Einkommensstarke Wähler sind den Grünen nicht grün

Allgemein, dies & das, Thüringen

Im INSA-Wählerspektrum dieser Woche kann die Union einen deutlichen Stimmenzuwachs verzeichnen. Sie gewinnt sowohl an sicheren, an wahrscheinlichen als auch an möglichen Stimmen. Die SPD hingegen verzeichnet Verluste bei den wahrscheinlichen und möglichen Stimmen. Auch die AfD verliert in dieser Woche an möglichen Stimmen. Bei der FDP zeigen sich im Vergleich zur Vorwoche keine Veränderungen. Die Linke gewinnt an sicheren, wahrscheinlichen und möglichen Stimmen. Die Grünen verlieren an sicheren und wahrscheinlichen Stimmen, gewinnen jedoch an möglichen Stimmen.

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Mit steigendem Haushaltsnettoeinkommen steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Befragter sicher zur Wahl geht. Während unter den Befragten mit einem Nettoeinkommen von unter 1.000 € weniger als die Hälfte der Befragten (45 %) angab, sicher zur Wahl zu gehen, gibt dies bei Befragten mit höherem Einkommen die Mehrheit an: Bei einem Nettoeinkommen von 1.000 € bis 2.000 € gehen über die Hälfte (57 %) sicher zur Wahl, bei einem Einkommen von 2.000 € bis 3.000 € steigert sich der Anteil der sicheren Wähler auf zwei Drittel (67%). Übersteigt das Haushaltseinkommen 3.000 €, gehen über drei Viertel der Befragten (77 %, 78 %) sicher zur Wahl. Bei einem Einkommen unter 1.000 € gibt rund ein Fünftel (22 %) der Befragten an, sicher nicht zur Wahl zu gehen. Mit steigendem Haushaltseinkommen sinkt dieser Anteil an Befragten (14 %, 11 %, 6 %, 4 %).Das Haushaltsnettoeinkommen wirkt sich auch auf die Parteienpräferenz aus. Knapp die Hälfte der Befragten mit einem Einkommen von über 4.000 € (47 %) sowie über ein Drittel mit einem Einkommen zwischen 3.000 € und 4.000 € (38 %) sind Wähler der Union. Unter den Befragten mit dem geringsten Einkommen wählt etwa ein Drittel (34 %) die CDU/CSU. Ein Fünftel der Befragten mit dem niedrigsten Haushaltseinkommen (22 %) wählt die Linke. Im Vergleich wählen nur 3 Prozent der Befragten mit dem höchsten Einkommen (4.000 € und mehr) die Linke. Die SPD wird vor allem von Befragten mit einem Einkommen zwischen 1.000 € und 3.000 € (28 %, 26 %) gewählt. Die Wähler der AfD kommen aus unterschiedlichen Einkommensgruppen, am stärksten ist die Gruppe mit einem Einkommen zwischen 1.000 € bis 2.000 € vertreten (16 %). Wähler mit einem Einkommen von 3.000 € und mehr wählen vor allem die FDP (15 %, 14 %), während Befragte mit einem Einkommen unter 1.000 € nur mit 5 Prozent der Stimmen vertreten sind. Befragte mit dem niedrigsten Haushaltsnettoeinkommen wählen nicht nur häufig die Union oder die Linken, sondern auch die Grünen (13 %). Nur knapp halb so viele Befragte der höchsten Einkommensgruppe (7 %) wählen ebenfalls grün.

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Das gegenwärtig wichtigste politische Thema ist Rente und Altersarmut. Dies sieht etwa jeder zweite Wähler der SPD (48 %) und der Linken (50 %) so. Bei den Wählern der anderen Parteien ist das Thema weniger relevant (CDU/CSU 33 %, AfD 35 %, FDP 36 %, Grüne 36 %) aus. Besonders auffällig ist, dass etwa drei Viertel der AfD Wähler (72 %) Zuwanderung, Migration und Flüchtlinge als wichtigstes politisches Thema angeben. Bei den Unionswählern geben dies 40 Prozent an, bei den FDP-Wählern 42 Prozent. Dieses Thema ist im Vergleich aber nur für rund ein Viertel der Wähler der Linken (26 %) und der Grünen (28 %) relevant. Wichtiger sind den Wählern der Linken Fragen der sozialen Sicherheit, Gerechtigkeit und Ungleichheit. Jeder Zweite (52 %) gab dies als wichtiges Thema an. Auch jeder dritte Wähler (35 %) der Grünen teilt diese Ansicht. Am wenigsten sind dieser Ansicht FDP-Wähler, unter diesen nur 15 Prozent dies als wichtig erachten. Die Wähler der AfD bewerten nicht nur die Flüchtlingspolitik anders, sondern auch das Thema Sicherheit und Kriminalität. 40 Prozent der AfD- Wähler stufen dies als aktuell wichtigstes politisches Thema ein. Im Vergleich sagen dies aber nur 12 Prozent der Wähler der SPD, 14 Prozent der Wähler der Linken sowie 8 Prozent der Wähler der Grünen.