Gehört der Islam zu Deutschland?

Allgemein, Ansichten, Debatte

Der neue Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat geäußert, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Damit widersprach er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Diese vertritt die Meinung, dass der Islam zu Deutschland gehöre, was sie auch in ihrer Regierungserklärung geäußert hat. Horst Seehofers Äußerungen riefen viele, teils kritische, Reaktionen hervor. INSA wollte von den Befragten wissen, wie sie zu diesem Thema stehen. Der Aussage „Der Islam gehört zu Deutschland.“ stimmt gut jeder fünfte Befragte zu (22 %). 61 Prozent der Befragten stimmen der Aussage hingegen nicht zu. Hierbei sind die Unterschiede zwischen Frauen und Männern jeweils sehr gering. Jeder Zehnte weiß keine Antwort (10 %) und sechs Prozent der Befragten machen keine Angabe.

In Westdeutschland stimmen 23 Prozent der Befragten der Aussage, dass der Islam zu Deutschland gehört, zu. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als in Ostdeutschland (16 %). Umgekehrt stimmen zwei Drittel der Ostdeutschen der Aussage nicht zu (66 %). In Westdeutschland trifft das auf 60 Prozent der Befragten zu.

37 Prozent der 18- bis 24-Jährigen finden, dass der Islam zu Deutschland gehört. Das ist der höchste Wert im Altersgruppenvergleich. Die 25- bis 34-Jährigen haben zu 26 Prozent dieselbe Meinung. Jeder Fünfte in den Altersgruppen der 35- bis 44-Jährigen und der ab 65-Jährigen stimmt der Aussage zu (je 20 %). Am niedrigsten sind die Zustimmungswerte bei den 45- bis 54-Jährigen (17 %) und den 55- bis 64-Jährigen (18 %). Umgekehrt stimmen 36 Prozent der 18- bis 24-Jährigen der Aussage, der Islam gehöre zu Deutschland, nicht zu. Somit ist diese Altersgruppe die einzige, in der mehr Befragte der Aussage zustimmen als ihr nicht zustimmen (37 zu 36 %). In allen anderen Altersgruppen stimmt mehr als jeder Zweite der Aussage nicht zu. Mit zunehmendem Alter steigt dabei der Anteil derer, die nicht zustimmen. Die einzige Ausnahme bilden die ab 65-Jährigen, bei denen dieser Anteil bei 69 Prozent liegt. Das ist ein Prozentpunkt weniger als bei den 55- bis 64-Jährigen. In dieser Gruppe ist der Anteil derer, die nicht zustimmen, dass der Islam zu Deutschland gehört, am höchsten (70 %).

47 Prozent der Studenten stimmen zu, dass der Islam zu Deutschland gehört. Dies ist mit Abstand der höchste Wert. Bei den anderen Gruppen liegen die Zustimmungswerte zur Aussage zwischen 19 und 25 Prozent. Der höchste Anteil derer, die der Aussage „Der Islam gehört zu Deutschland“ nicht zustimmen, findet sich bei den Befragten mit Lehre oder vergleichbarem Abschluss (67 %). Es folgen die Befragten mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss (63 %). Am niedrigsten ist der Anteil derer, die der Aussage nicht zustimmen, bei Studenten (36 %). 27 Prozent der Befragten ohne Abschluss wissen keine Antwort oder machen keine Angabe (kumuliert). Dies trifft auch auf 33 Prozent der Auszubildenden zu (kumuliert). Bei den anderen Gruppen ist dieser Anteil deutlich niedriger.

45 Prozent der Grünen-Wähler stimmen zu, dass der Islam zu Deutschland gehört. 43 Prozent von ihnen stimmen dem nicht zu. Somit sind die Anhänger der Grünen die einzige Wähler-Gruppe, bei der mehr Befragte der Aussage zustimmen als ihr nicht zustimmen (45 zu 43 %). Von den Wählern der Linkspartei stimmt jeder Zweite der Aussage nicht zu (49 %), während 34 Prozent von ihnen der Meinung sind, dass der Islam zu Deutschland gehört. Ähnlich ist das Bild bei den Anhängern der SPD: 51 Prozent stimmen der Aussage nicht zu, während 37 Prozent zustimmen. Von den Wählern der Union meint gut jeder Fünfte, dass der Islam zu Deutschland gehört (22 %). 64 Prozent sehen das nicht so. Mit Abstand am häufigsten lehnen die Wähler der AfD die Aussage ab (95 %). Nur drei Prozent von ihnen stimmen zu, dass der Islam zu Deutschland gehört.

Befürchten die Befragten Krieg in Europa?

43 Prozent der Befragten geben an, Angst vor einem Krieg in Europa zu haben. Jede zweite Frau (51 %) und ein Drittel der Männer (34 %) stimmen der Aussage zu. Vier von zehn Befragten haben hingegen keine Angst vor einem Krieg in Europa (39 %). Auch hier zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied: Jeder zweite Mann (49 %) und 29 Prozent der Frauen stimmen der Aussage nicht zu. 18 Prozent aller Befragten wissen keine Antwort oder machen keine Angabe (kumuliert).

Auch zwischen den Befragten in West- bzw. Ostdeutschland zeigt sich ein Unterschied. Jeder zweite Befragte in Ostdeutschland hat Angst vor einem Krieg in Europa (49 %). In Westdeutschland trifft dies auf 41 Prozent der Befragten zu. Umgekehrt gibt jeder dritte ostdeutsche Befragte an, keine Angst vor einem Krieg in Europa zu haben (33 %). In Westdeutschland sind dies 40 Prozent.

Jeweils 46 Prozent der Befragten in den beiden Altersgruppen ab 55 Jahren haben Angst vor einem Krieg in Europa. Dies ist der höchste Anteil im Vergleich der Altersgruppen. Der Anteil derer, die der Aussage nicht zustimmen, ist bei den 18- bis 24-Jährigen am größten (45 %). In den anderen Altersgruppen liegt dieser Wert zwischen 37 und 39 Prozent.

In einer INSA-Umfrage im Mai 2015 haben die Befragten (insgesamt 2.149) zu der gleichen These Stellung genommen. Dabei gaben 47 Prozent an, Angst vor einem Krieg in Europa zu haben. Das sind vier Prozentpunkte mehr als in unserer aktuellen Umfrage (43 %). Während aktuell 39 Prozent der Befragten der Aussage nicht zustimmen, waren es im Mai 2015 noch 43 Prozent. Die Unterschiede erklären sich hierbei in erster Linie dadurch, dass aktuell 18 Prozent der Befragten keine Antwort wissen oder keine Angabe machen (kumuliert). Im Mai 2015 waren dies zehn Prozent (kumuliert).

Betrachtet man die Antworten nach Wahlverhalten zeigt sich, dass Wähler der AfD am häufigsten Angst vor einem Krieg in Europa haben (63 %). Es folgen die Anhänger der Linkpartei (50 %), der SPD (43 %) und der Union (41 %). Weniger als ein Drittel der Grünen-Wähler (30 %) und der FDP-Wähler (28 %) stimmen der Aussage zu. Dementsprechend ist der Anteil derer, die keine Angst vor einem Krieg in Europa haben, bei den Anhängern der FDP (61 %) und der Grünen (56 %) am größten. Weniger als jeder zweite Unions-Wähler (47 %) bzw. SPD-Wähler (46 %) stimmt der Aussage auch nicht zu. Bei den Wählern der Linkspartei trifft dies auf 39 Prozent und bei den Anhängern der AfD auf 26 Prozent zu.

Wie groß ist das Vertrauen in den Euro?

Knapp ein Drittel der Befragten hat kein Vertrauen bzw. kein Vertrauen mehr in den Euro (31 %). 28 Prozent der Männer und 34 Prozent der Frauen geben dies an. Demgegenüber stimmt knapp jeder Zweite der Aussage nicht zu (48 %). Bei den Männern sind dies zwölf Prozentpunkte mehr (54 %) als bei den Frauen (42 %). 18 Prozent der Männer (kumuliert) und 24 Prozent der Frauen (kumuliert) wissen keine Antwort oder machen keine Angabe.

30 Prozent der Befragten in Westdeutschland haben kein Vertrauen (mehr) in den Euro. In Ostdeutschland trifft dies auf sechs Prozentpunkte mehr zu (36 %). Während jeder zweite westdeutsche Befragte der Aussage nicht zustimmt (50 %), sind dies in Ostdeutschland 40 Prozent.

16 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben kein Vertrauen in den Euro. Das ist mit Abstand der niedrigste Wert. Von den 25- bis 34-Jährigen geben dies 27 Prozent und von den 35- bis 44-Jährigen 28 Prozent an. Bei den übrigen Altersgruppen liegt dieser Anteil jeweils über 30 Prozent. Am häufigsten sagen die 45- bis 54-Jährigen, dass sie kein Vertrauen in den Euro haben (39 %). Umgekehrt geben die 18- bis 24-Jährigen am häufigsten an, dass sie der Aussage nicht zustimmen (58 %). Es folgen die ab 65-Jährigen (54 %) und die 35- bis 44-Jährigen (48 %).

43 Prozent der Befragten mit einem Haushaltnettoeinkommen von unter 1.000 € haben kein Vertrauen in den Euro. Mit steigendem Einkommen sinkt dieser Anteil. Einzige Ausnahme bilden die Befragten mit einem Haushaltseinkommen von 4.000 € und mehr. In dieser Gruppe gibt ein Viertel an, kein Vertrauen in den Euro zu haben (25 %). Das ist ein Prozentpunkt mehr als in der Gruppe der Befragten mit einem Haushaltseinkommen von 3.000 € bis unter 4.000 € (24 %). Umgekehrt stimmen 63 Prozent der Befragten mit einem Haushaltseinkommen von 4.000 € und mehr der Aussage nicht zu. Je geringer das Haushaltseinkommen desto niedriger ist dieser Anteil. Bei den Befragten mit einem Haushaltseinkommen von unter 1.000 € liegt der Anteil bei einem Drittel (34 %).

Nach Wahlverhalten aufgeschlüsselt zeigt sich, dass Anhänger der AfD bei Weitem am häufigsten kein Vertrauen in den Euro haben (72 %). Auf vier von zehn Anhängern der Linkspartei trifft dies auch zu (40 %). Niedriger sind die Anteile bei den Wählern von FDP (26 %), Union (20 %) und SPD (19 %). Am seltensten geben Wähler der Grünen an, kein Vertrauen in den Euro zu haben (13 %). Dementsprechend stimmen die Grünen-Wähler der Aussage am häufigsten nicht zu (73 %). Es folgen die Anhänger der Union (65 %), SPD (64 %) und der FDP (61 %). Die Anhängerschaft der Linken äußert in ungefähr gleichen Teilen Zustimmung bzw. Ablehnung zu der These. Während wie beschrieben 40 Prozent von ihnen kein Vertrauen in den Euro haben, stimmen 42 Prozent der Aussage nicht zu. Auf 17 Prozent der AfD-Wähler trifft dies auch zu.