Forstdienstgebäude wird zum Trendsetter im öffentlichen Hochbau Thüringens

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Die Thüringer Forstministerin Birgit Keller (Linke) weihte heute den ersten Forstamtsneubau der Landesforstanstalt seit 16 Jahren in Stadtroda ein. Das aus 260 Kubikmeter Buchenholz in nur eineinhalb Jahren Bauzeit errichtete, rund 750 Quadratmeter Nutzfläche bietende, zweistöckige Verwaltungsgebäude gilt als architektonisch wie auch energetisch innovativ. Damit setzt die ThüringenForst-AöR als Bauherr konsequent auf den nachhaltig produzierten Roh-, Bau- und Werkstoff Holz und wird zum Trendsetter im öffentlichen Hochbau Thüringens. Das alte Forstverwaltungsgebäude entsprach immer weniger den Anforderungen der Grünröcke. Mit dem Verbleib am Standort Stadtroda nutzt ThüringenForst die zentrale Lage in der Region, mit der auch künftig eine gute Erreichbarkeit für Waldbesitzer, Kunden und Mitarbeiter gewährleistet ist. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 2,5 Mio. Euro.

„Das neue Forstamt ist ein Werbeträger für den konstruktiven Holzbau. Mit der Baubuche, einem innovativen Holzwerkstoff, wurde uns durch das thüringische Sägeunternehmen Pollmeier eine hochinteressante baukonstruktive Lösung geboten, die Bauherr und Architekten gleichermaßen begeisterte. Die nachhaltige Verwendung des CO²-neutralen und nachwachsenden Rohstoffs Holz erfährt damit einen Innovationsschub“, so Birgit Keller. Das Buchenfurnierschichtholz wurden dabei sowohl im Obergeschoss, wie auch im Erdgeschoss größtenteils sichtbar verbaut, während die Kelleretage traditionell aus Beton errichtet wurde. Eine großzügige Glasfassade ermöglicht den Besuchern den Blick auf die Holztragestruktur des Gebäudes und die Vielzahl von Konstruktions- und Innenausbaumaterialien aus heimischen Hölzern. Energetisch blieb man ebenfalls beim Holz: Eine Holzpelletheizung, kombiniert mit einer großen Dachfotovoltaikanlage, sorgt für eine nachhaltige Bilanz des Energiekonzeptes.

„Der Neubau des Thüringer Forstamtes Jena-Holzland zeigt beispielhaft das Potenzial der gesamten heimischen Wertschöpfungskette beim Bauen mit Holz“, erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Wobei der Baustoff Holz zusätzlich mit einer hervorragenden Klimabilanz überzeugt: So bindet das verbaute Holz nunmehr über die Gesamtlebensdauer des Gebäudes rund 260 Tonnen CO2 und trägt damit zu einem effektiven Klimaschutz im Freistaat bei. Berücksichtigt man weiterhin, dass mit der Wahl des Bau- und Brennstoffs Holz auch eine sofortige materielle und spätere energetische Substitution von anderen treibhausgaswirksamen Rohstoffen erfolgt, verbessert sich diese positive Klimabilanz auf insgesamt 780 t CO2. Umgerechnet kompensiert diese CO2-Einsparung einmalig die jährlichen Treibhausgasemissionen rund 10 % aller ThüringenForst-Beschäftigten. Dies zeigt eindrucksvoll, dass Klimaschutz im Wirtschaftswald und zugleich auch durch nachhaltige Holznutzung und -verwendung außerhalb des Waldes stattfindet.

Den insgesamt 24 Beschäftigten des Forstamtes Jena-Holzland sowie der ebenfalls am Standort verorteten Forstinspektion Ost stehen künftig knapp 480 Quadratmeter Bürofläche, verteilt auf zwei Geschosse, 73 Quadratmeter Archivräume, rund 145 Quadratmeter Lager- und Technikfläche sowie eine 50 Quadratmeter große Wildkühlzelle zur Verfügung. Auf dem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück eröffnen sich weitere interessante Optionen. Ein 5.000 Quadratmeter großes Arboretum sowie eine Streuobstwiese wurden in die bauliche Konzeption integriert und dienen künftigen Aktivitäten in der Wald- sowie Umweltpädagogik. Durch die Lage zwischen mehreren Schulen, Kindergärten und der Fachschule für Agrarwirtschaft Stadtroda kann das Forstamt diesen waldgesetzlich verankerten Bildungsauftrag zukünftig noch besser erfüllen.

Foto: Dr. Horst Sproßmann