DPolG fordert nachhaltigen Schutz vor Terroranschlägen mit Fahrzeugen

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Mit Verwunderung hat die Deutsche Polizeigewerkschaft Thüringen e.V. (DPolG) die eine MDR-Meldung zur Kenntnis genommen, dass Antiterror-Betonsperren zum Schutz von Besuchern auf Großveranstaltungen keinen hinreichenden Schutz bieten und gezielte Terrorakte mit LKW weiterhin zu erheblichen Schäden unter den Besuchern von Großveranstaltungen führen können.

Hierzu erklärt der DPolG Landesvorsitzende, Jürgen Hoffmann: „Es kann nicht sein, dass nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch unsere Kolleginnen und Kollegen der Polizei erst durch Versuche eines mdr Magazins in Zusammenarbeit mit der DEKRA darauf hingewiesen werden, dass die eingesetzten Antiterror-Betonsperren keinen hinreichenden Schutz vor Angriffen mit LKW bieten. Vielmehr wäre es die Aufgabe des Bundes-Innenministeriums gewesen, solche Versuche durchzuführen und zumindest die Sicherheitskräfte auf die weiterhin bestehenden Gefahren bei eventuellen Anschlägen hinzuweisen!“

Die bisherigen Maßnahmen beim Einsatz von Antiterror-Betonsperren vermittelten sowohl unserer Bevölkerung, als auch unseren Kolleginnen und Kollegen der Polizei, sowie medizinischen Bereitschaftsdiensten ein trügerisches Gefühl der Sicherheit. Mit den steigenden Temperaturen steigt auch in Thüringen die Anzahl der Volksfeste und Freiluftveranstaltungen. „Bisher hat sich durch den Einsatz der Betonsperren ein trügerisches Sicherheitsgefühl entwickelt, welches auch unsere Kollegen, welche ihren Dienst meist auch in der Nähe der Absperrungen verrichten betrifft. Dieses verführt nicht zuletzt dazu, die notwendige Vorsicht einer vermeintlichen Sicherheit zumindest teilweise zu opfern!“ erklärt hierzu Hoffmann.

Die DPolG fordert von der Landesregierung in Thüringen auf Grund der Erkenntnisse des durch den mdr veranlassten Test die Überarbeitung bereits bestehender Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen im Freistaat. Ebenso erwarten wir von der Landesregierung, dass sie auf das Innenministerium des Bundes dahin gehend Einfluss nimmt, dass wirksame Absperrungen gegen mögliche Terrorakte mit LKW entwickelt werden und den Bundesländern zur Verfügung gestellt werden.

„Unsere Kolleginnen und Kollegen sind bei ihrer Tätigkeit vor allem darauf konzentriert, bereits im Vorfeld möglicher Ereignisse präventiv tätig zu werden, so dass Einsätze nach Terrorakten erst gar nicht notwendig werden. Dies schütz nicht nur das Leben und die Gesundheit unserer Polizisten, sondern auch vor allem das der Besucher, welche unbeschwert an Freiluftveranstaltungen teilnehmen möchten. Als Polizeigewerkschaft erwarten wir, dass die Landesregierung umgehend die notwendigen Maßnahmen zum Schutz unserer Bürger einleitet und umsetzt!“ erklärt Hoffmann abschließend.