Harsche Kritik der Opposition an rot-rot-grünen Plänen zur Inklusion

Allgemein, Politik, Thüringen

Der Verband Bildung und Erziehung Sachsen-Anhalt und der Thüringer Lehrerverband stellten heute auf einer Pressekonferenz die Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Studie zur Inklusion in den Schulen vor. Die am häufigsten genannten Argumente gegen die schulische Inklusion betreffen überwiegend die Rahmenbedingungen: So beklagen 25 Prozent der Befragten fehlendes Personal, an zweiter Stelle der Mängelliste rangierten mit jeweils 16 Prozent die mangelhafte räumliche Ausstattung der Schulen und die unzureichende Ausbildung der Lehrer für den inklusiven Unterricht. Folglich waren 13 Prozent der Meinung, dass an den allgemeinbildenden Schulen der erhöhte Förderbedarf nicht geleistet werden kann. Hier geht es zur FORSA-Studie (PDF)

„Die Lehrerinnen und Lehrer werden mit ihren Sorgen und Nöten allein gelassen. Auch 14 Jahre nach der Einführung des gemeinsamen Unterrichts von Kindern mit und ohne Behinderung fehlen an den Thüringer Schulen vielerorts die Voraussetzungen für eine gelingende Inklusion. Förderschulen werden an den Rand der Existenz gedrängt“, erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christian Tischner, zur heute veröffentlichten Forsa-Umfrage des Verbands Bildung und Erziehung (VBE).
Eine Teilstichprobe ermögliche erstmals einen Vergleich der Verhältnisse Mitteldeutschlands mit der Situation in Deutschland. Tischner forderte, neben dem inklusiven Unterricht auch Förderschulen in ausreichender Zahl zu erhalten. „Die bestmögliche Förderung für alle Kinder verlangt nach passgenauen Lösungen, die nicht in allen Fällen im gemeinsamen Unterricht zu finden sind“, ist der Bildungspolitiker überzeugt. Das aktuelle Strategiepapier der Landesregierung sieht indes die Abschaffung von circa 80 % der Förderschulen in Thüringen vor. Notwendige Verbesserungen der Rahmenbedingungen durch zusätzliches Personal und Sachmittel für den inklusiven Unterricht beinhaltet das Papier jedoch nicht.

Die CDU-Fraktion unterstütze daher die Forderungen des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), die Gelingensbedingungen für die Inklusion an den Schulen zu verbessern. Werde Inklusion in Thüringen weiter ohne Rücksicht auf die Gelingensbedingungen vorangetrieben, schade das Kindern und Lehrern in Thüringen. „Die Landesregierung ist hier gefragt. Sie muss die Pädagogen in diesem Prozess begleiten und unterstützen, aber vor allem muss sie auch die Grenzen einer gelingenden Inklusion respektieren“, so Tischner.

Die bildungspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, Wiebke Muhsal, sagte: „Die Ergebnisse der repräsentativen Studie bestätigen unsere Kritik an dem desolaten flächendeckenden Inklusionsvorhaben der Landesregierung und sind gleichzeitig erschreckend, weil die Zustände teilweise noch schlimmer sind als bislang angenommen. Dass beispielsweise Kinder mit Behinderung, die während des Schultages Medikamente benötigen, entweder auf die Eltern angewiesen oder gar auf sich selbst gestellt sind, ist skandalös. Dass mittlerweile jeder sechste Lehrer in Thüringen aus blanker Not heraus diese Aufgabe zusätzlich zum Schulalltag übernimmt und dafür kein medizinisches Fachpersonal bereit gestellt wird, zeigt, wie wenig Rücksicht auf die individuellen Bedürfnisse von Kindern bei einer maßlosen Inklusion genommen wird.“

Zu solchen besonderen Problemen kämen die strukturellen Probleme hinzu: Die Schülerzahl in Klassen, in denen inklusiv unterrichtet wird, seien in fast 90 Prozent aller Fälle vergrößert oder beibehalten worden, so Muhsal. Das bedeutee, den Lehrern wurden alle Schwierigkeiten der Inklusion zusätzlich zu den bereits vorhandenen Unterrichts- und Bürokratieaufgaben aufgebürdet. Jede Dritte Lehrkraft, die in inklusiven Klassen unterrichtet, habe keinen Ansprechpartner, um fachlichen Rat einzuholen. „Unter solchen Bedingungen ist guter Unterricht kaum mehr möglich, trotzdem ist die Inklusionsquote in Thüringen überdurchschnittlich hoch. Diese Landesregierung schafft mit ihrer ideologiegetriebenen Politik Missstände in den Schulen, die unerträglich sind. Die Inklusion in Thüringer Schulen ist gescheitert! Die Mehrheit der Lehrer gibt der AfD darüber hinaus in einem wichtigen Aspekt recht: Die bisherigen Förder- und Sonderschulden sollen alle erhalten werden“, so die Afd-Parlamentarierin.