Festnahmen und Durchsuchungen nach Überfall auf „Wirtshaus Christoffel“

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Seit den frühen Morgenstunden durchsuchen Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes (LKA) Thüringen ein Gewerbeobjekt und zehn Wohnungen in Erfurt und Umgebung, sowie eine Wohnung in Berlin und eine Wohnung in Sachsen. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes des Landfriedensbruchs im besonders schweren Fall und der gefährlichen Körperverletzung des LKA Thüringen, Schwere und Organisierte Kriminalität in Zusammenarbeit mit der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität in Gera.

Ausgangspunkt dieses Verfahrens ist die tätliche Auseinandersetzung vom 11. Oktober 2017 in der Erfurter Innenstadt. Bisher ermittelten die Beamten elf Tatverdächtige, bei denen derzeit durchsucht wird. Hierbei handelt es sich um zehn deutsche Männer im Alter von 29 bis 45 Jahren und einen russischen Mann im Alter von 46 Jahren. Neben neun Männern aus Erfurt sollen auch ein Mitglied des Bandidos MC Berlin und ein Mann aus Sachsen an dem Überfall teilgenommen haben. Acht der Männer sind wegen Gewaltdelikten einschlägig vorbestraft bzw. polizeibekannt.

Gegen sechs dieser Tatverdächtigen zwischen 29 und 39 Jahren erließ das Amtsgericht Gera auf Grund des dringenden Tatverdachts Haftbefehle. Darunter befinden sich der 34-jährige Rädelsführer der Gruppe und der 29-jährige Organisator (beide deutsch). Spezialkräfte aus Thüringen, Berlin und Sachsen nahmen sie heute Morgen fest. Sie werden dem Haftrichter am Amtsgericht Gera vorgeführt.

Zum Tathergang teilte das LKA wie folgt mit:
Am 11. Oktober 2017 gegen 18:30 Uhr erschien eine Gruppe von etwa 25 Männern vor dem Restaurant „Wirtshaus Christoffel“ in der Michaelisstraße 41 in Erfurt. Im Restaurant und auf der Straße herrschte zu dieser Zeit reger Besucherverkehr. Einige dieser Männer sollen den 42-jährigen, armenischen Inhaber des Wirtshauses unter einem Vorwand vor das Restaurant gelockt haben. Die Männer der Gruppe solle ihn, seine beiden 19- und 20-jährigen Söhne und zu Hilfe eilende Angestellte sofort tätlich angegriffen haben. Die Tatverdächtigen sollen dabei neben körperlicher Gewalt, vor dem Restaurant befindliche Bestuhlung, mitgeführte Reizstoffsprays sowie Elektroschockpistolen eingesetzt haben. Die Angreifer waren zum Teil vermummt und flüchteten nach dem Angriff. Dabei sollen sie neben dem o. g. 42-jährigen Inhaber des Wirtshauses und seinem 19-jährigen Sohn sowie vier Angestellte durch Schläge und Reizstoffe leicht verletzt haben. Der 20-jährige Sohn musste auf Grund einer Beinverletzung stationär im Klinikum behandelt werden. Zum Motiv des Überfalls dauern die Ermittlungen an.

Gegen den 29- jährigen Organisator des Angriffs und einen 37-jährigen deutschen Tatverdächtigen ermitteln die Beamten darüber hinaus wegen des Verdachtes der illegalen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Sie stehen im Verdacht, Crystal im Kilogrammbereich aus Tschechien nach Erfurt eingeführt zu haben und hier den Verkauf organisiert zu haben. Auch dieses Ermittlungsverfahren führen Beamte des LKA Thüringen, Bereich Schwere und Organisierte Kriminalität.
Gegen den 37 Jahre alten Verdächtigen erließ das Amtsgericht Gera deshalb einen weiteren Haftbefehl.

Der Präsident des LKA Thüringen, Frank-Michael Schwarz sagte: „Es ist uns in kürzester Zeit durch intensive Ermittlungen gelungen, den Sachverhalt aufzuklären. Unser Ziel ist es nun herauszufinden, inwieweit es Verbindungen zur Russisch-Eurasischen Organisierten Kriminalität armenischer Prägung gibt.“

Da die Ermittlungen nach wie vor andauern werden Zeugen der Auseinandersetzung vom 11. Oktober 2017 gebeten, sich im LKA Thüringen unter der Telefonnummer: 0361/341-2984 zu melden.