Holzpreise weiter im Aufwind

Allgemein, Thüringen, Wirtschaft

Der Holzmarkt stellt sich in Thüringen aktuell positiv dar. Ursächlich für die Holzmarkteinschätzungen sind die guten konjunkturellen Daten, nicht nur in Deutschland, auch in Europa und den USA. Hiervon profitiert die deutsche, traditionell exportorientierte Wirtschaft und in dessen Folge die Waldbesitzer – allein in Thüringen sind es rund 180.000. Aber auch die Wiederaufnahme der Produktion eines großen Nadelholzsägewerkes in Ostthüringen hat die Absatzlage verbessert. Zusätzlich ist die Holzernte und -bereitstellung durch die Waldbesitzer in diesem durchaus frost- wie schneereichen Winter 2016/17 nahezu durchgehend möglich gewesen. Am Holzmarkt traf folglich eine erhöhte Nachfrage auf ein solides Angebot. Darauf verweisen die Forstexperten der ThüringenForst-AöR, mit 200.000 Hektar größter Waldbesitzer im Freistaat. Die Forstanstalt verkauft in diesem Jahr 1,2 Millionen Festmeter Holz im Wert von rund 70 Millionen Euro.

„Das Leitsortiment Fichte 2b+ liegt preislich über der wichtigen 90 Euro pro Festmeter-Marke und wird eher weiter steigen als absinken“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die Kiefer zieht, wenn auch nicht ganz so stark, der Fichte nach. Für Eichenstammholz scheint es keine Obergrenze zu geben, weder für Mengen noch für den Preis. Selbst Buchenstammholz, einige Jahre das Sorgenkind am Holzmarkt, kann wieder zu höheren Preisen am Holzmarkt abfließen. Während Absatz und Preis für Nadelindustrieholz, etwa für die Holzwerkstoff-, Zellstoff und Papierindustrie, stabilisiert scheint, bildet das Laubindustrieholz noch den Wermutstropfen in einem ansonsten erfreulichen Marktgefüge. Regional vorherrschende Absatzschwierigkeiten lassen die Marktdurchdringung noch stocken, insbesondere im stofflichen Bereich der Holzwerkstoffindustrie.

Mit dem Verkauf des größten thüringischen Fichtensägewerkes durch die Firma Klausner Holz Thüringen (KHT) an die kanadische Mercer-Gruppe ist die Wiederbelebung eines sehr wichtigen Partners gelungen. Mercer betreibt Thüringens größtes Zellstoffwerk in Blankenstein, welches zu den modernsten Europas zählt. Mit der Übernahme des Großsägewerkes, eines der größten Europas, und dessen weiteren Betrieb ist die Nadelstammholznachfrage im Dreiländereck Thüringen-Sachsen-Bayern auch künftig gesichert.

Foto: Dr. Horst Sproßmann. Thüringen verfügt neben vielen Mittel- und Kleinsägewerken auch über zwei Großsägewerke, die vorrangig Fichtenholz verarbeiten, wie hier die Fa. Rettenmeier.