ihrer Meinung nach in Deutschland auf Bundesebene – unabhängig von Ihren Wünschen – tatsächlich eintreten? Auch das fragte INSA. Während sich 30 Prozent der Befragten Neuwahlen wünschen, glauben nur 20 Prozent, dass es zu Neuwahlen kommen wird. Der Wunsch nach einer Minderheitsregierung der CDU/CSU und der Glaube an deren Eintreten fallen ungefähr gleich aus. Etwa jeder Zehnte wünscht sich (10 %) und glaubt auch (11 %) an eine solche Regierung. Eine Minderheitsregierung der Union und der Grünen wünschen sich mehr Befragte als Befragte daran glauben. Während sich 14 Prozent eine schwarz-grüne Regierung für die Zukunft wünschen, glauben nur etwa halb so viele daran (7 %). Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Eintrittswahrscheinlichkeit fällt bei einer schwarz-gelben Minderheitsregierung ähnlich groß aus. Weniger als jeder Zehnte wünscht sich (9 %) eine solche, aber nur zwei Prozent glauben, dass diese auch kommt. Umgekehrt zu allen anderen Regierungskonstellationen verhält es sich bei einer schwarz-roten Koalition. Zwar hält annähernd jeder Zweite dies als dasjenige Szenario, das kommen wird (48 %), jedoch wünschen sich nur 22 Prozent eine solche Regierung.

Außerdem interessierte INSA, ob die Befragten glauben, dass die Entscheidung von Agrarminister Christian Schmidt (CSU) für die weitere Verwendung von Glyphosat künftige Koalitionsgespräche mit der SPD belasten wird. Mehrheitlich (62 %) geben die Befragten an, dies zu glauben. Darunter ist ein größerer Anteil an Männern (65 %) als an Frauen (59 %). Ein Fünftel (20 %) gibt an, dies nicht zu wissen, wobei Männer nur einen Anteil von 15 Prozent, Frauen jedoch fast ein Viertel (24 %) ausmachen. 17 Prozent sind nicht der Meinung, dass die Entscheidung des Agrarministers negativen Einfluss auf Gespräche haben wird.

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