In eigener Sache

Allgemein, Ansichten, Debatte

Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern mehr noch durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß.

Immanuel Kant

Jenen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können, sollte jedem möglich und zumutbar sein, der nicht den puren Kampf ums Dasein führt. Das sind die Wenigsten. Im Laufe des Jahres vergisst man das gern in der “Mühle” zwischen Arbeit und dem Alltagswahnsinn. Heute ist Nikolaus, der Heilige Abend naht.

Deutschland ist ein reiches Land, die Steuern sprudeln. Und dennoch fehlt für viele, “die schon länger hier leben”, das Geld. Kinder, deren Eltern Vollzeit arbeiten, wissen nicht, wie ein gemeinsamer Urlaub aussieht. Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, können dennoch aus eigenen Mitteln ihren Platz im Pflegeheim nicht mehr bezahlen. Menschen, deren Lebenskerze langsam erlischt, sind einsam. Wir machen aus unserem Herzen keine Mördergrube – und nennen das eine Schande.

Unsere polnischen Nachbarn haben einen guten Brauch am Heiligen Abend: Zum Weihnachtsessen wird ein zusätzliches Gedeck aufgelegt, dass an die Verstorbenen erinnern soll – und für den Fall, dass ein unerwarteter Gast oder Bedürftiger an die Tür klopft. Da könnten wir doch im übertragenen Sinne lernen?

Viele Frauen und Männer haben in ihrer Jugend dafür gesorgt, den nachfolgenden Generationen Steine aus dem Weg zu räumen (teils im Wortsinne), damit diese stolperfrei ihren Weg gehen können. Nicht allen war es vergönnt, die Früchte ihrer Arbeit zu genießen. Nicht jede(r) von ihnen hat eine Familie, die sich um sie kümmern kann (oder will). Und ganz am Ende ihres Wegs findet sich nicht einmal ein Platz in einem Hospiz. Sie sind herzlich eingeladen, dazu beizutragen, dass sich das in Saalfeld und Umgebung ändert: Mit dem „Hospiz am Saalebogen“.

PS: Wir haben dafür gesorgt, dass sich im Nikolausstiefel des Hospizvereins 100 Euro finden. Aber es gibt sicher noch zahlreiche andere Möglichkeiten, zu helfen. Übrigens: Der alte Kant hat recht (siehe oben)!

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